5. Sonntag im Jahreskreis

Jes 58,7-10; Ps 112,4-5.6-7.8-9; 1 Kor 2,1-5; Mt 5,13-16

Jes 58
7 Bedeutet es nicht, dem Hungrigen dein Brot zu brechen, obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen? 
8 Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot und deine Heilung wird schnell gedeihen. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des HERRN folgt dir nach. 
9 Wenn du dann rufst, wird der HERR dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich. Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest, 
10 den Hungrigen stärkst und den Gebeugten satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Mittag. 

Der heutige Abschnitt aus dem Buch Jesaja ist dem Kapitel zum Thema „gerechtes Fasten und Halten des Sabbats“ entnommen. Es ist eine paränetische Passage, das heißt sie gibt ein ethisches Verhalten vor, das Gott gefällt. In den Versen zuvor ist ein falsches Fastenverhalten geschildert worden, das trotz Sack und Asche kein entsprechendes inneres Bußverhalten aufweist. Dann werden unmoralische Geschäfte geführt und es kommt Streit auf. Das ist dann aber nicht Sinn der Sache. Wofür dann in Sack und Asche gehen als äußere Zeichen, die eine innere Reinigung unterstützen sollen, wenn gar kein Bemühen um eine innere Veränderung vorliegt? Im heutigen Abschnitt lesen wir die richtige Haltung beim Fasten – ein verändertes Verhalten gegenüber dem Nächsten. So soll ein Selbstverzicht (auf Körperpflege und gute Kleidung, Sack und Asche) ein Plus ermöglichen, das man in barmherzige Taten investieren soll wie die Sättigung der Armen, das Beherbergen Obdachloser, die Kleidung Nackter, den Beistand für die Verwandten. Auf diese Weise wird das eigene Licht „hervorbrechen“, das heißt die eigene innere Gerechtigkeit nach außen strahlen. Dann wird auch Gott seine Gebete erhören, weil sie einem reinen Herzen entsprungen sind. Die eigene Gerechtigkeit „geht voran“ und Gottes Herrlichkeit „folgt nach“. Wörtlich heißt es hier, dass die Gerechtigkeit „gegangen ist“, also in der Vergangenheitsform. Das Vorangehen ist dabei nicht zeitlich zu verstehen, sondern örtlich. Die Gerechtigkeit ist zum Orientierungspunkt geworden, dem man nachgeht. Aus diesem Grund wird auch die Herrlichkeit geerntet (hier nun eine Zukunftsform). Wer sein Handeln an der Gerechtigkeit orientiert, die die Gebote Gottes vorgeben, wird die Herrlichkeit Gottes ernten. Das ist eine Verheißung und ein Versprechen.
Wer dann zu Gott ruft, wird erhört werden, aus der Not gerettet werden und „dann geht im Dunkel dein Licht auf“. Dieses Bild wird Jesus heute im Evangelium wieder aufgreifen.
Was Jesaja hier anspricht und was er an den Israeliten kritisiert, ist auch für uns ganz aktuell: Wir meinen oft, dass Gott unsere Gebete nicht erhört. Erstens können wir das nicht wissen, weil Gott manchmal ganz anders erhört, als wir es erwarten, oder zu einem späteren Zeitpunkt, wenn man die Bitte schon vergessen hat. Zweitens sollten wir uns selbst dann prüfen. Sind wir im Stand der Gnade, sodass der Geist Gottes überhaupt in unserem Leben wirken kann? Lassen wir ihn in unser Leben, der uns erneuern kann? Wir müssen unser Gewissen erfragen, so wie es Jesaja hier erklärt. Halten wir die Gebote Gottes aus Liebe zu ihm? Bitten wir aus reiner Absicht? Wenn dies nicht gegeben ist, kann er uns auch nicht erhören, denn wir haben uns von ihm abgeschnitten wie eine Rebe vom Weinstock. Getrennt von ihm können wir aber nichts tun, auch nicht beten. Natürlich ist Gottes Barmherzigkeit stärker als unsere Sünde, aber wenn wir in der Sünde verharren, kann er nichts tun. Er braucht unseren freien Willen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir für die anderen beten, besonders für die Verstockten. Erst wenn sie ihr Herz öffnen und Reue zulassen, ist der Weg zur Umkehr freigegeben und die Gemeinschaft mit Gott kann wieder hergestellt werden. So wird der Mensch wieder fähig, zu beten, dass Gott ihn erhört. Wenn wir aber nach außen hin Buße vorgaukeln, unser Handeln davon aber nicht zeugt, ist es wie mit den Pharisäern und Sadduzäern, die zur Johannestaufe kommen, aber gar nicht planen, danach ein neues Leben zu führen. Dann ist es wie eine unaufrichtige Entschuldigung, die so dahingesagt wird und die der Empfänger der Entschuldigung nicht glaubt. So kann keine echte Versöhnung stattfinden.

Ps 112
4 Im Finstern erstrahlt er als Licht den Redlichen: Gnädig und barmherzig ist der Gerechte. 
5 Glücklich ein Mann, der gnädig ist und leiht ohne Zinsen, der nach dem Recht das Seine ordnet. 
6 Niemals gerät er ins Wanken; ewig denkt man an den Gerechten. 
7 Er fürchtet sich nicht vor böser Kunde, sein Herz ist fest, auf den HERRN vertraut er. 
8 Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nicht, er wird herabschauen auf seine Bedränger. 
9 Reichlich gibt er den Armen, seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer, seine Macht steht hoch in Ehren. 

Auch der Psalm greift die Lichtmetaphorik im Kontext eines guten moralischen Verhaltens auf. „Im Finstern erstrahlt er als Licht“ bezieht sich auf den Gerechten, der in den Versen 1-3 eingeführt worden ist. Er leuchtet durch seine gnädigen und barmherzigen Taten.
Vers 4 setzt voraus, dass Barmherzigkeit und Gerechtigkeit zusammengehören. Das ist ein Punkt, der oft übersehen wird beim Vergleich zwischen AT und NT. Es zeichnet sich nämlich durch die gesamte Bibel hindurch eine Kontinuität dieser beiden Begriffe ab, die zwei Seiten einer Medaille darstellen.
Der nächste Vers ergänzt einen entscheidenden Aspekt: Barmherzigkeit zu leben macht glücklich. Es wird nicht einfach ein bestimmtes Handeln gefordert, sondern erklärt, dass dies einen glücklich und frei macht. Wenn man beim Verleih barmherzig handelt und keine Zinsen verlangt, wenn man seinen eigenen Besitz „nach dem Recht“ ordnet, kommt erst keine Habgier auf. Man wird also nicht durch die eigene Gier versklavt.
So beugt man auch vor, dass es erst zu der Versuchung zur Habgier kommt.
Wer also ein untadeliges Leben führt, muss auch keine Angst vor übler Nachrede oder bösen Gerüchten haben („böser Kunde“), da er sich nichts hat zuschulden kommen lassen. Er vertraut auf Gott, weil er vor ihm gerecht ist.
Die üble Nachrede fällt auf den Feind zurück, weshalb es hier heißt, dass „er (…) auf seine Bedränger [hinabschauen wird].“
Und auf das gerechte Leben folgt die Macht „hoch in Ehren“. Gott verleiht denen Macht, die gerecht und barmherzig leben, nicht denen, die nach Macht streben.
Diese Worte des Psalms sind wie für die Kirche geschrieben. Durch ihre Gründung durch Christus selbst ist sie eine Stadt, die auf dem Berg liegt, ein Licht auf dem Leuchter. Wenn sie dieses Licht bleiben möchte, muss sie in allem gerecht und barmherzig handeln. So wird Gott ihr Macht verleihen, in erster Linie ein wunderschönes Brautkleid für die Hochzeit des Lammes am Ende der Zeiten. Denn dieses Gewand sind „die gerechten Taten der Heiligen“ (Offb 19,8). Dann muss die Kirche auch keine Angst vor übler Nachrede, vor den medialen Spießrutenläufen unserer heutigen Zeit haben, denn vor Gott weiß sie, dass sie ihr bestes gegeben hat.
Als Gemeinschaft der Gläubigen sind die einzelnen Gläubigen hier in Psalm 112 gleichermaßen aufgerufen, in ihrem Leben so zu handeln. Wir sollen als Christen zugleich barmherzig und gerecht sein, damit wir zum Licht in der Finsternis werden, in der wir leben – ob in der Familie, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft oder wo auch immer. Dann wird uns Gott am Ende unseres Lebens wirklich ehren und uns in seinem Reich Macht verleihen.

1 Kor 2
1 Auch ich kam nicht zu euch, Brüder und Schwestern, um glänzende Reden oder gelehrte Weisheit vorzutragen, sondern um euch das Geheimnis Gottes zu verkünden. 
2 Denn ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten. 
3 Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht, zitternd und bebend zu euch. 
4 Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden, 
5 damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte, sondern auf die Kraft Gottes.

An Sonntagen hören wir diese Wochen immer wieder aus dem ersten Korintherbrief. Letzte Woche hörten wir unter anderem davon, dass Paulus nicht mit klugen und gewandten Worten verkündigt, um das Kreuz Jesu Christi nicht seiner Kraft zu berauben. Jesus hat in seinem ganzen Wirken die Schlichtheit gewählt, um das Hochmütige der Welt ganz zu entlarven.
Diesen Gedanken führt er heute noch etwas weiter aus: Er kam nicht nach Korinth, „um glänzende Reden oder gelehrte Weisheit“ zu bringen. Die Rhetorik sowie die Weisheitslehre entstammen der Griechen. Das kennen die Korinther zur Genüge von ihren großen Rhetorikern und Philosophen. Das „Geheimnis Gottes“, das Paulus dagegen bringen will, ist die Entäußerung des Allmächtigen, der freiwillige Verzicht auf die Demonstration göttlicher Allmacht.
Paulus hätte glänzende Reden und hohe Philosophie lehren können, da er darin ausgebildet worden ist. Er hätte selbst damit glänzen können, aber er tut es Jesus gleich, indem er auf seine „Macht“ verzichtet (das heißt, seine Bildung und Kompetenz zur Schau zu stellen).
Warum aber kam Paulus in Schwäche, Furcht, zittern und bebend? Er hat mehrfache Misshandlungen hinter sich. Gerade die Juden an anderen Orten, zu denen er immer zuerst ging, nahmen seine Botschaft nicht an. Dass er in Schwäche nach Korinth kam, ist einerseits auf die Strapazen der langen Reisen zu beziehen, andererseits ist an anderer Stelle die Rede davon, dass Paulus ein chronisches Problem hatte. Womöglich hat dieses ihn geschwächt. Das Zittern ist ebenfalls mehrfach deutbar: Entweder ist es im Kontext der Schwäche und der Furcht als Angstzittern zu verstehen (weniger um sich selbst als um diejenigen, denen er das Evangelium bringen will) oder sogar als Kältezittern, was wiederum auf die Strapazen der Reise zu beziehen wäre.
Paulus sagt selbst, dass er nicht Überredungskunst aufwenden wollte, sondern seine Botschaft ist mit Geist und Kraft ausgestattet. Er rühmt dadurch nicht sich selbst, sondern bekennt, dass seine Botschaft eigentlich Gottes Botschaft ist. „Geist und Kraft“ sind dabei die Stichworte, die schon Elija zugeschrieben worden sind und Johannes den Täufer mit ihm in Verbindung gebracht haben.
Und weil Gottes Geist so eine Kraft hat, ist eine menschlich geschmückte Rhetorik auch nicht vonnöten. Damit möchte Paulus auch nicht punkten, sondern er möchte, dass der Geist Gottes in der Schlichtheit seiner Verkündigung die Menschen berührt.
So soll auch die kirchliche Verkündigung sein. Die Menschen sollen zu Werkzeugen Gottes werden, die sich für den Geist Gottes öffnen und denen es um diesen Geist geht. Wo Menschen aber um sich selbst kreisen und sich selbst feiern, verkünden und leben, ist kein Platz mehr für den Geist Gottes. Wie kann der Gekreuzigte Inhalt der Verkündigung sein, wo Menschen nicht zu derselben Entäußerung bereit sind wie er? Diese soll im Auftreten beginnen, in den gesprochenen Worten durchklingen und im Verhalten sichtbar sein. Die schlichte Liebe in Wort und Tat ist es, die den Gekreuzigten reflektiert. Dann bricht die Weisheit Gottes durch beides hindurch bis ins Herz jedes Einzelnen. Dann verblasst jede Menschenweisheit.

Mt 5
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden. 
14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. 
15 Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. 
16 So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Jesus greift im heutigen Evangelium das auf, was Jesaja schon grundgelegt hat. Das Leuchten des Menschen hängt von seinem gerechten Tun ab.
Jesus erklärt, dass wir das Salz der Erde sind. Auch im Griechischen steht „ihr seid“, nicht „ihr werdet“. Zum Salz sind wir durch die Taufe geworden. Von da an beginnt der Prozess, die Salzigkeit aufrecht zu erhalten. Wir können uns auf unserer Identität als Salz nicht ausruhen. Ganz schnell werden wir zu Streusalz auf der Straße. Der salzige Geschmack in dieser Metapher ist auf die Andersartigkeit unserer Existenz durch die Taufe zu beziehen. Wir sind zu Erben im Reich Gottes geworden. Wir leben also schon mit Blick auf die Ewigkeit hin. Unser Verhalten ist dementsprechend ein anderes als das Verhalten jener, die nicht an die Auferstehung glauben. Wir halten die Gebote Gottes aus Liebe zu ihm, der unser Vater geworden ist. Das macht uns salzig. Wo andere Menschen offene Wunden haben, brennt unsere Salzigkeit. Wir werden nicht immer gut dastehen als Salz. Viele werden uns beschimpfen und das hat Jesus in den Versen zuvor durch die Seligpreisungen schon ausgedrückt. Aber unsere Salzigkeit ist auch Würze für jene, die nach Gott suchen. Unser Salz verleiht anderen faden Seelen Geschmack, das heißt einen Sinn im Leben und die Liebe, die sie schon immer ersehnt haben. Das alles betrifft auch die Gläubigen in Gemeinschaft, also die Kirche. Der Leib Christi ist ordentlich gewürzt, wobei sie ihre Salzigkeit nicht selbst hergestellt hat. Diese ist gegeben von Christus. Ihre Salzigkeit kann anderen Geschmack verleihen, sodass sie immer neue Jünger für Christus gewinnt. Sie kann anderen aber auch Brennen zufügen, weil sie ihre (salzigen) Finger immer wieder in die Wunden der jeweiligen Zeit legt. Anagogisch können wir es so auslegen, dass die Salzigkeit des Einzelnen nach dem Tod auf dem Prüfstand stehen wird und wir nach unserer Salzigkeit gerichtet werden. Wenn wir aus freien Stücken den Verfall unserer Salzigkeit herbeigeführt haben, werden wir zertreten, was dann ein Bild für die Hölle ist.
Das zweite Bild verknüpft Jesu Worte heute mit dem Buch Jesaja: Wir sind durch die Taufe das Licht der Welt. Entzündet hat uns der Hl. Geist, der das Feuer in unserem Herzen ist. Als Licht in der Dunkelheit zieht man die Aufmerksamkeit auf sich so wie eine Stadt auf dem Berg. Dieses Licht haben wir uns dabei nicht selbst gemacht. Wir haben keinen Grund, uns selbst zu rühmen. Aber diese neue Wirklichkeit, in die wir hineingeboren sind durch den Hl. Geist, leuchtet besonders hell, wo es besonders dunkel ist. Aufgrund dieser starken Diskrepanz können wir aber nicht unser Licht unter den Scheffel (einem Gefäß) stellen, denn dann löschen wir es. Das wäre eine Sünde gegen den Hl. Geist, da wir seine Kraft leugnen. Das wäre auch ein Zeichen falscher Bescheidenheit, denn unser Licht ist von Gott gegeben, dem wir dadurch unter die Arme greifen wollen. Es wäre ein versteckter Hochmut, der davon ausgeht, dass das Licht doch unser selbst Erwirktes sei.
Dann sagt Jesus aber etwas, das uns eine zweifache Dimension des Lichtes lehrt: Unser Licht soll vor den Menschen leuchten, damit sie unsere guten Taten sehen. Nun geht Jesus also doch davon aus, dass wir uns selbst zum Leuchten bringen. Wenn wir alle Verse zusammen lesen, ergibt sich die katholische Lehre zu diesem Thema: Hundert Prozent Gnade (Verse 14-15) und hundert Prozent Tugend (Vers 16). Dieses Teamwork macht das Leuchten in der Finsternis aus. In Jesaja haben wir vor allem Aspekte des zweiten Punktes gelesen. Dort wird ein bestimmtes moralisches Verhalten geboten, das die Herrlichkeit Gottes erst möglich macht. Hier ist es nun so, dass zuerst die Gnade dem Menschen durch die Taufe gegeben wird und ihn dazu befähigt, tugendhaft zu leben. Die Gnade ist zugleich helfend und bestehend in der Tugend.
Und auch die guten Taten haben einen Sinn – nämlich Menschen zum Glauben zu führen. Anhand des eigenen Tuns evangelisiert man am stärksten. Wir sehen es an Jesus. Seine Botschaft ist erst dadurch so überzeugend für die Menschen, dass er sie eins zu eins vorgelebt hat. Und auch die ersten Christen haben Andersgläubige dadurch nachdenklich gemacht, dass sie einander so sehr liebten (das belegt Tertullian im 2. Jh.). Es geht also auch in der Tugendhaftigkeit nicht um die Selbstrühmung, sondern ganz und gar um das Seelenheil der Anderen.
Dies hat Paulus vollkommen umgesetzt, wenn er ganz geschwächt und ausgemergelt bei den Menschen erscheint und in schlichten Worten des Evangelium verkündet. Zugleich hat er seinen Lebensunterhalt als Zeltmacher verdient und ganz bodenständig gelebt. So hat er seine Verkündigung auch vorgelebt und Christus in der Entäußerung nachgeahmt. Dies hat ihn zum Leuchten gebracht und im Nachhinein ist in Korinth eine riesige Gemeinde entstanden.
Auch wir sollen nicht durch menschliche Güter uns selbst zum Leuchten bringen, sondern in der Schlichtheit und Entsagung, in der unverfälschten Lehre und selbstlosen Liebe, in den guten Taten der Barmherzigkeit das Licht, das Gott durch die Taufe in uns entzündet hat, zu einer lodernden Flamme werden lassen, damit die ganze Welt vom brennenden Feuer seiner Liebe entfacht werde.

Ihre Magstrauss

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