Freitag der 4. Woche im Jahreskreis

Hebr 13,1-8; Ps 27,1.3.5.7-8; Mk 6,14-29

Hebr 13
1 Die Bruderliebe soll bleiben.
2 Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt!
3 Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib!
4 Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett bleibe unbefleckt; denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.
5 Euer Lebenswandel sei frei von Habgier; seid zufrieden mit dem, was ihr habt; denn Gott selbst hat gesagt: Ich werde dich keineswegs aufgeben und niemals verlasse ich dich.
6 So dürfen wir zuversichtlich sagen: Der Herr ist mein Helfer, ich werde mich nicht fürchten. Was kann ein Mensch mir antun?
7 Gedenkt eurer Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben! Betrachtet den Ertrag ihres Lebenswandels! Ahmt ihren Glauben nach! 8 Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.

Die heutige Lesung aus dem Hebräerbrief ist dem Ende des Briefes entnommen. Zum Abschluss werden einige paränetische Aussagen getätigt, das heißt hier werden ethische Ermahnungen zusammengetragen. So sollen die angesprochenen Christen an der Bruderliebe festhalten. Damit ist die Nächstenliebe gemeint. Auch die Gastfreundschaft soll gepflegt werden. In diesem Kontext erfolgt ein Rückgriff auf verschiedene Erzählungen des Alten Testaments wie der Besuch der Engel bei Lot und bei Abraham.
Was heißt, man solle der Gefangenen gedenken, als wäre man mitgefangen? Wir erinnern uns an die Werke der Barmherzigkeit, die Jesus einmal aufgezählt hat: Alles, was man an barmherzigen Taten dem Nächsten tut, tut man Christus. In diesem Zusammenhang hat er auch das Besuchen jener thematisiert, die im Gefängnis sitzen. So können wir hier davon ausgehen, dass dies auch im Hebräerbrief gemeint ist. Man soll Mit-Leid haben. Das verbirgt sich hinter der Aussage, dass man gleichsam „mitgefangen“ sein soll. Zu jener Zeit gibt es bereits Bedrängnissituationen für die Christen. Wir denken an die vielen Gefängnisaufenthalte des Paulus. Umso mehr sollen also jene im Gefängnis getröstet und gestärkt werden, die für das Evangelium Jesu Christi leiden müssen.
Das Mitleid soll auch jenen gelten, die misshandelt werden. Schließlich kann es jeden treffen, der noch dieser irdischen Welt angehört, jedem der in seinem irdischen Leib lebt.
Die Ehe ist eine ganz große Waffe gegen den Bösen, zugleich sehr angegriffen, weil er diese Waffe den Christen entreißen möchte, um sie zu entmachten. Deshalb erfolgt hier auch die Ermahnung an die Christen, die Ehe heiligzuhalten. Sie sollen sie treu leben und keinen Ehebruch oder Unzucht treiben. Das ist eine schwere Sünde und wird entsprechend von Gott gerichtet.
Sie sollen auch die Habgier ganz vermeiden, vielmehr arm sein im Geiste sein – das heißt „zufrieden mit dem“, was sie haben. Wenn es ihnen zuerst um das Reich Gottes geht, wird dieser sein Versprechen einlösen, dass alles Andere den Christen dazugegeben wird, was sie brauchen. Entscheidend ist für jene angesprochene Christen, aber auch für uns heute das absolute Gottvertrauen. Gott hat seinen Namen offenbart als der „Ich bin“ und „Ich werde sein“. Er löste dieses Versprechen die gesamte Heilsgeschichte hindurch ein, er tut es auch heute und wird es in Zukunft tun. Er verlässt uns nie. Paulus sagt an anderer Stelle: „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes.“ (Röm 8). Deshalb können wir nicht verzweifeln und Angst ist nicht vom Hl. Geist. Die einzige „Furcht“, die uns weiterführt, ist die Gottesfurcht. Vor Menschen brauchen wir aber keine Angst zu haben.
Die Christen sollen auf das Verkündete achten, was sie von ihren „Vorstehern“ gehört haben. Das griechische Wort ἡγούμενος hegumenos ist nicht zwingend sakramental zu verstehen. Es ist also eher offen formuliert und unklar, ob damit ein Geistlicher gemeint ist oder eine nichtgeweihte Person, die einen Hauskreis leitet und Katechese betreibt. Dies ist in der frühen Christenheit ja auch belegt. Es geht jedenfalls darum, das Gehörte wirklich umzusetzen und dem eigenen Lebenswandel einzuverleiben.
Wir alle sind angesprochen, weil Christus derselbe gestern, heute und in Ewigkeit ist. Gott ändert sich nicht. Seine Gebote ändern sich nicht. Das Evangelium Jesu Christi gilt zu allen Zeiten. Dies ist ein klares Schriftwort gegen jeden zeitgeistlichen Versuch, die göttlichen Gebote auszuhöhlen oder gar zu verändern.

Ps 27
1 Von David. Der HERR ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?
3 Mag ein Heer mich belagern: Mein Herz wird nicht verzagen. Mag Krieg gegen mich toben: Ich bleibe dennoch voll Zuversicht.
5 Denn er birgt mich in seiner Hütte am Tag des Unheils; er beschirmt mich im Versteck seines Zeltes, er hebt mich empor auf einen Felsen.
7 Höre, HERR, meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und gib mir Antwort!
8 Mein Herz denkt an dich: Suchet mein Angesicht! Dein Angesicht, HERR, will ich suchen.

Als Antwort beten wir einen Vertrauenspsalm, der uns vorbildlich zeigt, wie das im Hebräerbrief gebotene Gottvertrauen umzusetzen ist: König David schreibt diese Worte nieder ausgehend von seiner eigenen Lebenserfahrung. Ihm hat man mehrfach nach dem Leben getrachtet. Er musste immer wieder fliehen und ist doch jedesmal dem Tod entkommen. Gott ist wirklich ganz bei ihm gewesen in allen Lebenslagen und so kann er wirklich aus Erfahrung beten: „Der HERR ist mein Licht und mein Heil“. Dieser ist ihm Orientierung und Halt, Trost und Hoffnung. All dies schließt die Lichtmetapher ein. Weil Gott an seiner Seite ist, muss König David sich auch nicht fürchten vor Menschen, die ihm Böses wollen. Gott ist sein ganzer Zufluchtsort. So sollen auch wir unsere ganze Zuflucht auf Gott setzen und nicht bei Menschen suchen, damit wir nicht enttäuscht werden. Kein Mensch kann uns so sehr Schutz, Trost, Geborgenheit und grenzenlose Geduld entgegenbringen wie Gott selbst.
König David ist wortwörtlich von Heeren belagert worden. Wie viele Kriege hat er geführt und gewonnen! Er ist zum Feldherr schlechthin geworden. Auch wir sind im ständigen Kampf, allerdings geistlicher Art. Da sind auch Heere, die uns belagern, um uns von Gott wegzuführen. Doch dann sollen wir uns umso mehr an Gott klammern. Sein heiliges Wort ist die mächtigste Waffe, das zweischneidige Schwert!
Auch unser Herz soll dann nicht verzagen, er wird uns auch aus den Bedrängnissen des Bösen befreien. Und wenn wir äußere Kämpfe auszutragen haben, vor allem weil wir an Christus festhalten in einer Welt, die immer antichristlicher wird, dann wird der Herr uns auch dann nicht im Stich lassen.
Die Hütte, von der hier dann die Rede ist, bezieht sich auf das Offenbarungszelt, den „Tempel“, der zu jener Zeit noch nicht fest erbaut ist. Oft wird nämlich nicht mit „Zelt“, sondern „Hütte“ übersetzt und der Begriff „Stiftshütte“ verwendet. Gottes Heiligtum ist der Zufluchtsort am Tag des Unheils. Dieser Tag kann mehrfach verstanden werden. Für David waren es die Momente der Verfolgung, in denen er sich im Heiligtum bergen konnte. Aber es ist auch darüber hinaus zu verstehen als Bergen in Gottes Gegenwart, wenn die geistlichen Anfechtungen kommen, die Christenverfolgungen und schließlich anagogisch zu verstehen am Tag des Jüngsten Gerichts. Wenn dieser Moment gekommen ist, werden wir keine Angst vor dem Gericht haben, wenn wir unser Leben hindurch ganz in der Gemeinschaft mit Gott gelebt haben. Wenn wir uns stets um die Aufrechterhaltung des Gnadenzustands bemüht haben, werden wir mit Erleichterung und guten Gewissens dem Gericht entgegen gehen. Der Herr hebt empor auf den Felsen. Gott erhöht, die erniedrigt werden. Wer um des Glaubens willen am Boden liegt, wird der Herr über alle anderen erheben. Wir sehen die Zeugen vor uns, die in der Johannesoffenbarung getötet werden, dann aber vor aller Augen wieder zum Leben erweckt werden. Zuallererst schauen wir auf Christus, der von den Bauleuten verworfen, dann aber zum Eckstein geworden ist! Der über alle anderen erhöht wird am Kreuz, um alle an sich zu ziehen. Auch uns wird der Herr emporheben, so wie er es bei König David getan hat.
Der Herr hört wirklich die Stimme des Rufenden. Jesus hat uns dazu ermutigt, Gott um alles zu bitten, was wir brauchen. Er wird uns erhören und Antwort geben, wie er es auch schon bei König David getan hat. König David bittet um Gebetserhörung und beteuert zugleich, dass er das Angesicht Gottes sucht. Das ist entscheidend: Wir können nicht erwarten, dass Gott unsere Bitten erhört, wenn wir zugleich gegen seinen Willen leben. Wir müssen ganz in seiner Gnade sein, sonst können wir nicht fruchtbar sein. So erhalten Jesu Worte in der Bergpredigt eine neue Tiefe, wenn wir sie genauer lesen. Dort sagt er ja „Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet! Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet (Mt 7,7-8).“ Die Suche wird hier im Psalm vor allem verstanden als ein Suchen des Willens Gottes. Das ist ein wichtiger Aspekt, den auch wir immer vor Augen haben müssen: Gottes Willen zu suchen, ist das A und O. Wenn es uns um ihn geht, dann wird er uns alles schenken, was wir brauchen. Wenn wir ihn dagegen zum Automaten machen, ihn gefügig machen möchten für eine Gebetserhörung, ohne zu fragen, ob das Anliegen überhaupt mit seinem Willen übereinstimmt, werden wir gegen eine Wand rennen. Was Gott möchte, ist nie etwas, das uns schadet. Er möchte nur das Beste für uns. So tun wir zugleich das Beste für uns.

Mk 6
14 Der König Herodes hörte von Jesus; denn sein Name war bekannt geworden und man sagte: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm.

15 Andere sagten: Er ist Elija. Wieder andere: Er ist ein Prophet, wie einer von den alten Propheten.
16 Als aber Herodes von ihm hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten ließ, ist auferstanden.
17 Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte.
18 Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zur Frau zu haben.
19 Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte es aber nicht durchsetzen,
20 denn Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Wenn er ihm zuhörte, geriet er in große Verlegenheit und doch hörte er ihm gern zu.
21 Eines Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa zu einem Festmahl ein.
22 Da kam die Tochter der Herodias und tanzte und sie gefiel dem Herodes und seinen Gästen so sehr, dass der König zu dem Mädchen sagte: Verlange von mir, was du willst; ich werde es dir geben.
23 Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die Hälfte meines Reiches wäre.
24 Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich verlangen? Herodias antwortete: Den Kopf Johannes’ des Täufers.
25 Da lief das Mädchen zum König hinein und verlangte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf Johannes’ des Täufers bringen lässt.
26 Da wurde der König sehr traurig, aber wegen der Eide und der Gäste wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen.
27 Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins Gefängnis zu gehen und den Kopf des Täufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes.
28 Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen und das Mädchen gab ihn seiner Mutter.
29 Als die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

Heute hören wir von einem wirklich bemitleidenswerten Menschen, König Herodes. Er ist deshalb so bemitleidenswert, weil er trotz seiner Königschaft ein Sklave ist, ein Sklave seiner eigenen Sünden. Man kann ihn mit Blick auf die bisherigen Lesungen des heutigen Tages als Gegenbild zu David betrachten, denn er besitzt nicht das Gottvertrauen, von dem wir heute gehört haben, sondern vielmehr die Menschenfurcht, die wir Christen ablegen sollen:
Er hört von Jesu Machttaten und von den Gerüchten, er sei der auferstandene Täufer, den er hatte hinrichten lassen.
Jesus wird dabei unterschiedlich bewertet. Die einen setzen ihn mit Johannes den Täufer in Beziehung, wiederum andere sehen in Jesus einen Propheten wie jene aus dem Alten Testament.
Dann wird rückblickend erzählt, wie Johannes der Täufer umgekommen ist.
Herodes wurde Opfer einer Intrige seiner Frau. Eigentlich mochte er den Täufer, auch wenn seine Worte ihn beunruhigten. Das können wir ganz einfach erklären: Johannes rührte Herodes‘ Gewissen an, deshalb wurde dieser immer unruhig. Tief in seinem Innern wusste Herodes nämlich, dass er große Sünden begangen hat. Johannes‘ Worte machten ihn immer verlegen, weil er sich seiner Sünden schämte. Und doch hörte er ihm gern zu, denn der Täufer war wirklich geisterfüllt.
Herodias konnte dem Täufer nicht verzeihen, dass dieser deren Ehebruch mit Herodes öffentlich angeprangert hat. Sie war nämlich eigentlich die Frau seines Bruders Philippus. Herodes beging also Ehebruch mit ihr, denn Philippus lebte zu der Zeit noch. Die Tochter der Herodias war dabei eine gemeinsame Tochter mit Philippus. Herodias konnte ihre Tötungsabsichten nie durchsetzen, weil Herodes sie daran hinderte. Er respektierte den Täufer sehr, hatte sogar Angst. Das heißt er wusste, dass er einen Gottesmann nicht umbringen durfte.
Herodias sah ihre Chance nun am Geburtstag des Königs, als dieser viele Gäste einlud. Sie ließ ihre Tochter vor der Geburtstagsgesellschaft tanzen und verführte so den König. Es muss viel Alkohol geflossen sein, dass Herodes so leicht zu verführen war. Er ließ sich zu einem leichtsinnigen Schwur vor allen hochrangigen Anwesenden verleiten, dem Mädchen alles zu geben, was sie sich wünschte. Sie ließ die Mutter wählen und diese nutzte die Chance, nach dem Kopf des Täufers zu verlangen. So kam Herodes in ein Dilemma. Einerseits wollte er den Täufer nicht töten, andererseits wollte er vor seinen Gästen nicht das Gesicht verlieren. Er war in gewissem Maße gottesfürchtig, aber die Menschenfurcht war größer. Er tat, was er versprochen, und ließ den Täufer umbringen.
Herodias hat bekommen, was sie wollte. Herodes hat sich schwer versündigt. Johannes der Täufer musste sein Leben hingeben für die Gebote Gottes, genauer gesagt für das sechste Gebot.
Die Johannesjünger bestatteten Johannes den Täufer in einem Grab.
Wir lernen sehr viel vom heutigen Evangelium. Der Mensch ist ein zwiegespaltenes Wesen aufgrund der Erbsünde. Einerseits ist die Liebe zu Gott noch da, andererseits überdeckt die Sünde diese Liebe oft. So ist die Selbstliebe manchmal stärker als die Gottesliebe. Der Mensch entscheidet sich gegen Gott. Herodes ist eine arme Seele, weil er trotz Erkenntnis seiner Sünden nicht davon ablässt. Gott gibt ihm die Chance, umzukehren. Er rüttelt Herodes durch den Täufer regelrecht wach. Es trifft Herodes auch, denn er gerät in Verlegenheit. Doch er hat kein Rückgrat. Seine Schwäche ist die Manipulierbarkeit durch Frauen und die Menschenfurcht. Er lässt sich hinreißen zu bösen Taten durch schöne Frauen. Er möchte zudem vor anderen Menschen gut dastehen, vor allem politisch relevanten Menschen. Auch wenn er als Jude den Glauben kennt und versteht, was die Gebote Gottes sind, kann sich dieser kleine Glauben nicht durchsetzen gegenüber seiner großen Schwachpunkte.
Wir erkennen in der Familie des Herodes noch einen weiteren Aspekt wieder, der auch in heutigen Familien ein großes Übel darstellt: Intrigen zwischen den Familienmitgliedern. Herodias ist die Personifikation der Folgen der Erbsünde. Wie sie sich verhält, ist in Gen 3 angekündigt worden. Die Frau wird Verlangen nach ihrem Mann haben. Sie wird versuchen, ihn um den Finger zu wickeln, da sie auf andere Weise nicht über ihn herrschen kann. Physisch ist sie ihm unterlegen. Im Falle der hier beschriebenen Familie ist es sogar noch so, dass der Mann über sie herrscht als König. Die Tochter ist ebenfalls nur ein Schachzug der Mutter, sodass diejenige, die in dieser Familie das Sagen hat, Herodias ist. Die ganzen Umstände und Beziehungen zeigen, dass die Familie nicht so ist, wie Gott sie möchte. Somit wird Herodes‘ Familie zum Gegenbild der Heiligen Familie. Dort ist es Josef, der die Entscheidungen trifft, aber diese vom Willen Gottes abhängig macht. Weil seine Gottesfurcht stärker als alles üble Gerede der Menschen ist, kann seine Frau Maria ihm ganz und gar vertrauen. Bei ihnen ist nichts manipulativ oder intrigant. Sie kommunizieren zudem richtig. Sie nutzen Jesus nicht als Instrument einer Intrige. Es gibt keine zwei Parteien innerhalb der Familie Jesu, sodass dieser von einer Partei vereinnahmt und dann gegen die andere Partei aufgehetzt wird. Diese Familie hat eine Einheit abbildhaft wie die Einheit der Dreifaltigkeit. Wir Menschen sollen in den Familien nicht die Schwächen der Mitglieder für unsere eigenen Interessen ausnutzen. Ganz tragisch ist es auch, die eigenen Kinder gegen das andere Elternteil aufzuhetzen. Das zerstört die Seele der Kinder, die gleichermaßen Mutter und Vater brauchen, deren eigene Partnersuche, geschlechtliche Identität und Sicht auf das andere Geschlecht vom Beispiel der Beziehung der Eltern zueinander geprägt werden.
Wir sehen an Herodes als Gegenbild zu David, warum es so weit gekommen ist. Gott hat ihm genauso wie König David die Chance zur Umkehr gegeben. Beide sind dem Ehebruch verfallen. Aber Herodes hat diese Chance nicht genutzt. Er hätte seine Sünde bekennen, sein Leben ändern und das Unrecht wiedergutmachen können wie es David getan hat. Doch ihm war es wichtiger, vor den Menschen gut dazustehen. Er hat im Dilemma die falsche Entscheidung getroffen. So hat er aber das Kostbarste aufs Spiel gesetzt – sein Seelenheil. David ist über alle anderen erhöht und mit großer Macht ausgestattet worden, eben weil er sich selbst gedemütigt hat vor Gott. Dies hat er im Psalm ja auch thematisiert. Seine Gottesbeziehung war ihm immer wichtiger als sein Ansehen als König. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Königen.
Wir lernen heute erneut, dass die Sünde immer Unschuldige mit ins Verderben reißt. Johannes der Täufer hat nichts Unrechtes getan, sondern die Sünde klar benannt. Aufgrund der Feigheit und Begierde des Herodes sowie der Sturheit und Manipulation der Herodias musste Johannes seinen Kopf hinhalten. Auch die Tochter ist in eine Intrige hineingezogen worden und hat sich so an einem Mord mitschuldig gemacht.
Auch heute halten Menschen ihren Kopf dafür hin, dass sie gerade das sechste Gebot verteidigen. Wie sehr werden jene Geistliche von den Medien zerrissen, die den Geboten Gottes treu bleiben möchten, damit aber den gesellschaftlichen Konventionen die Stirn bieten. Wie viele Heilige wurden dafür hingerichtet, dass sie die Unauflöslichkeit der Ehe und die Monogamie verteidigt haben! Und es waren mehrere Heilige, die gerade Königen dieses Unrecht ins Gesicht gesagt haben. Neben Johannes dem Täufer hat auch Thomas Morus so sein Leben verloren, weil er König Henrys VIII ehebrecherisches Verhalten nicht unterstützen wollte. Er wurde genauso wie Johannes der Täufer enthauptet.

Und doch hat Johannes ganz mit seinem Leben ausgesagt: Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes. Und wenn man ihm sein biologisches Leben genommen hat. Er ist mit dem Himmelreich belohnt worden! Beten auch wir um dieses Gottvertrauen, damit auch wir in unserem Leben Zeugnis ablegen können für Gottes Liebe.

Ihre Magstrauss

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