Vierter Adventssonntag (C)

Mi 5,1-4a; Ps 80,2acu. 3bc.15-16.18-19; Hebr 10,5-10; Lk 1,39-45

Mi 5
1 Aber du, Betlehem-Efrata, bist zwar klein unter den Sippen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Seine Ursprünge liegen in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen.

2 Darum gibt er sie preis, bis zu der Zeit, da die Gebärende geboren hat. Dann wird der Rest seiner Brüder zurückkehren zu den Söhnen Israels.
3 Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des HERRN, in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes. Sie werden in Sicherheit wohnen; denn nun wird er groß sein bis an die Grenzen der Erde.
4 Und er wird der Friede sein.

In der ersten Lesung des vierten Adventssonntags hören wir eine messianische Verheißung aus dem Buch Micha. Er war einer der ersten Schriftpropheten und Zeitgenosse Hoseas, Amos‘ und Jesajas. Er spricht im fünften Kapitel eine Botschaft an die Davidstadt Betlehem: „Aber du, Betlehem-Efrata, bist zwar klein unter den Sippen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll.“ Dieses adversative „Aber“ hängt damit zusammen, dass er zuvor Gerichtsrede gesprochen und zur Buße aufgefordert hat. Was er in dem vorliegenden Abschnitt ankündigt, ist dagegen das Heil. Betlehem-Efrata wird als der Geburtsort des Messias angekündigt. „Einer, der über Israel herrschen soll“ ist typisch messianischer Code. Es wird jemand aus dem Stamm Juda sein, ganz wie es schon der sterbende Jakob zu seinen Söhnen gesagt hat (Gen 49,8-12) und wie auch an anderen Stellen des AT immer wieder angedeutet wird. Der Messias wird nicht einfach ein gewöhnlicher Mensch sein, denn schon hier wird angedeutet: „Seine Ursprünge liegen in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen.“ Wir könnten diese Stelle zusammen mit dem Logos-Hymnos in Joh 1 lesen. Jesus selbst deutet im Johannesevangelium immer wieder an, dass er schon war, bevor die Väter Israels überhaupt lebten. Jesus ist vor aller Zeit vom Vater gezeugt worden. Daran hat die Kirche immer festgehalten. Und für jüdische Ohren ist das entscheidend: Wer besonders alt ist, besitzt eine besonders hohe Autorität. Dessen Ursprung also in der Vorzeit liegt, besitzt die höchstmögliche Autorität.
Und dieser Messias wird kommen zu der Zeit, „da die Gebärende geboren hat“. Hier wird angekündigt, dass der Messias so erscheinen wird wie jeder Mensch: Er wird in diese Welt hineingeboren. Diese Verheißung haben die Juden zunächst wörtlich-historisch verstanden als das Erscheinen eines Königssohns, nämlich Ahas‘ Sohn Hiskija. Hier wird dieselbe Figur erwartet wie in Jesaja, hier werden wie in Jesaja die Katastrophen der Assyrer und Babylonier angekündigt. Und deshalb heißt es auch im zweiten Teil des Verses 2: „Dann wird der Rest seiner Brüder zurückkehren zu den Söhnen Israels.“ Wörtlich haben die Juden diese Verheißung zunächst auf das Ende des Babylonischen Exils bezogen. Doch wir lesen diese Verse über den Literalsinn hinaus. Hier kommt nicht einfach eine politische Figur, die für politische Ordnung sorgen und aus dem Exil herausführen wird – das müssen wir auf den Perserkönig Kyros beziehen, der regelrecht als „messianische“ Figur verstanden worden ist. Es kommt eine übermenschliche Person, die umfassendes Heil bringen wird und die Söhne Israels aus dem Exil der Sünde zurückführen wird, Jesus Christus, der der Menschheit die Tür zum Paradies wieder öffnen wird. Jene werden zurückkehren, die den neuen Bund annehmen und ihn treu halten werden, den Christus am Kreuz besiegeln wird. Er wird geboren werden durch eine Gebärende, sie wird eine Jungfrau sein, so wie Jesaja 7 es auch prophezeit hat und wie wir dann von Maria in den Evangelien erfahren werden. Das heißt, dass nicht nur der Messias hier angekündigt wird, sondern auch seine Mutter. Normalerweise werden in altorientalischen Königsdokumenten bei Aussagen königlicher Abstammung die Väter genannt, doch hier hören wir nichts vom Vater des verheißenen Königskindes. Stattdessen wird uns die Mutter angedeutet. Das ist sehr ungewöhnlich und führt uns tiefer in das Geheimnis der Jungfrauengeburt, die auch Jesaja ankündigt und als Zeichen definiert. Ohne diese Frau aus dem Stamm Juda, ohne diese Davididin wird der Messias nicht kommen können, denn er wird geboren. Auch schon in Jesaja ist die messianische Verheißung gekoppelt mit der Erwartung einer davididischen Frau und Messiasmutter.
Christus wird wirklich ein guter Hirte dieses Gottesvolkes sein, nicht einfach ein irdischer Herrscher, der wie der Hirte David sich gut um das Volk Israel kümmern wird. Es geht um die Herrschaft im Gottesreich und um das ewige Heil seiner Herde. Die Kraft, mit der er auftreten wird, ist nicht einfach ein Erfülltsein mit dem Hl. Geist, sondern göttliche Vollmacht! Die Sicherheit, die er bieten wird, wird nicht mehr aus der militärischen Stärke eines Königs David kommen, sondern mit der Allmacht Gottes selbst zusammenhängen. Er wird keine körperliche/irdische Unversehrtheit garantieren, sondern das ewige Leben, auf das es eigentlich ankommt. Die Herrschaft wird groß sein bis an die Grenzen der Erde. Das zeigt uns schon, dass hier nicht die Rede von einem irdischen Herrscher sein kann. Denn wer kann schon die Weltherrschaft besitzen? Das bezieht sich auf die Herrschaft Gottes, der über Himmel und Erde herrscht. Und der Friede, den dieser angekündigte Messias bringen wird, ist kein politischer Friede im Sinne eines Waffenstillstands. Es ist eine übernatürliche Gabe, die umfassend und ewig ist. Diesen Frieden kann nur Gott geben, Menschen werden mit all ihren Bemühungen einen solchen Frieden nicht erreichen.

Ps 80
2 Du Hirte Israels, höre! Der du auf den Kerubim thronst, erscheine!
3 Wecke deine gewaltige Kraft und komm zu unserer Rettung!
15 Gott der Heerscharen, kehre doch zurück,/ blicke vom Himmel herab und sieh, sorge für diesen Weinstock! 
16 Beschütze, was deine Rechte gepflanzt hat, und den Sohn, den du dir stark gemacht!
18 Deine Hand sei über dem Mann zu deiner Rechten, über dem Menschensohn, den du dir stark gemacht. 
19 Wir werden nicht von dir weichen. Belebe uns und wir rufen deinen Namen an.

Psalm 80 ist durch und durch von der Messiassehnsucht durchtränkt. Es ist ein einziger Ruf nach Gottes Kommen. Man sieht es sprachlich anhand der vielen Imperative wie „höre“, „erscheine“, „wecke“, „kehre doch zurück“, „blicke herab“, „sieh“, „sorge“ etc. Die Menschen schreien zu Gott und dieser erhört sie. Er wird seinen Sohn schicken. Er hört, er blickt herab und sieht. Er erscheint als kleines Kind in einem Stall, er sorgt wie ein Hirte für seine Herde und sagt über sich „ich bin der gute Hirte“ und „ich bin der Weinstock“. Wir beten diesen Psalm aus der Perspektive der Gebetserhörung und zugleich mit Blick auf sein zweites Kommen. So beten auch wir „kehre doch zurück“ und „komm zu unserer Rettung“.
Es ist bemerkenswert, wie hier bestimmte Metaphern verwendet werden, die später Jesus aufgreift. Dies zeigt erneut die pädagogische Sensibilität Gottes, denn Jesus greift das auf, was Tradition ist, was bekannt ist. Es verschafft den frommen Juden einen Aha-Effekt nach dem anderen. Wir erkennen diese überwältigenden Querverweise nicht so intensiv wie diejenigen, die ganz mit den Psalmen und dem AT lebten, die die Schriften durch und durch auswendig kannten, die in ihnen dachten. Der Weinstock ist ein absolut traditionelles Bild. Ebenso verhält es sich mit dem Bild des Hirten für Gott. Wenn Jesus von sich aus sagt, dass er der gute Hirte sei, deutet er für die Juden verständlich an, dass er Gott ist! Wir lesen Vers 18 mit besonderer Aufmerksamkeit: Dies ist ja zunächst auf keine bestimmte Person zu beziehen, sondern die Hand auf dem Mann zur Rechten bezieht sich auf den Schutz und Beistand Gottes für all jene, die der Weisung folgen. Diese sind „zur Rechten“ Gottes. So ist jeder Mensch dann als Nachkomme Adams als Menschensohn zu bezeichnen. Dies ist der Literalsinn, den auch die Zeitgenossen so zunächst verstanden haben. Wir lesen so eine Aussage, aber vor allem christologisch: Die Hand Gottes liegt auf dem, von dem wir glauben, dass er nun zur Rechten Gottes sitzt, Jesus Christus! Er ist der Menschensohn, wie er sich selbst zu Lebzeiten immer bezeichnet hat. Er ist der Sohn des Menschen – der Nachkomme Adams. Wenn Jesus sich so nannte, dann aus der Perspektive seines vollen Menschseins. Auch wir sind Nachkommen Adams und erbitten den Beistand Gottes, seine Hand auf uns, die wir uns darum bemühen, an seiner Rechten zu sein, also seine Gebote zu halten. Am Ende der Zeiten erhoffen wir uns, zur Rechten Gottes auf ewig bestehen zu dürfen – nicht so wie Christus, aber doch in dessen Gemeinschaft.
Auch wir versprechen dem Herrn, nicht von ihm zu weichen. Dies ist nicht nur ein Versprechen, das die Israeliten JHWH gemacht haben. Gewiss brechen wir dieses Versprechen mit jeder Sünde, aber doch bemühen wir uns. Gott ist so barmherzig mit uns, dass er uns die Schuld vergibt, wenn wir ihn aufrichtig um Vergebung bitten.
Bemerkenswert ist auch der letzte Satz: Wir bitten um Belebung. Dies lesen wir sehr ekklesiologisch: Wir bitten als Christen um den Hl. Geist, der uns belebt, sodass wir seinen Namen anrufen können. Dies wird in der Apg wieder aufgegriffen, als die Aufforderung an Paulus ergeht: „Was wartest du? Lass dich taufen und deine Sünden abwaschen und rufe seinen Namen an!“ (Apg 22,16). Die Belebung verstehen wir sakramental als die Wiedergeburt im Hl. Geist, die Taufe! Zugleich lässt es uns an die Firmung denken, das ein persönliches Pfingsten in der Seele des Menschen ist. Diese beiden Sakramente waren ursprünglich eines. So verwundert das nicht. Wir bitten auch um Belebung der Kirche. Wir beten um Erneuerung durch den Geist Gottes, der das Feuer neu aufflammen lässt. Diese Erneuerung wird den angemessenen Lobpreis Gottes mit sich bringen. Dieser Satz ist auch auf die persönliche Umkehr jedes Menschen zu beziehen: Durch die (sakramentale) Umkehr erlangt der Mensch den Stand der Gnade, was eine Belebung der Seele ist. Der Zustand der Todsünde wird nicht umsonst in der Bibel Tod der Seele bezeichnet. Und am Ende der Zeiten werden wir belebt zum ewigen Leben, eines Tages sogar mit Leib und Seele! Dann werden wir auf ewig den Namen Gottes anrufen, in dessen Gegenwart wir leben werden.

Hebr 10
5 Darum spricht er bei seinem Eintritt in die Welt: Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir bereitet;
6 an Brand- und Sündopfern hast du kein Gefallen.
7 Da sagte ich: Siehe, ich komme – so steht es über mich in der Schriftrolle – , um deinen Willen, Gott, zu tun.
8 Zunächst sagt er: Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sündopfer forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich sie doch nach dem Gesetz dargebracht werden;
9 dann aber hat er gesagt: Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun. Er hebt das Erste auf, um das Zweite in Kraft zu setzen.
10 Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Hingabe des Leibes Jesu Christi geheiligt – ein für alle Mal.

In der zweiten Lesung hören wir davon, was die Sühnung unserer Sünden erwirkt hat. Der Hebräerbrief stellt immer wieder den Alten und den Neuen Bund nebeneinander. Für die Juden war der Kult des Alten Bundes mit den verschiedenen Opfern das Maximum an Sühne, die sie erlangen konnten. Das war auch eine lange Zeit die einzige Möglichkeit. Doch dann hat Gott in die Menschheitsgeschichte eingegriffen, indem er seinen einzigen Sohn hingegeben hat. Der Hebräerbrief greift die Worte des Psalms 40 auf: „Siehe, ich komme – so steht es über mich in der Schriftrolle – , um deinen Willen, Gott, zu tun.“ Das ist das Entscheidende: den Willen Gottes zu tun.
In diesem Brief wird reflektiert, dass das erste (nämlich die ganze Opfertätigkeit Israels) aufgehoben wird für das zweite (nämlich das Kommen des Messias). Der Messias ist gehorsam gewesen und hat bis zum Schluss den Willen des Vaters umgesetzt. Weil er gehorsam war bis zum Tod am Kreuz, „sind wir (…) geheiligt – ein für alle Mal.“ Dies hat unsere Sühne erwirkt, nicht die Opfer Israels. Das wird im Hebräerbrief deshalb so reflektiert, weil es auch nach dem Erlösungswirken Jesu Christi, nach der Gründung der Kirche und während des missionarischen Wirkens der ersten Christen Bestrebungen gab, die Opfertätigkeit, die Torah, alles Jüdische weiterzuführen wie bisher. Die ersten Christen sind ja auch noch in den Tempel zum Beten gegangen, haben den Sabbat gehalten und zugleich am ersten Tag der Woche „das Brot gebrochen“. Was der Hebräerbrief aber ausdrücken möchte, ist: Wir können nicht mehr so tun, als ob wir heilsgeschichtlich dort stehen, wo die Juden vor dem Kommen des Messias standen. Das bedeutet die Leugnung des Erlösungswirkens Jesu Christi. Wir Christen sind nun Erlöste und Nachösterliche. Wir können nicht mehr so tun, als ob Brand- und Schlachtopfer heilsnotwendig sind und unsere Sünden hinwegnehmen können. Dann würden wir Gott nicht zutrauen, dass er dies durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi bereits ein für alle Mal erwirkt habe.

Lk 1
39 In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.
40 Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.
41 Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt
42 und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
43 Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
44 Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
45 Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

Alles, was wir bisher gehört haben, läuft auf das heutige Evangelium hinaus: Maria besucht ihre Verwandte Elisabet, die ja im sechsten Monat schwanger mit Johannes dem Täufer ist.
Als Maria ins Haus kommt und Elisabet begrüßt, hüpft das Kind in ihrem Leib. Elisabet wird vom Heiligen Geist erfüllt und tut das, zu dem der Gesang aus Jes 12 auffordert: Sie unternimmt einen Lobpreis. Dabei segnet sie Maria, die sie als die Muttergottes erkennt. Es ist bemerkenswert, dass sie sich selbst niedriger einstuft als Maria („Wer bin ich…“). Das ist insofern besonders, als sie nach jüdischer Vorstellung eigentlich höher steht. Sie ist ja älter als Maria. Elisabet beginnt den Lobpreis, nachdem sie gemerkt hat, dass ihr ungeborenes Kind den Messias preist. Das heißt, dass ein ungeborener Mensch der erste ist, der den Messias erkennt! Wie kann man da noch sagen, dass Johannes der Täufer noch kein Mensch ist? Elisabet erkennt dadurch, dass Maria selbst ein Kind erwartet. Das ist bis dahin noch keinem bekannt gewesen.
Jesus kehrt in das Haus des Zacharias ein, auch wenn er noch nicht geboren ist. Das erkennt schon das andere ungeborene Kind. Es kommt noch besser. Im Hohelied gibt es eine Textstelle, in der es heißt, der Geliebte „springt über die Berge und hüpft über die Hügel“ (Hld 2,8). Maria geht ins Bergland von Judäa, um ihre Verwandte zu besuchen. Sie bringt den „Geliebten“ tatsächlich in die Berge und Hügel! Es handelt sich gleichsam um das erste Fronleichnamsfest, denn das Allerheiligste wird in der ersten Monstranz zu den Menschen gebracht. Nicht nur Maria wird so zur Tochter Zion, in deren Mitte, nämlich in ihrem Leib, der Messias heranwächst, sondern auch ihre Verwandte und auch Johannes der Täufer.
Elisabet erkennt, dass die Personifikation der Tochter Zion ihre Verwandte Maria ist. Sie ist ganz anders als alle anderen Frauen. Sie trägt kein normales Kind unter ihrem Herzen, sondern den Messias, Gott selbst. Sie erkennt Marias Glauben an die gute Vorsehung Gottes. Sie erkennt, dass Maria wirklich darauf vertraut hat, dass Gottes Ratschluss immer auf das Heil hinausgeht und dass Gott sein Versprechen hält.
Aufgrund des wunderbaren Heilsplans Gottes wird Maria mit Freude erfüllt und gibt ihm die Ehre stellvertretend für das ganze Volk Israel. Sie ist die Personifikation der Tochter Zion. Sie ist zugleich der Beginn des Neuen Bundes, also ein Scharnier zwischen den beiden Bünden. Auch mit Blick auf den zweiten Bund ist sie die Repräsentantin des Lobpreises. Nicht umsonst nennen wir sie das Urbild der Kirche. Was sie als Lobpreis formuliert, kennt die Kirche als Magnificat. Dieser Lobpreis ist nicht mehr Teil des Evangeliums.

Heute bemerken wir eine sehr unmittelbare Messiaserwartung und zugleich die Erwartung seiner Mutter. Das ist nichts Banales, nicht von Christus Wegführendes, sondern so wie die erste Frau dem ersten Mann als Hilfe beigesellt ist, ist die zweite Frau dem zweiten Mann beigesellt – das Werk der Erlösung zu vollbringen. Sie hilft ihm dabei zuallererst durch ihr Ja. Sie bringt den Messias in diese Welt. Sie gibt ihm ihre davididische DNA. Sie wird ihn stets begleiten bis unter das Kreuz, bis in den Ostermorgen hinein, bis in das Pfingstereignis hinein. Sie ist das erste Produkt der Erlösung und wir können an ihr deren ungetrübtes Spiegelbild erkennen. Bald, sehr bald ist Weihnachten. Hüpfen wir zusammen mit Johannes dem Täufer vor Freude über den Herrn, der schon an unserer Schwelle steht!

Ihre Magstrauss

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