Dienstag der 25. Woche im Jahreskreis

Spr 21,1-6.10-13; Ps 119,1 u. 27.30 u. 34.35 u. 44; Lk 8,19-21

Spr 21
1 Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs in der Hand des HERRN; er lenkt es, wohin er will.
2 Jeder meint, sein Verhalten sei richtig, doch der HERR prüft die Herzen.
3 Gerechtigkeit üben und Recht ist dem HERRN lieber als Schlachtopfer.
4 Hoffart der Augen, Übermut des Herzens – die Leuchte der Frevler ist Sünde.
5 Die Pläne des Fleißigen bringen Gewinn, doch der hastige Mensch hat nur Mangel.
6 Schätze erwerben mit verlogener Zunge ist Jagen nach dem Windhauch und Suchen nach dem Tod.
10 Das Verlangen des Frevlers geht nach dem Bösen, sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen.
11 Muss der Zuchtlose büßen, so wird der Unerfahrene weise, belehrt man den Weisen, so nimmt er Einsicht an.
12 Der Gerechte handelt klug am Haus des Frevlers, wenn er die Frevler ins Unheil stürzt.
13 Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien des Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft.

Heute hören wir einen Ausschnitt aus dem Buch der Sprichwörter als Lesung. Das Kapitel ist einem Korpus verschiedener Sprüche Salomos entnommen.
Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs in der Hand des HERRN; er lenkt es, wohin er will. Der König von Israel ist eingesetzt von Gott. Dieser entscheidet den Kandidaten, den Regierungsstil, die Entscheidungen in allen Fragen. Er ist es, der dem König die Gnade und Kraft verleiht. Er sorgt dafür, dass durch den König das ganze Volk mit seinem Segen überschüttet wird – vorausgesetzt der König unterstellt sich seinem göttlichen Willen. Tut er dies, kann man wirklich sagen, dass er ein Bach ist, dessen Strömung Gott ist. Je nachdem, wie die Strömung ist, fließt das Wasser. Das Herz des Menschen ist dabei der Sitz der Entscheidungen. Deshalb wird dieses Organ hier als Wasserbach bezeichnet.
„Jeder meint, sein Verhalten sei richtig, doch der HERR prüft die Herzen.“ Wie fortschrittlich das Verständnis von Moral und Geboten bei Salomo ist! Wir sehen das bereits bei König David, dass er begreift, wie entscheidend Absichten sind. Schon er versteht, dass Taten nur die Spitze des Eisbergs sind. Gott sieht das Herz und entlarvt vermeintlich gute Taten, die aus schlechten Absichten erfolgen. Das bezieht sich vor allem auf die mangelnde Liebe. Wer die Zehn Gebote hält, aber nicht aus Liebe zu Gott, hat keine größere Gerechtigkeit als die der Pharisäer und Schriftgelehrten zur Zeit Jesu. Aber wir, die wir Jünger Christi sind, sollen gerechter sein, indem wir nicht nur die Gebote halten, sondern sie aus Liebe halten.
„Gerechtigkeit üben und Recht ist dem HERRN lieber als Schlachtopfer“. Dass Mose für das Volk Israel den Kult systematisiert hat und auch die vielen Ritualgebote eingeführt hat, ist Gottes Wille gewesen. Er hat sie sich nicht selbst ausgedacht, sondern auf Anordnung Gottes alles aufgeschrieben. Und doch zieht Gott es vor, dass der Mensch ein gerechtes Verhalten hat. Er möchte nicht, dass der Mensch der Versuchung erliegt, äußere Opfer darzubringen in der Hoffnung, dadurch schon genug gerechtfertigt zu sein und weiterhin ein sündhaftes Leben führen zu können. Dafür sind die Opfer nicht gedacht. Es wäre so, als ob Katholiken ein sündiges Leben führen und regelmäßig zur Beichte laufen, um wieder gerecht zu sein, aber keinen Willen zur Umkehr aufweisen. Die Beichte ist dadurch ungültig, die Opfer der Israeliten damals nimmt Gott nicht an. Viele Propheten kritisieren diese Haltung bei ihren Zeitgenossen, zum Beispiel Amos. Der erste Schritt zur Rechtfertigung ist die Reue sowie eine radikale Umkehr. Das muss sich im Verhalten niederschlagen. Die Opfer sind gottgewollt, ja, aber sie dürfen nicht missbraucht werden ohne inneren Willen zur Umkehr. Diese Versuchung ist auch heute sehr stark, weshalb viele Menschen sich der Esoterik zuwenden. Da müssen äußere Handlungen vollzogen werden, um ein gutes Karma zu bekommen, gute Energien, ein angenehmes Leben, aber ganz ohne innere Umkehr.
„Hoffart der Augen, Übermut des Herzens – die Leuchte der Frevler ist Sünde.“ Bei diesem Spruch lernen wir den Zusammenhang von Augen und Herz. Über den visuellen Reiz kommt viel Böses ins Herz, wenn der Mensch es zulässt. Das alte Wort „Hoffart“ bedeutet so viel wie Hochmut oder Überheblichkeit. Die Hochmütigen, die Stolzen lassen sich von der Sünde leiten, deshalb wird hier das Bild des Leuchters verwendet. Die Leuchte der Gerechten sollten aber die Gebote Gottes sein, wir Christen würden sagen, die Leuchte ist Jesus Christus selbst. Er ist das Licht der Welt und so sollen es auch seine Jünger sein. Das Stichwort soll die Demut sein, nicht die Hoffart.
„Die Pläne des Fleißigen bringen Gewinn, doch der hastige Mensch hat nur Mangel.“ Besser man nimmt sich mehr Zeit und macht etwas ordentlich, dann hält es auch. Wenn man auf die Schnelle etwas dahinschludert, wird es nur mangelhaft und nicht andauernd sein. Fleiß hat also auch etwas mit Geduld und Ausdauer zu tun. Wer keine Geduld hat, nimmt sich nicht die nötige Zeit, dass etwas von der Qualität her gut wird. Es handelt sich um eine Tugend, die der Mensch anstreben kann.
„Schätze erwerben mit verlogener Zunge ist Jagen nach dem Windhauch und Suchen nach dem Tod.“ Warum? Weil der Segen Gottes nicht drauf liegen wird. Dann werden wir alles wieder verlieren ganz nach dem Motto „Wie gewonnen, so zerronnen“. Es ist im Grunde ein Verstoß gegen die Gebote „Du sollst nicht stehlen“ und „Du sollst nicht lügen“. Denn man kommt auf unehrliche Weise an den Reichtum und was man an sich reißt (eigentlich auch ein Verstoß gegen das Gebot „Du sollst nicht begehren des Nächsten Hab und Gut“), nimmt man einem Anderen weg, dem es eigentlich zusteht. Das lässt Gott nicht zu. So wird dieser Mensch alles verlieren und das Erworbene ist ein kurzer Windhauch sowie der Tod. Denn moralisch geht man selbst aus dem Stand der Gnade heraus und verliert das ewige Leben, wenn es nicht vergeben und gesühnt wird.
„Das Verlangen des Frevlers geht nach dem Bösen, sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen.“ Der Frevler lässt sich vom Bösen leiten, was auch der Nächste zu spüren bekommt. Sünde schlägt immer Wellen, die die Unschuldigen treffen. Das ist die Natur der Sünde. Erbarmen ist dagegen etwas, das man durch die Gerechten erfährt, die sich vom Geist Gottes leiten lassen.
„Muss der Zuchtlos büßen, so wird der Unerfahrene weise, belehrt man den Weisen, so nimmt er Einsicht an.“ Der Gewinn an Weisheit durch den Unerfahrenen ist entweder darauf zurückzuführen, dass er selbst der Zuchtlose ist, der nun büßen muss. Seine Lebenserfahrung lehrt ihn, dass es sich nicht lohnt, den Weg der Zuchtlosigkeit zu gehen und dadurch unglücklich zu werden. Oder es meint eine weitere Person, die durch das Lebenszeugnis des Anderen die Erfahrung macht, wie man es nicht tun sollte. Wenn man so jemanden belehrt, wird sich die Person nicht stur verweigern, sondern darauf hören. Das Negativbeispiel eines anderen oder von sich selbst wird die Einsicht fördern.
„Der Gerechte handelt klug am Haus des Frevlers, wenn er die Frevler ins Unheil stürzt.“ Wie muss man das verstehen? Ist es gut, dem Anderen etwas Böses anzutun? Gemeint ist, dass der Gerechte den Sündern die Konsequenzen ihrer Sünde fühlen lässt. Jemandem in Liebe eine Lektion zu erteilen, ist heilsam für die Person. Dadurch wird sie nämlich zur Besinnung kommen und umkehren. Zur Zeit Jesu werden die Menschen aber realisieren, dass das Erteilen von Lektionen an die Sünder von Gott ausgehen sollte. Er ist es, der wirklich gerecht und kompetent ist.
„Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien des Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft.“ Alles fällt auf den Menschen zurück, das Gute und das Schlechte, das er tut. Doch es gibt noch einen Faktor, der die reine Berechnung im wahrsten Sinne des Wortes „durch-kreuzt“ – das ist die Liebe und Barmherzigkeit Gottes. Wenn wir bereuen und umkehren, wird das Böse, das wir getan haben, uns nicht in die Hölle stürzen. Wir müssen die Konsequenzen dennoch tragen, aber es wird uns nicht mehr so schaden, dass unsere Seele stirbt. Wenn wir möchten, dass auch uns in der Not geholfen wird, sollen wir damit anfangen, anderen in Not zu helfen. Das ist es, was die Goldene Regel Jesu besagt: Was ihr von Anderen erwartet, das tut auch ihnen.“

Ps 119
1 Selig, deren Weg ohne Tadel ist, die gehen nach der Weisung des HERRN.
27 Den Weg deiner Befehle lass mich begreifen, ich will nachsinnen über deine Wunder!
30 Ich wähle den Weg der Treue, deine Entscheide stelle ich mir vor Augen.
34 Gib mir Einsicht, damit ich deine Weisung bewahre, ich will sie beachten mit ganzem Herzen!
35 Führe mich auf dem Pfad deiner Gebote, denn an ihm hab ich Gefallen!
44 Ich will deine Weisung beständig beachten, auf immer und ewig.

Als Antwort beten wir einen Ausschnitt aus dem längsten Psalm. Er beginnt mit einem Makarismus, mit einer Seligpreisung, die das zentrale Thema zusammenfasst: „Selig, deren Weg ohne Tadel ist, die gehen nach der Weisung des HERRN.“ Es geht um eine lebenslange Gemeinschaft mit Gott und um das Bleiben im Stand der Gnade. Wir können uns schon auf Erden selig nennen, wenn wir im Stand der Gnade sind. Gott überschüttet uns schon in diesem Leben mit ganz viel Segen, mit allen Früchten, Gaben und Charismen. Wir haben eine innere Freude und den Frieden Gottes in unserem Herzen. Wir erfahren schon hier ein Leben in Fülle. Es wird uns erahnen lassen, wie das ewige Leben bei Gott aussehen wird – nur noch viel intensiver!
Damit wir den Stand der Gnade nicht verlieren, müssen wir wissen, was Gottes Wille ist. Deshalb beten wir in Vers 27 die Bitte um Kenntnis über die Befehle Gottes. Es ist wichtig, Gottes Wunder, die er auch in unserer heutigen Zeit erwirkt, zu betrachten. Wenn wir über sie nachsinnen, kommen wir immer tiefer darüber ins Staunen und werden dankbarer, ehrfürchtiger, tiefer berührt von seiner Liebe. Wie in einer Liebesbeziehung zwischen Menschen ist es auch in der Liebesbeziehung mit Gott entscheidend, ihn immer besser kennenzulernen. So wird unsere Liebe zu ihm immer mehr vertieft.
„Ich wähle den Weg der Treue, deine Entscheide stelle ich mir vor Augen.“ Immer wieder sollen wir ihm unser Jawort geben, eine Erneuerung des Bundes, den wir in der Taufe mit ihm eingegangen sind. Dieses Jawort ist nicht nur verbal auszudrücken – wir sollen ihm unser Ja stets durch unser ganzes Leben zeigen. Wenn wir unseren Geliebten „ich liebe dich“ sagen, ist das schön und heilsam. Doch diese Worte erlangen erst dadurch Gewicht, dass sie durch ein entsprechendes Verhalten bewiesen werden.
Damit wir Gottes Wege erkennen und unsere eigenen Sünden realisieren, brauchen wir Einsicht, deshalb die Bitte in Vers 34. Die „Weisung“, von der hier die Rede ist, stellt die Übersetzung des Wortes „Torah“ dar. Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Darüber haben wir im Buch der Sprichwörter bereits gehört. Wer einsichtig ist, zeigt den Willen zur Umkehr, die der einzige Weg zur Rechtfertigung ist. Wer sich innerlich nicht ändern will, wird den Stand der Gnade nicht erlangen. Das Herz ist der springende Punkt. Einsicht ist eine Herzenshaltung, der Wille zur Umkehr. Das Herz ist ja das Entscheidungsorgan des Menschen im biblischen Sinne.
Wer eine solche Herzenshaltung besitzt, dem gefällt der Weg der Gebote Gottes. Auf immer und ewig wird so ein Mensch Gottes Gebote bewahren oder sich zumindest von Herzen darum bemühen. „Ich will…beachten“ ist dabei ein Versprechen, das einem Gelübde gleichkommt. Es ist analog zu betrachten zu dem Ehegelübde, in dem es heißt „Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens“ und „in guten wie in schlechten Tagen“. Auch wenn es uns mal schwer fällt, Gottes Gebote zu halten, sollen wir bereit sein, sie zu halten. Gottes Gnade gibt uns die Kraft dazu. Wichtig ist der Wille und die Bereitschaft, Gott treu zu bleiben bis zum Ende.

Lk 8
19 Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm; sie konnten jedoch wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen.

20 Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen.
21 Er erwiderte ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und tun.

Im Evangelium hören wir heute eine Episode, die sehr oft missverstanden und instrumentalisiert wird. Jesus verleugnet seine Mutter und Familie nicht, wie gerne von Nichtkatholiken zur Beweisführung gegen die innige Beziehung zwischen Jesus und Maria behauptet wird, sondern er möchte die Priorität der geistlichen Familie herausstellen:
Der Ort, an dem Jesus sich gerade befindet, muss mal wieder überfüllt sein, denn Jesu Mutter und „Geschwister“ stehen draußen oder zumindest außerhalb der Menschenmenge. Im griechischen Text steht das Wort ἀδελφός, das unter anderem den direkten Bruder meint. Wir befinden uns im orientalischen Kontext, wo mit „Bruder“ alle möglichen Personen bezeichnet werden, auch Cousins oder entferntere Verwandte. Die Perspektive von „Familie“ ist weitergefasst als unsere heutige. Im Hebräischen und auch im Griechischen gibt es zu jener Zeit auch nur einen Begriff für männliche Verwandte, ob Bruder oder Cousin. Diese „Brüder“, von denen wir hier lesen, werden an anderer Stelle namentlich erwähnt. An wiederum anderer Stelle werden aber auch deren Eltern genannt und die Mutter ist eben NICHT Maria, die Mutter Jesu, sondern die andere Maria, die Frau des Kleopas. Wahrscheinlich sind es Jesu Cousins (mindestens zweiten Grades!). Maria ist immerwährende Jungfrau, so glaubt es die Kirche. Sie hat nur diesen einen Sohn zur Welt gebracht und auf eine andere Art und Weise als sonst gewöhnlich. Ihre biologische Jungfräulichkeit ist auch durch die Geburt nicht genommen worden.
Es geht also um die Großfamilie Jesu hier im Evangelium. Sie sucht Jesus auf und er serviert sie nicht ab. Dies können wir aus der heutigen Schriftstelle nur dann schließen, wenn wir oberflächlich lesen. Es geht Jesus um mehr. Er nimmt ihre Anwesenheit zum Anlass, etwas zu erklären, nämlich die geistliche Familie, die die Kirche ist. Alle, die den Willen Gottes tun, sind Geschwister, nämlich im Glauben. Und darin sind sie viel mehr zusammengeschweißt als die biologische Zusammengehörigkeit. Das muss Jesus den anwesenden Juden ganz behutsam beibringen, denn es ist keineswegs selbstverständlich. Für die Juden ist die Biologie alles. Als Jude wird man geboren. Zum Judentum gehörig ist der Beschnittene am Körper. Für die Anwesenden ist es also eine ganz große Herausforderung über ihren „jüdischen Tellerrand“ hinauszuschauen.
Jesus kann es sich erlauben, diese Dinge zu sagen. Er weiß, dass seine Mutter ihn versteht. Er weiß, dass sie nicht beleidigt reagieren wird, wenn er die anwesenden Menschen, die gekommen sind, den Willen Gottes zu erfahren, als seine Familie, sogar als seine Mutter bezeichnet. Wer, wenn nicht Maria wird dies alles schon sehr früh gelernt haben! Sie ist durch ein Gelübde „unfruchtbar“ und ist doch Mutter geworden. Schon von Kindheit auf ist Jesus einerseits den Eltern gehorsam, andererseits lehrt er seine Eltern als Gott. Sie sind nicht nur seine Eltern, sie sind auch seine Schüler, seine Kinder im Glauben. Jesus ist Marias Rabbi und Maria ist eine erste und beste Jüngerin. Sie wird ihm im heutigen Evangelium also absolut Recht gegeben haben. Wir wissen nicht, wie es ausgegangen ist. Vielleicht ist er danach hinausgegangen oder hat seine biologische Familie hinzugeholt. Denn was Jesus im Laufe seiner Verkündigung immer wieder vorlebt, ist die perfekte Kombination von biologischer und geistlicher Familie: Er ehrt in allem seine Mutter und ist zugleich mit ihr als geistliche Familie vereint. In ihrer Beziehung sehen wir, wie es bei uns der Idealfall sein kann: Unsere Familien sollen nicht nur biologischen, sondern gleichzeitig einen geistlichen Zusammenhang bilden. Dann haben wir einen Vorgeschmack des Himmels auf Erden. Wie schön ist es, wenn Geschwister gut miteinander auskommen, zugleich aber auch im Glauben zusammen wachsen, sich über Gott unterhalten und zusammen bzw. füreinander beten! Leider sehen wir oft, dass Geschwister überhaupt nicht gut miteinander auskommen, biologisch zwar verwandt, doch innerlich Fremde sind. Gleichzeitig haben wir Freunde, die mit uns den Glauben teilen und denen wir deshalb viel näher stehen. Die geistliche Familie ist eine viel stärkere Bindung als die Blutsverbindung. In diesem Fall greift das Sprichwort nicht: „Blut ist dicker als Wasser.“ Denn in diesem Fall ist das Wasser dicker als das Blut, nämlich das lebendige Wasser, das der Hl. Geist ist, aus dem wir neugeboren sind in der Taufe! Jesus möchte also kein Entweder-Oder kommunizieren, sondern im Idealfall ein Sowohl-Als-Auch.
Die ersten Christen haben diese geistliche Familie gelebt, indem sie einander als Brüder und Schwestern bezeichnet haben. Wir lesen dies immer wieder in den Briefen des Neuen Testaments. Dies verändert auch unser Verhalten heute, wenn wir uns immer bewusst sind, dass alle Getauften unsere Geschwister im Glauben sind. Dann werden wir die Verantwortung für sie spüren (vor allem für ihr Seelenheil). Wir werden sie dann nicht mehr schlecht behandeln, sondern werden ihnen mit einer geschwisterlichen Liebe begegnen, einer hingebenden und aufopfernden Liebe.

Heute hören wir in den Lesungen die verschiedensten Aussagen über Gottes- und Nächstenliebe. Es zeichnet sich ein Koordinatensystem der Familie Gottes ab. Durch die gelübdeartigen Aussagen wird die Gottesbeziehung zu einer Art „Ehe“ und das Verhältnis der Christen untereinander zu einem geschwisterlichen Miteinander. Der Geist Gottes schweißt uns zusammen, die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält. Dass wir alle eine einzige Familie sein können, haben wir Christus zu verdanken, der den Neuen Bund zwischen Gott und allen Menschen am Kreuz besiegelt hat. Danken wir ihm dafür täglich und bemühen wir uns um ein gutes „Familienleben“, damit wir am Ende ein großes Wiedersehen beim himmlischen Familienfest haben werden!

Ihre Magstrauss

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