Freitag der 5. Osterwoche

Apg 15,22-31; Ps 57,8-9.10-11; Joh 15,12-17

Apg 15
22 Da beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte auszuwählen und sie zusammen mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas, genannt Barsabbas, und Silas, führende Männer unter den Brüdern.
23 Sie gaben ihnen folgendes Schreiben mit: Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder, grüßen die Brüder aus dem Heidentum in Antiochia, in Syrien und Kilikien.
24 Wir haben gehört, dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben, euch mit ihren Reden beunruhigt und eure Gemüter erregt haben.
25 Deshalb haben wir einmütig beschlossen, Männer auszuwählen und zusammen mit unseren geliebten Brüdern Barnabas und Paulus zu euch zu schicken,
26 die beide für den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, ihr Leben eingesetzt haben.
27 Wir haben Judas und Silas abgesandt, die euch das Gleiche auch mündlich mitteilen sollen.

28 Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge:
29 Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!
30 Man verabschiedete die Abgesandten und sie zogen hinab nach Antiochia, riefen die Gemeinde zusammen und übergaben ihr den Brief.
31 Sie lasen ihn und freuten sich über den Zuspruch.

Gestern hörten wir in der Lesung von hitzigen Auseinandersetzungen auf dem Apostelkonzil in Jerusalem. Es wurde über die Heilsnotwendigkeit der Beschneidung diskutiert sowie über die Haltung der gesamten Torah durch die Heiden. Petrus hat entschärfend eingewirkt, Paulus und Barnabas die Chance gehabt, Zeugnis von der heidnischen Bekehrungswelle auf der ersten Missionsreise zu berichten und Jakobus sodann das entscheidende Wort gesprochen: So wie im levitischen Heiligkeitsgesetz notiert sollen die Heiden aus Rücksicht vor den Judenchristen ein Mindestmaß an Ritualgeboten einhalten, ansonsten aber weder beschnitten werden noch der Torah unterworfen werden. Sie sollen nicht mit der pharisäischen Strenge belastet werden wie die Juden.
Damit können sich die meisten wohl anfreunden, denn heute hören wir davon, dass zusammen mit Paulus und Barnabas eine Gesandtschaft von zwei jerusalemer Brüdern nach Antiochia, der heidenchristlichen Basisgemeinde, zurückkehren und die Beschlüsse verlesen. Dies hätten Paulus und Barnabas auch hinbekommen, doch geht es hier um die Bedeutung der Vertreter. Dies macht die Angelegenheit hochoffiziell und autoritär.
Judas Barsabbas und Silas werden ausgewählt, diese Aufgabe zu übernehmen. Wir erfahren auch den Wortlaut des Schreibens:
Es handelt sich von der Form um einen Brief, der klassisch mit einem Präskript beginnt. Dort wird der Autor und der Absender formuliert sowie ein Gruß an den Adressaten gerichtet. Die Absender sind die Aposteln und die Ältesten (das heißt die Presbyter der Urgemeinde). Wie auch sonst in antiken Briefen wird der Absender grammatikalisch im Nominativ formuliert, der Empfänger aber im Dativ: Es handelt sich um die Heidenchristen („Brüder aus dem Heidentum“) in Antiochia, Syrien und Kilikien. Ein ganz knapper Gruß folgt der Nennung der Adressaten mithilfe des Wortes χαίρειν chairein (hier: „zum Gruß“).
Dann erfahren wir weitere Details von der Vorgeschichte, aufgrund welcher das Apostelkonzil überhaupt einberufen worden ist: Es gab Brüder der Urgemeinde, die ohne Beauftragung in Antiochia gepredigt und mit der Beschneidungsforderung für Unruhe gesorgt haben. Ihre eigenmächtige Verkündigung ohne offizielle Beauftragung ist uns neu.
Aus diesem Anlass hat die Urgemeinde beschlossen, mit Barnabas und Paulus die Männer Silas und Judas zu ihnen zu senden, die auch mündlich für den Inhalt des Schreibens einstehen. Es sind wirklich bewährte Männer, die „ihr Leben eingesetzt haben“ für Christus. Es könnte durchaus auf Bedrängung von Seiten der jüdischen Elite in Jerusalem hindeuten, die immer wieder versuchten, die aufkommende „Christus-Sekte“ auszumerzen.
Und dann kommt dieser wunderbare Satz: „Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen.“ Das muss man wirklich betonen. Es ist ein Teamwork von Gott und Mensch. Trotz hitziger Auseinandersetzungen war der Prozess des Apostelkonzils geistgetragen und dieser hat ihnen die richtigen Impulse, Erinnerungen und Beschwichtigungen eingegeben, sodass die Kirche zusammengehalten werde. Wir müssen hier ganz klar unterstreichen, dass es von Anfang an Spannungen in der Kirche gibt. Wo unterschiedliche Menschen zusammenleben, belasten ihre menschlichen Schwächen irgendwann die Gemeinschaft. Und es ist auch normal, dass es unterschiedliche Akzente und Mentalitäten gibt. Von Anfang an, ich betone das gerne, von Anfang an war katholische Problemlösung immer darauf bedacht, diese Schwerpunkte in ihrer Vielfalt zu erhalten. Wo nur ein Akzent zugelassen worden ist, entstanden Sekten, die irgendwann nichts mehr mit dem Christentum zu tun hatten (z.B. Markion mit seinem Antijudaismus). Katholisch heißt „allumfassend“, auch in der Weite der Lehre. Dies gilt bis heute. Katholisch ist Gregorianik und Alte Messe, katholisch ist aber auch die katholische charismatische Erneuerung.
Was auf dem Apostelkonzil entschieden worden ist, wurde unter dem Einfluss des Heiligen Geistes beschlossen. Eine höhere Autorität gibt es nicht. So signalisiert das Schreiben nun etwas Entscheidendes, an das man sich unbedingt halten muss:
Die Heidenchristen müssen die „Last“ der Juden nicht tragen (Beschneidung, Torah), jedoch Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht meiden. Sie verhalten sich richtig, wenn sie wenigstens dies halten.
Der Brief endet mit der gängigen Abschlussformel ἔρρωσθε errosthe, was so viel wie „Lebet wohl“ oder „Gehabt euch wohl“ heißt.
So ziehen die vier Männer nach Antiochia und der Brief wird dort verlesen. Die Gemeinde in Antiochia freut sich über den Zuspruch. Das griechische Wort ist an dieser Stelle παράκλησις paraklesis, was auch mit „Ermahnung, Ermunterung, Aufforderung“ übersetzt werden kann. Es ist in dieser sehr autoritativen Situation (die Jerusalemer haben zusammen mit dem Heiligen Geist beschlossen) am besten mit „Ermahnung“ zu übersetzen. Dies ist deshalb ein Grund zur Freude, weil in dieser Streitfrage endlich ein Machtwort gesprochen und Gewissheit eingekehrt ist. Die Verunsicherung in einer ganz ungeklärten Situation hat die Heidenchristen sehr verunsichert.
Wir lernen aus der heutigen Perikope, dass eine Autorität innerhalb einer Gemeinschaft wirklich wichtig ist. In so einem System kann Klarheit herrschen und eine deutliche Linie vorgegeben werden, die wiederum mit dem Willen Gottes übereinstimmen muss. Wenn jeder macht, was er will und keine Einigkeit bei allen Christen herrscht, ist es keine Weltgemeinschaft mehr. Es zerfällt in ein einziges Schollenmeer, das keine Einheit mehr hat.

Ps 57
8 Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen.
9 Wach auf, meine Herrlichkeit! Wacht auf, Harfe und Leier! Ich will das Morgenrot wecken.
10 Ich will dich preisen, Herr, unter den Völkern, dir vor den Nationen spielen.
11 Denn deine Liebe reicht, so weit der Himmel ist, deine Treue, so weit die Wolken ziehn.
12 Erhebe dich über den Himmel, Gott! Deine Herrlichkeit sei über der ganzen Erde!

Als Antwort beten wir den wundervollen Ps 57. Der Beginn wird auch heute wieder von einer Selbstaufforderung zum Lob gekennzeichnet. Das Herz ist bereit. Das ist entscheidend. Wenn auch unsere Lippen Gott loben und preisen, mit Instrumenten wie die Harfe und Leier aus Vers 9 begleiten, so laut singen, dass wir das Morgenrot wecken – all das ist nutzlos, wenn unser Herz nicht bei der Sache ist. Darauf kommt es Gott aber an, sodass seine Propheten oft die Herzensferne der Israeliten kritisieren (Jes 29,13f.). Wenn das Herz sich auf Gott ausrichtet und ihn aufrichtig preist, wird es zu einem würdigen Opfer für den Herrn.
Vers 9 ist sehr poetisch und als Morgenlob zu deuten, hat aber auch einen tieferen geistlichen Sinn: Die Herrlichkeit Gottes und das Morgenrot sollen aufwachen. Das ist zutiefst messianisch: Jesus Christus ist der Messias, dessen Kommen mit dem Morgenrot (von Osten) in Verbindung gebracht wird. Die Herrlichkeit Gottes soll aufwachen und den Retter senden, das Heil für das auserwählte Volk Israel.
Das Gotteslob soll nicht nur bei den Stämmen Israels erklingen, sondern auch „vor den Nationen“. Für die Völker wird hier in Vers 10 ammim gebraucht, was in der Einzahl zwar mehr auf das Volk Israel bezogen wird, in der Mehrzahl aber durchaus allgemein Völker meinen kann. Für die Nationen wird ummim gebraucht, was noch allgemeiner ist und ebenfalls auf alle Völker, also auch die nichtjüdischen Völker einbezieht. Vor dem Hintergrund der Lesung wird es zu einem Lobpreis der Antiochener, die Gottes Eingreifen in die ganze Streitsituation preisen.
„Denn deine Liebe reicht, so weit der Himmel ist“. Gottes Liebe ist unendlich, sie ist weltumspannend und gilt jedem Geschöpf. Gottes Liebe gilt somit auch den Heiden und muss auch ihnen verkündet werden. Auch die Treue Gottes ist unendlich. Er hält seine Versprechen und bricht den Bund mit seinem auserwählten Volk nie, selbst wenn das Volk dem Bund untreu wird. Gott verheißt das Heil nicht nur dem auserwählten Volk, sondern schon Jesaja schaut die Völkerwallfahrt zum Zion. Gott wird einen Bund schließen mit allen Menschen, auch mit den Heiden. Und in der Apostelgeschichte ist dies nun Realität geworden. Dort müssen nun pragmatische Probleme geklärt werden, die mit der Einbeziehung von Heiden entstehen.
Am Ende erfolgt die Bitte an Gott, sich über den ganzen Himmel zu erheben und seine Herrlichkeit über der ganzen Erde erstrahlen zu lassen. Dies ersehnen auch wir bis heute, wenn wir die Wiederkunft Christi erwarten. Wir ersehnen das Ende der Zeiten, wenn Gott in seiner ganzen Herrlichkeit allen Menschen offenbar wird. Dann wird der verherrlichte Menschensohn die Lebenden und die Toten richten und die Gottesherrschaft sich endgültig durchsetzen.

Joh 15
12 Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe.
13 Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.
15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.
17 Dies trage ich euch auf, dass ihr einander liebt.

Heute hören wir die Fortsetzung der zweiten Abschiedsrede. Es ging bereits gestern um die Liebe. Dort war es vor allem das Sein in der Liebe Gottes, was wir als Stand der Gnade bezeichnen. Diese wird dadurch aufrecht erhalten, dass der Mensch die Gebote Gottes hält.
Heute hören wir nun die zweite Seite der Liebesmedaille – die Nächstenliebe.
Es ist Gottes Wille, dass die Menschen einander so lieben, dass sie ihr Leben füreinander hingeben. Jesus sagt dies mit seinem bevorstehenden Kreuzestod im Sinn. Er wird es ihnen in vollkommener Weise vormachen, wenn er für die Erlösung der gesamten Menschheit ans Kreuz geschlagen wird.
Jesus erklärt den Aposteln auch, was er mit Freundschaft meint, denn er sieht die Lebenshingabe als größte Liebe gegenüber den Freunden. Er meint in erster Linie sich selbst, wie er sein Leben für seine Freunde hingibt, das heißt für seine Jünger. Darüber hinaus spricht er natürlich alle an, die in seiner Nachfolge leben und sich für ihre Freunde hingeben.
Freundschaft mit Christus ist ein anderes Bild für das Sein in Gottes Liebe. So sind auch die Gebote Gottes gleichzusetzen mit dem, was Christus seinen Jüngern aufträgt. Der Vater und der Sohn sind eins. Christus ist die Erfüllung der Gebote Gottes in Person. Auf ihn zu hören kommt der Erfüllung der Gottesgebote gleich. Freundschaft mit Christus haben wir, wenn wir auf ihn hören – wir sind in seiner Liebe durch die Haltung der Gebote Gottes.
Dann erklärt Jesus die Gegenbegrifflichkeit von Freund und Knecht. Wenn man bei einem Herrn als Knecht eingestellt ist, tut man einfach gehorsam, was einem aufgetragen wird. Doch der Herr wird nicht alle seine Pläne und Belange mit dem Knecht teilen. Das geht ihn nichts an. Anders sieht es unter Freunden aus. Diese erzählen sich alles auf einer sehr hohen Vertrauensbasis. Davon ausgehend erklärt Jesus seinen Aposteln, dass er und sie ein solches Freundschaftsverhältnis zueinander haben. Er hat ihnen alles erzählt (Stichwort Offenbarung), was er vom Vater gehört hat. Das ist ein sehr großer Vertrauenserweis, denn Jesus hat ihnen das Herz des Schöpfers von Himmel und Erde, des Herrschers über die Könige der Welt und des universalen Richters gezeigt. Diese größte Intimität hat Christus ihnen in Beziehung zum Vater ermöglicht!
Es geht noch weiter: Dass sie diese Freundschaft und somit den ultimativen Vertrauenserweis genießen dürfen, kommt nicht von ihrer eigenen Initiative, sondern Christus hat sie dazu erwählt! Wir wissen von den Evangelien, dass Jesus zu ihnen hinging und sie zu seinen Jüngern machte. Er rief sie dazu auf, ihm nachzufolgen und sie ließen alles stehen und liegen. So ist es auch mit uns: Gott hat uns erwählt, seine Freunde, seine Kinder, seine Familie zu sein. Er hat uns aus Liebe ins Dasein gerufen und alles, was wir ihm gegenüber anstreben – Liebe, Dankbarkeit, Glaube etc. – ist immer Antwort auf seine zuerst vorausgegangene Liebe.
Die Jünger sind dazu aufgerufen, Frucht zu bringen, die dauerhaft ist. Dieser Aufruf zur Fruchtbarkeit ist mehr als nur biologisch gemeint wie in der Genesis. Es geht um geistige Fruchtbarkeit, die eine viel größere ist. Die Jünger sollen das Wort Gottes ausstreuen und viele Kinder für die Familie Gottes streuen. Das ist also ein missionarisches Wort. Wer aber auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft wird, bleibt in Ewigkeit ein Kind Gottes. Das Siegel, das bei der Taufe dem Täufling in die Seele eingeprägt wird, ist unauslöschlich, egal, was passiert. Deshalb ist es eine bleibende Frucht. So wird die Familie Gottes, die Kirche immer größer. Fruchtbar können die Apostel aber nur dann sein, wenn sie in der Liebe Gottes bleiben, also im Stand der Gnade. Und so ist es auch bis heute mit der Kirche als Leib Christi und mit jedem einzelnen Christen bezogen auf den Stand der Gnade. Was wir im Namen Jesu Christi erbitten, wird uns der Vater geben, wenn wir im Stand der Gnade bitten (und natürlich, wenn es seinem heiligen Willen entspricht!).
Jesus endet den heutigen Abschnitt mit einem wiederholten Aufruf zur Nächstenliebe. Sie ist mehr als nur ein gegenseitiges Gutsein. Sie übersteigt die Komfortzone bis hin zum Sterben füreinander. Das hat also nichts mit romantischen Vorstellungen zu tun, sondern damit, dass Liebe immer aufs Ganze geht. Jesus stirbt für die ganze Menschheit. Wer ihm nachfolgt und so lebt wie er, wird ebenfalls aufs Ganze gehen, wenn es sein muss. Dieses Sterben füreinander ist der äußerste Fall, doch auch das langsame Absterben des eigenen Willens und Egoismus, der eigenen Wünsche und Bequemlichkeiten um des Wohls des Anderen willen ist bei dieser Aussage mitgemeint. Wir sehen es besonders eindrücklich bei unseren Eltern. Sie geben sich so sehr für uns Kinder hin, opfern ihre Gesundheit, ihre Lebenszeit, ihre Finanzen, ihre eigenen Pläne, auch gerade beruflicher Art, um uns großzuziehen und zu erwachsenen Menschen und brennenden Christen zu machen. Es ist keine berechnende Liebe, die eine Gegenleistung erwartet, sondern eine ganz zweckfreie und selbstlose Hingabe und Ermöglichung optimaler Entfaltung des Anderen.

Diese absolute Selbstverschenkung an den Nächsten speist sich aus der Liebe Gottes und ist somit eine übernatürliche Liebe. Hier ist nicht mehr das Stichwort die φιλία philia „Freundschaft“, sondern die ἀγάπη agape. Sie fordert vom Menschen alles und weil dieser beschränkt ist, leitet sie sich von der übernatürlichen Gnade Gottes ab. Wenn wir in der Liebe Gottes sind, können wir diese übermenschliche Liebe auch dem Nächsten erweisen.

Ihre Magstrauss

Mittwoch der 2. Woche der Fastenzeit

Jer 18,18-20; Ps 31,5-6.12 u. 14.15-16; Mt 20,17-28

Jer 18
18 Sie aber sagten: Kommt, lasst uns gegen Jeremia Pläne schmieden! Denn nie wird dem Priester die Weisung ausgehen, dem Weisen der Rat und dem Propheten das Wort. Kommt, wir wollen ihn mit Worten schlagen und auf keines seiner Worte achten. 

19 Gib du, HERR, Acht auf mich und höre das Gerede meiner Widersacher! 
20 Darf man Gutes mit Bösem vergelten? Doch sie haben mir eine Grube gegraben. Gedenke, dass ich vor dir stand, um Gutes über sie zu reden und deinen Zorn von ihnen abzuwenden!

Der heutige Ausschnitt aus dem Buch Jeremia stellt die Reaktion der Menschen auf eine Warnung Gottes dar, die der Prophet ihnen zuvor übermittelt hat. Dort gibt Gott den Menschen zu verstehen, dass er sie vernichten werde, wenn sie nicht von ihrem Götzendienst umkehren. Er kritisiert ihre Abkehr von ihm und verwendet das Bild des Töpfers, denn Jeremia ist zur Vermittlung der Botschaft zum örtlichen Töpfer gegangen. Das geformte Gefäß wird zur prophetischen Zeichenhandlung.
Die Menschen sind aber verstockt und deshalb lesen wir heute: „Kommt, lasst uns gegen Jeremia Pläne schmieden!“ Das ist sehr interessant, denn sie tun so, als ob er sich diese Worte ausgedacht hätte. Sie reagieren so, als ob nicht Gott ihnen die Kritik entgegen gebracht hat. Wie oft machen wir dieselbe Erfahrung! Dann warnt man Menschen, weil sie in Gottes Augen schlimme Sünden begehen, doch sie wehren nur ab mit Worten wie „Lass mich in Ruhe! Warum soll ich so leben, wie du willst?“ Oder es kommt tatsächlich so etwas wie „Das ist deine Meinung. Ich habe eine andere.“ Sie tun so, als ob nicht Gott selbst diese Gebote gegeben hätte und ein bestimmtes Verhalten von seinen Bündnispartnern, den Getauften, erwarten würde.
Die Israeliten wollen mit Jeremia debattieren, um ihn zu besiegen, so als ob sich über die Gebote diskutieren ließe. Auch das kommt uns so sehr bekannt vor. Erstens musste Jesus das immer wieder durchmachen, wenn er mit den Pharisäern und Schriftgelehrten sprach und diese durch ihre menschlichen Gebote die göttlichen Gebote aushebelten. Auch wir müssen das in der Kirche immer wieder erfahren wie jetzt mit dem synodalen Weg. Da werden Diskussionen angefacht über Dinge, die schon längst entschieden und nicht änderbar sind. So ist es z.B. mit der Frauenweihe oder mit der Sexualmoral. Wie können wir Menschlein diskutieren und debattieren, wenn es sich um den Stiftungswillen Christi bei der Weihe und um die zehn Gebote Gottes bei der Sexualmoral handelt?
Jeremia reagiert auf diese Anfeindungen richtig. Er geht damit zu Gott und bittet ihn um seinen Beistand. Er nennt diese Menschen seine Widersacher. Im Grunde ist es nur ein einziger, der gegen uns kämpft und der die Fäden zieht, der sich Menschen bedient und die Meinung der Welt formt – der Satan. Es ist im Letzten ein Kampf gegen ihn, der der eigentliche Widersacher hinter allem Widerstand und jeder Auflehnung gegen Gott ist.
„Darf man Gutes mit Bösem vergelten?“ ist eine rhetorische Frage, denn die Antwort ist offensichtlich und muss nicht explizit formuliert werden.
„Doch sie haben mir eine Grube gegraben.“ – Jeremia ist gefangen in den Fängen des Bösen, er wird in die Knie gezwungen, aber Gott ist an seiner Seite. Die Menschen können mit ihm debattieren und versuchen, ihn zu schlagen, doch sie werden der göttlichen Weisheit nie das Wasser reichen, die durch Jeremia spricht.
Jeremia betet überraschenderweise nicht so, wie wir in Ps 58 z.B. lesen. Er bittet Gott nicht, sie zu verfluchen, zu zerstören, ihnen Böses zu tun, sondern er erinnert Gott eindringlich daran, dass er um Gottes Vergebung für seine Widersacher gebeten hat. Er redet sogar noch gut von ihnen und versucht, Gottes Zorn von ihnen abzuwenden. Darin ist er typologisch zu Christus zu betrachten, der am Kreuz noch für seine Henker betet mit den Worten „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ In Christi Nachfolge tut dies auch die Kirche, wenn sie den Schuldigern in der Beichte die Schuld vergibt. Und auch wir sollen so sein, dass wir für unsere Feinde beten und uns um ihr ewiges Leben sorgen, statt gekränkt zu sein und nur auf das zu schauen, was sie uns angetan haben. Dann wird auch Gott uns am Ende unseres Lebens barmherzig behandeln, wenn wir vor ihm stehen.

Ps 31
5 Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten; denn du bist meine Zuflucht. 

6 In deine Hand lege ich voll Vertrauen meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du Gott der Treue.
12 Vor all meinen Bedrängern wurde ich zum Spott, zum Spott sogar für meine Nachbarn. Meinen Freunden wurde ich zum Schrecken, wer mich auf der Straße sieht, der flieht vor mir. 
14 Ich hörte das Zischeln der Menge – Grauen ringsum. Sie taten sich gegen mich zusammen; sie sannen darauf, mir das Leben zu rauben. 
15 Ich aber, HERR, ich habe dir vertraut, ich habe gesagt: Mein Gott bist du. 
16 In deiner Hand steht meine Zeit; entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!

Im heutigen Psalm beten wir ein Gebet Davids, das zur Situation in Jeremia passt. Eine solche Situation wiederholt sich im Laufe der Heilsgeschichte nämlich immer wieder. Menschen stehen für Gott ein und werden dafür angefeindet. Da spielt es kaum eine Rolle, ob es sich um den König über die zwölf Stämme Israels um das Jahr 1000 v.Chr. herum handelt oder um einen Propheten aus dem 7. Jh.v.Chr. Es macht auch keinen Unterschied, ob es Gott selbst ist, der Mensch geworden und unter den Menschen gelebt hat. Er ist nicht nur angefeindet, sondern sogar gekreuzigt worden. Wir müssen uns als Christen also nicht wundern, wenn wir für die Wahrheit einstehen und ebenfalls angefeindet werden.
„Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten“ ist zwar ein anderes Bild als die gegrabene Grube, doch handelt es sich jeweils um das Stellen einer Falle. David sowie Jeremia vertrauen darauf, dass Gott stärker und mächtiger ist als diese paar Fallensteller. „Denn du bist meine Zuflucht“, bei Gott finden auch wir Schutz, denen so viele Fallen gestellt werden. Er ist auch für Christus der Zufluchtsort, dem durch die Pharisäer und Schriftgelehrten so viele Fallen gestellt worden sind. Er ist regelmäßig auf einen Berg gestiegen oder in die Einsamkeit gegangen, um beim Vater Zuflucht zu suchen.
„In deine Hand lege ich voll Vertrauen meinen Geist“ – diese Bibelstelle kommt uns bekannt vor, denn Jesus betet sie sterbend am Kreuz. Ja, Gott ist unsere Zuflucht und wir können uns vertrauensvoll ihm übergeben. Er missbraucht unser Vertrauen nie. Jesus hat in der absoluten Gottverlassenheit am Kreuz noch vertrauensvoll sein Leben Gott übergeben. So sollen auch wir vor Gott sein. Selbst wo wir ihn nicht spüren, wo wir uns in der Schwebe fühlen, sollen wir Gott ganz vertrauen, der uns nie verlässt, der uns immer auffängt und reich beschenken will.
Das bringt David auf den Punkt, wenn er sagt: „Du hast mich erlöst, HERR, du Gott der Treue.“ Er bricht sein Versprechen nicht. Er hat mit David einen Bund geschlossen und hält seine Treue, obwohl David ihm mehrfach untreu geworden ist. Auch mit uns hat Gott einen Bund geschlossen und hält auch uns gegenüber die Treue, obwohl wir sündigen und ihm dadurch jedesmal untreu werden. Gott wird uns nicht ins offene Messer laufen lassen, sondern am Ende wird alles gut werden. Er hat uns schon erlöst durch das Kreuzesopfer Jesu Christi. Nun liegt es an uns, diese Erlösung gläubig anzunehmen und durch unser Leben die Dankbarkeit über die Erlösung zu zeigen.
„Vor all meinen Bedrängern werde ich zum Spott (…)“. David sowie Jeremia stehen für Gott ein. Jeremia übermittelt sogar wortwörtlich, was Gott ihm aufgetragen hat, doch diese höchste Autorität wird verlacht. Deshalb machen sich jene, die für Gott einstehen, zum Gespött. Verlacht wird in erster Linie nämlich er, der Allerhöchste. Selbst die Nächsten wenden sich von ihnen ab. So sehen wir es auch bei Christus. Einer seiner engsten Freunde verrät ihn und liefert ihn dem Hohen Rat aus. Ein anderer seiner engsten Freunde verleugnet ihn am Lagerfeuer. Wie sehr muss es Jesus geschmerzt haben! Und darin hat er diese Sünde, die Sünde des Verleugnens und Verrats gesühnt. Auch wir tun es den beiden gleich, wenn wir Jesus in unserem Leben verleugnen, wenn wir feige schweigen, statt für ihn einzustehen im Freundeskreis, am Arbeitsplatz oder wo auch immer. Am schlimmsten ist es, wenn wir in der Kirchengemeinde nicht offen über ihn reden aus Angst vor unserem Ruf, weil die Gläubigen in Wirklichkeit gar nicht gläubig sind und aus dem katholischen Glauben eine larifari Bequemlichkeitsreligion machen.
Es ist kein Ausdruck von Verfolgungswahn oder anderer Paranoia, wenn David hier die sich zusammenrottende Menge und ihr Zischen beschreibt. Die Menschen gehen geschlossen gegen ihn vor, weil er zum HERRN hält. Auch bei Jeremia schmieden die Menschen gemeinsam einen Plan gegen ihn. Auch dies musste Jesus durchmachen, den die Gruppe der religiösen Elite beseitigen wollte und dafür einen Plan schmiedete. Auch heute sehen wir leider allzu oft, wie Gemeindemitglieder geschlossen gegen einen Geistlichen vorgehen, vor allem wenn er für den unverfälschten Glauben einsteht. Wie schrecklich ist es, wenn Gottes Augapfel, der Geweihte, so angegriffen wird! Auch dann bete ich von Herzen, dass die Angegriffenen wie David zu Gott kommen und sagen können – ich vertraue dir, du bist mein Gott. Entreiß mich meiner Feinde! Wir alle, die wir für den Glauben angefeindet werden, müssen uns in die Arme Gottes flüchten. Sonst werden wir an den Angriffen zugrunde gehen. Wir dürfen es nicht aus eigener Kraft tragen. Es wird uns entmutigen und ausbrennen. Jeremia ist mit seinem Leiden zu Gott gekommen, König David, selbst Jesus Christus, der Gott ist, hat zu seinem Vater so gebetet. Er hat sich ganz in seine Arme geworfen und sich fest an ihn geklammert, selbst am Kreuz noch, als er kaum noch Luft bekam, klammerte er sich an den Vater durch sein Gebet.
„Entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger“ beten heute so viele Christen wie noch nie, die für den Glauben verfolgt werden. Und heutzutage wird ihr biologisches Leben so wenig wie noch nie verschont. Und doch entreißt Gott diese Menschen den Feinden, indem er sie direkt in seine Arme schließt, wo sie auf ewig nicht mehr losgelassen werden. Sie dürfen Gottes Angesicht sofort und auf ewig schauen, weil sie direkt in den Himmel kommen. Gott entreißt auch uns vor dem Feind, auch wenn es manchmal über den biologischen Tod hinausgeht. Er wird dies am Ende der Zeiten mit der ganzen Welt tun, wenn er die gesamte Weltgeschichte abbricht und der Widersacher ein für allemal vernichtet wird.

Mt 20
17 Als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er die zwölf Jünger beiseite und sagte unterwegs zu ihnen: 

18 Siehe, wir gehen nach Jerusalem hinauf; und der Menschensohn wird den Hohepriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen 
19 und den Heiden ausliefern, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; und am dritten Tag wird er auferweckt werden.
20 Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus, fiel vor ihm nieder und bat ihn um etwas. 
21 Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen! 
22 Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. 
23 Da antwortete er ihnen: Meinen Kelch werdet ihr trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die es mein Vater bestimmt hat. 
24 Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. 
25 Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Großen ihre Vollmacht gegen sie gebrauchen. 
26 Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, 
27 und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. 
28 Wie der Menschensohn nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Ich habe bereits bei Psalm und Lesung immer wieder auf Jesu Auslieferung verwiesen. Im Evangelium hören wir erst recht davon:
Jesus nähert sich seinem Todesort Jerusalem. Er kündigt seinen Aposteln sein Leiden an, was sie vielleicht noch nicht richtig verstanden haben werden: Er wird den Hohepriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert und von den Heiden hingerichtet werden, aber nach drei Tagen wieder auferstehen. Für einen Juden eine undenkbare Sache! Deshalb wird es den Aposteln schwer gefallen sein, es bis aufs Letzte zu begreifen.
Dann bittet die Mutter der Zebedäussöhne Jesus um einen Gefallen: „Versprich, dass meine beiden Sühne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen!“ Wir können sie gut verstehen. Das Herz einer Mutter ist ganz um das Leben ihrer Kinder besorgt. Diese Frau ist tiefgläubig und kümmert sich deshalb nicht nur um das leibliche Wohl ihrer Söhne, sondern vor allem um das ewige Leben. Vielleicht ist es gar nicht ihr Anliegen, dadurch zu sagen, dass Jakobus und Johannes einen Ehrenplatz erhalten sollen, sondern dass sie überhaupt bei Jesus auch in der Ewigkeit sitzen dürfen. Jesus entgegnet jedenfalls etwas ganz Wichtiges: „Ihr wisst nicht, um was ihr bittet.“ Das ist auch in unserer heutigen Zeit so. Oft bitten wir um Dinge, deren Konsequenzen wir gar nicht sehen. Selbst wo wir eine noble Bitte an Gott richten wie ein Leiden, um für die Menschen zu sühnen, haben wir nicht die ganze Tragweite vor Augen, die damit einhergeht. So beantwortet Jesus ihnen selbst die Frage, ob sie den Kelch trinken können, den Jesus trinkt (ob wie bereit zum Leiden und Martyrium sind), indem er ankündigt, dass sie den Kelch trinken werden. Gleichzeitig erklärt er, dass die Vergabe der Plätze nicht ihm zustehe.
Wir können die Bitte der Mutter des Jakobus und Johannes vielleicht mehrfach deuten, doch wie es bei den übrigen Aposteln angekommen ist, ist eindeutig: Sie reagieren verärgert, weil sie eine Extrawurst bei den Zebedäussöhnen riechen. Es kommt ein Konkurrenzdenken auf, was im Reich Gottes absolut fehl am Platz ist. Deshalb erklärt Jesus: Auf dem Thron zu sitzen und auch schon in dieser Welt eine hohe Position zu haben bei der Evangelisierung, hat nichts mit herrschen zu tun, sondern mit dienen. Es geht nicht um Macht, sondern um Verantwortung. Wer ein hohes Amt bekleidet, muss am meisten zum Sklaven aller werden, sie bedienen und sich um sie kümmern. Es ist also nichts, um das man streiten soll, weil man selbst diese Macht haben will. Jesus ist auch nicht gekommen, um über die Menschen zu herrschen, sondern um sie zu bedienen. Er wird es seinen Aposteln noch einmal anhand von einer bestimmten Geste verdeutlichen, nämlich im Abendmahlssaal, als er ihnen die Füße wäscht. ER, der Messias! Er geht in die Knie und übernimmt die Aufgabe, die ein Haussklave normalerweise tut. So sollen die Aposteln „herrschen“. Und wie der Menschensohn gekommen ist, um sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben, so ist es auch mit uns. Wir sollen uns hingeben. Das ist das entscheidende Stichwort auch für unsere heutige Zeit. Jeder Mensch ist zur Hingabe berufen, umso mehr jene, die durch die Taufe zur Heiligkeit berufen sind. Hingabe ist unser Lebensziel, nicht die Selbstverwirklichung.
Was für uns Laien gilt, gilt umso mehr für die Geistlichen! Sie sollen die Menschen bedienen, in die Knie gehen, der Sklave aller sein und nicht irgendeine Macht ausspielen, die sie an sich reißen, die aber nichts mit Christi Nachfolge zu tun hat. Und wenn wir dann neidisch auf diese Macht schauen und dafür kämpfen, diese Macht umzuverteilen oder an uns zu reißen, dann sind wir schlimmer als die Aposteln damals. Sie haben sich nur beschwert, aber es kam nicht zu Machtkämpfen unter ihnen. Warum lernen wir nicht aus Jesu Worten im Evangelium, sondern fordern Dinge, die gegen Gottes Gebote gehen? Warum schreien unsereins „Frauen in alle Ämter!“ und sprechen von „Männermacht“, wenn die von Gott gestiftete Weihe überhaupt nichts mit Macht zu tun hat? Haben wir Jesus wirklich so wenig verstanden?

David, Jeremia, Jesus – auch wir sollen ganz für Gott einstehen und uns aus dieser Liebe zu ihm heraus hingeben für die anderen Menschen. Wir werden uns dabei früher oder später zum Gespött machen, wir werden angefeindet werden und vielleicht sogar dafür unser Leben hingeben müssen. Aber eines kann uns keiner nehmen – Glaube, Hoffnung und Liebe.

Ihre Magstrauss