5. Januar: Johannes Nepomuk Neumann

Beim heutigen Heiligen besteht Verwechslungsgefahr, da es nicht um den Hl. Johannes Nepomuk geht, dem Beschützer des Beichtgeheimnisses, sondern um einen Heiligen, der auf „Johannes Nepomuk“ getauft ist und deshalb mit dem Nachnamen weiter spezifiziert wird. Im deutschsprachigen Raum ist heute nichtgebotener Gedenktag, in den USA und im Redemptoristenorden jedoch ein gebotener Gedenktag.

Johannes Neumann wurde am 28. März 1811 in Prachatice, Böhmen heutige Tschechische Republik geboren und starb am 5. Januar 1860 in Philadelphia, Pennsylvania, USA. Er wurde von Paul VI selig- und heiliggesprochen. Johannes war Bischof von Philadelphia und ein führender Vertreter des römisch-katholischen Pfarrschulwesens in den Vereinigten Staaten. Nach seinem Studium an der Universität Prag führte Neumanns Interesse an der Missionsarbeit in den Vereinigten Staaten ihn nach New York, wo er 1836 die Priesterweihe empfing. 1840 trat er den Redemptoristen bei, einer Ordensgemeinschaft, die sich der Pfarr- und Auslandsmission widmete, und wurde später Oberer aller Redemptoristen in den Vereinigten Staaten. Im Jahr 1852 ernannte ihn Papst Pius IX. zum Bischof von Philadelphia. Neumann verbrachte den Rest seines Lebens mit dem Bau von Kirchen, Schulen und Heimen für seine Diözese. Er widmete sich der Bildung und war der erste Geistliche, der in den Vereinigten Staaten ein diözesanes Schulsystem einrichtete. Neumann wurde 1977 als erster männlicher Heiliger der Vereinigten Staaten heiliggesprochen.

Wir sehen einige Analogien zu Elizabeth Ann Seton, die als Frau das katholische Schulwesen mitprägte. Dass sie beide an aufeinanderliegenden Tagen sterben würden und dementsprechend hintereinander Gedenktage besitzen, ist ein wunderbarer Erweis der Vorsehung Gottes.

Es heißt in einer Quelle über die Arbeit des Heiligen: „Die 4000 deutschen Katholiken in Baltimore waren so lau in ihrem Glauben geworden, dass an Sonn- und Feiertagen kaum die Hälfte der kleinen Kirche voll war; die meisten hatten das Kirchgehen und den Empfang der hl. Sakrament ganz aufgegeben. Seit den letzten zwei oder drei Jahren hat sich indes alles gebessert. Die Kirche wurde bald zu klein und die an ihre Stelle gebaute schöne St.-Alphonsus-Kirche wird ungeachtet ihrer bedeutenden Größe kaum im Stande sein, die ganze Volksmenge zu fassen. Wöchentlich empfangen 100 bis 200 Personen die hl. Kommunion. Überhaupt ist diese Gemeinde jetzt so einig und fromm, dass der hochwürdigste Herr Erzbischof schon mehrmals äußerte, dass er in keiner Kirche eine solche Andacht und Erbauung finde. Dieselben tröstlichen Fortschritte im Dienste Gottes finden sich auch in den anderen uns anvertrauten Gemeinden. So kostspielig und lebensgefährlich das beständige Herumreisen in Amerika ist, so gewähren diese Missionen auf dem Lande doch oft noch mehr Trost als die in den Städten. Die Mission bei den deutschen Katholiken in Cumberland ist von Gott besonders gesegnet. So oft ein Priester hinaufkommt, empfangen fast alle (150 – 200) die hl. Sakramente. Unter diesen sind viele Familien, die zehn bis 25 Stunden weit zu Fuß kommen, um wieder einen deutschen Priester zu sehen, zu hören, ihre Kinder von ihm taufen und unterrichten zu lassen und selbst auch die hl. Sakramente zu empfangen.“

Über die Biographie des Heiligen ist vielleicht nicht so viel bekannt, aber wir haben einige Worte überliefert, die ich gerne mit Ihnen teile:

Brief Neumanns in seine Heimat:
Obwohl ich in äußerster Not zu leben habe, so glaube ich doch, dass mein Missionsgebiet noch eine Möglichkeit fände, in derselben Art zwei bis drei Priester erhalten zu können, weil ja gerade nur arme Priester hier unter den Deutschen günstig wirken können und weil man hier nicht an einen Ort festen Aufenthaltes denken kann und der Missionar gezwungen ist, immer unterwegs zu sein. Deshalb lassen sich die guten Priester schwerlich in den Städten nieder, wo sie keine guten Katholiken finden. Diese wählen ja, wenn sie braves Volk sind, vielmehr ein Waldgebiet, hier bauen sie sich mitten drin eine kleine Festung aus Holzstämmen, wozu sie nur zwei bis drei Tage brauchen. Dann beginnen sie sofort mit dem Niederbrennen und Roden der Bäume und mit der Bestellung von Kartoffelfeldern. In sechs bis sieben Jahren sind sie soweit, selbst Haferfelder zu haben. Alle Deutschen halten sich in einer Entfernung von zehn bis zwölf Meilen von der Kirche auf, oft noch zwei bis vier Meilen untereinander getrennt und alle mitten in den Wäldern. Man begreift deshalb, dass bei dieser Lage das Herz des Missionars kein anderes Vergnügen und Interesse haben darf und für das Heil seiner Schäflein schon alles geopfert haben muss.

Weitere Zitate von Johannes Nepomuk Neumann:

Rede mein Gott, sag mir, was Du von mir forderst. Ich bin bereit! Ich will Dir in allem gehorchen.

Ich will mein Brevier täglich kniend und andächtig beten, … die Vorbereitung zur hl. Messe sowie die Danksagung genau verrichten, nachmittags allzeit das allerheiligste Sakrament besuchen, nie essen als zu Mittag und am Abend, mich besser auf die Predigt vorbereiten, nie ohne Not und ohne fromme Absicht sprechen, nie die Geduld verlieren und über meine Sinne wachen. – O Gott, hilf mir durch die Fürbitte Mariens und aller Heiligen. Amen.

Dass uns Gott in allen Gefahren beschützt und unsere Arbeiten gesegnet hat, haben wir wohl meistens Ihrem Gebete und dem aller Freunde der Mission zu verdanken. Die Welt wird mehr durch das eifrige, anhaltende Gebet bekehrt, als durch alle anderen Mühen.

Hier die Auslegung der Tageslesungen: https://magstrauss.com/2022/01/05/5-januar/

Ihre Magstrauss

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