Zweiter Sonntag nach Weihnachten (A)

Sir 24,1-2.8-12 oder 1-4.12-16; Ps 147,12-15.19-20; Eph 1,3-6.15-18; Joh 1,1-18

Sir 24
1 Der Weisheit Lobpreis Die Weisheit lobt sich selbst und inmitten ihres Volkes rühmt sie sich. 
2 In der Versammlung des Höchsten öffnet sie ihren Mund und in Gegenwart seiner Macht rühmt sie sich: 
3 Ich ging aus dem Mund des Höchsten hervor und wie Nebel umhüllte ich die Erde. 
4 Ich schlug in den Höhen mein Zelt auf und mein Thron stand auf einer Wolkensäule. 8 Da gebot mir der Schöpfer des Alls, der mich schuf, ließ mein Zelt einen Ruheplatz finden. Er sagte: In Jakob schlag dein Zelt auf und in Israel sei dein Erbteil!
9 Vor der Ewigkeit, von Anfang an, hat er mich erschaffen und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht. 
10 Im heiligen Zelt diente ich vor ihm, so wurde ich auf dem Zion fest eingesetzt. 
11 In der Stadt, die er ebenso geliebt hat, ließ er mich Ruhe finden, in Jerusalem ist mein Machtbereich, 
12 ich schlug Wurzeln in einem ruhmreichen Volk, im Anteil des Herrn, seines Erbteils. 
13 Wie eine Zeder auf dem Libanon wuchs ich empor und wie eine Zypresse auf dem Hermongebirge, 
14 wie eine Palme in En-Gedi wuchs ich empor und wie Rosensträucher in Jericho, wie ein stattlicher Olivenbaum in einer Ebene, ich wuchs empor wie eine Platane. 
15 Wie Zimtstrauch und duftender Stechdorn, wie erlesene Myrrhe verströmte ich Wohlgeruch; wie Galbanum, Onyx und Stakte und wie Weihrauchduft im Zelt. 
16 Ich breitete wie eine Terebinthe meine Zweige aus und meine Zweige sind Zweige von Herrlichkeit und Anmut.

In der heutigen alttestamentlichen Lesung wird die Weisheit Gottes gepriesen.
Wenn es heißt, die Weisheit rühme sich selbst, ist damit nicht das Selbstlob als Prahlerei gemeint, sondern dass ihr Ruhm durch sich selbst offenbar wird. Sehen wir über die wörtliche Bedeutung hinaus, wird es uns besser aufgehen:
Es gehen zwei Linien von der Weisheitsrede hier aus. Einerseits erahnen wir schon Aspekte, die auf das Wort Gottes, auf Jesus hindeuten („Ich ging aus dem Mund des Höchsten hervor“). Andererseits sehen wir auch Aspekte, die auf den Archetypen des Volkes Israel zu beziehen sind und wir wissen, dass die jüdische Tradition die Weisheit weiblich gedacht hat („inmitten ihres Volkes rühmt sie sich“). Wir denken an Maria, in der all diese jüdischen Traditionsstränge zusammenlaufen und die mit dem Magnificat die prominenteste „Selbstrühmung“ formuliert. Lesen wir von diesen beiden Linien her die Lesung weiter:
Vers 4 wirkt wie eine Selbstaussage des präexistenten Wortes Gottes, also Jesu, der noch nicht Mensch geworden war. „In den Höhen“ und „Wolkensäule“ sind Indikatoren für seine Existenz in der Ewigkeit.
Dann sieht die Leseordnung einen Sprung in den Vers 8 vor, der nun weniger nach Jesus klingt, als vielmehr nach einem Menschen. Hier geht es um eine geschaffene Person („der mich geschaffen hat“, griechisch ὁ κτίσας με, Jesus Sirach ist auf Griechisch verfasst, nicht auf Hebräisch). Die Person erhält einen Erbteil in Israel, ist also selbst israelitisch.
Vers 9 ist wiederum eher auf das göttliche Wort zu beziehen, da es von Anfang an und bis in Ewigkeit besteht. Da ist allerdings zu fragen, warum das Verb für „schaffen“ verwendet wird. Das klingt sehr nach Jesus, dem präexistenten Wort Gottes, das von Anfang an war und nicht sterben wird bis in Ewigkeit.
Vers 10 liegt wieder auf der Linie der geschaffenen Weisheit: Die Person dient im heiligen Zelt, also im Tempel Gottes in Jerusalem. Deshalb ist auch die Rede von der Einsetzung auf dem Zion. Jerusalem gehört zum Stamm Juda, der Tempel(dienst) wiederum zu den Leviten. Gerade Vers 11 deutet auf Juda hin, dessen „Machtbereich“ Jerusalem war. Die Kombination der Stämme Juda und Levi führen uns wiederum zu einer konkreten Person, die beides in sich vereint – Maria. Über ihren Vater ist sie judäisch, über die Mutter kommt levitischer Einfluss hinein.
Die beiden Linien verbinden sich in der Formulierung des „Wurzelnschlagens“ in einem „ruhmreichen Volk“. Einerseits ist das Wort Gottes im Volk verankert durch die Torah, die Mose vermittelt hat. Andererseits ist es auf eine konkrete menschliche Person zu beziehen, die Wurzeln im Volk schlägt – vielleicht eine Familie, dessen Linie weitergetragen wird bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Diese Interpretation ergibt sehr viel Sinn, wenn man die folgenden Verse betrachtet, die allesamt das Baummotiv aufgreifen. Ein Baum mit Wurzeln, der wächst und immer mehr Zweige von ihm ausgehen, ist ein Sinnbild für eine Genealogie, für einen Stamm-„Baum“. Dieser wird von Generation zu Generation weitergeführt bis zu Maria und Jesus – die beide die Weisheit verkörpern, von der heute die Rede ist!

Ps 147
12 Jerusalem, rühme den HERRN! Lobe deinen Gott, Zion! 

13 Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht, die Kinder in deiner Mitte gesegnet. 
14 Er verschafft deinen Grenzen Frieden, er sättigt dich mit bestem Weizen. 
15 Er sendet seinen Spruch zur Erde, in Eile läuft sein Wort dahin.
19 Er verkündet Jakob sein Wort, Israel seine Gesetze und seine Entscheide. 
20 An keinem anderen Volk hat er so gehandelt, sie kennen sein Recht nicht. Halleluja!

Heute beten wir einen Lobpreispsalm, der wirklich tröstlich ist. Jerusalem wird zum Lobpreis Gottes aufgefordert aufgrund der Gnade, die Gott ihm erwiesen hat („er hat die Riegel deiner Tore festgemacht“, „er verschafft deinen Grenzen Frieden“, „er sättigt dich mit bestem Weizen“). Zugleich ist nicht nur die Stadt selbst gemeint, sondern ganz Israel damit eingeschlossen. Dies sehen wir spätestens an dem Vers 19, wo Jakob bzw. Israel thematisiert werden und auch im darauffolgenden Vers der Vergleichswert eines anderen Volkes genannt wird.
Gott hat somit nicht nur die Kinder der Jerusalemer gesegnet, sondern alle Kinder. Er verschafft den Grenzen des ganzen Landes Frieden, sättigt das ganze auserwählte Volk.
Wir lesen diese Worte noch weiter bis zu Jesus und dem neuen Volk, das dieser im neuen Bund erwählt hat – uns, die Kirche, die Gemeinschaft der Gläubigen. Auch unsere Grenzen sichert er (wenn wir ihn lassen und nicht für alles und jeden offen sind, bis wir nicht mehr ganz dicht sind…). Auch uns sättigt er mit dem besten Weizen – mit der Eucharistie. Er segnet unsere Kinder, indem er sie zu Kindern seines Reiches macht in der Taufe. Er verschafft uns einen umfassenden inneren Frieden, den die Welt nicht geben kann, den wahren Schalom, den der auferstandene Christus seinen Aposteln verheißen hat.
Wenn die Rede davon ist, dass Gott „seinen Spruch zur Erde“ sendet, meint es zunächst die Offenbarung Gottes an einzelne Propheten. Es meint aber auch weitergedacht Jesus selbst, das fleischgewordene Wort Gottes, das Gesprochene Gottes. In dieser Leserichtung ist Vers 15 höchst messianisch! In Eile läuft das Wort Richtung Erde, bald, sehr bald kommt der Messias! Wir dürfen diese Aussage neben dem ersten Kommen des Wortes Gottes auch auf das zweite Kommen beziehen, das kurz bevor steht!
In dieser Linie können wir auch Vers 19 verstehen: Das Wort, das Gott Jakob verkündet, ist nicht nur die Torah (, was hier wörtlich gemeint ist), die Gesetze und Entscheide, sondern eben auch das Wort Gottes, das fleischgeworden ist, Jesus Christus! Und da dürfen wir „Jakob“ nicht überlesen. Zuerst wird Jesus, der Messias den Juden verkündet! An sie ist die Verkündigung zuerst gerichtet. Sie waren es, zu denen Jesus als erstes gekommen ist, bevor er zu den Heiden ging. Sie sind das auserwählte Volk Gottes, zu dem das Wort Gottes gesandt worden ist und zu denen das Wort Gottes selbst gehört! Jesus hat ihre DNA!
Dies ist so ein Privileg, wie man es nie zuvor und nie danach sehen wird. Gott hat die DNA der Juden angenommen, denen die Biologie ja so wichtig ist. Als Jude wird man geboren. Gott hat sein Wort Fleisch werden lassen, damit es sein Zelt aufschlage unter den Juden. Dieses Privileg hat kein anderes Volk gesehen. Das müssen wir erstmal so für sich stehen lassen und wir dürfen das nie vergessen.

Eph 1
3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. 
4 Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Grundlegung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor ihm. 
5 Er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und zu ihm zu gelangen nach seinem gnädigen Willen, 
6 zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn.
15-16 Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört. 
17 Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. 
18 Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt.

Auch die neutestamentliche Lesung aus dem Epheserbrief stellt einen Lobpreis dar, in dem die Heilstaten Gottes gepriesen werden. Paulus drückt es so aus, dass wir „mit allem Segen seines Geistes gesegnet“ sind. Paulus spielt hier mit einem Wort, das mehrere Bedeutungen hat: εὐλογία und das Verb εὐλογέω. Es heißt sowohl „Segen/segnen“ als auch „Lobpreis/preisen“. Deshalb verwendet er das eine Wort sowohl für „Gepriesen sei der Gott…“ als auch für „mit allem Segen seines Geistes gesegnet“. Im Griechischen wird also sprachlich das deutlich, was inhaltlich mit dem Lobpreis gemeint ist: Wir sollen Gott das zurückgeben, was er uns Gutes getan hat.
Paulus erklärt dann die Erwählung aller Menschen im heilsgeschichtlichen Plan Gottes von Anfang an („vor der Grundlegung der Welt“). Bevor Gott also die Erde geschaffen hat, wusste er schon, dass er durch seinen einzigen Sohn die Welt erlösen würde und uns zur Gemeinschaft mit ihm berufen würde. Was Paulus hier an die Epheser schreibt, vorwiegend Heidenchristen, ergänzt die Aussagen des Psalms. Es gibt eine Erwählung des Volkes Israel (der Alte Bund) und es gibt darüber hinaus (nicht stattdessen!) die Erwählung der ganzen Welt (der Neue Bund), also auch der Heiden.
Paulus betet und freut sich über den Glauben der Epheser, die diese Berufung wirklich auch leben. Er wünscht den Ephesern den Geist der Weisheit und der Offenbarung. Damit schließt sich der Kreis, der mit dem Buch Jesus Sirach heute gezeichnet worden ist. Die Weisheit macht den Anfang. Der Hl. Geist ist es, der uns den Heilsplan Gottes eröffnet und das ewige Heil verdeutlicht, das uns in Aussicht gestellt wird. Das ist wichtig. Gerade die Epheser werden mit der Zeit nämlich „die erste Liebe“ verlassen und nur noch aus Pflicht und Verantwortung handeln. Das lesen wir einige Jahrzehnte später dann in der Offenbarung des Johannes. Die Epheser werden an Begeisterung abnehmen und die anfängliche Euphorie verlieren. Dann wird Jesus über den Visionär Johannes den Ephesern vermitteln „Kehr zurück zu deinen ersten Taten!“ Die Wortes des Paulus sind hier also sehr prophetisch zu verstehen, wenn er an die Hoffnung auf das ewige Heil erinnert und den Hl. Geist dafür auf die Gemeinde herabruft.
Dies ist aktuell wie nie. Auch heute sehen wir ermüdete Gemeinden, die gezeichnet sind von den Missständen in der Kirche. Die, die noch nicht resigniert sind, halten sich mit Mühe über Wasser und vergessen manchmal, wofür sie sich überhaupt so abmühen. Dann brauchen auch sie den Hl. Geist, der sie daran erinnert, zu welcher Hoffnung sie berufen sind. Dann ist es auch an ihnen, zu den ersten Taten zurückzukehren. Wir sind schon vor der Zeit zur Liebesgemeinschaft mit Gott berufen. Dafür hat er seine Weisheit auf die Erde gesandt, wie wir in Jesus Sirach gelesen haben. Er hat es so mühevoll über mehrere Generationen hinweg vorbereitet. Alles nur für uns! Für jeden Einzelnen! Das Erbe, das uns bevorsteht, ist so wunderbar und herrlich, das die jetzigen Mühen nichts dagegen sind. Wenn wir das Erbe antreten dürfen, wird das jetzige Leid und die Enttäuschung in den Gemeinden ganz vergessen sein. Wir dürfen nur kurz vor Schluss nicht alles hinwerfen.

Joh 1
1 Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.
2 Dieses war im Anfang bei Gott. 
3 Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. 
4 In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. 
5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. 
6 Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. 
7 Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. 
8 Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. 
9 Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. 
10 Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. 
11 Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. 
12 Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, 
13 die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
14 Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. 
15 Johannes legt Zeugnis für ihn ab und ruft: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. 
16 Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. 
17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. 
18 Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Heute hören wir erneut den Johannes-Prolog. Er erinnert uns daran, dass wir immer noch in der Weihnachtszeit stehen. Der Prolog beinhaltet einen Abriss der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen. In dieser Hinsicht ist er analog und komplementär zum Lobpreis der Weisheit in Jesus Sirach zu lesen. Auch dort geht die Weisheit aus dem Mund Gottes hervor. Beide Bilder gehen Hand in Hand.
Wir hören von der „Vorgeschichte“ des menschgewordenen Wortes Gottes, nämlich seine Präexistenz bei Gott.
Nicht umsonst beginnt das Evangelium auf dieselbe Weise wie der Schöpfungsbericht in Genesis. Jesus, das ewige Wort des Vaters, war „im Anfang“, das heißt in Gott, der der Anfang ist.
Es wird auch gesagt, dass Jesus als Schöpfungsmittler an der Schöpfung mitgewirkt hat („alles ist durch das Wort geworden“).
Wenn über das Wort ausgesagt wird, dass in ihm Leben ist, dann bestätigt sich, dass Jesus Gott ist. Dieser ist nämlich ein Gott des Lebens. Als dieser ist er den Menschen Licht, nämlich Hoffnung.
Auf dieses Hoffnung spendende Licht bezieht sich auch Jesaja, wenn er prophezeit: „Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht.“ Gottes wunderbare Vorsehung hat Jesus zu einer ganz bestimmten Zeit Mensch werden lassen, in der die Menschen in besonders großer Dunkelheit waren. Über diese Vorsehung, die nichts als das Heil für alle Menschen vorsieht, thematisiert Paulus auch im Epheserbrief. Es ist eine Vorsehung, die noch vor Erschaffung der Welt feststand. Jesus, das Licht schien den Menschen sein Leben hindurch, doch sie nahmen ihn nicht an. Jesus ist gekreuzigt worden. Das ist überhaupt erst der Grund, weshalb er Mensch geworden ist. Und doch konnte die Finsternis das Licht nicht auslöschen. Jesus ist von den Toten auferstanden und hat somit den Tod überwunden!
Wir, die wir Jesu Erlösung angenommen haben und getauft worden sind, sind zu Kindern Gottes geworden, zu Erben in seinem Reich. Diese Taufe ist eine Geburt aus dem Geist, nicht aus dem Fleisch, wie Johannes es hier formuliert.
Und das Wort ist Fleisch geworden – das ist Weihnachten. Es hat unter uns gewohnt – 33 Jahre lang in Gestalt des Menschen und bis heute in Gestalt der eucharistischen Gaben. Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, insbesondere die drei Apostel, die mit ihm auf dem Berg Tabor waren. Seine Herrlichkeit ist auch all denen offenbart worden, die Zeugen seiner Auferstehung geworden sind. Wir alle sehen seine Herrlichkeit in jeder Hl. Messe, in jeder guten Tat und am Ende der Zeiten die Fülle des verherrlichten Menschensohnes.
Johannes der Täufer ist der größte Zeuge seiner Herrlichkeit geworden, sogar noch vor seiner Geburt im Mutterleib Elisabets. Johannes der Evangelist schreibt hier, dass auch wenn Johannes der Täufer irdisch gesehen vor Jesus „war“, also geboren wurde, ist Jesus ihm Voraus. Dieser hat nämlich keinen Anfang, sondern war im Anfang, der Gott ist. Jesus wird seine Präexistenz immer wieder aussagen. Z.B. sagt er einmal: „Ehe Abraham war, bin ich“ (Joh 8,58). Jesus IST, gestern, heute und in Ewigkeit.
Jesus bringt uns Gnade über Gnade. Alles haben wir dem Herrn zu verdanken. Er steht auch höher als Mose, der zwar das Gesetz gebracht hat, Jesus aber dieses mit Leben gefüllt hat, mit Gnade und Wahrheit, die er selbst ist. Er als Gnadenbringer ist auch der Kern der Worte des Paulus heute. Wir sind mit allem Segen gesegnet worden – weil er zu uns gekommen ist!
Jesus ist dabei aus dem Himmel zu uns gekommen. Deshalb ist er auch der einzige Mensch, der Gott je gesehen hat. Gott ist Geist und wir alle werden ihn erst sehen, wie er ist, wenn wir sterben. Der Kern der ganzen Verkündigung Jesu ist, uns den Vater zu zeigen. Dafür wird er an Weihnachten Mensch. Gott liebt uns so sehr und will uns sein „Herz“ zeigen, seinen „Augapfel“, sein ein und alles, seinen Sohn.
Gott sandte seinen eigenen Sohn und unsereins hat ihn nicht überall angenommen. Im Gegenteil. Er ist gekreuzigt worden, obwohl er wirklich unschuldig war.

Bei dem überreichen Segen kann es aber nicht bleiben. Nun sind wir dran, ihm zu antworten durch unser ganzes Leben. Ob wir arbeiten, ruhen, beten oder schlafen – alles, was wir tun, soll ein einziger Lobpreis sein, ein Zurückgeben dessen, was Gott uns Gutes getan hat. Er hat uns befähigt, als freie Kinder uns immer für das Gute zu entscheiden und das Böse zu unterlassen. Er wird uns deshalb auch zur Rechenschaft ziehen, wenn wir eines Tages vor ihm stehen. Leben wir so, dass wir uns vor diesem Moment nicht zu fürchten brauchen!

Ihre Magstrauss

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