Montag der 29. Woche im Jahreskreis

Eph 2,1-10; Ps 100,2-3.4-5; Lk 12,13-21

Eph 2
1 Ihr wart tot infolge eurer Verfehlungen und Sünden.

2 Ihr wart einst darin gefangen, wie es der Art dieser Welt entspricht, unter der Herrschaft jenes Geistes, der im Bereich der Lüfte regiert und jetzt noch in den Ungehorsamen wirksam ist.
3 Unter ihnen haben auch wir alle einmal unser Leben geführt, als wir noch von den Begierden unseres Fleisches beherrscht wurden. Wir folgten dem, was das Fleisch und der böse Sinn uns eingaben, und waren von Natur aus Kinder des Zorns wie auch die anderen.
4-5 Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr gerettet.
6 Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz in den himmlischen Bereichen gegeben,
7 um in den kommenden Zeiten den überfließenden Reichtum seiner Gnade zu zeigen, in Güte an uns durch Christus Jesus.
8 Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft – Gott hat es geschenkt – ,
9 nicht aus Werken, damit keiner sich rühmen kann.
10 Denn seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus zu guten Werken erschaffen, die Gott für uns im Voraus bestimmt hat, damit wir mit ihnen unser Leben gestalten.

In der heutigen Lesung aus dem Epheserbrief geht es um Leben und Tod, um das existenzielle Thema schlechthin. Diese Begriffe verwendet Paulus in diesem Zusammenhang aber nicht biologisch oder auf dieses Dasein bezogen, sondern mit Blick auf die Ewigkeit und den hier bereits vorliegenden moralischen Zustand des Menschen, der über diese Ewigkeit entscheidet.
So waren die Epheser vor ihrer Bekehrung und Taufe tot aufgrund ihres sündhaften Zustands. Das erinnert uns an Jesu Gleichnis vom verlorenen Sohn. Auch da hieß es, dass der Sohn tot war und mit seiner Rückkehr (vor allem der inneren) wieder lebendig geworden ist. Von dieser Logik her kommt bis heute der Begriff der Todsünde. Sie führt den Menschen in den seelischen Tod, was eine endgültige Auswirkung darstellt und deshalb so drastisch ist. Das irdische Dasein ist vorübergehend, aber die Ewigkeit ist ewig.
Die Sünde tötet nicht nur, sie versklavt auch. Deshalb sagt Paulus auch, dass die Epheser gefangen waren, Sklaven der Herrschaft des „Geistes, der im Bereich der Lüfte regiert und jetzt noch in den Ungehorsamen wirksam ist.“ Wer ist denn damit gemeint? In den Lüften regiert doch Gott oder nicht? Das griechische Wort an dieser Stelle ist ἀήρ aer, das einerseits für die Luft als Element an sich zu verstehen ist oder für Nebel, Dunkelheit, bei antiken Autoren oft für die untere dicke Luft verwendet wird im Gegensatz zur oberen reinen Luft des Äthers. So oder so ist also nicht Gott gemeint, denn Paulus versteht ihn nie weltimmanent. Hier ist der Widersacher Gottes gemeint, der auf Erden eine gewisse Macht behält oder sogar als Herr der Unterwelt bezeichnet wird. Eine letzte Interpretationsmöglichkeit wäre, die „Lüfte“ auf die unsichtbare Welt zu beziehen. So ist er eine geistige Macht, die der Welt der „Lüfte“ zuzuordnen ist, aber nicht weniger versklavt als sichtbare Mächte.
Paulus bezieht diese Sklaverei der Sünde auf alle, die nicht getauft sind, weshalb er sich selbst miteinschließt. Wenn er von den „Begierden unseres Fleisches“ spricht und „wir folgten dem, was das Fleisch und der böse Sinn uns eingaben“, dann meint das nicht nur ein sündiges Verhalten gegen die Keuschheit. Fleischlich zu sein bedeutet bei Paulus nicht einfach nur Unzucht zu treiben, sondern der gefallenen Natur als Ganzer zu folgen. Den Begierden des Fleisches zu folgen, meint dann alles Weltliche, unter anderem das Streben nach Besitz, Anerkennung, Schönheit, alles Eitle, Macht etc. Und das Fleisch gibt dem Menschen Böses ein, das zu Lastern führt, nicht zu Tugenden. Neid/Eifersucht, Wolllust, Zorn, Habgier, Völlerei, Trägheit, Hochmut: Die sieben Hauptsünden entspringen dem Fleisch. Man mag denken: Paulus hat aber ein ganz schön pessimistisches Menschenbild. Die Sache ist die: Der Mensch ist wahrlich eine gefallene Natur. So ist er nicht geschaffen worden. Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, aber der Mensch hat durch seinen Ungehorsam alles verdorben. Deshalb kann man nicht anders, als so ein „pessimistisches“ Menschenbild an den Tag zu legen. Dabei bleibt Paulus aber nicht stehen und auch wir müssen nicht schwarz sehen. Denn Gott hat in seiner überreichen Barmherzigkeit der Menschheit die Befreiung aus diesem Sklavenhaus geschenkt, indem er Mensch geworden ist und am Kreuz die Sünde der ganzen Welt auf sich nahm. Seine Gnade hat uns erlöst und das bewirkt, was unsere gefallene Natur nicht mehr zustande bringt – unsere Rechtfertigung. Deshalb ist es eine absolut tiefe Wahrheit, wenn er sagt: „Aus Gnade seid ihr gerettet.“ Wir haben uns nicht selbst erlöst und werden das nie können. Das hat die Gnade erwirkt. Der Einwand gegen das reformatorische sola gratia (allein die Gnade) besteht in der Konsequenz der Gnade: Sie befähigt uns, nun mit Gottes Unterstützung gut zu sein und seine Gebote zu halten. Zurücklehnen können wir uns nicht, denn wir können die Taufgnade auch wieder verlieren.
Der getaufte Mensch erfährt im Moment seiner Taufe eine Auferstehung von den Toten, weil er vom Zustand der Todsünde in den Stand der Gnade erhoben wird. Durch diesen Gnadenakt Gottes steht ihm in Aussicht, Christus nach dem Tod in den Himmel zu folgen. Christus hat zu seinen Aposteln in den Abschiedsreden gesagt, dass er vorausgeht, um ihnen eine Wohnung zu bereiten, und dass es beim Vater viele Wohnungen gibt. Wir dürfen darauf vertrauen, dass es für uns einen Platz geben wird, wenn wir im Stand der Gnade aus dieser Welt geschieden sind. Wenn wir die Taufe betrachten, dann staunen wir über die überreiche Gnade Gottes an uns. Doch das ist nur der Anfang! Denn wie Paulus hier andeutet, wird uns im Himmelreich die Fülle der Gnade zuteilwerden, deren „Unterpfand“ wir in diesem Leben erfahren.
Noch einmal betont Paulus mit Nachdruck, dass die Epheser nicht aus eigener Kraft gerettet worden sind, sondern durch die Gnade Gottes, die man gläubig angenommen hat in der Taufe. Er betont es, „damit keiner sich rühmen kann“. Anscheinend gab es solche, die sich damit gerühmt haben. Wir haben uns nicht selbst erlöst. Das müssen wir Menschen heute immer wieder bedenken, da die Versuchung der Selbsterlösung sehr groß ist durch die vielen esoterischen Angebote. Wir sind ganz auf Gottes Gnade angewiesen, wenn wir gerecht sein wollen. Dass wir aber gerecht sein sollen, ist unsere Berufung – die Berufung zur Heiligkeit. Weil wir sie von unserer Natur her nicht mehr erlangen können, müssen wir sie zusammen mit der Gnade Gottes anstreben. Paulus bietet hier zum Schluss also eine Definition für die Heiligkeit an: „Mit guten Werken, die Gott für uns im Voraus bestimmt hat, unser Leben gestalten.“ Dabei sind wir nicht allein, genauso wenig wie die Epheser, die Paulus hier anspricht. Gottes Gnade entlastet uns, weshalb wir aber dennoch hundert Prozent geben müssen. Aber die Überforderung fällt weg. Gott heiligt und vervollkommnet unsere Begrenztheit.

Ps 100
2 Dient dem HERRN mit Freude! Kommt vor sein Angesicht mit Jubel!

3 Erkennt: Der HERR allein ist Gott. Er hat uns gemacht, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide.
4 Kommt mit Dank durch seine Tore, mit Lobgesang in seine Höfe! Dankt ihm, preist seinen Namen!
5 Denn der HERR ist gut, ewig währt seine Huld und von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.

 Als Antwort auf die Lesung beten wir Psalm 100, der betitelt wird als „Lobgesang der Völker beim Einzug ins Heiligtum“.
„Dient dem HERRN mit Freude! Kommt vor sein Angesicht mit Jubel!“ Diese Worte beziehen sich auf die Heiden, die zum Glauben an den Gott Israels kommen. Vor dem Hintergrund der Lesung gehen wir über die Heiden zur Zeit König Davids hinaus und betrachten die ephesischen Heidenchristen, die durch die Mission des Paulus Christen geworden sind. Sie sind es, die zu einem freudigen Dienst aufgefordert werden. Der Wortsinn dieses Psalms ist zunächst auf die Heiden in alttestamentlicher Zeit zu beziehen, die zum Tempel kommen sollen („vor sein Angesicht“). Dort gibt es einen eigens für sie bestimmten Tempelhof. Mit Blick auf die Heidenchristen zur Zeit des Paulus müssen wir uns fragen, was dann mit „Angesicht Gottes“ gemeint sein könnte. Jesus hat der samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen schon angekündigt, dass in Zukunft weder der Tempel in Jerusalem noch die Kulthöhe auf dem Garizim die Anbetungsorte Gottes darstellen werden. Er hat angekündigt, dass er selbst den Ort der Anbetung darstellen wird und die rechte Weise der Anbetung im Geist und in der Wahrheit sein werde. Es wird keine örtliche Gebundenheit mehr geben, weil Jesus in jeder Heiligen Messe eucharistisch anwesend sein wird! Die Heidenchristen der Lesung treten also nun durch die Liturgie zum Angesicht Gottes, egal wo sie sich befinden – Lystra, Derbe, Ikonion, Jerusalem, Antiochia – oder eben Ephesus!
„Erkennt: Der HERR allein ist Gott. Er hat uns gemacht, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide.“ Dass es nur diesen einen Gott gibt, wird den Heiden gegenüber natürlich deshalb betont, weil sie den Monotheismus erst einmal lernen müssen. Sie kommen aus einem polytheistischen Kontext (Vielgötterei). Gerade die Epheser haben mit sehr vielen Gottheiten zu tun und ganz prominent ist die „Große Mutter“, die im ganzen Römischen Reich bekannt ist. Dagegen hat der eine wahre Gott die Welt geschaffen, auch die Menschen. Deshalb gehören alle Menschen ihm. Auch die Heiden gehören zum auserwählten Volk. Das Hebräische gibt dies wieder mit dem Wort עַ֝מֹּ֗ו ammo. Es geht wirklich um das auserwählte Volk. Dies ist bemerkenswert im Kontext des Alten Testaments! Nicht nur das Volk Israel gehört zum Volk Gottes, sondern nun auch die Heiden! Hier wird etwas deutlich, was mit dem Neuen Bund wahr wird: Gottes Volk setzt sich nicht mehr durch biologische Abstammung zusammen, sondern durch Menschen aller Nationen, Völker, Stämme und Sprachen, die durch die Taufe zur neuen Schöpfung werden, eine geistliche Familie. Als solche ist das neue Volk Gottes Herde des guten Hirten. Dieses Bild greift Jesus dann auf, wenn er sich selbst als diesen guten Hirten offenbart und seine Jünger als seine Herde.
„Kommt mit Dank durch seine Tore“ ist wörtlich zunächst auf die Stadttore Jerusalems und des Tempelareals gemeint, durch die die Heiden in die Höfe des Tempels gelangen. Im weiteren Sinn meint es auch die Heidenchristen des Neuen Bundes. Diese treten durch das Tor der Taufe hindurch in den Hof des Heiligtums Gottes, der in ihren Herzen Wohnung nimmt. Sie treten durch das Tor, wenn sie sich zur Eucharistie versammeln. So ist es mit allen Menschen, die bis heute die Liturgie feiern. Die ganze Menschheit tritt schließlich durch das Tor des Todes ein in die Ewigkeit.
„Dankt ihm, preist seinen Namen!“ Dazu haben vor allem die Getauften Anlass. Sie sind gerettet worden auf das ewige Leben hin. Dies veranlasst sie zu Lob und Dank.
Gott ist gut. Er hat das Heil jedes Menschen im Sinn. Er ist wirklich treu und verlässt seine Schäfchen nie. Deshalb können wir Menschen nicht anders, als zu jubeln über seine guten Taten an uns. Wir erkennen sie nicht immer und manchmal verdunkeln die Krisen unseres Lebens den dankbaren Blick auf das, was wir haben und was uns gelingt. Doch Gott ist immer der gleiche gute Gott, dem Ehre gebührt – gestern, heute und in Ewigkeit.

Lk 12
13 Einer aus der Volksmenge bat Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen!

14 Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt?
15 Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier! Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin, dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt.
16 Und er erzählte ihnen folgendes Gleichnis: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.
17 Da überlegte er bei sich selbst: Was soll ich tun? Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen könnte.
18 Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen.
19 Dann werde ich zu meiner Seele sagen: Seele, nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freue dich!
20 Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast?
21 So geht es einem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber bei Gott nicht reich ist.

Im Evangelium geht es heute um die Habgier, einer der fleischlichen Begierden, wie es Paulus in der Lesung erklärt hat. Ein Mensch bittet Jesus aus der Volksmenge heraus, dass dieser seinen Bruder ermahnen soll, damit dieser sein Erbe teilt. Dies nimmt Jesus zum Anlass das Volk vor Habgier zu warnen. Wer ist denn der Habgierige? Wohl ist jener Bruder gemeint, der das gesamte Erbe für sich will. Vielleicht sind aber auch beide gemeint, die überhaupt in Streit geraten.
Aber zunächst distanziert sich Jesus von der Bitte des Menschen, indem er sagt: „Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt?“ Er macht deutlich, dass es nicht seine Aufgabe ist, die Menschen bei ihren fleischlichen Angelegenheiten zu unterstützen. Er ist gekommen, um das Reich Gottes zu verkünden, die Umkehr zu predigen und Erlösung zu schenken. Er ist gekommen, um den Menschen den Vater zu zeigen und durch viele prophetische Zeichenhandlungen Israels Brautschaft und seine Identität als Bräutigam zu verdeutlichen. Das alles geschieht mit Blick auf die Ewigkeit. Er lässt sich nie festnageln auf die Eitelkeiten dieser Welt. Deshalb distanziert er sich auch von Erbstreitigkeiten und warnt vor Habgier. „Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin, dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt.“ Jesus verkündet stets das nahestehende Weltende und die Haltung, mit einem Bein bereits in der Ewigkeit zu stehen. Alles, was einen an das vergängliche Dasein festnagelt, soll man ausmerzen. Überfluss und der Drang, immer mehr haben zu wollen, behindert den Menschen auf dem Weg in die Ewigkeit. Dies verdeutlicht Jesus nun anhand eines Gleichnisses:
Ein reicher Mann fährt eine gute Ernte ein, so gut, dass seine Scheunen sie gar nicht fassen können. Wenn er so eine gute Ernte hat, könnte er sie ja mit den Bedürftigen teilen, da sie ja sowieso nicht in seine Scheunen passt. Doch er hängt so sehr daran, dass er lieber seine Scheunen abreißt und größere baut. So kann er alles behalten und muss nichts abgeben. Was er total verkennt: Dass er so eine gute Ernte einfährt, ist ein Geschenk Gottes. Er hat zwar alles Landwirtschaftliche getan, was er tun kann, aber das Wachsen und Gedeihen liegt nicht in seiner Hand. Dass die Ernte so gut ist, hat Gott zugelassen – doch nicht, damit der Mann alles habgierig an sich reißen kann. Der Mann hat nicht über sich hinausgeschaut. Sonst hätte er womöglich die Not der Menschen gesehen, die Gott durch diesen Mann lindern wollte. Hätte er die Not erkannt, hätte er mindestens den Überfluss abgegeben. Es ist ihm doch auch nur geschenkt worden! Jesus sagt zu seinen Aposteln an anderer Stelle: „Umsonst ist euch gegeben, umsonst sollt ihr geben.“ Das hätte seine Chance dargestellt, als Werkzeug Gottes zu fungieren. Doch er hat lieber habgierig gehandelt. Und jetzt kommt es: Der Mann wird die Nacht gar nicht überleben. Er wird sterben und vor Gott treten. Dann wird dieser Rechenschaft von ihm fordern. Und die reiche Ernte wird er in die Ewigkeit gar nicht mitnehmen können. Was hat es also gebracht, es so krampfhaft an sich zu drücken? Nicht umsonst gibt es das Sprichwort „das Totenhemd hat keine Taschen.“ Wir können rein garnichts von den weltlichen Besitztümern mitnehmen. Warum hängen wir also so sehr an sie? Wir wissen nicht, wann Gott unser Leben zurückfordert. Sollten wir die Zeit also nicht lieber nutzen, Besitztümer für die Ewigkeit anzuschaffen? Es ist genau diese Haltung, die Paulus den Ephesern erklärt: Wir sollen nicht den fleischlichen Begierden folgen, sondern uns vom Geist leiten lassen. Das entscheidet schließlich über unser Leben in der Ewigkeit. Was uns davon abhält, zum Vater zu kommen, sollen wir ganz aus unserem Leben ausmerzen.
Sich vom Geist leiten lassen, heißt konkret, sich Schätze bei Gott anzusammeln. Diese Schätze nennen wir Gnade. Es sind die Gnaden, die wir durch unsere Gebete, Liebesopfer und Liebestaten anhäufen. Was unser Ziel schon hier auf Erden sein soll, ist das Ansammeln eines übernatürlichen Reichtums. Die einzige Art von „Habgier“, die uns stets antreiben sollte, ist das Ansammeln dieser übernatürlichen Schätze. Davon kann es nie genug geben! Und je mehr das in unser Blickfeld gerät, desto weniger wird der Drang nach den Schätzen, die wir nicht mitnehmen können in das ewige Leben. Diese Dinge werden dann immer mehr zu vorübergehenden und geliehenen Gütern, die wir brauchen, um zu überleben, aber ohne eine innere Bindung an sie. Die einzige „Abhängigkeit“, die bleiben soll, ist die völlige Bindung an Gott. Das macht die Heiligkeit des Menschen aus.

Ihre Magstrauss

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