7. Januar: Hl. Valentin von Rätien

Heute gibt es wieder so einige Heilige. Wir befassen uns mit dem Glaubensboten in Rätien und Bischof von Passau, Valentin von Rätien. Sein Geburtsjahr ist unbekannt, aber er starb 475 in Mais, dem heutigen Meran, Italien. Es ist überliefert, dass der Heilige um 430 nach Passau kam und den Bau der ersten Kirche veranlasste. Doch anscheinend war er nicht gern gesehen, weil er von den Bewohnern vertrieben worden sein soll. Er wirkte als Wanderbischof in Rätien, bevor er im heutigen Meran starb und auf der Zenoburg bestattet wurde. Die Einzelheiten rund um seine Vertreibung sind unbekannt. Wie sehr muss sich der hl. Valentin mit der heiligen Familie identifiziert haben, die schon vor der Geburt Christi keine Herberge bekam und bald danach nach Ägypten fliehen musste. Das Wort des Herrn: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Einer anderen Quelle zufolge passt vor allem das Wort Jesu zu ihm: Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weg und schüttelt den Staub von euren Füßen. In Passau wollte man ihn nicht hören. So zog er sich nach Tirol zurück. Dort wurde er mit offenen Armen empfangen. Er vollbrachte viel Gutes im Dienst für den Herrn. Im Jahr 764 überführte Herzog Tassilo III. seine sterblichen Überreste in den Stephansdom zu Passau. So ruht er noch immer unter den Menschen, die ihn zunächst nicht in ihrer Mitte haben wollten. Valentin ist der Patron gegen Epilepsie, Krämpfe, Gicht und Viehseuchen; des Bistums Passau.

Für den Heiligen sind eigene Lesungen vorgesehen. Betrachten wir das für ihn vorgesehene Evangelium:

Mt 28
16 Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.

17 Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder, einige aber hatten Zweifel.
18 Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
19 Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Der Kreis der Apostel (ohne Judas Iskariot, dieser ist tot) gehen auf einen von Christus vorgegebenen Berg in Galiäa. Jesus erscheint daraufhin, aber einige zweifeln, dass er es ist. Jesus geht auf sie zu und sagt: „Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.“ Er erklärt, was bei seiner Verherrlichung geschehen wird. Die universale Bevollmächtigung wird durch das Bild der Inthronisation ausgedrückt. Weil Christus die Vollmacht bekommt, trägt er den Aposteln auf: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern.“ Das ist ein expliziter Aufruf zur Mission. Wir sollen die Menschen aber nicht unter Druck oder mit gewalttätigen Mitteln zu Jüngern machen. Die Menschheit soll aus freien Stücken, Überzeugung und Liebe ja sagen zu Christus. Und wenn diese zum Glauben kommen, sagt Jesus „tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Die Taufe ist das Zeichen des zum Glauben gekommenen Menschen. Wenn wir getauft werden, drückt uns Gott ein unauslöschbares Siegel in die Seele ein. Dadurch werden wir zu seinem Eigentum, zu Kindern der Familie Gottes und dies wiederum bedeutet, dass wir zu Erben werden.
Jesus möchte, dass seine Apostel den Menschen alles lehren, was er gesagt und getan hat, sie sollen also evangelisieren. Schließlich versichert Jesus ihnen: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“ Es schließt sich ein Kreis, der am brennenden Dornbusch begann mit der Offenbarung Gottes als „ich bin“. Es ragte hinein in die Verkündigung des Erzengels Gabriels vor der Jungfrau Maria, den Immanuel zu empfangen („Gott mit uns“). Und nun spricht der scheidende Jesus diese Worte noch einmal „ich bin bei euch“. Und dies bezieht sich nicht mehr auf sein irdisches Wirken – er ist ja im Begriff, seine Apostel zu verlassen -, sondern auf sein Wirken von der Ewigkeit her. Nur so kann er in der Eucharistie real gegenwärtig sein und nur so können wir ihn in uns aufnehmen. Das ist so eine neue Dimension von Nähe, die bisher keinem Menschen außer Maria zuteil werden durfte (denn Gott selbst weilte unter ihrem Herzen ganze neun Monate lang!). In der Eucharistie kommt Christus in unser Herz – wenn das seine Abschiedsworte nicht erfüllt, was dann! Wenn es dann heißt „bis zum Ende der Welt“, verstehen wir das nicht so, dass er ausschließlich die Phase der Kirche meint und er ab dem Ende der Zeiten nicht mehr bei uns ist. Wenn wir in die Ewigkeit des Himmels eingehen, dürfen wir ihn nämlich unverhüllt und ewig schauen. Wir werden dann gemeinsam mit ihm Gemeinschaft haben bei der Hochzeit des Lammes. Dann werden wir Gott sehen, wie er ist, und niemals mehr von ihm getrennt sein. Mit diesen wunderbaren Aussichten motiviert können wir Menschen eigentlich gar nicht die Hoffnung verlieren und werden alles unternehmen, um in dieses Himmelreich eingehen zu dürfen.
Der hl. Valentin ist alleingelassen worden, weil die Menschen ihn nicht hören wollten. Und doch hat er nicht kapituliert, sondern ging vielmehr dorthin, wo die Menschen ihn anhören wollten. Er ist wirklich um die Welt gezogen, um Christus zu den Menschen zu bringen. Er hat nicht unter Zwang evangelisiert, sondern ein Angebot gemacht. Er hat aus der geistlichen Tiefe heraus die Welt Gott ein Stück weit nähergebracht. Weil Christus bei ihm war und auch jetzt nach seinem Tod auf ewig bei ihm ist, hat er weitergemacht. Möge es auch uns in schwierigen Situationen ein Ansporn sein, wenn wir uns alleingelassen fühlen! Wir sind nie allein, weil der Gott, der in sich Gemeinschaft ist, ja die Liebe ist, mit uns Gemeinschaft haben möchte jederzeit.

Hl. Valentin, bitte für uns!

Hier die Auslegung des 7. Januar: https://magstrauss.com/2022/01/07/7-januar/

Ihre Magstrauss

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