5. Januar in der Weihnachtszeit

1 Joh 3,11-21; Ps 100,2-3.4-5; Joh 1,43-51

1 Joh 3
11 Denn das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt: Wir sollen einander lieben

12 und nicht wie Kain handeln, der von dem Bösen stammte und seinen Bruder erschlug. Warum hat er ihn erschlagen? Weil seine Taten böse waren, die Taten seines Bruders aber gerecht.
13 Wundert euch nicht, Brüder und Schwestern, wenn die Welt euch hasst!
14 Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben. Wer nicht liebt, bleibt im Tod.
15 Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder und ihr wisst: Kein Menschenmörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt.
16 Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben für uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben.
17 Wenn jemand die Güter dieser Welt hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann die Liebe Gottes in ihm bleiben?
18 Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.
19 Und daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind. Und wir werden vor ihm unser Herz überzeugen,
20 dass, wenn unser Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß.
21 Geliebte, wenn das Herz uns aber nicht verurteilt, haben wir gegenüber Gott Zuversicht.

Die heutige Lesung aus dem ersten Johannesbrief beginnt mit dem Gebot, das von Anfang an bestand: der Nächstenliebe. Wenn es heißt „von Anfang an“, meint es nicht nur den Anfang des Neuen Bundes. Vielmehr besteht dieses Gebot ja schon im Alten Bund und Jesus greift es in seiner Verkündigung aus Lev 19,18 auf. Er radikalisiert es in dem Sinne, dass er auch die Feindesliebe und ein vollkommenes Racheverbot fordert. Weil es also ein uraltes Gebot ist, passt auch das uralte Beispiel von Kain und Abel, der ersten schweren Sünde gegen die Nächstenliebe nach dem Sündenfall. Kain hat Abel erschlagen aus Eifersucht. Die „Taten“, von denen hier die Rede ist, meint die Opfer. Das Opfer Kains ist unrein bzw. unvollkommen, während Abels Opfer rein ist. Gott bevorzugt deshalb das Opfer Abels. Kain wird bezeichnet als stammend vom Bösen. Er ist Gottes Geschöpf wie jeder andere Mensch auch. Was hier also gemeint ist, ist vielmehr seine Entscheidung zum Bösen. Dies greift Johannes ja auf als Analogie für jene Christen in den angesprochenen Gemeinden, die ebenfalls „vom Bösen stammen“ und sich deshalb entscheiden, den Irrlehren der Doketisten u.a. zu folgen. Was Johannes mit dem Beispiel Kains und Abels verdeutlichen möchte, ist die uralte Versuchung und der Urkonflikt, den schon die ersten Menschen der gefallenen Natur auszutragen hatten. So wie Abel gehasst worden ist dafür, dass er „aus Gott stammte“, wir würden für einen heutigen Christen sagen „im Stand der Gnade sein“, so werden auch die Christen von der Welt gehasst werden, die es sehr ernst mit Gott meinen. Wir werden angefeindet wie Abel, dessen Herz rein war und deshalb ein gottgefälliges Opfer dargebracht hat.
Durch die Taufe geht der Mensch „aus dem Tod in das Leben“, denn ihm wird das ewige Leben geschenkt, die Chance auf das Himmelreich. Das ist aber kein Automatismus, denn er ist dazu berufen, heilig zu sein. Diese Heiligkeit zeigt sich in dem Maß an Liebe, die wir Gott und dem Nächsten entgegenbringen. Wer also nach der Taufe den Bruder nicht liebt (Nächstenliebe), der bleibt im Tod. Das heißt theologisch, dass die Person aus dem Stand der Gnade fällt. Die Nächstenliebe zu leben, ist eine Zusammenfassung der Gebote, die die Nächstenliebe betreffen – im Dekalog entspricht das der Gebote 4-10. Wir lasen ja bereits in den letzten Tagen, dass Gott zu lieben, heißt, seine Gebote zu halten.
Den Nächsten zu hassen, ist bereits Mord. Jesus hat in der Bergpredigt erklärt, dass wer seinem Bruder zürnt, bereits gegen das fünfte Gebot verstößt. Die Sünde beginnt bereits im Herzen und in den Gedanken. Es ist nicht erst eine Sünde, wenn man den Bruder erschlägt wie im Falle Kains. Jemanden zu hassen, bedeutet, ihm Böses zu wünschen. Jemanden zu lieben, heißt, ihm Gutes zu wünschen, ja nur das Beste. Die schlimmste Form von Hass ist das Umbringen eines Menschen. Die größte Liebe besteht darin, für einen anderen Menschen zu sterben. Christus selbst hat diese größte Liebe erwiesen, indem er sich für alle Menschen hingegeben hat. Er wählte den grausamsten und schandvollsten Tod. Das Kreuz ist dadurch zum dichtesten Ort der Liebe geworden. Er verlangt von seinen Jüngern, dass sie ihm bis zum Kreuz nachfolgen. Das heißt konkret, dass sie bereit sein sollen, sich in Liebe zu verzehren wie er. Das kann aber nicht gegeben sein, wenn ein Mensch allen Reichtum hat und sein Herz vor der Not des Nächsten verschließt. Das wäre ja eine Form von Nächstenliebe, finanziell zu unterstützen. Wer nicht einmal dies tun kann, wie soll er sein Leben für den Mitmenschen hingeben?
Liebe ist konkret und praktisch. Es darf nicht beim „Ich liebe dich“ bleiben, sonst wird es zu einer hohlen Floskel. Es muss durch Taten bewiesen werden. Wir sollen die Liebe einander geben, nicht nur darüber sprechen.
Das sind die Früchte, an denen man unser Herz erkennen wird. Und wenn unser Herz uns verurteilt, das heißt wenn wir ein schlechtes Gewissen haben aufgrund unserer Sünde, dann wissen wir, dass Gottes Barmherzigkeit größer ist als unsere Sünde. Wenn wir von Herzen bereuen, wird er uns alles vergeben. Wenn wir uns wirklich von Herzen bemühen, wird er unsere Bemühungen sehen und danach urteilen.

Ps 100
2 Dient dem HERRN mit Freude! Kommt vor sein Angesicht mit Jubel!

3 Erkennt: Der HERR allein ist Gott. Er hat uns gemacht, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide.
4 Kommt mit Dank durch seine Tore, mit Lobgesang in seine Höfe! Dankt ihm, preist seinen Namen!
5 Denn der HERR ist gut, ewig währt seine Huld und von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.

Als Antwort auf die Lesung beten wir Psalm 100, der betitelt wird als „Lobgesang der Völker beim Einzug ins Heiligtum“.
„Dient dem HERRN mit Freude! Kommt vor sein Angesicht mit Jubel!“ Diese Worte beziehen sich auf die Heiden, die zum Glauben an den Gott Israels kommen. Vor dem Hintergrund der Lesung gehen wir über die Heiden zur Zeit König Davids hinaus und betrachten die johanneischen Christen, die vom Tod ins Leben übergegangen sind. Sie sind es, die zu einem freudigen Dienst aufgefordert werden, nämlich zur Liebe. Der Wortsinn dieses Psalms ist zunächst auf die Heiden in alttestamentlicher Zeit zu beziehen, die zum Tempel kommen sollen („vor sein Angesicht“). Dort gibt es einen eigens für sie bestimmten Tempelhof. Mit Blick auf die frühen Christen müssen wir uns fragen, was dann mit „Angesicht Gottes“ gemeint sein könnte. Jesus hat der samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen schon angekündigt, dass in Zukunft weder der Tempel in Jerusalem noch die Kulthöhe auf dem Garizim die Anbetungsorte Gottes darstellen werden. Er hat angekündigt, dass er selbst den Ort der Anbetung darstellen wird und die rechte Weise der Anbetung im Geist und in der Wahrheit sein werde. Es wird keine örtliche Gebundenheit mehr geben, weil Jesus in jeder Heiligen Messe eucharistisch anwesend sein wird! Die Christen der Lesung treten also nun durch die Liturgie zum Angesicht Gottes, egal wo sie sich befinden!
„Erkennt: Der HERR allein ist Gott. Er hat uns gemacht, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide.“ Dass es nur diesen einen Gott gibt, wird den Heiden gegenüber natürlich deshalb betont, weil sie den Monotheismus erst einmal lernen müssen. Sie kommen aus einem polytheistischen Kontext (Vielgötterei). Dagegen hat der eine wahre Gott die Welt geschaffen, auch die Menschen. Deshalb gehören alle Menschen ihm. Auch die Heiden gehören zum auserwählten Volk. Das Hebräische gibt dies wieder mit dem Wort עַ֝מֹּ֗ו ammo. Es geht wirklich um das auserwählte Volk. Dies ist bemerkenswert im Kontext des Alten Testaments! Nicht nur das Volk Israel gehört zum Volk Gottes, sondern nun auch die Heiden! Hier wird etwas deutlich, was mit dem Neuen Bund wahr wird: Gottes Volk setzt sich nicht mehr durch biologische Abstammung zusammen, sondern durch Menschen aller Nationen, Völker, Stämme und Sprachen, die durch die Taufe zur neuen Schöpfung werden, eine geistliche Familie. Als solche ist das neue Volk Gottes Herde des guten Hirten. Dieses Bild greift Jesus dann auf, wenn er sich selbst als diesen guten Hirten offenbart und seine Jünger als seine Herde.
„Kommt mit Dank durch seine Tore“ ist wörtlich zunächst auf die Stadttore Jerusalems und des Tempelareals gemeint, durch die die Heiden in die Höfe des Tempels gelangen. Im weiteren Sinn meint es auch die Christen des Neuen Bundes. Diese treten durch das Tor der Taufe hindurch in den Hof des Heiligtums Gottes, der in ihren Herzen Wohnung nimmt. Sie treten durch das Tor, wenn sie sich zur Eucharistie versammeln. So ist es mit allen Menschen, die bis heute die Liturgie feiern. Die ganze Menschheit tritt schließlich durch das Tor des Todes ein in die Ewigkeit.
„Dankt ihm, preist seinen Namen!“ Dazu haben vor allem die Getauften Anlass. Sie sind gerettet worden auf das ewige Leben hin. Dies veranlasst sie zu Lob und Dank.
Gott ist gut. Er hat das Heil jedes Menschen im Sinn. Er ist wirklich treu und verlässt seine Schäfchen nie. Deshalb können wir Menschen nicht anders, als zu jubeln über seine guten Taten an uns. Wir erkennen sie nicht immer und manchmal verdunkeln die Krisen unseres Lebens den dankbaren Blick auf das, was wir haben und was uns gelingt. Doch Gott ist immer der gleiche gute Gott, dem Ehre gebührt – gestern, heute und in Ewigkeit.

Joh 1
43 Am Tag darauf wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach!

44 Philippus war aus Betsaida, der Stadt des Andreas und Petrus.
45 Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus, den Sohn Josefs, aus Nazaret.
46 Da sagte Natanaël zu ihm: Kann aus Nazaret etwas Gutes kommen? Philippus sagte zu ihm: Komm und sieh!
47 Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Sieh, ein echter Israelit, an dem kein Falsch ist.
48 Natanaël sagte zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.
49 Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!
50 Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah; du wirst noch Größeres als dieses sehen.
51 Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

Im Evangelium wird uns heute wieder davon berichtet, wie Jesus seine Jünger beruft. Diesmal geht es um Philippus und Bartholomäus, der im Johannesevangelium Natanael genannt wird. Woran liegt das eigentlich?
„Bartholomäus“ ist die latinisierte Form des hebräischen „Bar-Tolmay“, was „Sohn des Tolmay“ heißt. Es meint also nicht seinen Namen, sondern den Beinamen, den man als Zuschreibung der Person verwendet hat, so wie „Barjona“ für Petrus oder „Sohn des Zebedäus“ für die Donnersöhne. Natanael ist dagegen ein typischer Vorname (hier in der griechischen Fassung), der im Hebräischen die Form נתנאל netan’el hat. Der Name bedeutet „Gott hat gegeben“. Der volle Name der heutigen gefeierten Person lautet also Natanael Bar-Tolmai. Johannes nennt also einfach seinen Vornamen, während die Synoptiker und Apg sich für den Beinamen entscheiden.
Zunächst wird Philippus berufen. Dieser kommt aus Betsaida, das zugleich als Ort des Petrus und Andreas bezeichnet wird. Philippus geht als Neuberufener zu Natanael und spricht ihn an. Das heißt, er kennt ihn schon, als Jesus die Apostel beruft. Zu ihm sagt Philippus nun: „Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus den Sohn Josefs, aus Nazaret.“ Diese Aussage zeigt uns schon, dass Natanael ein schriftkundiger Jude sein muss, denn er weiß um die messianischen Verheißungen des Alten Testaments und legt offensichtlich Wert darauf. Man nimmt heutzutage auch an, dass Natanael ein Schriftgelehrter gewesen sei. Vor allem irritiert ihn ja die Aussage, dass Jesus aus Nazaret kommt. Gemäß den Hl. Schriften erwartet man einen davidischen Messias, der also aus Betlehem stammt. Was die Apostel zu jener Zeit vielleicht noch nicht wissen, ist, dass Jesus ja Davidide aus Betlehem ist, der aber in Nazaret aufgewachsen ist. Die Verheißung erfüllt sich also schon, doch der erste Eindruck täuscht. Nazaret liegt in Galiläa und deshalb kommt von Natanael die skeptische Bemerkung „Kann aus Nazaret etwas Gutes kommen?“ Es gibt zwar Juden in diesem Dorf, doch ist die Gegend für starke pagane Einflüsse bekannt. Galiläa wird von den Judäern grundsätzlich verachtet und Nazaret hat zu jener Zeit von allen Städten den schlechtesten Ruf. Es gilt als zweifelhafter Ort voller Sünder. Doch die Vorsehung Gottes hat offensichtlich genau dies so gefügt, dass Jesus in so einer Region aufwächst und nachher auch wirkt. Gott sucht sich das Kleine und Schwache aus, denn er ist die Demut schlechthin. Er sucht sich auch bewusst einen Ort aus, der von Juden und Heiden besiedelt wird. Schließlich ist er gekommen, den Neuen Bund Gottes mit Juden UND Heiden zu besiegeln. Wir müssen über die Frage Natanaels ein wenig genauer nachdenken. Ist es eine komplette Ablehnung? Nein, es ist vielmehr eine Unsicherheit oder Unschlüssigkeit angesichts der fehlenden Aussagen in der Hl. Schrift. Wäre es eine Frage kompletter Ablehnung, würde Natanael Philippus nicht zu Jesus folgen. Er würde dort bleiben, wo er aufgesucht worden ist.
Wie auch gestern im Evangelium Jesus geantwortet hat, antwortet Philippus mit den Worten: „Komm und sieh!“ Und Natanael wird sich selbst von der Messianität Jesu überzeugen, als dieser nämlich zu ihm sagt, während er auf ihn zukommt: „Sieh, ein echter Israelit, an dem kein Falsch ist.“ Jesus lehnt sich mit seinen Worten an Psalm 32,2 an, was eine ganz logische und passende Bemerkung für einen Schriftgelehrten ist. Jesus zeigt ihm somit, dass er die Hl. Schrift gut kennt, und macht ihm ein Kompliment. Dies tut er, weil er die Aufrichtigkeit erkennt, mit der der Schriftgelehrte den Messias sucht. Natanael fragt Jesus, woher er ihn kennt – denn die Aussage, dass er ohne Falschheit sei, kann er ja nur tätigen, wenn er dessen Lebenswandel kennt. Und so antwortet Jesus mit einer Sache, die er gar nicht wissen kann: „Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.“ Das heißt nicht, dass Philippus ihn von einem Feigenbaum weggeholt hat, den Jesus von weitem gesehen hat. Das hat eine viel tiefere Bedeutung: Unter dem Feigenbaum sitzen die Menschen unter anderem in der Bibel, um sich zu erholen. Das ist ein Bild auch für den salomonischen Frieden. Es bezieht sich aber auch auf die frommen Juden, die aufrichtig nach Gott nachsinnen und die Hl. Schrift betrachten. Unter Rabbinern hat sich die Redewendung „unter dem Feigenbaum sitzen“ für die Betrachtung der Hl. Schrift eingebürgert. Jesus sagt Natanael also, was er zuvor getan hat. Er wird sich ganz ertappt gefühlt haben, denn als Johannesjünger hat dieser Mann stets über den Messias nachgedacht. Und nun sagt der Messias selbst ihm gleichsam zu: „Ich habe dich gesehen, wie du aufrichtig nach mir gesucht hast.“ Das ist die Antwort, auf die Natanael gewartet hat, und so antwortet er Jesus mit einem emotionalen Messiasbekenntnis.
Jesus nimmt dies zum Anlass, eine wichtige Lektion zu erteilen: Natanael kam zum Glauben an ihn, weil Jesus prophetische Worte zu ihm gesprochen hat. Doch er verdeutlicht, dass sowohl Natanael als auch die anderen Apostel noch größere Dinge sehen werden: die vielen Heilungen, Exorzismen, die Totenheilung des eigenen Freundes, die Auferstehung Jesu Christi. Sie werden durch die ganzen Wundertaten seine Herrlichkeit sehen. Dies umschreibt Jesus mithilfe eines biblischen Bildes, das er ganz bewusst für den Schriftgelehrten Natanael aufgreift: Die geöffnete Himmelstür mit auf- und absteigenden Engeln über dem Menschensohn. Die Himmelsleiter ist ein Motiv, das schon in der Jakobserzählung erscheint. Dort sieht der Patriarch im Traum die Himmelsleiter mit den sich bewegenden Engeln und Gott selbst am oberen Ende der Leiter. Jesus erklärt mithilfe dieses Motivs, dass Gott ans andere Ende der Leiter gekommen ist – er ist Mensch geworden in Jesus Christus, um bei den Menschen zu wohnen und die ganze Welt zu retten. Das ist, was wir an Weihnachten gefeiert haben und das wir auch in der bestehenden Weihnachtszeit immer noch betrachten.

Heute hören wir viel von aufrichtiger Herzenshaltung, Liebe und Berufung. Wir alle sind durch die Taufe zur Heiligkeit berufen, auch wenn die Apostel nochmal auf besondere Weise berufen sind. Sowohl die Getauften als auch die Geweihten werden beim Namen gerufen. Entscheidend ist, was wir daraus machen: Werden wir unserer Berufung gerecht und bemühen uns von Herzen um die Liebe im Kleinen wie im Großen? Gott sieht unseren ganzen Einsatz, nicht nur die Taten selbst. Erneuern wir unser Taufversprechen immer wieder und bitten wir Gott um Verzeihung, wo wir ihm untreu geworden sind. Er vergibt uns alles, wenn wir aufrichtig umkehren.

Ihre Magstrauss

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