2. Januar: Hl. Basilius der Große

Heute ist der Gedenktag von Basilius dem Großen, Metropolit von Cäsarea und Kirchenlehrer, der um 330 in Cäsarea in Kappadokien, heute Kayseri in der Türkei geboren wurde und am 1. Januar 379 dort starb. Er ist ein Kirchenvater, der sich für den rechten Glauben eingesetzt hat und zum Beispiel während des Arianismusstreits eine wichtige Rolle spielte. Er schrieb viele Werke über das Mönchtum. Das Besondere am heutigen Heiligen ist, dass er einer Heiligengruppe angehört, zu der auch sein Bruder gehört: die großen Kappadokier. Basilius war Sohn einer streng religiösen und angesehenen Familie, seine Geschwister waren Gregor von Nyssa, Petrus von Sebaste und Makrina „die Jüngere”, sein Vater war Basilius der Ältere, Sohn von Makrina „der Älteren”; seine Mutter war Emmelia. All diese Personen sind kanonisierte Heilige. Nach einer streng religiösen Erziehung erhielt Basilius seine Ausbildung in Caesarea, Konstantinopel und in Athen. Einer der Onkel von Basilius war Bischof, ebenso wie später zwei seiner Brüder (Gregor und Petrus von Sebaste). Er erhielt jedoch eine literarische Ausbildung, die ihn dazu befähigt hätte, in die Fußstapfen seines Vaters als Anwalt und Redner zu treten. Er studierte in Cäsarea und Konstantinopel und schließlich (ca. 351-356) in Athen, wo er seine Freundschaft mit dem heiligen Gregor von Nazianz pflegte. Nach seiner Rückkehr in die Heimat schlug er eine weltliche Laufbahn ein, doch der Einfluss seiner frommen Schwester Makrina, die später Nonne und Äbtissin wurde, bestätigte seine frühere Neigung zum asketischen Leben. Mit einer Gruppe von Freunden gründete er eine klösterliche Siedlung auf dem Familiengut in Annesi in Pontus. Nach diesem Urbild leben die Basilianermönche bis heute, auch wenn Basilius keine Basiliusregel verfasst hat (dafür verschiedene Schriften über das Mönchtum). In diesen fasst er als Säulen Gehorsam, Gebet und Arbeit zusammen. Im Jahr 357 unternahm Basilius eine ausgedehnte Reise zu den Klöstern Ägyptens, und im Jahr 360 assistierte er den kappadokischen Bischöfen auf einer Synode in Konstantinopel. Die allgemeine Annahme des arianischen Glaubensbekenntnisses auf dem Konzil von Ariminum im Jahr zuvor und vor allem die Tatsache, dass sein eigener Bischof, Dianius von Caesarea, dieses Glaubensbekenntnis unterstützt hatte, hatte ihn beunruhigt. Kurz vor dem Tod von Dianius (362) versöhnte sich Basilius mit ihm und wurde später zum Presbyter (Priester) geweiht, um Dianius‘ Nachfolger, dem Neubekehrten Eusebius, zu helfen. Basilius‘ Fähigkeiten und sein Ansehen sowie Eusebius‘ Abneigung gegen die Askese führten zu Spannungen zwischen ihnen, und Basilius zog sich nach Annesi zurück. Im Jahr 365 wurde er nach Cäsarea zurückgerufen, als die Kirche durch den arianischen Kaiser Valens bedroht wurde. Seine theologische und kirchliche Politik zielte in der Folge darauf ab, die ehemaligen Halbarianer und die Anhänger von Nicäa unter der Formel „drei Personen (hypostaseis) in einer Substanz (ousia)“ gegen den Arianismus zu vereinen und so sowohl die Einheit als auch die notwendigen Unterscheidungen im theologischen Konzept der Gottheit zu bewahren. Nach dem Tod von Eusebius im Jahr 370 wurde Basilius sein Nachfolger, obwohl er von einigen anderen Bischöfen in der Provinz bekämpft wurde. Als Bischof von Cäsarea war Basilius Metropolit (kirchlicher Vorsteher einer Provinz) von Kappadokien, und seine eigene Diözese umfasste die großen Ländereien im Osten Kappadokiens, wo er von einer Reihe von „Landesbischöfen“ (chorepiscopi) unterstützt wurde. Er gründete auch caritative Einrichtungen zur Unterstützung von Armen, Kranken und Reisenden. Als Valens 371 durch Caesarea zog, widersetzte sich Basilius seiner Forderung nach Unterwerfung auf dramatische Weise. Doch 372 teilte Valens die Provinz auf, was Basilius als persönlichen Angriff betrachtete, da Anthimus von Tyana damit Metropolit für die Städte Westkappadokiens wurde. Basilius konterte, indem er in einigen der Grenzstädte Unterstützer einsetzte – Gregor von Nazianz in Sasima und seinen eigenen Bruder Gregor in Nyssa. Diese Taktik war nur teilweise erfolgreich, aber Basilius entging den Angriffen, die Valens anderswo auf orthodoxe Bischöfe verübte. In der Zwischenzeit versuchte Basilius, die allgemeine Unterstützung für den ehemaligen halbarianischen Heiligen Meletius als Bischof von Antiochia (einem der fünf großen Patriarchate der frühen Kirche) gegen Paulinus, den Führer der strengen nizänischen Minderheit, zu sichern, da er befürchtete, dass die extremen Nizäner zu diesem Zeitpunkt in den Sabellianismus abgleiten würden, eine Häresie, die die Einheit Gottes übertrieb. Zu Basilius‘ Lebzeiten wurde dies jedoch durch die Anerkennung von Paulinus durch die Bischöfe von Alexandria und – trotz einer Reihe von Verhandlungen – nach 375 durch Papst Damasus I. verhindert. Basilius‘ Gesundheitszustand war schlecht, vielleicht wegen der Strenge seines asketischen Lebens. Er starb bald, nachdem der Tod von Valens in der Schlacht von Adrianopel den Weg für den Sieg von Basilius‘ Sache geebnet hatte. Er wurde nur 49 Jahre alt. Zu seiner Zeit scheint er eher bewundert als geliebt worden zu sein, selbst von seinen engsten Vertrauten, denn er war energisch, standhaft und seiner Position sicher.

Basilius‘ positive Stellung zur spätantiken Kultur prägte die nachfolgende Theologie. Seine Zitatesammlung Philokalia erweist ihn als Verehrer von Origenes. Er veröffentlichte zahlreiche Werke, darunter drei gegen Eunomius, den Führer des Arianismus, gerichtete Bücher. Seine dogmatische Abhandlung De Spiritu SanctoÜber den Heiligen Geist, bereitete die Lehre des 1. Konzils von Konstantinopel vor. Die Moralia sind eine Sammlung asketischer Sittenregeln. Aus seiner Feder stammt auch die als Liturgie des heiligen Basilius bekannte Messordnung, die in ihren Grundzügen noch heute in orthodoxen Gottesdiensten Verwendung findet. Für Kultur- und Sittengeschichte lehrreich sind die 23 Reden, Predigten sowie Lobreden auf Märtyrer. In der früheren Panaghia-Kirche – heute eine Moschee – in Talaş bei Kayseri wurden Schriften von Basilius verwahrt.

Basilius gilt in der West- wie der Ostkirche als Kirchenvater, 1568 wurde er von der katholischen Kirche zum Kirchenlehrer ernannt. In der griechisch-orthodoxen Kirche ist Basilius einer der populärsten Heiligen.

Worte des Heiligen

Der (nachträglich) Benedikt von Nursia zugeschriebene Grundsatz ora et labora geht im Kern schon auf Basilius zurück, der gegenüber dem antiken Denken die körperliche Arbeit stark aufwertete. So antwortet er auf die Frage, ob unter dem Vorwand des persönlichen und gemeinschaftlichen Gebets die Arbeit vernachlässigt werden darf:

Der Apostel [Paulus] befiehlt uns zu arbeiten und mit den eigenen Händen Gutes zu schaffen, um den Bedürftigen geben zu können. Daraus geht klar hervor, dass man fleißig arbeiten muss. Wir dürfen nicht glauben, dass der Vorrang der Frömmigkeit ein Vorwand für Faulheit oder Arbeitsscheu ist, vielmehr bietet sie gerade die Gelegenheit zum Kampf, zu größter Anstrengung und zu Geduld in der Bedrängnis.

Hl. Basilius, bitte für uns!

Hier die Auslegungen des 2. Januar: https://magstrauss.com/2021/01/02/2-januar-in-der-weihnachtszeit/

Ihre Magstrauss

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