19. Sonntag im Jahreskreis (B)

1 Kön 19,4-8; Ps 34,2-3.4-5.6-7.8-9; Eph 4,30 – 5,2; Joh 6, 41-51

1 Kön 19
4 Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, HERR. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter.
5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!
6 Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin.
7 Doch der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.
8 Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb.

In der ersten Lesung hören wir vom Propheten Elija. Warum legt er sich unter einen Strauch und will sterben? Isebel, die Frau des Königs Ahab, trachtet ihm nach dem Leben wegen der vergangenen Ereignisse. Er hat sich so sehr für Gott eingesetzt und dessen Willen befolgt. Er hat den Himmel verschlossen, sodass kein Regen fällt, durch ihn war Feuer auf das Opfer Gottes herabgekommen. Elija ließ sogar die Baalspriester umbringen. Weil Isebel ihm deshalb nach dem Leben trachtet, flüchtet Elija in die Wüste und will aufgeben. Er wünscht sich den Tod und schläft unter einem Ginsterstrauch ein. Er sagt, dass er nicht besser sei als seine Väter. Er ist ein schwacher Mensch, der aus eigener Kraft nicht weit kommt. Alles, was er bisher gewirkt hat, hat Gott durch ihn bewirkt. Ein Engel weckt ihn, um ihn zum Essen und Trinken zu animieren. Er soll sich stärken. Dies geschieht mehrfach, sodass Elija weiterziehen kann. 
Was hier geschieht, ist höchst typologisch: Der Prophet ist durch Isebel in die Knie gezwungen worden und schwach. Doch Gott stärkt ihn, damit er seinen Weg, der wesentlich ein Kreuzweg ist, bis zum Heiligen Berg fortsetzen kann.
Dies können wir zunächst allegorisch betrachten mit Hinblick auf Christus selbst. Er ist in seiner Menschheit entäußert, hat als wahrer Mensch auch Emotionen und bittet in seiner Todesangst im Garten Getsemani: Vater, nimm diesen Kelch von mir. Zugleich ist er bereit, seinen Willen dem Willen des Vaters zu unterstellen. Der Vater lässt ihn nicht alleine leiden, sondern schickt ebenfalls einen Engel, der ihm Kraft gibt. In seiner Nachfolge müssen auch wir so einiges erleiden und kommen an unsere Grenzen. Dann resignieren wir auch fast und schreien zu Gott. Dabei müssen wir nicht aufgeben und aus eigener Kraft den Kreuzweg Jesu Christi nachgehen. Er schenkt uns die Heilsmittel der Kirche, vor allem das Himmelsbrot, die Eucharistie, die uns Wegzehrung ist auf dem Weg in die Ewigkeit. Er sendet uns so viele Erfrischungen durch den Hl. Geist, das lebendige Wasser, das uns tränkt inmitten der Wüstenerfahrungen unseres Lebens. Und diese Heilsmittel werden uns Proviant sein auf der Zielgeraden ins Himmelreich, weshalb wir um eine gute Sterbestunde bitten. Der Herr schenke uns allen die Möglichkeit, noch vor unserem Tod die Sterbesakramente zu empfangen.

Ps 34
2 Ich will den HERRN allezeit preisen; immer sei sein Lob in meinem Mund. 

3 Meine Seele rühme sich des HERRN; die Armen sollen es hören und sich freuen. 
4 Preist mit mir die Größe des HERRN, lasst uns gemeinsam seinen Namen erheben! 
5 Ich suchte den HERRN und er gab mir Antwort, er hat mich all meinen Ängsten entrissen. 
6 Die auf ihn blickten, werden strahlen, nie soll ihr Angesicht vor Scham erröten. 
7 Da rief ein Armer und der HERR erhörte ihn und half ihm aus all seinen Nöten.
8 Der Engel des HERRN umschirmt, die ihn fürchten, und er befreit sie.
9 Kostet und seht, wie gut der HERR ist! Selig der Mensch, der zu ihm sich flüchtet!

Heute beten wir einen wunderbaren Lobpreispsalm, mit dem wir Gottes große Taten rühmen. Er passt zur Lesung, weil Gott Elija am Leben erhalten hat. Er ist wirklich ein Gott des Lebens!
„Ich will preisen“ ist ein typischer Psalmenbeginn – die Selbstaufforderung zum Lob. David bekundet sein „Jawort“ gegenüber Gott durch einen andauernden Lobpreis.
Mit „meine Seele“ wird das hebräische Wort נַפְשִׁ֑י nafschi übersetzt, was eigentlich viel mehr als nur die Seele meint. Das biblische Menschenbild ist nicht geteilt, sodass man sagen kann, er hat einen Körper und eine Seele. Vielmehr ist der Mensch ein Körper und eine Seele. Das hebräische Wort ist also umfassender zu übersetzen im Sinne von „mein Leben“. Es meint die gesamte Existenz des Menschen, die sich des HERRN rühmen soll. David möchte Gott in allen Lebenslagen, mit seinem ganzen Sein preisen. Er möchte das tun, was wir Menschen in der Ewigkeit dauerhaft vornehmen werden – den Lobpreis Gottes.
„Die Armen sollen es hören und sich freuen“ – warum haben die Armen einen Grund zur Freude? Wenn ein Mensch Gott mit allem preist, was er ist und hat, dann tut er dies auch durch die gelebte Nächstenliebe. Und deshalb können die Armen aufatmen, das heißt die Randständigen, Rechtlosen, die Witwen und Waisen, die Fremden und Kranken. Hier geht es um das Doppelgebot der Liebe. Je mehr jemand in Gott lebt, desto mehr gibt er sich auch für den Nächsten hin.
Auch die Lobaufforderung in Vers 4 ist typischer Psalmenstil. Oft ist diese auch so formuliert, dass der Psalmist die ganze Schöpfung oder Bereiche der Schöpfung zum Lob auffordert.
„Ich suchte den HERRN und er gab mir Antwort“ ist, was Jesus in seiner Verkündigung aufgreift, wenn er sagt: „Wer sucht, der findet. Wer anklopft, dem wird aufgetan.“ Hier könnte man die Verbform דָּרַ֣שְׁתִּי daraschti mit „ich habe aufgesucht“ übersetzen, denn Gott antwortet dem Suchenden. Gott ist es, der auch unsere Ängste von uns nimmt. Angst ist nicht vom Hl. Geist und deshalb ist der Mut/die Tapferkeit auch eine Frucht des Hl. Geistes.
Vers 6 ist eine wunderbare Reflektion dessen, wen man eigentlich anschauen soll – nämlich Gott. Wenn man auf ihn schaut und von ihm aus dann auf die Menschen, dann ist es die richtige Haltung. Dann wird man nicht auf das Ansehen der Person achten und sich vom Strahlen des Reichen beeinflussen lassen. Denn Gottes Licht übertönt alles Andere. Es wird auch auf das eigene Gesicht zurückfallen, sodass das einzige Ansehen der Person, auf das wir bei unseren Mitmenschen achten sollen, die Reflektion des Lichtes Gottes ist.
So lesen wir in Vers 7, dass Gott die Gebete eines Armen erhört und ihn aus seinen Nöten erlöst. Bei Gott gibt es kein „Nein“, nur ein „Ja“, „Anders“ oder „Später“.
Vers 8 greift einen wichtigen Gedanken auf, der uns an die Lesung erinnert: „Der Engel des HERRN umschirmt, die ihn fürchten, und er befreit sie.“ Ein Engel ist es auch, der Elija unter dem Ginsterstrauch aus seiner Resignation holt, ihn stärkt und zum Weitergehen ermutigt.
„Kostet und seht, wie gut der HERR ist! Selig der Mensch, der zu ihm sich flüchtet!“ Dieses Schriftwort wird vom Priester sehr oft direkt vor dem Kommunionempfang gebetet, also eucharistisch ausgelegt. Ja, wir können kosten, wie gut der HERR ist, wenn wir ihn in uns aufnehmen und uns mit ihm vereinen. Er ist wie Balsam für unsere Seele und umhüllt uns ganz mit seiner Liebe und Barmherzigkeit. Dann ist es wirklich ein Zufluchtnehmen im Meer seiner Barmherzigkeit, ein Eintauchen in den tiefsten Grund seines für uns durchbohrten Herzens. So werden auch wir durch die Eucharistie aufgerichtet, gleichsam vom Liegen auf dem Boden zurück auf die Beine gestellt.

Eph 4-5
30 Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, den ihr als Siegel empfangen habt für den Tag der Erlösung!
31 Jede Art von Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung mit allem Bösen verbannt aus eurer Mitte!
32 Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, wie auch Gott euch in Christus vergeben hat.
1 Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder
2 und führt euer Leben in Liebe, wie auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und Opfer, das Gott gefällt!

Die heutige Lesung ist eine Ansammlung von paränetischen Aussagen, also Ermahnungen zu einem bestimmten Lebenswandel. Er nimmt diese Ausführungen im Kontext vor, dass die Epheser als Getaufte und Bündnispartner Gottes nicht mehr so leben können wie vorher. Sie sollen nun an ihrem Lebenswandel die Konsequenzen ihrer Entscheidung für Gott zeigen. Da sie nun in einem ganz anderen Dasein leben als vor ihrer Taufe, müssen sie alles meiden, was der gefallenen Natur und dem gottlosen Leben anhaftet. Stattdessen sollen sie Christi Verhalten nachahmen, das er ganz deutlich vorgelebt hat. Wenn sie das nicht tun, betrüben sie den Hl. Geist, durch den sie ja neugeboren sind in der Taufe. Sie haben ihn als Siegel empfangen, weil sie den Abdruck Gottes in ihre Seele eingeprägt bekommen haben. Dieses Zeichen ist unauslöschlich. Der Tag ihrer Erlösung ist also ihr Tauftag, denn in dem Moment haben sie die Erlösung Jesu Christi angenommen.
Alles, was diesem neuen Leben widerstrebt, sollen die Christen aus ihrer Mitte entfernen. Es soll also nicht nur in ihrem persönlichen Leben keinen Platz finden – die Mitte als ihr Herz -, sondern auch in der Gemeinschaft der Christen, in ihrer Gemeinde.
Sie sollen einander voller Barmherzigkeit und Güte begegnen und stets vergebungsbereit sein. Denn Gott hat ihnen zuerst die ganze Schuld vergeben, als sie die Taufe empfangen haben. Ihre Vergebungsbereitschaft soll die Konsequenz und Antwort dieses überreichen Gnadenaktes sein. Sie sind neugeboren zu einer neuen geistigen Schöpfung, eingetaucht in das Meer der Gnade Gottes und somit befähigt, das zu tun, zu dem Paulus sie in Vers 1 auffordert: „Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder.“ Kinder schauen sich das Verhalten ihrer Bezugspersonen ab, vor allem der Eltern als primäre Bezugspersonen. So sollen die Getauften, die Kinder Gottes sind, ihm nachahmen. Schließlich sind sie Gottes Abbilder und durch die Taufgnade nun fähig, dies umzusetzen. Das soll ganz konkret dadurch geschehen, dass sie die Liebe umsetzen, die sich aus der Gottes- und Nächstenliebe zusammensetzt und das wichtigste Gebot darstellt. Liebe hat sehr viel mit Hingabe zu tun, mit dem Verschenken des eigenen Lebens. Die Epheser und wir zusammen mit ihnen sollen Christus nachahmen, indem wir uns unseren Mitmenschen ganz hingeben, ihnen dienen und alles als Liebesopfer Gott darbringen. Alles, was wir tun, sollen wir als Liebesopfer betrachten. Schon im Alten Testament sagt Gott den Menschen durch die Propheten, dass das größte ihm gefällige Opfer ein gutes ethisches Verhalten darstellt. Ihm sind Opfer zuwider, die dargebracht werden bei zugleich schlechtem zwischenmenschlichem Verhalten. Das stellt für ihn Heuchelei dar, fehlende Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit.

Joh 6
41 Da murrten die Juden gegen ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.
42 Und sie sagten: Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann er jetzt sagen: Ich bin vom Himmel herabgekommen?
43 Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht!

44 Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.
45 Bei den Propheten steht geschrieben: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen.
46 Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen.
47 Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben.
48 Ich bin das Brot des Lebens.
49 Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.
50 So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.
51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.

Im Evangelium hören wir heute einen weiteren Abschnitt aus der wunderbaren Brotrede Jesu in Kafarnaum. Es handelt sich eigentlich um einen Dialog mit den dort versammelten Menschen, das analog zum Gespräch Jesu mit der samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen zu betrachten ist.
Die Juden murren gegen Jesus, weil er anstößige Dinge thematisiert. Wie kann er behaupten, dass er vom Himmel gekommen ist, wenn die Anwesenden seine Abstammung kennen? Sie wissen ja, wer Jesu Eltern sind. Daraufhin sagt Jesus hier etwas Entscheidendes: „Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht.“ Es ist wie bei der samaritischen Frau, wie bei Elija, wie bei dem Kämmerer Kornelius: Die Menschen können sich bemühen und eine gewisse Annäherung an Gott erlangen, doch so richtig ankommen können sie nur, wenn Gott sie zieht. Das betrifft die Erkenntnis wie bei der samaritischen Frau und den hier anwesenden Juden bei der Brotrede. Sie verstehen ansatzweise etwas von den Worten, doch sie brauchen den Hl. Geist, um die Eucharistie und den Hl. Geist vollends zu begreifen, Jesus als Messias und deshalb vom Himmel gekommen zu verstehen. Deshalb löst Jesus selbst seine Worte auf und sagt: Ich bin der Messias, oder: Ich bin das Himmelsbrot. Kornelius bemüht sich nach Kräften, doch er braucht katechetische Unterweisung, um Jesaja zu verstehen. Elija versteht zwar, was Gott von ihm verlangt, kommt aber nicht weiter aus Kraftlosigkeit und muss deshalb mit der Gnade Gottes gestärkt werden. Jesus wird jene, die der Vater an sich gezogen hat, auferwecken am jüngsten Tag. Dann werden sie mit Leib und Seele vereint für immer Gottes Angesicht schauen.
Jesus verweist dann auf die Propheten, wo geschrieben steht: „Alle werden Schüler Gottes sein.“ Es bezieht sich auf die Schriftstelle Jes 54,13, die die künftige Herrlichkeit Zions thematisiert. So kann man schon die Propheten des Alten Testaments wie Elija nennen, umso mehr aber die Apostel Christi. Diese hat Jesus vor seiner Himmelfahrt damit beauftragt, alle Menschen zu seinen Jüngern zu machen. Wir alle sind anhaltende Schüler in der Schule Gottes. Er lehrt uns durch seinen Heiligen Geist Tag für Tag immer mehr von seiner göttlichen Weisheit. Wir begreifen täglich ein wenig mehr von seiner Offenbarung. Am Ende werden wir ihn dann sehen, wie er ist. Dann brauchen wir keine Unterweisung mehr, sondern werden alles erkennen.
Jesus betont heute noch einmal, dass nur er authentische Kunde vom Vater geben kann, weil er beim Vater war, bevor er Mensch wurde. Er ist der Sohn, der am väterlichen Herzen ruht auch jetzt in seiner Zeit auf Erden.
Er sagt explizit, dass er das Brot des Lebens ist. Direkt im Anschluss an den Satz über das ewige Leben wird uns klar, dass Jesus damit das Brot des EWIGEN Lebens ist und deshalb eine Speise für die Seele bietet. Deshalb hat er ganz zu Beginn auch gesagt: Müht euch ab für die Speise, die für das ewige Leben bleibt. Er als Brot des Lebens ist abzugrenzen von dem Manna in der Wüste, was das höchste Brot für die Juden war. Es ist wirklich eine physische Stärkung des Volkes Israels in der Wüstenzeit, aber immerhin kam es vom Himmel. Doch es kann sich nicht mit Christus messen, denn diese physische Stärkung verhinderte nicht, dass die Väter irgendwann gestorben sind.
Wer aber von dem Brot des Lebens isst, hat das ewige Leben! Das Essen ist eindeutig eucharistisch gemeint. Wenn wir den Leib Christi, der wirklich und real ist, essen, werden wir nicht sterben (zumindest seelisch nicht, bis zum jüngsten Tag, wo auch unser gestorbener Leib wiederhergestellt wird). Das Essen des Leibes ist kein Kannibalismus, weil wir den Herrn nicht akzidentiell essen, sondern substantiell. Ich verweise auf die Transsubstantiationslehre.
Jesu Brotsein impliziert keinesfalls eine tote Materie. Dieses Brot führt nicht nur zum Leben, sondern ist selbst lebendig. Das bestätigen übrigens auch die vielen eucharistischen Wunder. Er sagt selbst von sich aus, dass er vom Himmel herabgekommen ist. Das ist eine Typologie zum Manna der Wüstenväter mit eben jenem Unterschied, dass er lebendig ist – eine Person! Er spricht seine eigene Präexistenz aus, von der wir im Johannesprolog feierlich bekennen.
Jesus deutet noch eine weitere wichtige Sache an, die Gründonnerstag und Karfreitag miteinander verbindet: Jesus ist das lebendige Brot, das er geben wird – nicht nur im Abendmahlssaal, wenn er die Eucharistie stiften wird. Es ist sein eigenes Fleisch, das er am Kreuz dahingeben wird. Das Fleisch, das ganz zerschunden und bis auf den letzten Tropfen grausam ausgeblutet wird. Es ist wie ein Schächtvorgang bei den Opferlämmern, die für den Jerusalemer Tempel geschlachtet wurden.
Was im Abendmahlssaal gestiftet wird, erfüllt sich erst so richtig am Tag darauf mit dem Opfertod auf Golgota.
Jesus spricht hier schon sehr tiefgründige und existenzielle Dinge an, doch die Menschen werden lange brauchen, das alles zu begreifen. Viele werden sich auch von ihm abwenden, weil sie sagen, seine Worte seien unerträglich. Und doch gibt es immer mehr Menschen, die von seiner Botschaft berührt werden und darin den Sinn ihres Lebens erkennen – und das ewige Leben nur durch den Glauben an Christus ermöglicht sehen.

Ihre Magstrauss


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