Donnerstag der 17. Woche im Jahreskreis

Jer 18,1-6; Ps 146,2-3.4-5-6 u. 10; Mt 13,47-52

Jer 18
1 Das Wort, das vom HERRN an Jeremia erging:

2 Mach dich auf und geh zum Haus des Töpfers hinab! Dort will ich dir meine Worte mitteilen.
3 So ging ich zum Haus des Töpfers hinab und siehe, er arbeitete gerade mit der Töpferscheibe.
4 Missriet das Gefäß, das er aus Ton machte, in der Hand des Töpfers, so machte der Töpfer daraus wieder ein anderes Gefäß, ganz wie es ihm gefiel.
5 Da erging an mich das Wort des HERRN:
6 Kann ich nicht mit euch verfahren wie dieser Töpfer, Haus Israel? – Spruch des HERRN. Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel.

Heute hören wir ein Gotteswort an Jeremia, das wieder mit einer prophetischen Zeichenhandlung gekoppelt ist. Jeremia soll zum örtlichen Töpfer gehen. Dort beobachtet der Prophet die Arbeit des Töpfers. Er formt ein Gefäß auf der Töpferscheibe. Wenn das Gefäß ihm misslingt, formt er es einfach um, bis es ihm gefällt. Nachdem Jeremia genau diese Situation beobachtet hat, gibt Gott ihm ein: „Kann ich nicht mit euch verfahren wie dieser Töpfer, Haus Israel?“ Gott ist wirklich der Töpfer, der seine geliebten Kinder formt. Sie sind sein Ton: „Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel.“ Gott ist der Schöpfer und er überlässt seine Schöpfung nicht der Willkür. Er erhält sie und leitet sie. Er führt sie nach seinem Willen und seiner Vorsehung. Gott stellt die Frage „Kann ich nicht mit euch verfahren?“ deshalb, weil Israel hart ist, verstockt und stur. Er möchte es formen, doch das Volk macht sich zu steinharter Masse, die sich nicht formen lässt. Und was mit so einem Ton passiert, kann man sich denken. Der Töpfer kann es nicht mehr gebrauchen und wirft es weg. Gott ist aber ein so barmherziger Töpfer, der die Masse auf verschiedenste Weise wieder formbar zu machen versucht. Er gießt Wasser nach, versucht sie zu verdünnen, knetet und knetet immer fester. Doch irgendwann wird es zu spät sein.
Dabei gibt es keinen Grund, sich zu verhärten. Gott ist der beste Töpfer, den es gibt. Keiner kann so wunderbare Gefäße formen wie er. Warum also sollte die Masse sich davor sträuben, von ihm geformt zu werden? Doch so ist Israel. Jeremia wird dieses Bild gezeigt, um die Absurdität des Widerstands Israels aufzuzeigen.
Es ist auch ein Bild für uns heute. Warum sträuben wir uns vor dem Willen Gottes? Seine wunderbare Vorsehung hält nur das beste für uns bereit. Lassen wir uns formen und staunen wir, was Gott aus uns machen kann, wenn wir ihn nur lassen! Und je geschmeidiger wir sind, desto weniger tut es weh, wenn er mit Kraft zu formen beginnt. Denn dann muss er weniger Druck ausüben. Lassen wir den Töpfer an uns arbeiten, damit am Ende ein wunderbares Gefäß herauskommt!

Ps 146
2 Ich will den HERRN loben in meinem Leben, meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin.

3 Vertraut nicht auf Fürsten, nicht auf den Menschen, durch den es keine Rettung gibt!
4 Schwindet sein Lebensgeist, kehrt er zurück zur Erde, an jenem Tag sind seine Pläne zunichte.
5 Selig, wer den Gott Jakobs als Hilfe hat, wer seine Hoffnung auf den HERRN, seinen Gott, setzt.
6 Er ist es, der Himmel und Erde erschafft, das Meer und alles, was in ihm ist. Er hält die Treue auf ewig.
10 Der HERR ist König auf ewig, dein Gott, Zion, durch alle Geschlechter. Halleluja!

Mit Psalm 146 beginnt im Psalter das kleine Hallel bzw. das Schluss-Hallel. Es handelt sich dabei um eine Gruppe von Psalmen, die einen lobpreisenden Abschluss des ganzen Buches darstellen. Sie sind durchzogen vom Hallelujaruf, was uns auch hier in Ps 146 auffällt.
„Ich will den HERRN loben in meinem Leben“ ist ein klassischer Psalmenbeginn. Die Selbstaufforderung zum Lob begegnet uns in etlichen Psalmen. Es ist wie ein Gelübde und Versprechen, Gott das ganze Leben hindurch zu loben, ihm zu singen und zu spielen. Das ist ein Leben in eschatologischer Gesinnung, denn dieser stete Lobpreis ist ja, was der Mensch im Himmelreich ewig tun wird. Dies möchte der Psalmenbeter bereits in diesem irdischen Dasein tun.
„Vertraut nicht auf Fürsten, nicht auf den Menschen, durch den es keine Rettung gibt!“ Gott ist der Fels, auf dem wir unser Haus bauen dürfen, damit es den Stürmen des Lebens standhält. Jesus greift nicht umsonst dieses Gleichnis auf, wenn er vom Hören auf das Wort Gottes spricht. Wenn man dagegen auf Menschen die ganze Hoffnung setzt, wird man früher oder später enttäuscht werden. Menschen sind nicht perfekt und so kann man von ihnen nichts erwarten, was nur Gott erfüllen kann. Auf Fürsten zu vertrauen, bedeutet also, aus Sand zu bauen. Sobald ein Sturm oder Regenguss kommt, bricht das Haus in sich zusammen.
Schon allein deshalb kann man auf Menschen nicht die ganze Hoffnung setzen, weil sie nicht ewig leben. Im Falle von Fürsten geht es z.B. um die die politische Lage eines Reiches. Ewige Sicherheit und Frieden sind schon allein deshalb nicht gewährleistet, weil der Fürst irgendwann stirbt und ein anderer an die Macht kommt, von dem man nicht weiß, ob er das Volk beschützen wird.
Besser ist es, nicht auf politische Figuren zu setzen, sondern auf „den Gott Jakobs“. Er ist die Hilfe, weil er der Schöpfer des Himmels und der Erde ist, er hat alles gemacht und kennt seine Schöpfung bis in den letzten und hintersten Winkel. Er ist vor allem ewig und hält seine Versprechen. Gott ist treu und so wird man von ihm nicht enttäuscht. Er ist die wahre Zuflucht, denn er steht über politischen Verhältnissen, über den Menschen, über den Mächtigsten der Welt. Und er ist König, der wahre Herrscher. Auch ihn kann man sich wirklich ewig verlassen, „durch alle Geschlechter.“
Auch im Psalm geht es heute um Gottvertrauen, das den Menschen nie enttäuschen wird. Während der Jeremiatext vor allem auf Gottes Schöpfertätigkeit hinweist, wird hier im Psalm seine Königsherrschaft betont. In beiden Fällen geht es darum, ganz auf Gott zu setzen. Er schenkt Heil.

Mt 13
47 Wiederum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurde und in dem sich Fische aller Art fingen.
48 Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, sammelten die guten Fische in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg.
49 So wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern
50 und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
51 Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten ihm: Ja.

52 Da sagte er zu ihnen: Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.

Heute hören wir im Evangelium einen Ausschnitt, den wir bereits am Sonntag gehört haben. Direkt davor greift Jesus zwei Gleichnisse auf, die die Kostbarkeit des Reiches Gottes thematisieren. Nach diesen beiden Gleichnissen bringt Jesus ein endzeitliches Bild an, das für seine Apostel von besonderer Wichtigkeit ist: Wenn Fischer Netze ins Meer werfen und damit Fische fangen, ziehen sie die Beute ans Ufer und sortieren aus. Das greift Jesus ja bereits auf, als er aus den Berufsfischern Menschenfischer machen möchte. Sie sollen keine Fische mehr, sondern Menschen fangen – für das Reich Gottes. Nun wird das Bild eschatologisch ausgelegt, also auf die Endzeit bezogen, wie Jesus selbst deutet: Die Engel, die schon letzte Woche als eschatologische Helfer herangezogen werden (sie helfen dem Menschensohn bei der Sammlung aller Menschen zum Weltgericht), werden hier zu den Fischern, die die gefangenen Menschen aussortieren. Die guten Menschen, also jene, die die Gebote Gottes gehalten haben, werden in die Körbe getan, das heißt ins Himmelreich. Die schlechten Menschen, die also in der Sünde verharrten trotz unzähliger Umkehrchancen, werden weggeworfen, „in den Feuerofen (…) Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.“ Das ist deutliche Höllensprache. Der Mensch, der sich diese Ewigkeit ausgesucht hat, wird von Gott für immer abgeschnitten sein.
Jesus fragt, ob sie es alle verstanden haben. Die Jünger bejahen es. Jesus möchte wirklich, dass seine Jünger das gut begreifen, damit sie diesen Vorgang in der Zwischenzeit gut vorbereiten. Sie sollen so viele Menschen wie möglich zunächst einmal fangen, ihre Netze auswerfen und das Wort Gottes verbreiten, den steten Appell zur Umkehr in die Welt hinausrufen, bis die Endzeit kommt und dann die Ausbeute begutachtet wird.
Jesus greift zum Ende hin noch ein wichtiges Wort auf: Der Schriftgelehrte, der das Alte Testament also sehr gut kennt, der dann zum „Jünger des Himmelreiches“ geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der alte und neue Schätze hervorholt. Beides sind Schätze und gehen zusammen. Es ist sogar etwas Fruchtbares, sowohl im Alten Testament studiert zu sein, was die Juden ihre Heilige Schrift nennen, und zugleich die neuen Schätze des Evangeliums Christi als kostbaren Schatz zu pflegen. Gerade das Matthäusevangelium ist so geschrieben, dass Altes und Neues miteinander verknüpft wird in einem Verheißung-Erfüllung-Schema. Beide Bünde werden in ihrem Zusammenhang betrachtet und die Heilsgeschichte Israels mit der des neuen Bundes in eine gemeinsame Heilsgeschichte gebracht. Juden und Heiden sitzen nun in einem gemeinsamen Boot. Sie verfolgen ein und denselben Schatz – das Reich Gottes.

Das endzeitliche Evangelium bestätigt die anderen Texte des heutigen Tages: Gott ist nicht nur der Schöpfer, der einen zu einem edlen Gefäß formen möchte, und König, der dem Menschen ewiges Heil und Frieden schenken möchte, sondern auch der absolut gerechte Richter, der den Willen des Menschen ernst nimmt und bis zum Moment des Gerichts alles daran setzt, den Menschen zur Umkehr zu bringen. Sein Gericht ist nie willkürlich, sondern absolut angemessen. Auf ihn können wir auch in seiner Richtertätigkeit vertrauen. Er wird ganz tief ins Herz schauen und niemanden zu streng oder zu lasch richten. Jeder wird das angemessen Urteil erhalten. Und auch dann wird Gott uns in seiner Liebe anschauen. Heute haben wir drei wichtige Wesenseigenschaften Gottes kennengelernt. Allen gemeinsam ist, dass Gott absolut verlässlich ist. Lassen wir uns fallen! Wir werden es nicht bereuen!

Ihre Magstrauss

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