Montag der 33. Woche im Jahreskreis

Offb 1,1-4; 2,1-5a; Ps 1,1-2.3.4 u. 6; Lk 18,35-43

Offb 1
1 Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, damit er seinen Knechten zeigt, was bald geschehen muss; und er hat es durch seinen Engel, den er sandte, seinem Knecht Johannes gezeigt.
2 Dieser hat das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt: alles, was er geschaut hat.
3 Selig, wer die Worte der Prophetie vorliest, und jene, die sie hören und das halten, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.
4 Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von Ihm, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern vor seinem Thron.
1 An den Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: So spricht Er, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält und mitten unter den sieben goldenen Leuchtern einhergeht:
2 Ich kenne deine Taten und deine Mühe und deine Geduld und weiß, dass du die Bösen nicht ertragen kannst. Du hast die auf die Probe gestellt, die sich Apostel nennen und es nicht sind, und hast sie als Lügner befunden.
3 Du legst Geduld an den Tag und hast um meines Namens willen Schweres ertragen und bist nicht müde geworden.
4 Aber ich habe gegen dich: Du hast deine erste Liebe verlassen.
5 Bedenke, aus welcher Höhe du gefallen bist!

Wir begehen nun die letzten Wochen des Kirchenjahres. Deshalb hören wir als Lesung auch aus der Johannesoffenbarung. Heute hören wir den Beginn des Buches, das einen Rahmen aufweist wie ein antiker Brief. So beginnt die Offenbarung mit einer präskriptartigen Notiz, die sofort klarstellt: Diese Schrift ist kein ausgedachtes Produkt des Johannes, sondern ist eine göttliche Offenbarung. Christus selbst offenbart sie ihm, der sich selbst in dem Vers ganz am Schluss nennt. Das ist ein Demutsaudruck. Ganz nach dem antiken Briefformular ist Christus also der Autor der Johannesoffenbarung. Dann erfolgt der Absender, der aus der Gesamtheit der „Knechte“ besteht. Christus übergibt seinen Knechten diese Offenbarung. Diese sind die Christen in der Endzeit und pars pro toto werden konkret sieben Gemeinden Westkleinasiens angeschrieben, aber im Grunde eine Botschaft an alle Christen überbracht. Auch der Zweck der Offenbarung wird genannt: Es wird gezeigt, „was bald geschehen muss“. Es ist eine unaufhaltsame Entwicklung, die zwischenzeitlich sehr schmerzhaft und destruktiv ist, dann aber ins ewige Heil mündet. Die immer schlimmer werdende Welt muss also so werden, bevor das Weltende kommt. Die Rückentwicklung der Schöpfung muss geschehen, damit eine neue Schöpfung kommen kann.
Es ist die Rede von einem Engel, der dem Visionär Johannes diese von Christus ausgehende Offenbarung überbringt. Johannes ist der Zeuge Jesu Christi und vermittelt den sieben Gemeinden und auch uns heute, was er gesehen und gehört hat. Johannes sagt auch in den ersten Versen, dass die Offenbarung dazu dient, vorgelesen zu werden, wohl in der Liturgie. Es ist dabei auch wichtig, das Verlesene umzusetzen. Dann kann man sich als Christ wirklich selig preisen.
Nach diesen ersten drei Versen, die sozusagen als Vorrede dienen, kommt ein Neueinsatz, der wiederum briefartig ist: Es erfolgt nun ein Präskript des Absenders Johannes an die sieben Gemeinden mit anschließendem Gruß, wie man es aus antiken Briefen kennt. Während in den ersten Versen die Bewegung von Christus zum Visionär geschildert wird, geht es hier jetzt um die Weitergabe der Offenbarung an die Christengemeinden. Der Friede, den Johannes den sieben Gemeinden dabei wünscht, geht nicht von ihm selbst aus, sondern vom himmlischen Thron, auf dem Gott sitzt. Es ist der Friede Gottes und jener der sieben Geister vor dem Thron, das heißt vom Hl. Geist. Wir sagen bis heute, dass der übernatürliche Friede, den Gott spendet, eine Frucht des Hl. Geistes ist.
Dann hören wir einen Ausschnitt aus einem der sieben Sendschreiben, und zwar an die Gemeinde von Ephesus, der Hochburg verschiedenster Götzenkulte und des Kaiserkults.
„An den Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe“: Dazu muss erwähnt werden, dass Johannes zuvor den Menschensohn erblickt hat, der ihn zum Aufschreiben der Offenbarung auffordert. Jesus Christus selbst also diktiert Johannes, was er den Gemeinden schreiben soll. Deshalb ist das Geschriebene auch in der Ich-Form formuliert. Mit dem Engel der Gemeinde ist der Vorsteher gemeint, der den Brief erhalten und dann in der Liturgie verlesen soll.
Jesus formuliert: „So spricht Er, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält und mitten unter den sieben goldenen Leuchtern einhergeht“. Zuvor sah Johannes diese Sterne und Leuchter in der Hand des Menschensohns. Der Menschensohn ist nicht nur anwesend in den Christengemeinden, er hält sie in seiner Hand. Er ist der Protagonist, der eigentliche Vorsteher, der Lenker und Bestimmer. Er ist der wahre Gottessohn, nicht so wie zu jener Zeit auf Münzen geprägt worden ist, der Sohn des Kaisers Domitian mit sieben Sternen. Christus geht unter den sieben goldenen Leuchtern einher, weil er immer wieder kommt – in der Eucharistie.
Christus hat in diesen persönlichen Ansprachen der Gemeinden immer individuelles Lob oder tadelnde Worte bereit. An die Gemeinde in Ephesus schreibt er zunächst als positiven Aspekt: „Ich kenne deine Taten und deine Mühe und deine Geduld und weiß, dass du die Bösen nicht ertragen kannst. Die Epheser sind wirklich sehr darum bemüht, Häresien keinen Raum zu geben, die wahre Lehre immer wieder zu verteidigen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Sie haben sogar falsche Apostel bzw. Propheten entlarvt und die Unterscheidung der Geister immer musterhaft umgesetzt. Dafür haben sie auch viele Unannehmlichkeiten auf sich genommen. Aber was Christus ihnen daraufhin als Kritik anbringt, ist ihre erkaltete Liebe, mit der sie das alles tun sollten. Wir erinnern uns an Paulus‘ Worte im Hohelied der Liebe: Und wenn man alle Geistesgaben besäße und sie immer umsetze – es bringt nichts ohne Liebe. Das hält Jesus nun den Ephesern vor. Sie haben ihre erste Liebe, die Begeisterung, die Euphorie verloren. Sie brannten einmal für das Reich Gottes, doch nun ist ihnen bei allem die innere Freude abhanden gekommen. Weil sie in diesem Punkt einmal ganz oben mitgespielt haben, hält es Christus ihnen nun vor mit den Worten: „Bedenke, aus welcher Höhe du gefallen bist!“ Wie aktuell diese Worte doch für unsere heutige Zeit sind! Wie oft ist genau das ein Problem bei den Christen unserer heutigen Zeit. Sie halten vielleicht noch fest am Evangelium, aber angesichts der Widerstände, der Bedrängnisse und Enttäuschungen verlieren sie oft die innere Freude bei ihrem Tun. Wenn es aber innerlich erkaltet, wird auch das äußere Tun irgendwann im Sande verlaufen. Dann sagt Christus auch uns heute zu, dass wir unsere Flamme wieder auflodern lassen müssen, gleichsam Holz nachlegen müssen. Wie geschieht das? Durch den Hl. Geist. Er muss uns wieder neu beleben, uns wieder neu entzünden. Er erneuert den einzelnen Christen und die gesamte Kirche.

Ps 1
1 Selig der Mann, der nicht nach dem Rat der Frevler geht, nicht auf dem Weg der Sünder steht, nicht im Kreis der Spötter sitzt,
2 sondern sein Gefallen hat an der Weisung des HERRN, bei Tag und bei Nacht über seine Weisung nachsinnt.
3 Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Bächen voll Wasser, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, es wird ihm gelingen.
4 Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
6 Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber verliert sich.

Heute beten wir den allerersten Psalm des Psalters. David schreibt hier eine Seligpreisung an den, der sich für Gott entschieden hat. Da hören wir eine wunderbare Betrachtung dessen, wie gut es einem geht, wenn man Gott gewählt hat. Mit Paulus müsste man sagen: wer sich vom Geist leiten lässt und nicht vom Fleisch. Wir können nur glücklich sein, wenn wir uns für den Weg Gottes entschieden haben, ja, wir sind dann selig zu preisen.
Wer „Gefallen an der Weisung des HERRN“ hat und Gottes Gebote nicht nur hält, sondern darüber auch nachdenkt, dann ist dieser Mensch wie ein Baum am Wasser. Er wächst und gedeiht direkt an der Quelle und ist absolut fruchtbar. Diese Fruchtbarkeit wird biologisch gesehen von den Juden als Zeichen des Segens betrachtet, aber wir gehen über das Wörtliche hinaus und denken an Jesu Worte: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt (Joh 15,16).“ Es ist eine geistige Fruchtbarkeit, die andere Menschen zu Kindern Gottes macht und so das Volk Gottes immer größer werden lässt. Jesus sagt sogar, dass die Entscheidung für Gott nicht der erste Schritt ist, sondern die Reaktion auf die Erwählung Gottes.
Gottes Segen zeigt sich bei dem, der Gott gewählt hat, daran, dass ihm alles gelingt und die Gebete erhört werden. Die nie verwelkenden Blätter werden zum eschatologischen Zeichen, zum Symbol für das ewige Leben für Gott, das auch beim nie verwelkenden Siegeskranz aufgegriffen wird, einer Metapher des NT. Die Epheser im ersten Sendschreiben sind in der Gefahr, auszutrocknen, wenn sie sich nicht neu auf den Geist Gottes besinnen und sich von ihm beleben lassen.
Dagegen sind die Frevler, die Gott ablehnen, wie vom Wind verwehte Spreu. Sie sind nicht unvergänglich, sondern absolut kurzlebig. Kommt ein Windstoß, sind sie dahin. Versucht man einen Weg ohne Gott, verläuft man sich in eine ganz böse Sackgasse. Es ist ein Holzweg, der ins Nirgendwo führt – beziehungsweise in die ewige Gottesferne, in die Hölle!
Dies stellt dann den ewigen Tod dar, nicht mehr das ewige Leben. Auch hier müssen wir auf Paulus zurückverweisen: Er weist darauf hin, dass man sich vom Geist leiten lassen soll, damit man wie ein Baum am Wasser mit nie verwelkenden Blättern ist. Man brennt nämlich nicht aus, da man die Kraft für das Gutsein, für den Lebenswandel nach dem Willen Gottes von Gott selbst holt, statt aus eigener Kraft. Aus eigener Kraft bringt man nicht viel zustande oder nur für kurze Zeit. Dann kommt die Sünde, die wir jeden Tag begehen. Was der Mensch aus eigener Kraft zustande bringt, ist von der gefallenen Natur geprägt. Es können keine Früchte des ewigen Lebens dabei herauskommen. Genau das scheint das Problem bei den Ephesern zu sein: Sie tun und machen, wobei vieles aus eigener Kraft geschieht. Der Geist Gottes wirkt nicht mehr viel in ihnen. Ihre Anzeichen von Verwelkung sind ein Indiz dafür.
Die Torah ist ein erster Schritt, aber wir begreifen in unserer heilsgeschichtlichen Etappe, dass der Geist Gottes unbedingt notwendig ist, um selbst die Torah zu halten.

Lk 18
35 Es geschah aber: Jesus kam in die Nähe von Jericho, da saß ein Blinder an der Straße und bettelte.

36 Er hörte, dass viele Menschen vorbeigingen, und fragte: Was hat das zu bedeuten?
37 Man berichtete ihm: Jesus von Nazaret geht vorüber.
38 Da rief er: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!
39 Die Leute, die vorausgingen, befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!
40 Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herführen. Als der Mann vor ihm stand, fragte ihn Jesus:
41 Was willst du, dass ich dir tue? Er antwortete: Herr, ich möchte sehen können.
42 Da sagte Jesus zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dich gerettet.
43 Im selben Augenblick konnte er sehen. Da pries er Gott und folgte Jesus nach. Und das ganze Volk, das dies gesehen hatte, lobte Gott.

Im Evangelium hören wir von einer Blindenheilung Jesu. Er kommt in die Nähe Jerichos, wo ihm ein Blinder an der Straße begegnet. Wir kennen diese Heilungserzählung. Der Mann ruft nach Jesus, indem er im Grunde ein Glaubensbekenntnis ausruft. Denn er ruft gebetsartig aus: „Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ Er sagt damit zugleich aus, dass Jesus aus dem Stamm Juda und Davidide ist. Er sagt dadurch auch aus, dass Jesus der Messias ist, der als Sohn Davids erwartet wird. Er glaubt fest daran, dass der Messias ihm die Augen öffnen kann, denn laut messianischer Verheißungen werden unter anderem die Blinden wieder sehen. „Hab Erbarmen mit mir!“ drückt zudem aus, dass er Jesus als göttliche Person oder Herrschergestalt verstanden hat. Kyrie eleison war ein Ruf, der in vorchristlicher Zeit verschiedenen Gottheiten gewidmet wurde, bevor er auch im Hofzeremoniell römischer Kaiser zum Einsatz kam. Eventuell können wir diesen Huldigungsruf an dieser Stelle vermuten, obwohl in der griechischen Formulierung das Kyrie fehlt: ἐλέησόν με. Der blinde Mann offenbart uns eine gute Schriftkenntnis, da er messianische Verheißungen kennt und hier den Messias trotz biologischer Blindheit erkannt hat.
Dass er nach Jesus ruft, liegt daran, dass man ihm von dessen Anwesenheit erzählt hat. Offensichtlich ist es den Menschen peinlich, dass der Blinde beginnt, so laut nach Jesus zu rufen. Sie halten ihn sogar dazu an, zu schweigen, obwohl er mehr verstanden hat als sie alle zusammen. Er lässt sich jedoch nicht beirren und schreit nur noch lauter das kurze Glaubensbekenntnis: „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“
Bis dahin haben wir einen Blinden kennengelernt, dessen äußere Blindheit nicht über die innere Scharfsicht trübt, mit der er den Messias erkannt hat. Es ist eine einzige ironische Szene, weil die vielen umstehenden Menschen ihn bestimmt bemitleiden für seine biologische Blindheit, dabei sehen sie nicht das, was er sieht.
Und dann ruft Jesus den Mann zu sich, um ihn zu fragen, was Jesus ihm tun soll. Jesu Formulierung ist sehr bezeichnend und das müssen wir uns sehr zu Herzen nehmen: „Was willst du, dass ich dir tue?“ Gott schätzt unseren freien Willen so sehr, dass er sich sogar zurückzieht, wenn wir ihn von uns weisen, gewiss nicht ohne von Weitem immer noch nach uns zu rufen und zur Umkehr aufzurufen. Er hat uns Menschen mit diesem freien Willen geschaffen, damit wir liebensfähige Menschen sind, jedoch auch mit dem Risiko, sich gegen ihn zu entscheiden. Und so fragt Jesus, was der Blinde möchte. Natürlich weiß Jesus schon längst, was der Mann möchte, aber dieser soll es mit eigenen Worten aussprechen. Darum geht es. Der Mann erklärt Jesus daraufhin seinen Wunsch – er möchte sehen können. Das griechische Wort ἀναβλέψω kann übersetzt werden mit „wieder sehen“ im Sinne einer Wiederherstellung einer abhanden gekommenen Sehkraft. Es kann aber auch die Öffnung der Augen meinen, ohne dass eine vorausgegangene Sehkraft mitgedacht wird. Es ist also offen, ob der blinde Mann zuvor sehend oder von Geburt an blind war.
Jesus antwortet ihm daraufhin: „Sei sehend! Dein Glaube hat dich gerettet.“ Der Blinde Mann hat durch sein Rufen bewiesen, dass er einen starken Glauben besitzt und hat in seinem Glauben Jesus mehr als alle anderen als den gesehen, der er ist – Gott.
Wir erkennen noch etwas Wichtiges: So wie bei der Schöpfungserzählung erwirkt Jesus die Tat durch sein gesprochenes Wort. „Sei sehend“ ist der Startschuss ins spektakuläre Wunder. So wie Gott die einzelnen Schöpfungsetappen durch sein gesprochenes Wort in Gang setzte, z.B. „Es werde Licht“, so ist durch Christus die Heilung des Mannes erfolgt.
Wir sehen an dieser ganzen Szene, was Jesus immer wieder im Sinn hat: Es geht ihm nicht nur darum, die jeweiligen Menschen zu heilen, sondern darum, den Umstehenden etwas beizubringen: Diese sollen ebenfalls geheilt werden – von ihrer inneren Blindheit. Sie sollen Christus immer mehr als Christus erkennen, seine Gottheit nicht anhand selbsternannter Behauptungen akzeptieren, sondern sich anhand seiner Heilstaten davon überzeugen. Der Glaube der Umstehenden soll gestärkt werden durch das wunderbare Glaubenszeugnis des Blinden. Alles, was Jesus tut und sagt, ist eine einzige Lektion für seine Jünger und die Menschen, die Jesus begegnen.
Der geheilte Mann reagiert genau richtig auf seine Heilung: Er preist Gott und folgt Christus nach. Wenn Gott uns so eine große Gnade zuteilwerden lässt, können wir nicht anders, als ihm dafür ewig dankbar zu sein. Unser ganzes Leben soll ein einziger Lobpreis und Gottesdienst sein, nicht weil wir ihm gegenüber immer ängstlich und voller Skrupel in einer Schuldensituation stehen, sondern aus Dankbarkeit und Liebe. Es ist unser Zurücklieben dessen, der uns aus Liebe geschaffen hat. Und wenn Gott dem Menschen durch die geschenkte Sehkraft im Grunde ein neues Leben schenkt, ist das umso intensiver der Fall. Dieser Mann kann von nun an selbstständig leben und muss nicht mehr betteln. Er hat mit seiner Heilung eine Berufung geschenkt bekommen – die Berufung zur Nachfolge Christi. So folgt er als Jünger Jesus nach.
Die Menschenmenge, die das Geschehen beobachtet hat, preist Gott ebenfalls. Das ist es, was Jesus erzielen wollte – die Glaubensstärkung der Bewohner jener Stadt. Immer wieder offenbart Christus seine Herrlichkeit, damit die Menschen eine Glaubensvertiefung erfahren.

In den heutigen Texten geht es um die Schau übernatürlicher Dinge. Johannes wird die Offenbarung Jesu Christi zuteil, die er den Christen seiner Zeit weitergeben soll. Er sieht das Wesentliche nicht wie üblich, sondern als Vision. Und im Evangelium erleben wir einen Mann, der das Wesentliche ebenfalls nicht mit den biologischen Augen sieht. Beide Männer sind glaubensstark, weshalb ihnen beiden viel Gnade geschenkt worden ist.

Bitten wir den Herrn, dass er auch unsere Augen öffne – die Augen des Glaubens, die Augen unseres Gewissens, damit wir unsere Sünden erkennen, bereuen und umkehren. Er öffne uns die Augen für seinen heiligen Willen, damit wir in Zeiten zunehmender Verwirrung und Enttäuschungen den rechten Weg beibehalten und Gottes Willen tun.

Ihre Magstrauss

3 Kommentare zu „Montag der 33. Woche im Jahreskreis

  1. Liebe Frau Dr. Strauss, zuerst möchte ich Ihnen danken für die wunderbare Auslegung der heutigen Texte (Lesung, Psalm und Evangelium). Es ist für mich sehr bereichernd, wenn ich dies von einer Fachfrau, die Sie ja sind, erfahren darf. Ich lese täglich Bibeltexte mit Betrachtung, aber Ihre Auslegung ist dann doch nochmal etwas Besonderes.
    Entdeckt habe ich Sie erst am vergangenen Wochenende aus einem Artikel der Tagespost und das hat mich neugierig gemacht und ich bin dann auch gleich auf Ihren Block gegangen und werde es auch bleiben. Nochmals Danke, auch dem Hl. Geist, der mich so wunderbar führt.
    Gesegneten Tag
    Anna Maria Schüller

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    1. Vielen herzlichen Dank, Frau Schüller! Das ist eine sehr ermutigende Rückmeldung, vergelts Gott! Gottes Segen für Sie und wunderbar, dass Sie dabei bleiben möchten. Willkommen auf meinem Blog!

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  2. Liebes Frau Strauss, zuerst möchte ich Ihnen danken für die wunderbare Auslegung des heutigen Texte (Lesung, Psalmen und Evangelium). Es ist für mich sehr bereichernd, wenn ich dies von einer Fachfrau, die Sie ja sind, erfahren darf. Ich lese täglich Bibeltexte mit Betrachtung, aber Ihre Auslegung ist dann doch noch mal etwas Besonderes.
    Entdeckt habe ich Sie erst am vergangenen Wochenende aus einem Artikel der Tagespost und das hat mich neugierig gemacht und ich bin dann auch gleich auf Ihren Blog gegangen und werde es auch bleiben. Nochmals Danke, auch dem Hl. Geist, der mich so wunderbar führt.
    Gesegneten Tag
    Anna Maria

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