Aus Grün Rot machen.

Heute ist bekannt geworden, dass weitere Mitarbeiter des Instituts Johannes Paul II entlassen worden sind. Es handelt sich um weitere Personen, die das Erbe von Humanae Vitae und das Erbe Johannes Pauls weitergeführt haben. Offensichtlich sind da Mächte am Werk, die jegliche Verbindung zu diesen Großen unserer Zeit auszulöschen versuchen.

Besonders besorgniserregend ist die noch nicht bestätigte Information, dass der Moraltheologe Maurizio Chiodi eingestellt werden soll, der u.a. eine „Neuinterpretation“ von Humanae Vitae vornimmt. Man müsste eigentlich sagen, er liest Aussagen hinein, die dort nicht stehen. Er macht aus Grün Rot. Er wendet die Aussagen der Enzyklika so, dass das Gegenteil dabei herauskommt: Ein wichtiges Hauptanliegen Pauls VI war die Ablehnung künstlicher Verhütungsmittel bei jedem einzelnen Akt. Er erklärt eindrücklich, dass ein guter (oder gutgemeinter) Zweck die Mittel nicht heiligt und somit um der verantworteten Elternschaft willen keine künstliche Verhütung legitimiert werden kann, auch nicht zeitweise. Stattdessen befürwortet er die Natürliche Empfängnisregelung, die auf verschiedenen Ebenen förderlich für die Beziehung von Mann und Frau ist und bei richtiger Anwendung mindestens genauso sicher ist wie die Pille (nur ohne Nebenwirkungen!).
Mir ist absolut unklar, wie man die ausführlichen Argumentationsstränge so verdrehen und dann behaupten kann, Paul VI habe die künstliche Verhütung nicht nur befürwortet, sondern auch noch als Gebot der Verantwortung bezeichnet. Und die Höhe ist, zu behaupten, das sei keine Verdrehung der Aussagen, sondern eine „Neuinterpretation“.

Angesichts des neuen moralischen Kurses, der zurzeit eingeschlagen wird, möchte ich hier Paul VI zitieren und ganz klar verdeutlichen: Künstliche Verhütung ist unter keinen Umständen moralisch vertretbar für einen katholischen Menschen.

14. Gemäß diesen fundamentalen Grundsätzen menschlicher und christlicher Eheauffassung müssen Wir noch einmal öffentlich erklären: Der direkte Abbruch einer begonnenen Zeugung, vor allem die direkte Abtreibung – auch wenn zu Heilzwecken vorgenommen -, sind kein rechtmäßiger Weg, die Zahl der Kinder zu beschränken, und daher absolut zu verwerfen (14). Gleicherweise muß, wie das kirchliche Lehramt des öfteren dargetan hat, die direkte, dauernde oder zeitlich begrenzte Sterilisierung des Mannes oder der Frau verurteilt werden (15). Ebenso ist jede Handlung verwerflich, die entweder in Voraussicht oder während des Vollzugs des ehelichen Aktes oder im Anschluß an ihn beim Ablauf seiner natürlichen Auswirkungen darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern, sei es als Ziel, sei es als Mittel zum Ziel (16). Man darf, um diese absichtlich unfruchtbar gemachten ehelichen Akte zu rechtfertigen, nicht als Argument geltend machen, man müsse das Übel wählen, das als das weniger schwere erscheine; auch nicht, daß solche Akte eine gewisse Einheit darstellen mit früheren oder nachfolgenden fruchtbaren Akten und deshalb an ihrer einen und gleichen Gutheit teilhaben. Wenn es auch zuweilen erlaubt ist, das kleinere sittliche Übel zu dulden, um ein größeres zu verhindern oder um etwas sittlich Höherwertiges zu fördern (17), so ist es dennoch niemals erlaubt – auch aus noch so ernsten Gründen nicht -, Böses zu tun um eines guten Zweckes willen (18): das heißt etwas zu wollen, was seiner Natur nach die sittliche Ordnung verletzt und deshalb als des Menschen unwürdig gelten muß; das gilt auch, wenn dies mit der Absicht geschieht, das Wohl des einzelnen, der Familie oder der menschlichen Gesellschaft zu schützen oder zu fördern. Völlig irrig ist deshalb die Meinung, ein absichtlich unfruchtbar gemachter und damit in sich unsittlicher ehelicher Akt könne durch die fruchtbaren ehelichen Akte des gesamtehelichen Lebens seine Rechtfertigung erhalten.

Diese Worte sind eindeutig und wer aus Grün Rot machen will, entfernt sich von Gott. Ganz einfach.

Der Abschied von der katholischen Morallehre.

Liebe Freunde,

lange ist es her seit meinem letzten Blogeintrag.

Es hat sich einiges getan im Vatikan. Schon vor zwei Jahren begann eine regelrechte Meuterei im Institut Johannes Paul II für Ehe und Familie. Nach außen hin wurde diese jedoch als „Neugründung“ bezeichnet und wir stellten uns bereits auf das ein, was jüngst dann eintrat: Neue Statuten wurden verfasst und überraschend schnell vom Vatikan approbiert. Den Säulen des Instituts, also gestandenen Persönlichkeiten wie Melina und Noriega, die Johannes Paul II selbst eingesetzt hatte, wurde gekündigt. Kath.net schreibt über den Mailänder Fundamentaltheologen Sequeri, der 2016 durch Papst Franziskus zum Präsidenten ernannt worden ist: „Der jetzige Ansatz hingegen will nach den Worten Sequeris in Avvenire ‚umfassenderen Dialog und Auseinandersetzung mit allen Denkschulen der katholischen Kirche‘. Er geht stärker von den Humanwissenschaften aus, um mehr auf die verschiedenen Lebenswirklichkeiten einzugehen.“

Diejenigen, die das instrumentum laboris zur Amazoniensynode gelesen haben, werden eine Analogie feststellen. In beiden Fällen geht es um eine häretische Vorgehensweise: Nicht mehr die Gebote Gottes sind Grundlage für Theologie und Pastoral, sondern die „Lebenswirklichkeiten“ (was auch immer damit gemeint sein soll) und menschliche Errungenschaften. Im Amazonaspapier werden vorzugsweise politische und ökologische Betrachtungen vorgenommen, in diesem Fall geht es um die Erkenntnisse der Humanwissenschaften.

Durch solche Aussagen wird einem vermittelt, dass die Kirche bisher in moralischen Fragen, in Fragen der Pastoral und welchen Bereichen auch immer den wissenschaftlichen Fortschritt ignoriert hätte. Das ist natürlich nicht wahr. Sie sieht die Wissenschaften jedoch nicht als höchstes Ideal an, sondern als bestätigende Instanz – die Wissenschaft bestätigt z.B. die Aussagen der Bibel durch die historischen Wissenschaften oder sie bestätigt, dass Gottes Gebote sich gesundheitsfördernd auf die Seele, die Psyche und den Körper auswirken.

Aber um all das geht es den Fadenziehern im Vatikan nicht. Sie wollen eine Zäsur, eine Abkehr von Gottes Geboten. Und das schlimme ist – sie nehmen Abschied von der wunderbaren Theologie des Leibes. Johannes Paul II ist einer der größten Heiligen unserer Zeit. Was er in seinen Mittwochsaudienzen damals erklärt hat, waren große Schätze, von denen wir bis heute profitieren. All das – v.a. die Schönheit und Heiligkeit der menschlichen Sexualität, all das wird in der Irrelevanz verschwinden. Letztendlich geht es hier um die Zerstörung der Familie, in der Amazoniensynode um die Abschaffung des katholischen Priestertums. Das sind ganz bewusst vorgenommene Schritte einer umfassenden Agenda. Das ist so offensichtlich, dass man sich nicht mehr wundern kann.

Was ist das denn für ein Schatz, der in Vergessenheit zu geraten droht?

In nächster Zeit werden auf Youtube Videos dazu kommen. Wir Laien sind nun gefragt, diesen Schatz weiter zu verkünden, damit er eben nicht in Vergessenheit gerät. Setzen wir gemeinsam Gegenakzente. Und vor allem – beten wir für die Braut Christi, die Jesus selbst gestiftet hat. Was auch geschieht: Die Mächte der Finsternis werden sie nicht überwältigen.