Heiligstes Herz Jesu

Dtn 7,6-11; Ps 103,1-2.3-4.6-7.8 u. 10; 1 Joh 4,7-16; Mt 11,25-30

Heute ist das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Aus diesem Anlass hören wir heute zwei Lesungen. Wir verehren in diesem Monat vermehrt sein göttliches und durchbohrtes Herz. Wir lernen sein Innerstes und seine Liebe zu uns auf besonders intensive Weise kennen.

Dtn 7
6 Denn du bist ein Volk, das dem HERRN, deinem Gott, heilig ist. Dich hat der HERR, dein Gott, ausgewählt, damit du unter allen Völkern, die auf der Erde leben, das Volk wirst, das ihm persönlich gehört.

7 Nicht weil ihr zahlreicher als die anderen Völker wäret, hat euch der HERR ins Herz geschlossen und ausgewählt; ihr seid das kleinste unter allen Völkern.
8 Weil der HERR euch liebt und weil er auf den Schwur achtet, den er euren Vätern geleistet hat, deshalb hat der HERR euch mit starker Hand herausgeführt und dich aus dem Sklavenhaus freigekauft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.
9 Daran sollst du erkennen: Der HERR, dein Gott, ist der Gott; er ist der treue Gott; noch nach tausend Generationen bewahrt er den Bund und erweist denen seine Huld, die ihn lieben und seine Gebote bewahren.
10 Denen aber, die ihn hassen, vergilt er ins Angesicht und tilgt einen jeden aus; er zögert nicht, wenn er ihn hasst, sondern vergilt ihm ins Angesicht.
11 Deshalb sollst du das Gebot bewahren und die Gesetze und die Rechtsentscheide, auf die ich dich heute verpflichte, und du sollst sie halten.

In der ersten Lesung hören wir einen Ausschnitt aus Deuteronomium. Dabei handelt es sich um eine einzige Abschiedsrede des Mose kurz vor dem Einzug des Volkes in das verheißene Land. Unmittelbar vor dem heutigen Abschnitt spricht er im Auftrag Gottes u.a. das Verbot aus, sich mit den umliegenden Völkern zu verheiraten. Durch solche Verbindungen werden die Israeliten zur Anbetung von Götzen verleitet. Dagegen sollen sie jeglichen Götzendienst vermeiden und auch die bereits errichteten Altäre und Heiligtümer niederreißen. So konsequent sollen sie Gott als ihren einzigen Herrn anbeten.
Im heutigen Abschnitt hören wir die Begründung für all das: Das Volk Israel ist heilig, das heißt anders als der Rest. Es ist von Gott auserwählt und geheiligt durch den Bundesschluss. Es kann sich also nicht mehr mit anderen Völkern verbinden. Israel gehört Gott, weil es Bundespartnerin Gottes ist. Er erwartet von seiner Braut die Treue zu ihm, die aber durch die Verbindungen mit anderen Völkern gefährdet wird.
Dass Gott sich für Israel entschieden hat, ist absolut freie Entscheidung Gottes gewesen und nicht das Ergebnis eines vorausgegangenen Verdienstes (z.B. die militärische Stärke oder die Größe des Volkes). Israel ist sogar das Kleinste unter den Völkern jener Zeit. Dass Gott den Menschen erwählt, ist absoluter Gnadenakt Gottes. Mose sagt hier, dass der Herr sein Volk ins Herz geschlossen hat. Durch den Bundesschluss mit Israel hat Gott sein Volk in sein Innerstes aufgenommen. Das ist eine wunderbare Liebeserklärung.
Dies wird auch im nächsten Vers deutlich, wenn Mose sagt: „Weil der HERR euch liebt“. Gott ist im Alten Testament nicht einfach der böse Rächer und strenge Richter. Er ist der leidenschaftliche Bräutigam!
Und aus dieser brennenden Liebe für seine Braut, hat er sein Versprechen treu gehalten, das heißt den Bund mit Abraham, Isaak und Jakob. Konkret ist dies auf die Befreiung des Volkes aus Ägypten zu beziehen, an die Mose das Volk hier erinnert.
Diese Befreiungsaktion ist Zeichen der Treue Gottes über viele Generationen hinweg. Auch nach tausend Jahren (biblische Zahlensymbolik, bedeutet eine lange Zeit) hält er seine Versprechen.
Weil Gott so treu ist und den Bund mit seinem Volk ernst nimmt, erwartet er das auch von seiner Braut, die ja gleichermaßen mit ihm dieses Versprechen eingegangen ist. Deshalb sollen die Israeliten die Gebote Gottes, die sie am Sinai empfangen haben, treu halten.
Wer Gott aber untreu wird, dem wird Gott die unheilvollen Konsequenzen vor Augen führen (wirklich „ins Angesicht“). Gott ist ein eifersüchtiger Bräutigam, der die Liebe seiner Braut ganz will. Er lässt nicht zu, dass sie mit einem anderen liebäugelt.
Mit Nachdruck sagt Mose deshalb zu den Israeliten, dass sie Gott treu sein sollen. Es geht hier ganz um die Treue eines Liebesversprechens, das eine gewisse Radikalität fordert. Mose will den Israeliten also nicht Angst einjagen oder drohen. Er zeigt ihnen die ehebrecherische Konsequenz auf, wenn sie gegen Gottes Gebote verstoßen. Er hat sie schließlich in sein Herz aufgenommen. Sie können dort drinnen jetzt keinen Dolch hineinstoßen.

Ps 103
1 Von David. Preise den HERRN, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen!
2 Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!
3 Der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt,
4 der dein Leben vor dem Untergang rettet und dich mit Huld und Erbarmen krönt,
6 Der HERR vollbringt Taten des Heils, Recht verschafft er allen Bedrängten.

7 Er hat Mose seine Wege kundgetan, den Kindern Israels seine Werke.
8 Der HERR ist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Huld.

Der Psalm, den wir David zu verdanken haben, ist ein sehr bekannter Lobpreispsalm. Wir haben immer Grund zum Lobpreis, weil Gott uns so viel Gutes getan hat. Er vergibt uns jeden Tag, wirklich JEDEN TAG, jeden Moment unseres Lebens unsere Sünden, wo wir umkehren! Wie unendlich viel Geduld hat Gott mit uns! Schon das Volk Israel kann viele Geschichten darüber erzählen…Wie oft ist es anderen Göttern nachgelaufen, wie oft hat es undankbar gehandelt, obwohl es so oft gewarnt worden ist! Und doch ist Gott seinem auserwählten Volk treu geblieben, hielt sein Versprechen, seinen Bund! Wie oft hat er es zurückgeholt, in dem er eine Fremdherrschaft nach der anderen zugelassen hat! Würden wir die Kraft haben, unserem Partner zu vergeben, wenn er/sie mir fremdgegangen ist? Nichts anderes tat und tut Gott mit uns, mit seiner geliebten Braut. Auch die Kirche als Volk Gottes schaut anderen hinterher und wird untreu, wo auch immer sie der Welt gefällt, sich von Gottes Willen entfernt. Und doch bleibt Christus seiner Braut treu und hält sein Versprechen, bei ihr zu sein alle Tage bis zum Ende der Welt (Mt 28). Er kommt trotzdem in der Eucharistie zu uns und spendet auch die anderen Sakramente. Gott vergibt uns immer und immer wieder die Schuld in der Beichte, auch wenn wir immer dieselben Sünden begehen. So geduldig ist er mit uns! Er gibt uns jedes Mal auch noch die Kraft durch das Beichtsakrament, das nächste Mal der Sünde zu widerstehen. Seine Gnade kennt keine Grenzen. Seine Barmherzigkeit ist auch noch so unendlich, dass er uns sogar die Chance auf das Himmelreich gibt, wenn wir noch nicht alles gesühnt haben. Das, was wir Fegefeuer nennen, ist mit Blick auf die Ewigkeit DER Beweis seiner vergebenden Barmherzigkeit!
Gott heilt all unsere Gebrechen. Ja, er heilt in erster Linie unsere Seele, das ewige Leben. Er heilte die Beziehung zwischen seinem Volk und ihm. Er heilte auch damals schon körperliche Gebrechen und soziale Ausgrenzung. Er heilte die Seele derer, die keine Hoffnung mehr hatten und er stärkte die Ängstlichen mit dem Geist des Mutes. Gott heilte ganz besonders durch Jesus Christus. Dieser heilte in erster Linie auch die Seele und die Beziehung der Menschen zu Gott durch die Sündenvergebung. Der Gelähmte, der über das Dach auf einer Trage hinabgelassen wurde, wurde zunächst seelisch geheilt, bevor Jesus ihm als Bonus auch die körperliche Heilung schenkte. Jesus sagte: „Euch soll es zunächst um das Reich Gottes gehen, alles Andere wird euch dazu gegeben.“ Jesus heilte auch die vielen Ausgegrenzten von ihren sozialen Gebrechen, in dem er sie körperlich heilte – sei es die blutflüssige Frau, die Blinden oder die vielen Aussätzigen. Vor allem trieb er auch Dämonen aus, die den Geplagten seelische Folter bescherten.
Jesus heilt auch heute noch durch die Sakramente. Wenn Sie sich mit dem Heilungs- und Befreiungsdienst der Kirche befassen, werden Sie oft zu hören bekommen: Das größte Heilungsgebet – auch gerade um körperliche Heilung – sind die Beichte und die Eucharistie. Wenn die Beziehung zu Gott wieder versöhnt ist, kann Gottes Kraft im Menschen wirken. Gott wird auch am Ende der Zeiten alles heil machen, sodass es nicht mal mehr den Tod geben wird.
Alles, was Gott an uns Menschen tat, tut und tun wird, hat das Ziel, uns das ewige Leben zu ermöglichen. Er will uns vor dem Untergang retten. Das ist für das Volk Israel zunächst das Ende des Fortbestehens, der Generationenabfolge und des Kultes. Es betrifft später auch das Leben nach dem Tod, als die Israeliten nach und nach eschatologische Zusammenhänge begreifen. Dies betrifft den Fortgang der Kirche als Leib Christi. Jesus hat Petrus zugesagt, dass die Mächte der Finsternis sie nicht überwältigen werden. Es meint im Hinblick auf jeden Einzelnen den moralischen Untergang, der nach dem Tod dann den Untergang der Seele zur Folge hat. Er rettet uns vor dem seelischen Tod, der Hölle, in dem er uns immer wieder Anlass zur Umkehr schenkt und wir noch bis zum Moment des Todes bereuen können. Gott ist wirklich langmütig, das heißt unendlich geduldig mit uns. Sein Gericht ist kein Berechnen im Sinne von: „Dies und das hast du getan, das ergibt so und so viel Strafe.“ Er richtet vor allem nach unserem Herzen, nach unserer Absicht und diese gibt Aufschluss über die Konsequenz. Und darüber hinaus währt seine Barmherzigkeit nach dem Maß unserer aufrichtigen Reue. Es ist wirklich ein entlarvender Psalm, der nämlich das Vorurteil entkräftet, im Alten Testament komme nur der strenge Richtergott vor. Schon hier lesen wir von Gottes unendlicher Barmherzigkeit.
Auch hier wird schon deutlich, dass Gott ein barmherziger Vater ist, der uns ganz in sein Herz aufnimmt. Er weiß um unsere Schwachheit und erwartet nichts Übermenschliches von uns. Das Kreuz, das er seinen Kindern auferlegt, die täglichen Pflichten, die Berufung, die Umsetzung ihrer Talente, entspricht ganz den Möglichkeiten des Menschen. Gott überfordert uns nicht. Er möchte, dass wir mit den Lasten zu ihm kommen, damit er mit anpacken kann. Und wenn wir mit ihm kooperieren, dann werden wir überreichen Segen empfangen, nicht nur wir, sondern auch noch unsere Nachfahren! Es ist ein nicht zu unterschätzendes Wort. Segen und Fluch betreffen nie nur uns selbst. Sie gehen auch auf unsere Familien, unsere Kinder und Enkel über. Entweder profitieren sie von unserer Gottesfurcht oder müssen an den Konsequenzen unserer Sünden mitleiden. Bedenken wir das stets, wenn wir vor der Entscheidung für oder gegen Gott stehen. Wir haben eine Verantwortung.

1 Joh 4
7 Geliebte, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott.

8 Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe.
9 Darin offenbarte sich die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben.
10 Darin besteht die Liebe: Nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.
11 Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.
12 Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet.
13 Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt: Er hat uns von seinem Geist gegeben.
14 Wir haben geschaut und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt.
15 Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott.
16 Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.

Gleich der erste Begriff der heutigen Lesung hat es in sich. Ἀγαπητοί agapetoi bezieht sich im Griechischen immer auf die göttliche Liebe. Es impliziert für uns also die „von Gott Geliebten“. Die Konsequenz des Geliebtseins von Gott ist die Nächstenliebe (ἀγαπῶμεν ἀλλήλους agapomen allelous „lasst uns einander lieben“). Wenn wir dies nämlich tun, zeigen wir wiederum die Früchte unserer Herkunft aus Gott. Johannes erklärt uns heute, dass Gott die Liebe ist (ὁ θεὸς ἀγάπη ἐστίν). Die Agape ist eine übernatürliche Form von Liebe, die wir am Kreuz von Golgota konkret gesehen haben: eine Liebe, die sich ganz verschenkt und verzehrt, eine Liebe, die grenzenlos vergibt. Jesus hat sein Herz für uns durchbohren lassen. Er hat es uns ganz geschenkt bis auf den letzten Blutstropfen. Das hat nichts mehr mit schönen Gefühlen zu tun, sondern ist das lauteste und ewig anhaltende JA Gottes. Wenn wir auch so lieben, dann zeigen wir, dass wir Gott erkannt haben. Das heißt konkret, dass wir auch Ja-Sager sein sollen, die einander das Herz verschenken. Auch wir sollen grenzenlos vergeben („Nicht siebenmal, sondern 77 Mal“) und uns ganz hingeben für unsere Freunde. Wir sollen aber vor allem unsere Feinde lieben und für die beten, die uns hassen (Stephanus: „Vater, rechne ihnen diese Sünde nicht an“, Jesus: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Joh 15,13). DAS ist Liebe, die von Gott kommt, die Agape.
Johannes erklärt dann, was mit dieser Liebe gemeint ist: Der Vater hat für uns so einen tollen Heilsplan vorbereitet, dass er uns sogar sein Liebstes hingegeben hat, seinen einzigen Sohn. Dass Jesus Mensch geworden ist, vor allem aber, dass er uns erlöst hat, ist der ultimative Liebesbeweis Gottes. Liebe bedeutet also v.a. die Entscheidung für den Anderen, damit dieser leben kann – ich schenke dem Anderen Freiheit durch meine Liebe. Für uns kann das ganz konkret bedeuten, dass wir den Anderen nicht an uns binden und ihn einschränken, sondern dass wir ihm eine freie Entfaltung ermöglichen ohne irgendeinen Eigennutz. Das betrifft die Eltern in der Familie, aber auch die Geistlichen in einer Gemeinde. Als Eltern tun wir alles für unsere Kinder, um ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen. Dafür sollen wir aber nichts im Gegenzug erwarten. Eltern können Kinder mit dieser Hingabe nicht erpressen, indem sie sagen: „Ich habe so viel für dich getan, also sollst du dein Leben so gestalten, wie ich es gerne möchte.“ Als Geistlicher opfere ich meine Zeit und meine Kraft ganz auf, damit Menschen zum Glauben kommen oder im Glauben gestärkt werden. Wenn sie zu Jesus gefunden haben, sollen wir sie „loslassen“. Wir können sie jetzt nicht an uns binden, als wenn sie uns gehören, nur weil sie durch uns zum Glauben gekommen sind. Wie sie sich weiterentwickeln, liegt nun nicht mehr in unserer Hand.
In beiden Beispielen geht es um die echte Liebe gegenüber einer egoistischen Scheinliebe, bei der man um sich selbst kreist. Jeder Akt der Nächstenliebe, der sich von der echten, göttlichen Liebe ableitet, ist immer nur Antwort oder Echo. Gottes Liebe zu uns ist nämlich zuerst. Er hat uns aus Liebe überhaupt erst geschaffen. Dass wir einander so lieben können, wie ER uns zuerst geliebt hat, wurde durch unsere Erlösung erst ermöglicht. Das dürfen wir nie vergessen. Unser ganzes Leben ist Antwort auf die erste Liebe, die Gott uns geschenkt hat. So bleiben wir auch dankbar dafür, dass er uns überhaupt liebesfähig gemacht hat. Wir werden die Liebestaten, die wir in unserem Leben vollbringen, dann nicht voller Stolz auf uns zurückführen, sondern dankbar auf Gott zurück verweisen.

Mt 11
25 In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.

26 Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
27 Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
28 Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.
29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.
30 Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

In Jesus verdichtet und personifiziert sich das, was wir in den bisherigen Texten gehört haben. Er ist die Güte und Barmherzigkeit in Person.
Er setzt heute im Evangelium an mit einem Lobpreis an den Vater. Es ist ein Beispiel, wie wir selbst beten sollen, die wir als Getaufte Gott ebenfalls unseren Vater nennen dürfen.
Gott ist wirklich „Herr des Himmels und der Erde“. Er hat sie nicht nur geschaffen und erhält sie, sondern er hat auch die Macht über alles. Das ist eine tröstliche Erkenntnis, denn auch wenn wir jetzt sehen, dass die Mächtigen dieser Welt böse sind, steht über ihnen dennoch der eine und wahre Gott. Sie haben jetzt vielleicht noch einen Handlungsspielraum, aber wenn Gott kommt, wird er sie alle in einem Moment entmachten – sie, die eigentlich nur Marionetten des Bösen sind.
Die „Unmündigen“ dieser Welt sind die Empfänger der entscheidenden Botschaft. An sie ist die Offenbarung ergangen, nicht an die Reichen, Weisen und Klugen, die ganz in der Weisheit der Welt wandeln. Paulus nennt eben diese Menschen töricht, die der weltlichen Weisheit verhaftet sind. Die „Unmündigen“ sind dagegen die eigentlichen Weisen, denn sie wandeln in der göttlichen Weisheit. Von den Hirten auf den Feldern von Betlehem bis zu den Fischern am See von Tiberias sind es immer die einfachen Menschen, die eine große Aufgabe im Reich Gottes erhalten.
Alles ist vom Vater dem Sohn übergeben worden. Nicht nur der Sohn hat sich durch sein Leiden und seinen Tod ganz dem Vater hingegeben, sondern auch der Vater ganz dem Sohn. Dieser vollbringt das Werk des Vaters, ganz in dessen Willen. Ihre ganz innige Beziehung ist es, die uns den Vater sehen lässt, wenn wir Jesus sehen. Wenn wir die Offenbarung des Vaters erhalten möchten, müssen wir uns ganz an den Sohn Jesus Christus halten. Niemand kennt den Vater nämlich besser als er. Gott ist Geist und er ist Geheimnis. Wenn wir ihn kennenlernen möchten, muss er sich uns offenbaren. Dies hat er ganz in Christus getan. Er hat uns wahrlich sein Innerstes gezeigt, sein Herz.
Jesus will Ruhe verschaffen. Wenn wir zu leiden haben, müssen wir es nicht alleine tragen, sondern er lädt uns ein, damit zu ihm zu kommen. Wir müssen nicht resignieren wie die Israeliten im babylonischen Exil oder die Juden zurzeit der Römerherrschaft. Wir müssen es gar nicht so weit kommen lassen, dass wir zu hadern beginnen und verbittern. Auch diese Einladung Jesu ist Zeichen der großen Barmherzigkeit Gottes.
Von ihm lernen wir heute noch etwas Anderes: Eine Last zu tragen, ist notwendig. Wir alle müssen ein Joch tragen, aber es kommt darauf an, welches! Gottes Kreuz, das er uns auferlegt, ist auf uns abgestimmt. Gott kennt uns durch und durch. Er hat uns schließlich geschaffen und kennt so auch unsere Grenzen. Sein auferlegtes Kreuz, das „Joch“, ist leicht und drückt nicht. An anderer Stelle sagt Jesus, dass wer sein Jünger sein will, sein Kreuz auf sich nehmen und tragen muss. Wenn wir Gottes Kreuz tragen, werden wir inneren Frieden haben und vor allem gibt er uns Kraft. Wir werden über uns hinauswachsen. Dies betrifft einerseits den einzelnen Christen, der die Gebote Gottes auf sich nimmt. Gottes Willen zu leben, ist nicht schwer und gibt uns inneren Frieden. Wir erhalten die Kraft und die Gnade, seinen Willen zu tun. Wo wir an unsere Grenzen stoßen, wachsen wir über uns hinaus durch seine helfende Gnade. Auch als ganze Kirche dürfen wir und müssen wir zu ihm kommen. Wir leben in einer Glaubenskrise. Immer mehr Menschen sind dem Namen nach Mitglied der Katholischen Kirche, leben aber nicht mehr nach den Geboten und nehmen die Heilsmittel nicht in Anspruch. Immer weniger Menschen glauben an Christus und daran, dass er in der Kirche lebt und wirkt. Auch diese Last müssen wir zum Herrn bringen und um Bekehrung und Erneuerung der Kirche beten! Wie oft werden stattdessen Sitzungen und Gespräche abgehalten, menschliche Krisenbewältigung und Anstrengungen unternommen, als ob diese Dinge das eigentliche Problem lösen könnten! Dabei müssen wir zuerst zu Christus zurückkehren und die Liebesbeziehung mit ihm wieder aufnehmen. In erster Linie muss der Klerus wieder geistlich werden und auf Knien um Vergebung bitten. Und auch wir, jedes einzelne Glied des Leibes, muss bei sich anfangen und umkehren. Eine im Glauben erneuerte Kirche wird wieder authentisch und missionarisch sein. Auch als Kirche das Joch Christi auf sich zu nehmen, wird fruchtbar sein, nicht das Ablegen des Jochs durch die Angleichung an den Zeitgeist.

Das Halten der Gebote Gottes ist unser Ausdruck des Zurückliebens Gottes, der uns zuerst geliebt hat. Er hat uns sein Herz verschenkt und wir, die wir getauft sind, haben es ihm gleichgetan. Wir haben ihm dadurch die Treue versprochen wie ein Brautpaar am Traualtar. So kann Gott auch von uns erwarten, dass wir ihm treu bleiben in einem Leben nach seinen Geboten. Lieben wir ihn wirklich, wollen wir ihn auch nicht verletzen und betrügen. Vergessen wir nie, was Gott für uns getan hat, damit wir auch in unserer Liebe zu ihm nicht erkalten!

Herz Jesu, wir vertrauen auf dich!

Ihre Magstrauss

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