4. Sonntag im Jahreskreis

Dtn 18,15-20; Ps 95,1-2.6-7c.7d-9; 1 Kor 7,32-35; Mk 1,21-28

Dtn 18
15 Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören.

16 Der HERR wird ihn als Erfüllung von allem erstehen lassen, worum du am Horeb, am Tag der Versammlung, den HERRN, deinen Gott, gebeten hast, als du sagtest: Ich kann die donnernde Stimme des HERRN, meines Gottes, nicht noch einmal hören und dieses große Feuer nicht noch einmal sehen, ohne dass ich sterbe.
17 Damals sagte der HERR zu mir: Was sie von dir verlangen, ist recht.
18 Einen Propheten wie dich will ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen. Ich will ihm meine Worte in den Mund legen und er wird ihnen alles sagen, was ich ihm gebiete.
19 Den aber, der nicht auf meine Worte hört, die der Prophet in meinem Namen verkünden wird, ziehe ich selbst zur Rechenschaft.
20 Doch ein Prophet, der sich anmaßt, in meinem Namen ein Wort zu verkünden, dessen Verkündigung ich ihm nicht geboten habe, oder der im Namen anderer Götter spricht, ein solcher Prophet soll sterben.

In der ersten Lesung hören wir ein prophetisches Wort des Mose. Das Buch Deuteronomium, das zu Deutsch „zweites Gesetz“ heißt im Sinne einer Wiederholung der gesamten mosaischen Gesetzgebung, stellt eine einzige Abschlusspredigt des Mose dar, bevor das Volk Gottes in das Verheißene Land einzieht. Er selbst darf ja nicht dahin eingehen aufgrund seiner Glaubenszweifel in Massa und Meriba.
Was Mose hier spricht, ist vom Hl. Geist eingegeben. Denn er kündigt Jesus Christus an, ohne dass er dies erahnen kann.
Jesus Christus wird zwar nicht nur ein Prophet sein wie die üblichen Propheten des Alten Testaments, er ist der Sohn Gottes! Und doch entspricht es der Wahrheit, dass er ein Prophet sein wird, den der Herr mitten unter den Brüdern erstehen lassen wird. Er wird mitten unter den Menschen wohnen, geboren in eine Familie und in einen Stammbaum hinein. Er wird die ersten dreißig Jahre seines Lebens in der Verborgenheit verbringen, einen Beruf ausüben, ganz wie ein gewöhnlicher Mensch leben, bevor seine Zeit gekommen ist. Wenn er dann das Reich Gottes predigen wird, sollen die Menschen auf ihn hören. Bereits Mose hält die Israeliten dazu an, auf den Messias zu hören! Was werden sie aber daraus machen? Am Ende wird Christus ans Kreuz geschlagen werden, weil die religiöse Elite ihn als Dorn im Auge haben.
Aber die Bedeutung des Messias ist schon damals ganz klar: Er wird der Inbegriff der Gebetserhörung Gottes sein. Er wird alles erfüllen, um das die Israeliten beim Bundesschluss am Sinai gebeten haben. Er wird die gesamte alttestamentliche Verheißung erfüllen. Alles wird sich in seiner Person verdichten, denn er selbst ist das Wort Gottes, das Fleisch geworden ist!
Damals fürchteten die Israeliten sich vor der Gegenwart Gottes. Dieser ist so überwältigend, dass sie vor dem Donnern und den anderen Theophaniezeichen Angst hatten. Die Kirchenväter schreiben in ihren Weihnachtspredigten von dieser Furcht vor der Allmacht Gottes, die dieser in seiner Menschwerdung nicht zur Schau gestellt haben, gerade damit die Menschen ihre Angst verlieren und ihm in die Augen sehen können. Gott ist ganz ohnmächtig geworden, hat die Schwachheit des Menschen angenommen, um als Mensch unter Menschen zu wohnen. Mose ist wirklich ein Prophet und durch ihn spricht hier der Hl. Geist! Er kann noch gar nicht begreifen, welche Tiefe seine Worte enthalten! Er spricht zwar noch von einem Propheten, sodass man fälschlicherweise annehmen könnte, Jesus Christus ist nur Mensch. Was hier angekündigt wird, wird sich immer mehr als messianische Erwartung im Volk Israel entwickeln, sodass immer mehr ein übermenschlicher Messias erwartet wird.
Weil der Mensch die Herrlichkeit Gottes nicht aushalten kann, ist Gott dem Menschen entgegengekommen. Er hat seine Herrlichkeit verborgen, damit die Menschen seine Gegenwart aushalten können.
Jesus Christus hat nichts verkündet, nichts getan, was nicht im Einklang mit dem Vater ist. Er hat den Menschen den Vater gezeigt, diesem gleichsam ein Gesicht verliehen. Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, wie es Paulus im Kolosserbrief zu Anfang formuliert. Wer also nicht auf das hört, was dieser „Prophet“ sagt, widersetzt sich dem heiligen Willen des Vaters! Wer auf Christus nicht hört, den wird der Vater zur Rechenschaft ziehen.
Als Negativfolie werden die falschen Propheten herangezogen, die etwas verkündigen, das nicht dem Willen Gottes entspricht, die vielleicht sogar anderen „Göttern“ dienen. Jesus wird in seinen apokalyptischen Reden immer wieder betonen, dass am Ende der Zeiten immer mehr falsche Propheten auftreten werden, dass sogar falsche Messiasse kommen werden, auf die wir nicht hören sollen. Der Antichrist wird versuchen, die Menschheit von Gott wegzubringen. Doch unser Herz soll sich nicht verwirren oder beunruhigen lassen.

Ps 95
1 Kommt, lasst uns jubeln dem HERRN, jauchzen dem Fels unsres Heils!

2 Lasst uns mit Dank seinem Angesicht nahen, ihm jauchzen mit Liedern!
6 Kommt, wir wollen uns niederwerfen, uns vor ihm verneigen, lasst uns niederknien vor dem HERRN, unserem Schöpfer!
7 Denn er ist unser Gott, wir sind das Volk seiner Weide, die Herde, von seiner Hand geführt. Würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören!
8 Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, wie in der Wüste am Tag von Massa!
9 Dort haben eure Väter mich versucht, sie stellten mich auf die Probe und hatten doch mein Tun gesehen.

Der Psalm reflektiert die Exodusgeschichte. Er beginnt psalmenspezifisch mit einer Lobaufforderung. Gott ist „der Fels unseres Heils“ im wahrsten Sinne, denn das Volk Israel dürstete in der Wüste, bevor es mit Wasser aus einem Felsen getränkt wurde. Das ist kein Zufall, dass Gott ausgerechnet aus einem Felsen hat Wasser hervorsprudeln lassen. Das war eine ganz große Lektion und im Nachhinein erkennen wir Christen diesen Typos: Das Wasser ist ein Zeichen des lebendigen Wassers, des Heiligen Geistes! Dass es ausgerechnet aus einem Felsen kommt, ist für uns auch kein bisschen zufällig: Jesus sagt zu Petrus in Mt 16: „Du bist Petrus, der Fels. Und auch diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen.“ Wir hörten dies vor zwei Wochen! Durch den Hl. Geist nahm die Kirche am Pfingsttag ihren Anfang, die Petrus zum Fels in der Brandung hat, damals bei der Pfingstpredigt wie heute mit dem Papst.
Der Psalm ruft zur Dankbarkeit auf, zum Jauchzen „mit Liedern“. Das ist es, was Gott immer verdient hat, egal, ob es uns gerade gut oder schlecht geht. Er hat nur Gutes für uns bereit und tut uns nur Heilsames. Auch das Gericht, das wir in unserem Leben ansatzweise immer schon zu spüren bekommen, ist gut und heilsam. Wer sind wir, dass wir unser Lob, das ihm immer zusteht, von unserer eigenen Befindlichkeit abhängig machen? Er ist schließlich unser Schöpfer. Dass wir existieren, dafür allein gebührt ihm auf ewig unser Lob. Das allein ist schon Grund genug, dass der Psalm auffordert: „Wir wollen uns niederwerfen, uns vor ihm verneigen, lasst uns niederknien vor dem HERRN, unserem Schöpfer!“
Gott ist keine undurchschaubare Macht, sondern teilt mit uns immer wieder seinen Heilsplan. Er schickt zu allen Zeiten Propheten zu seinem Volk, der Gottes Pläne transparent macht. Auf der Höhe der Zeit offenbart er sich selbst in seinem Sohn! Gott kümmert sich schon damals um seine Herde, die Israeliten. Er kümmert sich auch heute um uns, indem er uns alles Notwendige in unserem Leben schenkt. Weil er ein guter Hirte ist, so wie Jesus sich im Johannesevangelium selbst nennt, dürfen und müssen wir auf seine Stimme hören.
Das Volk Israel soll nicht verstockt und verbittert sein wie die Väter im Exodus, als sie Gott auf die Probe stellten, obwohl sie so große Heilstaten gesehen haben. Das ist wie gesagt der Grund, warum Mose in das Verheißene Land nicht eingehen darf. Auch wir sollen angesichts des temporären Dursts Gottes Güte nicht infragestellen, sondern fragen: „Was hast du mit mir vor? Wofür ist diese Situation gut?“ Wir sollen uns an die Zeiten erinnern, in denen Gott uns überreich getränkt hat, in denen er uns so große Heilszeichen erwiesen hat. Und so wie Jesus sollen wir uns in diesen Zeiten noch mehr an Gott klammern. Dann wird er unser Vertrauen reich belohnen, indem er uns in das verheißene Land führt, in dem Milch und Honig fließen – auf Erden in den Stand der Gnade, nach dem Tod ins Himmelreich.

1 Kor 7
32 Ich wünschte aber, ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen.

33 Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen.
34 So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist. Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; sie will ihrem Mann gefallen.
35 Dies sage ich zu eurem Nutzen: nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr, damit ihr euch in rechter Weise und ungestört immer an den Herrn haltet.

In der zweiten Lesung hören wir die Fortsetzung von 1 Kor 7. Zur Erinnerung: Es geht um die Naherwartung und die entsprechende Verhaltensweise. Letzte Woche deutete ich bereits an, warum Paulus als persönlichen Rat den Stand der Ehelosigkeit hervorhebt. Heute hören wir, warum: Der Unverheiratete kann ungeteilt im Weinberg des Herrn arbeiten. Er möchte ganz dem Herrn gefallen. Bei den Verheirateten geht das nicht ohne Weiteres, weil man die irdischen Sorgen der Welt erfährt. Man will also zusätzlich dem Ehepartner gefallen. Das ist nicht wertend gemeint, sodass die Geteiltheit des Menschen eine Sünde darstelle. Es ist normal, dass man sich um die Kinder kümmern muss, den Bund mit dem Ehepartner ja ernstnehmen möchte und ganz andere Herausforderungen bestehen muss. Vielmehr bewertet Paulus es vor dem Hintergrund der Naherwartung. Wer bereits verheiratet ist, soll sich vom Ehepartner nicht lösen, so hörten wir ja letzte Woche. Wer aber nicht verheiratet ist, soll sich lieber auf das unmittelbar bevorstehende Ende vorbereiten und sich heiligen „an Leib und Geist“. Darin steckt keine Leibfeindlichkeit, sodass ein verheirateter Mensch nicht heilig sein kann. Vielmehr geht es darum, sich selbst ganz und gar dem Herrn zu schenken und nicht einem Ehepartner. Heilig wurde im Alten Israel beispielsweise der Priesterstamm Levi genannt. Die Leviten gehörten auf besondere Weise dem Herrn und waren vom Irdischen auf eine einzigartige Weise herausgelöst. Mit Heiligkeit ist auch in diesem Kontext ein Anderssein gemeint im Gegensatz zum Rest der Menschheit, ein Herausgenommensein aus dem Gewöhnlichen. Damit ist also nicht die offizielle Kanonisierung eines Menschen in der Katholischen Kirche gemeint. Ebenso wenig meint es den Heiligkeitsbegriff von der Taufe her. Denn getauft sind ja alle Christen egal welchen Lebensstandes. Der Begriff bezieht sich auf die geistliche Berufung, die diese Herausgelöstheit aus der Welt auf besonders umfassende Weise gewährleistet. Wenn wir Paulus Anliegen verstehen, werden wir uns auch in unseren verschiedenen Lebensständen nicht angegriffen fühlen. Es geht um die Naherwartung. Paulus macht diesen Vorschlag, der übrigens kein Gebot des Herrn ist, sondern sein eigener Rat (vgl. Vers 25), um den Menschen das restliche Leben in Erwartung auf die Wiederkunft Christi zu vereinfachen, nicht um den Menschen eine „Fessel anzulegen“. Warum sollte das denn eine Fessel darstellen? Paulus möchte nicht missverstanden werden, sodass die Korinther aufgrund seiner Worte den Schluss ziehen, er befürworte die rigoristischen Strömung einiger Gemeindemitglieder. Diese fordern nämlich ein Enthaltsamkeitsgebot für alle Christen egal welchen Lebensstands. Das hat er ja klar abgelehnt und deshalb geschrieben, dass Ehepartner sich einander nicht entziehen sollen, zumindest nicht dauerhaft. Das führt früher oder später zur Unzucht. Nur wer dazu berufen ist, soll enthaltsam leben. Er rät also durchaus den Menschen, keine eheliche Beziehung mehr einzugehen, damit man ungeteilt bereits mit Blick auf das Reich Gottes leben kann, aber das soll keine allgemeine Verpflichtung sein. Unter dem Strich müssen wir also festhalten: Paulus hat ein differenziertes Verhältnis zu dem ganzen Thema und spricht ganz in der Einstellung, dass Christus jeden Moment wiederkommt, auf jeden Fall noch innerhalb seiner Generation. Seine sehr differenzierten Ausführungen des siebten Kapitels können wir sehr gut als Selbsttest lesen, wenn wir auf der Suche nach unserer Berufung sind. Wenn man diese verschiedenen Szenarien und Einwände durchkaut, um sie für das eigene Leben zu betrachten, hilft es vielleicht dem ein oder anderen bei der Entscheidung für einen Lebensstand?

Mk 1
21 Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.

22 Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
23 In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien:
24 Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
25 Da drohte ihm Jesus: Schweig und verlass ihn!
26 Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
27 Da erschraken alle und einer fragte den andern: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
28 Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

Im heutigen Evangelium hören wir, dass Jesus gleichzeitig verkündet und das Verkündete praktisch umsetzt. Er kommt nach Kafarnaum und geht wie jeder fromme Jude am Sabbat in die Synagoge. Er lehrt dort, aber nicht wie ein gewöhnlicher Rabbi, sondern „wie einer, der Vollmacht hat“. Das Wort ἐξουσία exusia für Vollmacht ist schon im Alten Testament ein Begriff. In Dan 7,14 wird er bereits für den Menschensohn gebraucht (dasselbe Wort in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments), der vom „Hochbetagten“, den Daniel hier sieht, die Vollmacht übertragen bekommt. Auch im Buch Jesus Sirach wird derselbe Begriff schon gewählt, um die Vollmacht ganz auf Gott selbst zurückzuführen. Wir sehen hier den neuen Menschen, den neuen Adam, dessen göttliche Vollmacht analog zum ersten Adam seinen „Herrschaftsauftrag“ darstellt. Wenn die Menschen in Kafarnaum ihn nun in der Synagoge reden hören und hinter seiner Predigt eine Vollmacht erahnen, meint das allerdings eine über menschliche Fähigkeiten hinausgehende Vollmacht – eine von Gott kommende Kraft. Auch wenn Christus als neuer Adam betrachtet wird, sind die beiden nicht ebenbürtig zu verstehen. Christus ist unvergleichlich höher einzustufen!
Die Schriftgelehrten lehren so, wie sie es von ihren Lehrern gelernt haben. Was sie sagen, ist die Tradierung dessen, was schon immer galt. Jesus spricht aber nun ganz neu. Er spricht nicht wie ein Schriftgelehrter, der die Inhalte von seinem eigenen Lehrer übernimmt. Er legt die Hl. Schrift nun ganz neu aus. Die Menschen sind deshalb so erstaunt, weil Jesus vom Hl. Geist erfüllt spricht. Der Geist Gottes ist es, der die Menschen im Innersten der Seele anrührt. Wenn dieser so etwas in ihren Herzen bewirkt, liegt es nun an ihnen, auf die Worte Christi zu hören, ganz wie es Mose bereits viele Jahre zuvor angekündigt hat!
Dann passiert etwas, das die Vermutung der Anwesenden bestätigt. Gott lässt folgende Situation zu, damit die Menschen eine weitere Lektion von ihm erhalten: Sie werden an die Identität Jesu herangeführt und lernen, dass dessen Botschaft und Verhalten absolut deckungsgleich sind. Ein Besessener ist anwesend und der Dämon in ihm konfrontiert Jesus mit seiner Identität. Jesus gebietet ihm zu schweigen. Wir denken zunächst an die ganz pragmatische Begründung, dass Jesus noch nicht direkt festgenommen werden kann, sondern seine Verkündigung erst einmal zuende führen muss. Er tut es auch, damit die Menschen seine Vollmacht ganz konkret sehen, mit der er gepredigt hat. Es ist auch kein Zufall, dass Jesu erstes Wunder hier im Markusevangelium ein Exorzismus ist: Die Dämonenaustreibung ist eine Aufgabe, die die Pharisäer für gewöhnlich vornehmen. Das Procedere ist dasselbe, das bis heute bei Exorzismen gewählt wird: die Kommunikation mit dem Dämon durch den Besessenen erlangen, um den Namen des Dämons zu erfahren. Sobald dieser seinen Namen nämlich verraten hat, ist er entmachtet und die Exorzisten können dem Dämon befehlen, aus dem Besessenen herauszufahren. Bei Jesus ist es jetzt ganz anders. Es ist nicht Jesus, der auf den Besessenen zugeht und den Dämon zum Sprechen auffordert. Der Dämon meldet sich von selbst, was ungewöhnlich ist. Das tun die bösen Geister ja immer nur in der Gegenwart Gottes. Schon dies wird den Anwesenden zu denken gegeben haben. Dann bekennt der Dämon im Mann Jesu Identität – Heiliger Gottes. Das ist ein messianischer Hoheitstitel. Die Dämonen sind als gefallene Engel von Gott geschaffene Geistwesen. Die ganze Schöpfung existiert um Christi willen. Alles ist geschaffen, um ihn anzubeten und ihm die Ehre zu geben. Alles ist „durch ihn und auf ihn hin“ geschaffen. Deshalb kann auch dieser Dämon nicht anders, als ihn zu bekennen, der der Christus ist. Er gehorcht auch seinen Befehlen und fährt aus dem Mann aus. Welche Vollmacht muss dieser Mensch haben, dass sogar die Dämonen ihn bekennen? Das wird den Menschen eine riesige Lehre gewesen sein. So etwas haben sie noch nie gesehen und deshalb verbreitet sich dieses Ereignis in ganz Galiläa. Die Menschen haben ja lange auf den Messias gewartet. Nun kommt einer, der die Verheißungen erfüllt. Das verbreitet sich wie ein Strohfeuer.

Wie ist es mit uns? Wir haben ein einziges Zeugnis seiner Macht, die Hl. Schrift. Wir sehen ihn verborgen in den eucharistischen Gaben. Wir sehen sein Wirken auch in heutiger Zeit! Was tun wir mit all diesen offensichtlichen Machterweisen? Lassen wir uns berühren und fallen wir dankbar auf die Knie? Hören wir auf ihn und leben ein entsprechendes Leben?

Ihre Magstrauss

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