Donnerstag der 13. Woche im Jahreskreis

Gen 22,1-19; Ps 116,1-2.3-4.5-6.8-9; Mt 9,1-8

Gen 22
1 Nach diesen Ereignissen stellte Gott Abraham auf die Probe. Er sprach zu ihm: Abraham! Er sagte: Hier bin ich.

2 Er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das Land Morija und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne, als Brandopfer dar!
3 Frühmorgens stand Abraham auf, sattelte seinen Esel, nahm zwei seiner Jungknechte mit sich und seinen Sohn Isaak, spaltete Holz zum Brandopfer und machte sich auf den Weg zu dem Ort, den ihm Gott genannt hatte.
4 Als Abraham am dritten Tag seine Augen erhob, sah er den Ort von Weitem.
5 Da sagte Abraham zu seinen Jungknechten: Bleibt mit dem Esel hier! Ich aber und der Knabe, wir wollen dorthin gehen und uns niederwerfen; dann wollen wir zu euch zurückkehren.
6 Abraham nahm das Holz für das Brandopfer und lud es seinem Sohn Isaak auf. Er selbst nahm das Feuer und das Messer in die Hand. So gingen beide miteinander.
7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham. Er sagte: Mein Vater! Er antwortete: Hier bin ich, mein Sohn! Dann sagte Isaak: Hier ist Feuer und Holz. Wo aber ist das Lamm für das Brandopfer?

8 Abraham sagte: Gott wird sich das Lamm für das Brandopfer ausersehen, mein Sohn. Und beide gingen miteinander weiter.
9 Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham dort den Altar, schichtete das Holz auf, band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz.

10 Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.
11 Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sagte: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.
12 Er sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten.
13 Abraham erhob seine Augen, sah hin und siehe, ein Widder hatte sich hinter ihm mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.
15 Der Engel des HERRN rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu

16 und sprach: Ich habe bei mir geschworen – Spruch des HERRN: Weil du das getan hast und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast,
17 will ich dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen überaus zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und den Sand am Meeresstrand. Deine Nachkommen werden das Tor ihrer Feinde einnehmen.
18 Segnen werden sich mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde, weil du auf meine Stimme gehört hast.
19 Darauf kehrte Abraham zu seinen Jungknechten zurück. Sie machten sich auf und gingen miteinander nach Beerscheba. Abraham blieb in Beerscheba wohnen.

Die heutige Lesung stellt einen einzigen Typos dar, der auf Christus verweist, vor allem auf seinen Kreuzestod. Es geht um die schwerste Bewährungsprobe, die Abraham durchzustehen hat: Nachdem er so viele Jahrzehnte auf die Erfüllung der Zusage Gottes gewartet hat – einen Sohn, der den Anfang des verheißenen Gottesvolkes markiert, soll er ihn opfern. Auf einem der Berge des Gebirges Morija. Was für ein Schock das für ihn gewesen sein muss!
Doch wir lesen nichts davon, dass er Gott widerspricht. Er setzt sofort um, was er von ihm erwartet. So macht er sich mit Isaak und zwei Jungsklaven auf den Weg zu dem Ort, den Gott selbst als Opferungsort angibt. Er nimmt alles mit, was er für die Opferung braucht. Das zeigt uns, dass er es wirklich ernst meint.
Es geht um das Bergland von Morija bzw. wird im zweiten Buch der Chroniken Morija auf einen einzelnen Berg bezogen. Dort errichtet Salomo seinen ersten Tempel. So wird uns bewusst: Der Ort, an dem der Vater seinen einzigen Sohn dahingeben soll, ist dort, wo später der Tempel von Jerusalem entsteht und immer wieder Opfer dargebracht werden! Ja, es geht sogar noch weiter und somit eröffnet sich uns der hermeneutische Rahmen, in dem wir diese Erzählung auffassen müssen: Es ist der Ort, an dem der himmlische Vater seinen einzigen Sohn Jesus Christus opfern wird am Kreuz. Betrachten wir die Episode also von diesem typologischen Zusammenhang her:
Wir hören den Code der drei Tage. So lange dauert die Reise bis zu dem von Gott angegebenen Opferungsort. Dies erinnert uns an Jesu drei Tage bis zur Auferstehung.
Dann legt Abraham das Holz für das Opfer seinem Sohn auf, der es den Berg hinauf trägt. Isaak trägt das Holz für seine eigene Opferung. So wird es Jesus Christus sein, der das Holz seines Kreuzes den Berg hinauf tragen wird, um darauf festgebunden und geopfert zu werden. Der Vater hat es ihm auferlegt und Christus hat es willig angenommen. Im Garten Getsemani sagte er voller Todesangst: Vater, wenn es möglich ist, nimm diesen Kelch von mir, aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Isaak fragt Abraham, wo das Opfertier ist und Abraham gibt eine ganz entscheidende Antwort: Gott sucht sich das Opfer aus. Bis heute müssen wir verstehen, dass Gottesdienst gottgemacht ist. Die Umstände einer Anbetungshandlung, der Ort, die Opfernden, das zu Opfernde, all dies entscheidet Gott, nicht der Mensch nach eigenem Ermessen. Das hat nichts mit Fundamentalismus und Denkverboten zu tun, sondern mit Gottes Offenbarung, die bis heute an Gültigkeit nicht verloren hat.
Wenn wir den Zusammenhang von Isaak und Christus vor Augen haben, begreifen wir auch, dass Christi Kreuzestod wahrlich ein Opfer ist.
Im Gegensatz zu Isaak, der verschont bleibt, wird Jesus Christus wahrlich geopfert werden und bis auf den letzten Blutstropfen für uns hingegeben werden. So wie über die Linie Isaaks das Volk Gottes entsteht, so entsteht über Jesus Christus das Volk des Neuen Bundes. Er ist der Erstgeborene dieser neuen Schöpfung. Wenn wir die Liebe Abrahams zu seinem Sohn betrachten – wie lange hat er auf ihn gewartet und wie sehr muss er an ihm gehangen haben – dann haben wir ansatzhaft eine Ahnung davon, wie sehr der himmlische Vater seinen Sohn liebt. Und doch war er bereit, diesen für unsere Erlösung hinzugeben! Je mehr wir darüber nachdenken, desto mehr begreifen wir, dass Gott die Liebe ist.
Abraham baut einen Altar, schichtet Holz auf, fesselt seinen Sohn und legt ihn auf den Altar. Er ist schon dabei, auszuholen, um mit dem Messer das Kind zu töten. Wir können uns nur ansatzweise vorstellen, was in ihm vorgegangen sein muss. Er leistet überhaupt keinen Widerstand, aber wie sehr sein Herz bei all dem blutet und wie sehr er gegen die Versuchung ankämpft, Gott zu misstrauen, das können wir erahnen. Und doch ist Gott bei ihm an erster Stelle. Er steht höher als sein eigener Sohn, auf den er so lange gewartet hat. Und sein Verhalten zeigt, dass er ganz und gar auf Gott vertraut. Es ist sogar so, dass viele Kirchenväter über diese Szene schreiben: Abraham hat ganz auf die Allmacht Gottes vertraut und geglaubt, dass dieser seinen Sohn von den Toten auferwecken kann! Das ist für uns einmal mehr ein Hinweis auf die typologische Verbindung zu Jesus Christus.
Bevor Abraham seinen Sohn opfern kann, gebietet ein Engel ihm Einhalt. Er hat die Glaubensprobe bestanden. Statt der Opferung des eigenen Sohnes soll er einen Widder opfern, der sich im Gestrüpp verfangen hat. Abraham hat bewiesen, dass er Gott ganz glaubt – durch sein Verhalten. Glaube ist zutiefst mit Gehorsam verbunden und zeigt sich in der praktischen Ausübung. Abraham war ganz bereit, seinen Sohn nicht zurückzuhalten.
Weil er Gott den ersten Platz in seinem Leben gibt, wird ihm ganz großer Segen verheißen. So ist es auch mit uns. Wenn wir in allem das Reich Gottes suchen, so wird Jesus später sagen, dann wird uns alles dazugegeben. Dann werden wir nicht nur am Existenzminimum leben, sondern ein Leben in Fülle haben. Gott gibt immer im Übermaß. Sein Segen ist grenzenlos. Erneut wird ihm ein großes Volk verheißen, dass sogar zum Gegenstand des Segens aller anderen Völker sein wird. Die Nichtjuden werden mit der Zeit erkennen, was für einen großen Gott die Juden haben. Und der Nachkomme schlechthin, Jesus Christus, wird der ultimative Segen für alle Menschen sein. Das ist schon sehr messianisch, was Abraham hier verheißen wird!
Es gibt noch eine weitere Sache, die man anhand dieser Erzählung realisiert: Der Böse greift stets Vorhandenes auf, um es zu pervertieren. So ist das größte Übel unserer heutigen Zeit die Opferung des eigenen Kindes durch die Abtreibung. Statt Jesu spätere Worte „das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ ertönt das „das ist mein Leib“ im Sinne von „mein Bauch gehört mir“, so als ob das ungeborene Kind zum eigenen Körper gehören würde. Was hier als grenzwertige Glaubensprobe geschieht, wird heutzutage zur Normalität stilisiert und sogar zum Menschenrecht erklärt. Aber Gott ist ein Gott des Lebens und dieser Todesgesellschaft wird er nicht tatenlos zusehen.

Ps 116
1 Ich liebe den HERRN; denn er hört meine Stimme, mein Flehen um Gnade.
2 Ja, er hat sein Ohr mir zugeneigt, alle meine Tage will ich zu ihm rufen.
3 Mich umfingen Fesseln des Todes, Bedrängnisse der Unterwelt haben mich getroffen, Bedrängnis und Kummer treffen mich.
4 Ich rief den Namen des HERRN: Ach HERR, rette mein Leben!
5 Gnädig ist der HERR und gerecht, unser Gott erbarmt sich.
6 Arglose behütet der HERR. Ich war schwach, er hat mich gerettet.
7 Komm wieder zur Ruhe, meine Seele, denn der HERR hat dir Gutes erwiesen.
8 Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen, mein Auge den Tränen, meinen Fuß dem Straucheln.
9 So gehe ich meinen Weg vor dem HERRN im Land der Lebenden.

Heute beten wir einen Dankespsalm, der zum sogenannten Ägyptischen Hallel gehört (ein großes Loblied bestehend aus den Psalmen 113-118). Es wird so genannt, weil es an das erste Pessachfest in Ägypten erinnert, was typologisch schon vorausgedeutet wird mit dem Ereignis, das wir in der Lesung gehört haben. Das ägyptische Hallel ist zu den großen Wallfahrtsfesten gebetet worden. Es ist begleitend zur Todah, zum Dankopfer gebetet worden und passt perfekt als Antwort auf die Lesung.
Einmal mehr hat Gott bewiesen, dass er die Gebete seiner geliebten Kinder hört. Hätte es den Psalm schon zu Abrahams Zeiten gegeben, er hätte ihn angestimmt. Gott hat sein Flehen um Gnade gehört. Er hat ihm schon bis zu jenem verhängnisvollen Tag ganz vertraut, umso mehr nun jetzt, wo er seinen Sohn verschont hat.
Abraham hat wirklich durch sein Verhalten bewiesen, dass er Gott liebt. Er liebt ihn sogar mehr als seinen Sohn, auf den er so lange gewartet hat!
Immer wieder hat auch er die Erfahrung von Bedrängnissen und verschiedenen Formen von Fesseln gemacht. Wer wenn nicht er wurde von Kummer getroffen! Wir können nur erahnen, wie es einem Vater gehen muss, der hundert Jahre auf seinen Sohn gewartet hatte und ihn nun Gott darbringen musste!
Er rief zum Herrn: „Ach HERR, rette mein Leben!“ Denn das Leben Isaaks war sein eigenes. Wäre er nicht an Ort und Stelle zusammen mit seinem Sohn gestorben? Wie gesagt schreiben die Kirchenväter über Abrahams Verhalten, dass dieser bereit war, seinen Sohn zu opfern, weil er ganz fest daran glaubte, dass Gott seinen Sohn von den Toten auferwecken könne. Dies wird in der Bitte „Rette mein Leben“ durchaus mitgesagt. Dies ist auch in Bezug zu setzen zum Vers 8, der das Entreißen des Lebens vom Tod ausdrückt.
Gott behütet die Arglosen und Abraham ist wirklich ganz rein von bösen Absichten. Er hat ein reines Herz und vertraut auf Gott. Ja, er hat Fehler begangen und Gott hat ihn daraufhin auch lange angeschwiegen, doch immer wieder hat sich dieser ihm neu zugewandt. Er ist wirklich ein treuer Gott, der ihm Gutes erwiesen hat. Immer wieder findet er Ruhe in Gott.
Im Grunde kann man diesen Psalm nicht nur Abraham in den Mund legen, sondern auch gerade Isaak selbst. Gott hat ihm den Tod entrissen. Er hat für ihn das Leben in Fülle parat. Und so geht er seinen Weg vor Gott im Land der Lebenden.
Dieses Land ist so bedeutungsträchtig, dass wir uns dies genauer anschauen müssen. Mit Blick auf die Lesung verstehen wir es zunächst als Diesseits, in dem wir uns als biologisch Lebende bewegen. Isaak ist wirklich im Land der Lebenden geblieben, weil Gott ihn verschont hat. Doch darüber hinaus ist da noch so viel mehr. Wir begreifen, dass das Land der Lebenden wesentlich das Himmelreich meint, das für die Menschheit nicht zugänglich war, auch für die Gerechten nicht. Umso heilvoller, dass Christus den Zugang wiederhergestellt hat. Das Land der Lebenden ist durch seine Erlösungstat wieder betretbar geworden! Als Getaufte dürfen wir uns schon freuen und in der Taufgnade sind wir schon jetzt im Land der Lebenden. Was ist lebendiger als in der Gemeinschaft der Gläubigen zu leben, in der wir die Heilsmittel Gottes empfangen dürfen! Solange wir im Stand der Gnade sind, wandeln wir im Land der Lebenden. Nicht umsonst heißt die schwere Sünde auch Todsünde. Und wenn wir dann wirklich ganz bei Gott sind, dürfen wir auf ewig im Land der Lebenden sein.

Mt 9
1 Und Jesus stieg ins Boot, fuhr über den See und kam in seine Stadt.
2 Und siehe, man brachte einen Gelähmten auf seinem Bett zu ihm. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Hab Vertrauen, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
3 Und siehe, einige Schriftgelehrte dachten: Er lästert Gott.
4 Jesus wusste, was sie dachten, und sagte: Warum denkt ihr Böses in euren Herzen?
5 Was ist denn leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben! oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
6 Damit ihr aber erkennt, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben. Darauf sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett und geh in dein Haus!
7 Und der Mann stand auf und ging in sein Haus.
8 Als die Leute das sahen, erschraken sie und priesen Gott, der solche Vollmacht den Menschen gegeben hat.

Im Evangelium kommt Jesus wieder in seine Stadt. Aus den parallelen Stellen in Mk und Lk wissen wir, dass damit Kafarnaum gemeint ist, das eine Art „Basis“ in der Galiläa-Mission darstellt. Der genaue Aufenthaltsort bleibt unbestimmt, aber wir können vermuten, dass es wieder das Haus des Petrus ist.
Man bringt einen Gelähmten auf einer Trage oder wie es hier heißt „auf seinem Bett“ zu Jesus. Es ist bemerkenswert und wird schnell überlesen, aber Jesus erkennt den Glauben der Begleiter dieses Mannes, nicht den Glauben des Gelähmten selbst. Weil seine Begleiter fest daran glauben, dass Jesus ihn heilen kann, sagt dieser zum Mann: „Hab Vertrauen, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“ Dies ist eine unerwartete Bemerkung, denn eigentlich kommen sie zu Jesus, damit er seine Lähmung heilt. Was Jesus uns damit aber sagen möchte: Das allererste, was geheilt werden muss, ist unser seelischer Zustand. Und oft sind auch die Übel unseres Lebens auf die Sünde zurückzuführen. Wenn die Sünde weggenommen ist, dann ergeht auch in anderen Lebensbereichen eine Heilung, besonders körperlicher Art.
Es ist nun so, dass eigentlich nur Gott die Sünden vergeben kann. Jesu Aussage ist also sehr provokativ für die Umstehenden, die seine Identität noch nicht begriffen haben.
Dementsprechend reagieren einige Schriftgelehrte auch mit Unmut und empfinden Jesu Worte als Blasphemie. Sie haben Jesu Gottheit nicht erkannt und reagieren deshalb so ablehnend. Jesus sieht ihr Herz und möchte sie lehren. Er erklärt ihnen, dass die Sündenvergebung schwieriger ist als die körperliche Heilung. Hier geht es um etwas Existenzielleres, nämlich um das ewige Leben. Das „Land der Lebenden“ ist nicht nur das biologische Dasein und das Leben im Verheißenen Land, sondern über den jüdischen Tellerrand hinaus das Leben bei Gott und der Zustand der moralischen Unversehrtheit, die der Mensch sich nicht selbst geben kann.
Jesus möchte den Anwesenden zeigen, dass er der Messias ist, der Sünden vergeben kann. Er hat dazu die Vollmacht vom Vater erhalten. Dies ist wichtiger als alles andere, denn die Sünde schneidet uns von Gott ab, sodass wir das ewige Leben verlieren. Jesus geht es immer, wirklich immer zuerst um das Reich Gottes (so wie er es uns verkündet, lebt er es vor). Dann erst kommt als „Bonus“ körperliche Heilung – auch gerade dann, wenn diese vom seelischen Zustand des Betreffenden abhängt.
Jesus möchte diese Reihenfolge den Menschen verdeutlichen und heilt deshalb zunächst die Seele, die Gottesbeziehung des Gelähmten, und erst dann die Lähmung selbst.
Diese Heilung ist wirklich wörtlich zu nehmen. Bis heute heilt Jesus Menschen, auch Gelähmte. Ich habe selbst mit eigenen Augen gesehen, wie ein Mann, der einen Motorradunfall hatte und kaum beweglich war – also halb gelähmt – von einem Moment auf den anderen ganz gesund war. Er konnte sich wieder ganz bewegen. Dies geschah erst, nachdem er eine gute Beichte abgelegt hat. Es war genauso wie im heutigen Evangelium. Darüber hinaus können wir die Lähmung des Mannes auf moralischer Ebene betrachten, ohne die wörtliche zu entkräften: Die Sünde legt den Menschen lahm. Er kann nicht mehr gegen den Bösen ankämpfen, sondern ist eigentlich ein Fall für das Lazarett. Der Böse ist aber nicht so fair und verschont ihn, sondern macht den Menschen ja gerade hilflos. Gott richtet uns auf, wenn wir das Sakrament der Versöhnung in Anspruch nehmen. Dann tut er mit unserer Seele genau das, was wir immer wieder von Jesus lesen: Er fasst uns bei der Hand und richtet uns auf. Wenn wir durch die Beichte wieder mit Gott versöhnt sind, sagt er zu uns „geh nach Hause“, das heißt zurück in die Gemeinschaft der Kirche. Und wenn wir im Stand der Gnade sterben, kann Gott auch uns am Ende unseres Lebens sagen: „Geh nach Hause“, nämlich zu ihm in sein himmlisches Reich.
Der Gelähmte und seine Angehörigen beweisen ihren großen Glauben durch ihr Verhalten. Sie haben wirklich die Sehnsucht und trauen Christus zu, dass er den Gelähmten heilen kann. Nehmen wir das unbedingt ernst! Gott kann seine Gnade anderen erweisen durch unseren Glauben! Wir können also auch anderen damit helfen, dass wir Gott alles zutrauen und entsprechend handeln!

Heute lernen wir viel über einen unerschütterlichen Glauben. Abraham war bereit seinen Sohn zu opfern. Die Angehörigen des Gelähmten bringen voller Glauben den Patienten zu Christus, weil sie ihm die Heilung zutrauen. Bitten wir um die Gnade eines starken Glaubens besonders in unseren Prüfungen, die vielleicht nicht die Opferung unseres Sohnes beinhalten, dafür aber ganz eigene Herausforderungen mit sich bringen. Gebe Gott, dass auch wir dann Gottes Güte nicht infrage stellen, sondern ihm alles Beste zutrauen, vor allem was uns unmöglich erscheint!

Ihre Magstrauss

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