11. Sonntag im Jahreskreis

Ex 19,2-6a; Ps 100,1-3.4-5; Röm 5,6-11; Mt 9,36 – 10,8

Ex 19
2 Sie waren von Refidim aufgebrochen und kamen in die Wüste Sinai. Sie schlugen in der Wüste das Lager auf. Dort lagerte Israel gegenüber dem Berg.
3 Mose stieg zu Gott hinauf. Da rief ihm der HERR vom Berg her zu: Das sollst du dem Haus Jakob sagen und den Israeliten verkünden:
4 Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und zu mir gebracht habe.
5 Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört die ganze Erde,
6 ihr aber sollt mir als ein Königreich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.

In der ersten Lesung hören wir aus dem Buch Exodus. Das Volk Israel ist in der Wüste Sinai angekommen und schlägt dort das Lager auf. Sinai ist die Bezeichnung sowohl für die Wüste als auch für den Berg. In dessen Nähe lagert das Volk nun, denn Gott möchte hier einen Bund mit seiner Braut Israel schließen, gleichsam einen Ehebund.
Für den Bundesschluss steigt Mose auf den Heiligen Berg. Und dort erhält er die Botschaft, den Israeliten folgende Worte zu überbringen: „Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und zu mir gebracht habe.“ Er verweist zurück auf die Plagen in Ägypten, auf die spektakuläre Befreiung des gesamten Volkes aus dem Sklavenhaus Ägyptens, auf die Teilung des Roten Meeres und dem Entkommen vor dem nachrückenden ägyptischen Heer. Gott unternimmt hier selbst eine Anamnese, um seinem Volk zu verdeutlichen: Das alles habe ich getan, weil ich dich liebe. Es ist wie eine Zusammenfassung des bisherigen Weges mit dem ganzen Volk und erinnert uns ganz stark an die Worte eines Mannes, der einer Frau einen Heiratsantrag macht. Er fasst die bisherige Beziehung bis zur Gegenwart zusammen. Und dann folgt der eigentliche Antrag Gottes auf seine Braut Israel: „Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein.“ Das bedeutet, dass Gott dem Volk in Aussicht stellt, ganz ihm zu gehören. Das ist absolute Bundessprache. Ein Bundesschluss bedeutet immer: Ich bin dein und du bist mein. Die Entscheidung dazu liegt nun ganz beim Volk, dass sich entscheiden soll, auf Gottes Stimme zu hören oder eben nicht.
Gott stellt heraus, dass wenn sie diesen Bund mit ihm eingehen, Israel wirklich seine einzige Braut sein wird vor allen anderen Völkern. Zwischen Gott und seinem Volk wird eine Monogamie herrschen, die so absolut ist, dass selbst wenn seine Braut ihm untreu wird (und das wird sie immer und immer wieder) Gott ihr dennoch treu bleiben wird.
Dieser ganze Bundesschluss, der an die Ehe erinnert, gleichsam sein Prototyp ist, wird uns auch beim Neuen Bundesschluss verdeutlicht: Das neue Volk Gottes, nun nicht mehr nur aus Juden, sondern allen Menschen bestehend, die sich für ihn entscheiden, ist die Braut Christi. Er hat sich wirklich ganz für sie hingegeben und nicht einen Blutstropfen zurückbehalten. Er hat sich ganz hingegeben und das Volk gibt sich ganz für ihn hin. Die Nachfolge in seinem Namen ist ein Leidensweg, der genauso „ans Kreuz“ führt wie bei Christus, auch wenn es nicht gleich den Märtyrertod bedeuten muss. Und doch gibt es so viele, die ihr Blut vergossen haben für den Glauben. Sie haben den Bund wirklich am intensivsten gehalten und so sind sie es, die sofort bei Gott sein dürfen.
Wir nehmen den Bund an, wenn wir uns auf seinen Namen taufen lassen. Durch sie werden wir geheiligt zu Königen und Priestern für Gott. Der Neue Bund knüpft also an den Alten Bund an. Während der Bundesschluss am Sinai wörtlich Priester und Könige hervorbringen wird – aus dem Stamm Juda und Levi -, meint es im Neuen Bundesschluss zunächst die priesterliche und königliche Würde der Taufe. Gewiss gibt es auch ein Weihepriestertum, das aber nicht von der Taufe her abgeleitet wird. Wir sind Kinder Gottes, gehören zur Königsfamilie Gottes. Das macht uns zu Prinzen und Prinzessinnen. Und weil wir nun im Heiligen Geist wiedergeboren werden, werden wir geheiligt zu einer neuen Schöpfung. In dieser sind wir nun ganz anders als der Rest. Das soll uns nicht zur Arroganz führen, aber wir sind nicht mehr der Welt verhaftet, sondern haben die Aussicht auf das ewige Leben. Das macht uns priesterlich. Beide Wesenszüge müssen sich in unserem Lebenswandel bewähren und können verspielt werden. Bundesschluss ist kein Automatismus, auch beim Volk Israel nicht. Wie oft bricht es den Bund mit Gott und wie oft muss Gott es zurückholen? Aber das ist das Berührende: Gott schließt dennoch ganz bedingungslos seinen Bund mit Israel und mit uns und gibt uns immer wieder die Chance, zu diesem ursprünglichen Versprechen zurückzukehren, wenn wir davon abgewichen sind.

Ps 100
1 Ein Psalm. Zum Dankopfer. Jauchzt dem HERRN, alle Lande!

2 Dient dem HERRN mit Freude! Kommt vor sein Angesicht mit Jubel!
3 Erkennt: Der HERR allein ist Gott. Er hat uns gemacht, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide.
4 Kommt mit Dank durch seine Tore, mit Lobgesang in seine Höfe! Dankt ihm, preist seinen Namen!
5 Denn der HERR ist gut, ewig währt seine Huld und von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.

Wie kann man am besten darauf reagieren, dass Gott einem so eine Liebeserklärung mit anschließendem Heiratsantrag macht? Natürlich nur mit Lob und Dank!
Alle Lande soll Gott jauchzen, denn was er mit seiner Liebeserklärung bringt, ist Heil.
Und weil dieses Heil dem Menschen vorausgeht, soll er als Antwort darauf Gott mit Freude dienen. Wir Christen sprechen dies vom Osterereignis aus. Jesus hat für uns den Tod besiegt und das erfüllt uns ganz mit Freude, das heißt mit dieser ganz tiefen Zuversicht, dass unabhängig von allen Wirren unseres gegenwärtigen Lebens Gottes Heil alles Unheil besiegen wird. Alles wird gut.
Wir dürfen vor Gottes Angesicht kommen. Für die Israeliten ist das erst einmal auf das Kommen zum Tempel gemeint. Zum Allerheiligsten durften sie aber nicht vordringen, sondern nur der Hohepriester einmal im Jahr. Was für ein Privileg haben wir als Christen, dass Gott uns sein Allerheiligstes ganz zugänglich macht! Wir dürfen vor sein Angesicht treten, das im Tabernakel anwesend ist und regelmäßig ausgesetzt wird. An Fronleichnam haben wir das ganz besonders gefeiert. Und was sakramental für unsere biologischen Augen noch verborgen ist, werden wir ganz unverhüllt schauen, wenn wir in der Ewigkeit vor Gott treten. Dann werden wir nach den Wirren dieses Lebens voller Jubel vor sein Angesicht treten im himmlischen Jerusalem.
Gott allein ist unser Gott. Er hat uns zu seiner Braut gemacht, geheiligt und gekrönt. Hier antwortet Israel im Psalm auf den Bundesschluss am Sinai. Auch wir beten dies als Getaufte, die wir einen Bund mit ihm geschlossen haben. Dessen gedenken wir auch immer bei der Tauferneuerung.
Im Psalm wird ein neues Bild eingeführt, das der Herde. Wir sind die Herde Gottes, so wie Israel es im Alten Bund ist. Gott ist unser Hirte, der uns vor Gefahren beschützt, uns an die Wasserquelle zum trinken führt. Er ernährt uns mit der ewigen Speise und lässt nicht zu, dass wir unterwegs verhungern. Das alles tut er sowohl mit irdischen Gütern als auch mit überirdischen Gaben.
„Kommt mit Dank durch seine Tore, mit Lobgesang in seine Höfe!“ Das ist eindeutige Tempelsprache, denn Tore und Höfe sind Bestandteile des Tempelareals. Hier erfolgt die Wallfahrt und Anbetung im Tempel. Doch auch wir werden eingeladen, in den neuen Tempel zu kommen und ihm zu danken: In die Kirche. Es meint weniger das Gebäude (das auch), vielmehr die Gemeinschaft der Gläubigen. Wir danken dem Herrn in der Eucharistie (zu Deutsch: Danksagung) für alles, was er für uns getan hat. Wir treten durch die Tore der Taufe ein in diese Gemeinschaft, weil wir dadurch den Bund mit Gott eingehen. Wir werden Teil von dieser Gemeinschaft.
Wir dürfen das Eingehen durch die Tore auch moralisch verstehen. So treten wir durch die Tore unserer Seele ein in den inneren Tempel, in dem Gott wohnt. Nicht umsonst sagt Jesus: „Du aber, wenn du betest, geht in deine Kammer, schließ die Tür zu.“ Das ist moralisch gesehen dieselbe Aussage: Es geht um Kontemplation, um das Gehen in sich. Wie wichtig ist es, dass wir auch ganz persönlich Gott immer wieder danken für alles, was er für uns getan hat.
Gottes Huld und Treue währen ewig „von Geschlecht zu Geschlecht“. Wenn Gott etwas verspricht, ist das immer maximal. Gottes Liebe und Treue übersteigen unser Vorstellungsvermögen bei weitem.

Röm 5
6 Denn Christus ist, als wir noch schwach waren, für die zu dieser Zeit noch Gottlosen gestorben.

7 Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben; vielleicht wird er jedoch für einen guten Menschen sein Leben wagen.
8 Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
9 Nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind, werden wir durch ihn erst recht vor dem Zorn gerettet werden.
10 Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Gottes Feinde waren, werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind, gerettet werden durch sein Leben.
11 Mehr noch, ebenso rühmen wir uns Gottes durch Jesus Christus, unseren Herrn, durch den wir jetzt schon die Versöhnung empfangen haben.

In der zweiten Lesung reflektiert Paulus die Hingabe Christi bei seiner Erlösungstat. Hier wird uns also die göttliche Seite von „ich gehöre ganz dir“ aufgezeigt.
Christus ist für die Gottlosen gestorben. Was möchte Paulus damit sagen? Jesus hat selbst einmal gesagt: „Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken.“ Jesus ist gekommen, damit die Ungerechten gerechtfertigt werden können. Konkret: Damit die Vergebung der Sünden erlangt werden kann für jene, die gesündigt haben. Doch nun der springende Punkt, den Paulus auch schon in den Kapiteln zuvor herausgestellt hat: Alle haben gesündigt. Es gibt nicht einen Menschen, der perfekt ist. Das liegt daran, was Adam und Eva getan haben. Durch sie kam die Sünde in die Welt und jeder Mensch ist durch diese innerlich zerbrochen. Dies zeigt sich in der Neigung zur Sünde. Also kann kein Mensch von sich behaupten, zu den Gesunden zu gehören oder zu den vollkommen Gerechten. Jeder Mensch ist durch die Erbsünde erlösungsbedürftig. Und deshalb ist Jesus für die ganze Menschheit gestorben.
Und deshalb erklärt Paulus, dass Jesus für die damals noch Gottlosen gestorben ist. Das bezieht sich auf die ganze Menschheit, die vor Gott nicht gerecht sein konnte wegen der Erbsünde.
Was Jesus getan hat, ist menschlich gesehen unbegreiflich. Paulus vergleicht seine Tat mit dem Heldentod von gewöhnlichen Menschen, die für Gute vielleicht noch ihr Leben hingeben würden, aber nicht für jene, die sie am liebsten auf den Mond schießen möchten.
Paulus Hauptanliegen ist es, die Bedeutung der Erlösung aufzuzeigen: Keiner, auch nicht jene Judenchristen aus Jerusalem, mit denen er sich anlegt, können von sich aus sagen, dass sie vor der Taufe irgendwie besser dastehen als die Heiden. Und so wie die Voraussetzungen für alle dieselben sind, ist auch die Erlösung für alle gleich in der Wirkung. Durch das Blut Christi werden alle Menschen gleichermaßen vor dem Zorn Gottes gerettet. Dies geschieht darin, dass wir in der Taufe diese Erlösung annehmen. Der Zorn Gottes ist die Verurteilung der Sünden. Wie hätten wir diese Verurteilung mit unserer gefallenen Natur aus eigener Kraft je abwenden können! Die Folgen der Sünde, die Schäden, die Konsequenzen – sie sind so überwältigend und groß, dass sie den Menschen nur in eine Überforderung stürzen können.
Im Gegensatz zum Tun-Ergehen-Zusammenhang – Böses verdient Strafe und Gutes verdient Belohnung – erweist Gott hier jenem Gutes, der es gar nicht verdient hat! Die Barmherzigkeit Gottes ist wirklich überwältigend für Menschen. Das können wir auch auf Israel zurückprojizieren. Dass Gott mit seinem Volk am Sinai den Bund schließt, hat es sich nicht verdient. Gott schließt aus Gnade diesen Bund. Wenn Israel bekommen hätte, was es eigentlich verdient hätte, würde es zu jenem Zeitpunkt gar nicht mehr bestehen….
Die Taufe ist heilsnotwendig. Wenn wir das ewige Leben haben wollen, müssen wir vor Gott gerecht sein. Das geht nur, wenn wir in seinem Blut gereinigt sind. Und dies lassen wir durch die Taufe an uns zu. Und am Ende unseres Lebens wird Gott uns dann danach fragen, was wir aus diesem absoluten Gnadenakt, bei dem er seine Gnade in uns eingegossen hat, gemacht haben.
Paulus argumentiert sogar noch so: Wenn Gott uns als Gottlose schon so gut behandelt hat, wie sehr wird er uns dann behandeln, wenn wir als seine Kinder gestorben sind! Dann wird er uns das ewige Leben in ewiger Gemeinschaft mit ihm schenken.
Und statt uns unserer eigenen Taten zu rühmen, sollen wir uns Jesu Christi rühmen, der unser Gerechtsein vor Gott ermöglicht hat. Dieses „Rühmen“ wirft er zurück auf jene, die sich der Torah und Beschneidung rühmen, obwohl sie getauft sind. Alles Rühmen muss auf Gott selbst zurückgehen, weil nur er Gerechtigkeit ermöglicht.
Durch Christus haben wir jetzt schon die Versöhnung empfangen. Das „schon jetzt“ weist auf die Zukunft hin, wenn wir nämlich nach dem Tod vor Gott treten. Zwischen Taufe und Tod vergeht in der Regel noch eine Weile. Wie wir aus der Taufgnade gemacht haben, das wird uns Gott dann in dem Moment des Gottesgerichts vorhalten.

Mt 9
36 Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.
37 Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.
38 Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!
1 Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
2 Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes,
3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,
4 Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn ausgeliefert hat.
5 Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter,
6 sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!
7 Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe!
8 Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Im Evangelium hören wir erneut das Bild der Herde und des Hirten. Jesus sieht die Menschen an, die sich bei ihm versammelt haben. Sie sind müde und erschöpft. Das wird zum einen auf die physische Erschöpfung zu beziehen sein, denn die Menschen reisen von überall her an, um ihm zu begegnen. Aber was Jesus meint, ist eine andere Art von Erschöpfung. Er sieht ihre Bemühungen, vor Gott gerecht zu sein, die ganzen Gebote zu halten und zugleich die Anstrengungen in der Fremdherrschaft der Römer. Sie warten sehnlichst auf Erlösung durch den Messias, der sie von dieser Fremdherrschaft befreien soll. Es sind viele Faktoren, die ihnen die Kräfte rauben. Was sie brauchen, ist das Heil, das er ihnen durch das Kreuz spenden wird. Bis dahin brauchen sie das Wort Gottes, das sie auf dem Weg dahin wieder stärkt. Sie brauchen Orientierung in ihrem Leben und eine Erfrischung durch den Geist Gottes. Sie brauchen den guten Hirten, der ihnen all das geben kann.
Jesus sieht auch die vielen Massen und sagt deshalb: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.“ Das Wort Gottes auszustreuen in die ganze Welt benötigt viele Arbeiter. Er verwendet das den Menschen bekannte Bild der Ernte für die Endzeit. Mit seinem Kommen ist diese Zeit angebrochen. Die Ernte ist reif, doch zum Einholen der Ernte braucht Jesus die Hilfe von anderen Menschen. Gott braucht eigentlich keine Hilfe, aber er möchte bei seinem wunderbaren Werk die Menschen einbeziehen. Er hat dies immer wieder durch die Propheten getan, die sein Wort verkündet und weitergegeben haben. Jesus möchte aus diesem Grund auch Menschen berufen, sein Wort zu verkünden. So bevollmächtigt Jesus seinen Zwölferkreis mit Gaben, die er ihnen vom Vater spendet: Dabei werden hier vor allem der Exorzismus und die Krankenheilung genannt. Diese beiden Elemente sind kein Zufall. Es geht hier um das umfassende Heil des ganzen Menschen – seiner Seele und seines Leibes. Es sind messianische Heilszeichen, die die Menschen erkennen lassen, dass die messianischen Verheißungen des Alten Testaments sich nun erfüllen.
Es werden die Namen der Zwölf genannt und daraufhin die genaue Berufung formuliert: Sie sollen weder zu den Heiden noch zu den Samaritern gehen. Das heißt nicht, dass Jesus sein Heil den Juden vorbehält, aber zunächst sollen sie im eigenen Volk verkünden. Das hat wie immer prophetische Zeichenwirkung. Es soll unter anderem die Verheißung erfüllen: „Das Heil kommt von den Juden.“ Und im weiteren Verlauf wird sich die Verkündigung öffnen für die ganze Welt, bis zu den „Enden der Erde“, wie es die Psalmen immer so poetisch ausdrücken.
Sie sollen gehen und verkünden: Das Himmelreich ist nahe! Die Endzeit ist mit Christi Kommen angebrochen, nicht mehr lange bis zum Jüngsten Tag.
Sie sollen die Exorzismen und Heilungen umsonst tun und kein Geld dafür verlangen. Das ist typisch für die Gnadengaben Gottes: Sie sind Gnaden dadurch, dass sie geschenkt sind. Die Apostel erhalten die Gaben ja auch umsonst von Christus. Das heißt auch, dass sie sich damit nicht rühmen können. Sie erhalten die Gaben nicht deshalb, weil sie besonders heilig sind und sich das irgendwie verdient haben. Die Begabung geht immer von Gott aus.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s