Mittwoch der 13. Woche im Jahreskreis

Gen 21,5.8-20; Ps 34,7-8.10-11.12-13; Mt 8,28-34

Gen 21
5 Abraham war hundert Jahre alt, als ihm Isaak, sein Sohn, geboren wurde.
8 Das Kind wuchs heran und wurde entwöhnt. Als Isaak entwöhnt wurde, veranstaltete Abraham ein großes Festmahl.
9 Eines Tages beobachtete Sara, wie der Sohn, den die Ägypterin Hagar Abraham geboren hatte, spielte und lachte.
10 Da sagte sie zu Abraham: Vertreibe diese Magd und ihren Sohn! Denn der Sohn dieser Magd soll nicht zusammen mit meinem Sohn Isaak Erbe sein.
11 Die Sache war sehr böse in Abrahams Augen, denn es ging um seinen Sohn.
12 Gott sprach aber zu Abraham: Die Sache wegen des Knaben und wegen deiner Magd sei nicht böse in deinen Augen. Hör auf alles, was dir Sara sagt! Denn nach Isaak sollen deine Nachkommen benannt werden.
13 Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem großen Volk machen, weil auch er dein Nachkomme ist.
14 Früh am Morgen stand Abraham auf, nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser und gab es Hagar, legte es ihr auf die Schulter, übergab ihr das Kind und entließ sie. Sie zog fort und irrte in der Wüste von Beerscheba umher.
15 Als das Wasser im Schlauch zu Ende war, warf sie das Kind unter einen Strauch,
16 ging weg und setzte sich in der Nähe hin, etwa einen Bogenschuss weit entfernt; denn sie sagte: Ich kann nicht mit ansehen, wie das Kind stirbt. Sie saß in der Nähe und erhob ihre Stimme und weinte.
17 Gott hörte den Knaben schreien; da rief der Engel Gottes vom Himmel her Hagar zu und sprach: Was hast du, Hagar? Fürchte dich nicht, denn Gott hat die Stimme des Knaben gehört, dort, wo er liegt.
18 Steh auf, nimm den Knaben hoch und halt ihn fest an deiner Hand; denn zu einem großen Volk will ich ihn machen.
19 Gott öffnete ihr die Augen und sie erblickte einen Brunnen. Sie ging hin, füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu trinken. 20 Gott war mit dem Knaben. Er wuchs heran, ließ sich in der Wüste nieder und wurde ein Bogenschütze.

Heute hören wir davon, dass Abrahams Gebete endlich erhört werden. Wie mehrfach verheißen wird ihm nun ein Sohn geboren. Er ist dabei bereits hundert Jahre alt, was ein einziges Wunder darstellt. Auch hier merken wir wie so oft in der Hl. Schrift, dass die Umstände der Geburten besonders wichtiger Heilsgestalten immer besonders sind und eine Zeit des Leidens der Freude vorausgegangen sind. So ist es auch bei Samuel, bei Johannes dem Täufer, ja bei Jesus selbst. Immer wieder wird wider Erwarten ein Kind geboren.
Isaak wächst auf und wir entwöhnt. Doch da gibt es noch ein Problem und dieses entsteht wegen der eigenmächtigen Aktion Abrahams und Saras: Sara sind Hagar und Ismael ein Dorn im Auge. Sie möchte nicht, dass Isaak sich das Erbe mit dem älteren Halbbruder teilen muss. Also erwartet sie von ihrem Mann, dass er die Nebenfrau samt Sohn vertreibt. Das ist seines Erachtens aber zu grausam. Schließlich kann er nicht sein eigen Fleisch und Blut verjagen!
Nun ist er in diese Zwickmühle geraten, weil sie Gottes Heilsplan auf die Sprünge helfen wollten und über eine Sklavin zu einem Kind gekommen waren. Das Problem ist aber, dass dieses Kind nichts dafür kann. Kein Kind trägt Schuld an den Entscheidungen der Eltern und kein Kind muss seine Daseinsberechtigung infrage stellen. Es darf sein, denn jedes Kind, mag es durch noch so krumme Umstände in die Welt gekommen sein, ist ein Geschenk Gottes. Für jeden einzelnen Menschen hat Gott Pläne des Heils bereit.
Gott weiß um die Konsequenzen der törichten Tat Abrahams. Und doch lässt er ihn in dieser Situation nicht einfach im Stich. Gott ist barmherzig und dies zeigt sich auch daran, dass er uns aus der Patsche hilft, die wir uns selbst eingebrockt haben. So ermutigt Gott Abraham, Hagar und Ismael fortzuschicken, nicht weil er sie quälen will, sondern weil er schon einen Plan mit diesen beiden bereit hat. Er lässt nicht zu, dass es ihnen schlecht ergehen wird. Auch Ismael ist ein Geschöpf Gottes so wie jedes Kind auch. Auch dieses Kind hat eine verheißungsvolle Zukunft vor sich. Gott wird sich um die beiden kümmern.
So entlässt Abraham die beiden mit Proviant und die beiden begeben sich in die Wüste Beerscheba. Doch Hagar erkennt das Heil nicht, das Gott für sie bereithält. Sie sieht nur, dass das Wasser langsam ausgeht und sie in der Wüste nur umkommen können. Sie legt ihren Sohn unter einen Strauch und entfernt sich in einigem Abstand. Sie will nicht mitansehen, wie ihr Sohn verdurstet. Voller Verzweiflung schluchzt sie und ergibt sich ihrem vermeintlichen Schicksal. Doch Gott greift ein. Ein Engel des Herrn erscheint ihr und versichert ihr, dass Gott sie nicht verwirft. Er kümmert sich um sie, denn auch ihnen gilt eine Verheißung, auch wenn aus Ismael kein Bundesvolk hervorgehen würde. Wie so oft ergeht in dem Zusammenhang auch die Zusage „Fürchte dich nicht.“ Das ist so wichtig, dass wir uns ganz angesprochen fühlen müssen. Gott kümmert sich um uns alle. Keiner von uns geht verloren. Deshalb können wir uns ganz auf ihn verlassen und auch in Notsituationen sagen: „Ich kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand. Er wird mir einen Ausweg zeigen.“
Gott lässt Hagar nicht verdursten. Dort, wo sie sind, befindet sich ein Brunnen und sie können den Wasserschlauch nachfüllen. So bauen sie sich ein Leben in der Wüste auf und Ismael wird Bogenschütze.

Ps 34
7 Da rief ein Armer und der HERR erhörte ihn und half ihm aus all seinen Nöten.
8 Der Engel des HERRN umschirmt, die ihn fürchten, und er befreit sie.
10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen; denn die ihn fürchten, leiden keinen Mangel.
11 Junglöwen darbten und hungerten; aber die den HERRN suchen, leiden keinen Mangel an allem Guten.
12 Kommt, ihr Kinder, hört mir zu! Die Furcht des HERRN will ich euch lehren!
13 Wer ist der Mensch, der das Leben liebt, der Tage ersehnt, um Gutes zu sehen?

Heute beten wir einen wunderbaren Lobpreispsalm, mit dem wir Gottes große Taten rühmen.
In Vers 7 wird beschrieben, dass Gott die Gebete eines Armen erhört und ihn aus seinen Nöten erlöst. Hagar und Ismael sind in der Tat arm, sie erleiden einen großen Mangel, sodass sie schon den Tod fürchten müssen. Und doch lässt Gott sie nicht im Stich. Er hört das Schreien des Kindes, er hört das Schreien jedes seiner Kinder – den ertönten Schrei und den unterdrückten! Wie gesagt kümmert er sich um jedes einzelne Geschöpf, weil er der wunderbare Schöpfer ist. Wir dürfen mit unseren Nöten immer zu ihm kommen. Er erhört jedes Gebet. Bei Gott gibt es kein „Nein“, nur ein „Ja“, „Anders“ oder „Später“. Wir wissen nicht, wie er unsere Gebete erhört, aber er tut es auf jeden Fall.
Vers 8 greift einen wichtigen Gedanken auf, der uns an die Lesung erinnert: „Der Engel des HERRN umschirmt, die ihn fürchten, und er befreit sie.“ Auch in der Lesung ist wirklich ein Engel zur Stelle, um Hagar und Ismael zu umschirmen. Wir dürfen uns auch hier ganz angesprochen fühlen. Uns allen ist ein Engel an die Seite gestellt, der uns in allem beschützt und begleitet. Wir haben zudem die Erzengel, die wir um Fürsprache bitten dürfen. Für uns und mit uns kämpft ein ganzes Heer gegen die Nachstellungen des Teufels! Deshalb brauchen wir keine Angst haben! Wenn wir auf Gottes Seite stehen, dann stehen wir auf der Seite der Gewinner.
Wichtig ist, dass wir aber auf Gottes Seite stehen. Er stellt uns vor die Wahl. Wenn wir auf seinen Wegen gehen, also seine Gebote halten, fürchten wir den Herrn. Es kann uns nur gut gehen, wenn wir uns an der Quelle des Lebens befinden. Sind wir aber jenseits dieser Quelle, können wir nur eingehen wie eine vertrocknete Pflanze.
„Junglöwen darbten und hungerten; aber die den HERRN suchen, leiden keinen Mangel an allem Guten.“ Die Geschichte Hagars und Ismaels ist ja keine verworfene. Auch wenn Abraham damit Probleme aufgeworfen hat, dass er sich durch eine Nebenfrau auf eigene Faust einen Nachkommen verschafft hat, sind doch Ismael und Hagar nicht daran schuld. Dass sie in der Wüste dürsten müssen, liegt also nicht an ihrem moralischen Zustand. Dadurch, dass Gott sich ja eben doch um sie kümmert, erkennen wir dies. In der alten Einheitsübersetzung heißt es noch, dass nicht Junglöwen, sondern Reiche hungern müssen. Wer also ganz arm vor Gott ist, wird von ihm gerettet werden.
Entscheidend ist die Gottesfurcht. Wir alle müssen sie lernen, denn auf sie kommt es an. Wer Angst davor hat, Gott zu verlieren, tut alles dafür, zu ihm eine gute Beziehung zu haben. Und aus der Beziehung zu Gott heraus kommt das richtige moralische Verhalten.
„Wer ist der Mensch, der das Leben liebt, der Tage ersehnt, um Gutes zu sehen?“ Wir können uns alle hier einbeziehen. Wir alle sehnen uns danach, das Heil mit Augen zu sehen, das Gott für uns bereitet hat. Wir alle können das Leben nur lieben, denn wir sind nach Gottes Ebenbild geschaffen, der selbst ein Gott des Lebens ist. Deshalb ist das eine einzige Irreführung, Juden und Christen eine Lebensfeindlichkeit zu unterstellen. Keiner liebt so sehr das Leben wie sie.

Mt 8
28 Als Jesus an das andere Ufer kam, in das Gebiet der Gadarener, liefen ihm aus den Grabhöhlen zwei Besessene entgegen. Sie waren so gefährlich, dass niemand auf jenem Weg entlanggehen konnte.

29 Und siehe, sie schrien: Was haben wir mit dir zu tun, Sohn Gottes? Bist du hierhergekommen, um uns vor der Zeit zu quälen?
30 In einiger Entfernung weidete eine große Schweineherde.
31 Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst, dann schick uns in die Schweineherde!
32 Und er sagte zu ihnen: Weg mit euch! Die aber fuhren aus und in die Schweine hinein. Und siehe, die ganze Herde stürmte den Abhang hinab in den See und kam in den Fluten um.
33 Die Hirten aber flohen, liefen in die Stadt und erzählten alles, auch das, was mit den Besessenen geschehen war.
34 Und siehe, die ganze Stadt zog hinaus, um Jesus zu begegnen; als sie ihn sahen, baten sie ihn, ihr Gebiet zu verlassen.

Im Evangelium wird uns von zwei Besessenen in Gadara berichtet. Sie leben in Grabhöhlen, weil sie sehr gefährlich sind. Keiner wagt, den Weg nahe dieser Höhlen zu benutzen.
Sie rennen Jesus entgegen, weil die Dämonen in den Menschen den Messias erkennen. Seine Anwesenheit beunruhigt sie und sie werden panisch. Denn wenn Gott sich ihnen nähert, wird er die besessenen Menschen von den Dämonen befreien wollen. Und das ist für sie sehr schmerzhaft. Sie sagen zu ihm: „Was haben wir mit dir zu tun, Sohn Gottes?“ Das ist eine typische Abwehraussage, die aus dem Mund von Dämonen immer wieder zu hören ist. Sie sind ja Geistwesen, die Gott ganz ablehnen. Sie sind so abgrundtief böse, dass sie die Gnade Gottes gar nicht aushalten können. Sie fragen Jesus, ob er gekommen ist, um sie „vor der Zeit zu quälen“. Das ist folgendermaßen zu verstehen: Vor der Erschaffung der Welt trug sich ja bereits der Abfall eines Teils von Engeln zu, bei dem Luzifer ihr Anführer ist. Sie werden aus dem Himmel verbannt und auf die Erde geworfen. Eine Andeutung findet sich in Lk, ansonsten lesen wir davon in der Johannesoffenbarung. Bis zum Ende der Welt hat der Böse nun einen gewissen Spielraum auf Erden, deshalb konnte er auch bei der Erschaffung der Erde in eine Schlange fahren und das erste Menschenpaar versuchen. Und deshalb sagen nun die Dämonen in den zwei Gadarenern zu Jesus, dass sie ja bis zu jener „Zeit“ die Freiheit dazu haben. Jesus quält sie durch den kommenden Exorzismus. Wie gesagt ist dieser Prozess für Dämonen sehr schmerzhaft, weshalb sie ihn anflehen, wenigstens in die naheliegende Schweineherde einfahren zu dürfen. Sie sind Geschöpfe Gottes, wenn auch abgefallene. Deshalb bitten sie Gott selbst auch um diesen Gefallen. Das zeigt uns: So mächtig der Böse in unserer Welt auch ist – er bewegt sich in dem Raum, den Gott streng vorgibt. Der Spielraum des Bösen hängt von Gott selbst ab. Das ist für uns tröstlich, weil wir dadurch nicht aus den Augen verlieren, wer der Stärkere ist.
Jesus gewährt es, treibt sie aus den zwei Männern und sie fahren in die Schweineherde. Diese stürzt sich den Abhang hinab, was uns zeigt: Selbstzerstörerisches Verhalten kommt vom Bösen.
Wir können uns bildlich vorstellen, wie die Hirten geguckt haben! Sie haben wohl den Schock ihres Lebens erlitten, als die gesamte Herde in den Tod gestürzt ist. Anhand der Masse erkennen wir übrigens auch, wie viele Dämonen eigentlich in den zwei Gadarenern gelebt haben.
Die Ereignisse sind so unfassbar, dass die Hirten den Bewohnern von Gadara alles erzählen müssen. Diese kommen daraufhin zu Jesus und bitten ihn, den Ort zu verlassen. Sie sind offensichtlich überfordert mit der ganzen Sache.
Für uns ist diese Geschichte entscheidend bei der Identität Jesu: Er ist der allmächtige Gott, dem sogar die Dämonen gehorchen. Er ist wirklich der Sohn Gottes, als den die Dämonen ihn heute offenbart haben. Er ist mächtiger als alles Böse, was uns in diesem Leben widerfährt. So können wir unsere ganze Hoffnung auf ihn setzen. Wir werden nicht enttäuscht.

Ihre Magstrauss

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