Erster Fastensonntag (B)

Gen 9,8 -15; Ps 25,4 – 5.6-7.8-9; 1 Petr 3,18-22; Mk 1,12-15

Gen 9
8 Dann sprach Gott zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren:

9 Ich bin es. Siehe, ich richte meinen Bund auf mit euch und mit euren Nachkommen nach euch
10 und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Wildtieren der Erde bei euch, mit allen, die aus der Arche gekommen sind, mit allen Wildtieren der Erde überhaupt.
11 Ich richte meinen Bund mit euch auf: Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben.
12 Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen:
13 Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Zeichen des Bundes werden zwischen mir und der Erde.
14 Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken,
15 dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch verdirbt.

In der ersten Lesung des heutigen ersten Fastensonntags hören wir einen Bundesschluss. Es geht um die Erneuerung des einen Bundes, den Gott bereits mit dem ersten Menschenpaar geschlossen hat. Was hier geschieht, ist eine Bekräftigung dessen. Gott schließt diesen Bund mit Noach, der bei ihm Wohlgefallen gefunden hat, wie wir vor einigen Tagen in der Sintfluterzählung gehört haben. Dieser Bundesschluss, von dem wir hier hören, ist ein Familienbund. Gott schließt einen Bund mit Noach und seiner ganzen Familie, also allen Menschen, die dank der Arche die Sintflut überlebt haben.
So sagt Gott zu Noach und seinen Söhnen, dass er den Bund mit ihnen und ihren Nachkommen schließt, auch mit allen Lebewesen, die anwesend sind. Noach sollte ja von allen Tieren ein Männchen und ein Weibchen mit auf die Arche nehmen, damit sie nach der „Zurücksetzung auf Werkseinstellungen“ sich wieder vermehren und die Erde erneut bevölkern können.
Gott verspricht, dass es so einen radikalen Cut nicht noch einmal geben wird. Gewiss kennen wir Überflutungen auch in unserer heutigen Zeit. Und doch sind das keine Fluten, die die gesamte Erde bedecken und dadurch alle Lebewesen auslöschen. Gott hat bei diesem Bundesschluss ja versprochen, dass nie wieder „alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden“. Es soll nie wieder „eine Flut kommen und die Erde verderben.“
Als Zeichen dieses Bundes – das ist ganz typisch, dass immer wieder auch Zeichen eingesetzt werden zur Bekräftigung des Bundesschlusses – setzt Gott einen Regenbogen in die Wolken. Dieser ist primär das Zeichen Gottes und nicht einer Ideologie unserer heutigen Zeit….
Wir beobachten Regenbögen ja immer wieder dann, wenn es regnet und zugleich die Sonne scheint. So möchte der Herr uns daran erinnern, dass auch wenn sich Wolken bilden und Niederschlag auf die Erde fällt, nie wieder das geschehen wird, was damals mit der Erde passiert ist.
Gott ist treu und er hält sein Versprechen.

Ps 25
4 Zeige mir, HERR, deine Wege, lehre mich deine Pfade!
5 Führe mich in deiner Treue und lehre mich; denn du bist der Gott meines Heils. Auf dich hoffe ich den ganzen Tag.
6 Gedenke deines Erbarmens, HERR, und der Taten deiner Gnade; denn sie bestehen seit Ewigkeit!
7 Gedenke nicht meiner Jugendsünden und meiner Frevel! Nach deiner Huld gedenke meiner, HERR, denn du bist gütig!
8 Der HERR ist gut und redlich, darum weist er Sünder auf den rechten Weg.
9 Die Armen leitet er nach seinem Recht, die Armen lehrt er seinen Weg.

Als Antwort beten wir Ps 25, der sehr weisheitlich ist. Er wird überschrieben mit dem Titel „Bitte um Vergebung und Leitung“. Aus diesem Grund erfolgt zu Anfang unseres Abschnitts auch die Bitte um Orientierung Gottes durch seine Gebote: „Zeige mir, HERR, deine Wege“ ist in Krisensituationen die Bitte, das richtige Verhalten zu übernehmen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Gott zeige uns immer das richtige moralische Verhalten auf, indem er uns seinen Willen aufzeigt. Dies tut er durch sein Heiliges Wort und seine Gebote. Der Weg ist stets eine Metapher für den Lebenswandel des Menschen.
Dieser Psalm ist messianisch zu lesen, denn wir sehen das an der hebräischen Formulierung אֱלֹהֵ֣י יִשְׁעִ֑י elohe, jisch’i, was mit „Gott meines Heils“ übersetzt wird. Die Wurzel des Wortes „Heil“ ist dieselbe wie der Name Jesu. „Auf dich hoffe ich den ganzen Tag“ ist ein besonders intensiver Ausdruck messianischer Erwartung. Eine solche Sehnsucht sehen wir beim Volk Israel insbesondere in der babylonischen Gefangenschaft. Wir sehen auch die Familie Noachs vor Augen, die nun einen Neuanfang begehen muss und ganz auf die Leitung Gottes angewiesen ist. Sie fragen sich: Wie soll es nun weitergehen?
Auch wir hoffen den ganzen Tag auf den Messias, insbesondere jetzt in dieser Fastenzeit und in dieser Extremsituation der Coronakrise. Je drastischer die Weltsituation ist, desto lauter wird der Schrei nach dem Gott des Heils. Und auch dann ist es entscheidend, sich ganz nach Gottes Willen auszurichten und nicht unseren eigenen Kopf durchzusetzen.
Mit der Erwartung Gottes kommt auch hier die Frage nach dem Zustand der Menschen auf: „Gedenke deines Erbarmens“ und „gedenke nicht meiner Jugendsünden“ zeigen das Verständnis auf, dass wenn Gott kommt, die Menschen vor ihm gut dastehen möchten. Auch hier ist der Wunsch spürbar, dass wenn Gott kommt, barmherzig mit den sündigen Menschen umgehen soll. So sollen auch wir beten und das tut die Kirche auch immer nach dem Vaterunser in der Hl. Messe: „Schau nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche und schenke uns nach deinem Willen Einheit und Frieden.“ Das wird vor dem Kommen Jesu in der Kommunion gebetet, also bevor die Menschen ihn in ihr Herz aufnehmen. So sollen wir auch persönlich beten, auch dann, wenn Gottes Gegenwart ganz weit weg zu sein scheint.
Gott ruft jene zurück auf seinen Weg, die sich von ihm entfernt haben. Er ist wirklich der gute Hirte, der die 99 Schafe zurücklässt, um das eine verlorene Schaf zurückzuholen, ganz wie Jesus es später erklären wird. Dies drückt die Aussage in Vers 8 aus, wenn es heißt, dass Gott Sünder auf den rechten Weg führt. Alle sollen gerettet werden.
Wer benachteiligt und ausgeschlossen ist, auf welche Weise auch immer einen Mangel erleidet, ist als Armer zu bezeichnen. Gott hat ein besonderes Herz für diese. Er verschafft ihnen die Erquickung, die sie brauchen. Gott ist gerecht und barmherzig. Beides gehört zusammen und widerspricht einander nicht.

1 Petr 3
18 Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, ein Gerechter für Ungerechte, damit er euch zu Gott hinführe, nachdem er dem Fleisch nach zwar getötet, aber dem Geist nach lebendig gemacht wurde.

19 In ihm ist er auch zu den Geistern gegangen, die im Gefängnis waren, und hat ihnen gepredigt.
20 Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet.
21 Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. Sie dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi,
22 der in den Himmel gegangen ist; dort ist er zur Rechten Gottes und Engel, Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen.

Als zweite Lesung hören wir aus dem ersten Petrusbrief. Der Abschnitt unmittelbar davor ist sehr bekannt und wir haben ihn immer wieder gehört. Dort unterscheidet Petrus zwischen Leiden, das man selbst verschuldet, und Leiden, das man um des Himmelreiches willen erleidet. Dabei stellt er heraus, dass das zweite Leiden fruchtbar ist, während das erste die Konsequenz der eigenen Sünde.
In unserem heute gehörten Abschnitt bezieht er das „fruchtbare“ Leiden nun auf das Leiden Jesu Christi: „Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, ein Gerechter für Ungerechte“. Er ist zu einem makellosen Opfer geworden, was wir einerseits an der Bezeichnung „Gerechter“ erkennen, andererseits an dem Sterben „für Ungerechte“. Es ist ein Sühnopfer. Dieses ultimative Leiden hat einen Sinn, nämlich das Hinführen zu Gott. Sein Leiden hat die meiste Frucht gebracht, nämlich uns alle zur Geburt im Hl. Geist geführt. Wir sind zur Familie Gottes geworden, das ist die größte Frucht aller Zeiten!
Er ist vielleicht „dem Fleisch nach“ getötet, aber „dem Geist nach lebendig gemacht“ worden. Diese Gegenüberstellung ist nicht auf Körper und Seele zu beziehen, sondern es geht um die alte und die neue Schöpfung. „Fleisch“ meint in diesem Kontext also die gesamte gefallene Schöpfung, die zum Tod verurteilt war durch den Sündenfall des ersten Menschenpaares. Er ist also ganz gestorben wie jeder Mensch der alten Schöpfung stirbt. Zugleich ist er auferweckt worden als Erstgeborener der neuen Schöpfung, die eine geistliche ist. Deshalb wird alles, was zur neuen Schöpfung gehört mit „Geist“ umschrieben. Es ist vor allem deshalb die richtige Bezeichnung, weil es auf den Hl. Geist zurückzuführen ist, dem Atem Gottes, der Christus auferweckt hat und der auch uns zum ewigen Leben neuschöpft in der Taufe. Wir leben als Erlöste bereits „dem Geist nach“, doch die Folgen der Erbsünde sind immer noch spürbar. Deshalb sterben wir biologisch weiterhin. Und doch dürfen wir nach dem Tod bereits das ewige Leben haben.
Wer aber sind die Geister im Gefängnis, denen Christus das Evangelium verkündet hat? Wir beten es auch im Glaubensbekenntnis: Christus ist nach seinem Tod hinabgestiegen in die Unterwelt, wie man „inferos“ wörtlich übersetzen muss. Gemeint ist nicht die Hölle im heutigen Sinn, denn dort sind ja nur jene, die sich endgültig gegen Gott entschieden haben. Vielmehr ist er zu jenen hinabgestiegen, die gerecht sind und doch nicht das Angesicht Gottes schauen konnten. Mit dem Sündenfall des ersten Menschenpaares ist die Paradiestür ja verschlossen worden. Christus ist der Schlüssel, durch den diese zugesperrte Tür wieder aufgeschlossen wurde. Die Gerechten wurden aus ihrem „Gefängnis“ befreit, theologisch auch Limbus genannt bzw. „Vorhölle“. Aber hier in 1 Petr hören wir, dass es sich um die Ungehorsamen, nicht um die Gerechten handelt. An anderer Stelle werden die Gerechten behandelt, hier geht es aber tatsächlich um jene, die noch eine Chance zur Umkehr haben, aber eben nicht gehorsam sind. Wie können wir uns das vorstellen? Wenn hier der Hinabstieg zu den Toten beschrieben wird, ist das ein allgemeiner Begriff für die Gesamtheit der Verstorbenen. Die Hölle nach heutigem Verständnis kann nicht gemeint sein, weil es sich ja wie gesagt um jene handelt, die sich endgültig von Gott abgesagt haben. Wenn es auch nicht die Gerechten des Alten Bundes handelt, so z.B. Noach etc., dann muss es sich um die „Armen Seelen“ handeln, jene also, die sich einer Reinigung unterziehen müssen, aber noch eine Chance auf das Himmelreich haben. Sonst würde Christus ihnen nicht predigen. Es geht also um den Bereich oder Zustand des Fegefeuers. Wenn wir zu diesem Thema sämtliche Bibelstellen zusammen lesen, werden wir erkennen, dass Christus in das Reich des Todes hinabgestiegen ist zu jenen, die ihn schon erwartet haben. Er hat eine gute Nachricht für sie, weil sie als Gerechte oder noch zu Läuternde das Angesicht Gottes schauen dürfen – entweder sofort oder nach der Läuterung.
Das ist an dieser Stelle aber nicht das Hauptaugenmerk. Vielmehr nimmt Petrus jetzt etwas vor, das uns auf die erste Lesung zurückführt: Er verbindet die Taufe und die Sintflut miteinander in einer typologischen Verhältnisbestimmung. So wie Noachs Familie durch die Arche vor der Sintflut gerettet worden ist, so rettet die Taufe aufgrund der Auferstehung Jesu Christi. Sie ist nicht einfach zum Abwaschen körperlichen Schmutzes, sondern reinigt die Seele, sodass wir ganz gerechtfertigt vor Gott stehen können.
Wir sind auf Christus getauft worden, der uns vorausgegangen ist zum Vater und der Macht hat über alle „Gewalten und Mächte“. Er sitzt zur Rechten Gottes, wie wir im christlichen Glaubensbekenntnis beten. Ganz wie er es in den johanneischen Abschiedsreden gesagt hat, ist er vorausgegangen, um seinen Jüngern eine Wohnung zu bereiten. Wir Christen dürfen zu allen Zeiten hoffen, dass wenn wir uns von Herzen bemühen, heilig zu werden, was unsere Berufung durch die Taufe ist, eine „Wohnung“ von Christus erhalten.

Mk 1
12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes
15 und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Im Evangelium hören wir von den Anfängen der Reich-Gottes-Verkündigung Jesu. Er beginnt damit, als Johannes ins Gefängnis geworfen wird. Zunächst aber führt ihn der Geist Gottes in die Wüste, wo er eine Bewährungsprobe durchmachen muss. Dies ist nicht notwendig, weil Christus unvollkommen ist, sondern er tut dies als einen Aspekt der Sühne. Er muss in allem dem Menschen gleich werden, um alles erlösen zu können. Und so muss auch er sein Leben lang Versuchungen ausgesetzt sein, noch bis zum Kreuz! Er ist es aber, der auf die Versuchungen nicht eingeht. Er triumphiert am Ende und besiegt somit den Bösen, der uns ununterbrochen quält mit seinen geistlichen Anfechtungen und Versuchungen.
Jesus ist bei den wilden Tieren, was für uns ein entscheidender Aspekt ist: Ganz wie in der Friedensvision des Jesaja ist der Nachkomme der Frau ganz freundschaftlich mit den wilden Tieren – Jesus Christus als Nachkomme der neuen Eva, der Hl. Muttergottes. Es ist ein Vorbote des umfassenden Friedens, den nur Gott geben kann! Er ist zudem Herr über die Schöpfung, denn durch ihn ist alles geschaffen worden. Er ist nicht nur Herr über die sichtbare Schöpfung, zu der die wilden Tiere gehören. Er ist auch Herr über die unsichtbare Schöpfung, zu der die Engel gehören. So macht es absolut Sinn, dass die Engel ihm in dieser Wüstenzeit dienen.
Dies führt uns zur Fastenzeit, die so wie im Falle Jesu vierzig Tage dauert. So wie er ganz in diese intensive Bewährung gerät, so sollen auch wir eine „Wüstenerfahrung“ machen, voller Entsagung und Intensivierung unserer Gottesbeziehung. So wie er gefastet hat (davon wird uns in der Markusversion nichts berichtet, aber wir wissen es von der ausführlicheren Matthäusversion), so sollen auch wir fasten, um mit unserem ganzen Sein, mit Seele, Geist und Leib, zu begreifen: Der Mensch lebt nicht nur von Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Der Mensch lebt nicht nur für diese Welt und für seinen „Bauch“, das heißt zur Befriedigung körperlicher Bedürfnisse. Er lebt für die Ewigkeit und ist absolut abhängig von der Gnade Gottes.
Dann geht Jesus nach Galiläa und beginnt sein öffentliches Wirken. Der Kern der Verkündigung Jesu von Anfang an besteht aus Umkehr und Glaube, weil das Reich Gottes nahe ist (Vers 15). Ohne beide Elemente können wir nicht Teil des Gottesreiches werden. Es ist zugleich so einfach und doch so schwer in der Umsetzung. Die Umkehr ist so ziemlich das Unattraktivste, das man verkündigen kann. Umkehr ist anstrengend und unbequem. Man muss sein Leben ändern, um die Beziehung zu Gott zu retten.
Warum ist „die Zeit (…) erfüllt“ und „das Reich Gottes (…) nahe“? Es hängt mit der Person Jesu Christi ganz eng zusammen. Er ist nun mitten unter den Menschen, wodurch das Reich Gottes selbst angebrochen ist.
Jesu Existenz führt die Menschen immer zur Entscheidung. So appelliert er an sie „kehrt um und glaubt“. Nun liegt es an ihnen, dies zu befolgen und das Reich Gottes zu gewinnen oder ihn abzulehnen und mit ihm das Himmelreich.
Wie Simeon im Tempel angekündigt hat, wird Jesus zum Maßstab, an dem sich die Geister scheiden. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Tag für Tag müssen wir dem Herrn aufs Neue unser Ja schenken, indem wir umkehren und an ihn glauben. Die tägliche Umkehr heißt, den gestrigen Menschen abzulegen und heute alles daran zu setzen, einen weiteren Schritt zur Heiligkeit zu machen: heute die Sünde zu vermeiden, die ich gestern noch getan habe, und die Liebe zu Gott und zu dem Nächsten besser umzusetzen.
In der Kirche geschieht die Umsetzung dessen, was Jesus hier sagt, durch die Taufe, die das sichtbare Zeichen des inneren Glaubens ist. Im Taufritus widersagt man dem Bösen mit seinen Versuchungen und wird daraufhin nach dem Glaubensbekenntnis gefragt. Durch diese Elemente wird die Umkehr (in Form von Abkehr vom Bösen) sowie der Glaube (an den dreifaltigen Gott) umgesetzt. Das angebrochene Reich Gottes wird sakramental durch die Gemeinschaft der Gläubigen (der Kirche) vorweggenommen. Erfüllen wird es sich am Ende der Zeiten, weil es dann für alle offenbar wird.

So wie die Sintflut ein einschneidendes Ereignis ist, durch das der Mensch entweder umkommt oder gerettet wird, so ist es die Taufe. So wie es eine Taube ist, die einen Zweig zum Zeichen für neues Leben zu Noach zurückbringt, so ist es der Geist Gottes, der bei der Taufe das neue Leben bewirkt, das ewige Leben bei Gott. Auch der Geist Gottes kommt in Gestalt einer Taube – bei der Taufe Jesu! In beiden Fällen geht es entscheidend um den Glauben: Glaubt man an Gott und handelt dementsprechend? Ändert man sein Leben, kehrt um und richtet sich nach Gott aus? Oder verlacht man die Gehorsamen, wie die Leute Noach ausgelacht haben? Wir werden täglich vor die Entscheidung gestellt. Gebe uns Gott, dass wir uns immer und überall für ihn entscheiden, damit wir am Ende ein Plätzchen beim Herrn im Himmelreich erhalten!

Ihre Magstrauss

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