25. Sonntag im Jahreskreis (B)

Weish 2,1a.12.17-20; Ps 54,3-4.5-6.8-9; Jak 3,16 – 4,3; Mk 9,30-37

Weish 2
1 Sie tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen:
12 Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung.
17 Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, und prüfen, wie es mit ihm ausgeht.
18 Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an und entreißt ihn der Hand seiner Gegner.
19 Durch Erniedrigung und Folter wollen wir ihn prüfen, um seinen Gleichmut kennenzulernen und seine Widerstandskraft auf die Probe zu stellen.
20 Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt.

In der ersten Lesung hören wir aus dem Buch der Weisheit. Das größere Thema, dem dieser Ausschnitt entnommen ist, handelt von der Denkweise der Gottlosen und ihrer Kritik aus Gottes Sicht.
Die Gottlosen sind es demnach, die untereinander sagen: „Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg.“ Das ist so im Alten Testament zu beobachten, wenn nämlich ein Prophet auftritt und das gottlose Tun der Israeliten beim Namen nennt. Die Propheten sind es, die die Vergehen gegen die Torah herausstellen und die dadurch immer wieder ihr Leben aufs Spiel setzen. Viele dieser Propheten werden sogar umgebracht. So ist es auch mit Jesus Christus, der den Gottlosen die Vergehen vorhält, der kein Blatt vor den Mund nimmt und gerade die religiöse Elite anprangert. Auch ihn wollen sie loswerden und am Ende gelingt es ihnen auch, indem sie ihn den Römern ausliefern, die ihn geißeln und kreuzigen. So ist es auch mit uns, die wir ihm als seine Jünger nachfolgen. Auch wir, die die Gottlosigkeit kritisieren, die die Entfernung der Menschheit von Gott beim Namen nennen, müssen unser Leben lassen, weil wir den Menschen Störfaktoren sind. Sie möchten ihr Leben wie bisher leben und so beseitigen sie alles, was sie daran hindert. Es gab noch nie so eine schlimme Christenverfolgung wie heutzutage….Und am Ende der Zeiten wird dies noch viel schlimmer werden, denn der Antichrist wird nochmal alle Register ziehen, um die Gottlosigkeit durchzusetzen. Seine Machenschaften werden ihm nichts bringen, weil Gott eingreifen wird. Er wird ein für alle Mal die Gottlosen verurteilen.
„Wir wollen sehen, ob seine Wort wahr sind“ – immer wieder wurden die Propheten auf die Probe gestellt. Ganz spektakulär ist das Duell zwischen Elija und den Baalspriestern, die beide zu ihrem Gott beten, dass er auf die Opfergaben sein Feuer herabsende. Aber nur auf dem Opfer des Elija entzündet sich das Feuer des Herrn. Im Gebet zum Herrn betete Elija zuvor: „HERR, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, heute soll man erkennen, dass du Gott bist in Israel, dass ich dein Knecht bin und all das in deinem Auftrag tue.“ (1 Kön 18,36). Und mit dieser Absicht tut auch Jesus die ganzen Heilstaten. Er möchte, dass die Menschen zum Glauben an Gott kommen und erkennen, dass er all das in dessen Auftrag tut. Auch ihn haben die Pharisäer immer wieder auf die Probe gestellt und jedes Mal hat Jesus den Spieß umgedreht. Am Ende haben sie ihn sogar noch am Kreuz geprüft und voller Spott den Essig gereicht, der seine Lebensdauer verlängern sollte. So wollten sie schauen, ob Elija kommen und ihn retten würde (denn er betete ja „Eli, Eli, lema sabachtani“, was sie mit Elija verwechselten). Doch Gott ließ diese Verspottung nicht mehr zu, denn mit einem letzten Aufschrei starb der Messias.
Sie haben Jesus immer wieder erprobt, um zu sehen, ob er wirklich der Sohn Gottes ist. Doch dahinter steckt der Gottlose in Person, der Satan, der die Fäden in der Hand hält. Er hat Jesus schon in der Wüste versucht und immer wieder seine Versuchung eingeleitet mit den Worten „wenn du Gottes Sohn bist“. Und bis zum Kreuz spotten die Menschen mit den Worten: „Wenn du Gottes Sohn bist, rette dich selbst und steig herab vom Kreuz!“ (Mt 27,40). Sie meinen, sie haben triumphiert, weil Gott ihn ihren Händen nicht entrissen hat. Sie meinen, sein Tod sei Beweis genug, dass er gelogen hat. Doch drei Tage später ist sein Grab leer, der Auferstandene erscheint verschiedenen Menschen, die Gottlosen haben die Rechnung ohne den Gott des Lebens gemacht, der am Ende doch gesiegt hat!
„Durch Erniedrigung und Folter wollen wir ihn prüfen“ – ja, den Sohn Gottes haben die Gottlosen gefoltert. Sie haben ihn in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag so schrecklich gequält, wodurch Jesus jede einzelne Sünde gesühnt hat. Uns ist nur einiges durch Privatoffenbarungen bekannt, aber es muss die schrecklichste Nacht gewesen sein, die ein Mensch durchleben kann. Sie haben ihn so unendlich erniedrigt und am nächsten Tag so brutal gegeißelt. Sie haben ihn nach all der Quälereien gezwungen, sein Kreuz zum Golgota hinaufzutragen und ihn dort ans Kreuz geschlagen. Das war die schandvollste Hinrichtungsart, die es gab. Ja, der König des ganzen Universums ist behandelt worden wie ein Schwerverbrecher! Er ist wahrlich einen „ehrlosen Tod“ gestorben. Er blieb nicht im Tod. Ihm ist wirklich Hilfe gewährt worden.

Ps 54
3 Gott, durch deinen Namen rette mich, verschaff mir Recht mit deiner Kraft!
4 Gott, höre mein Bittgebet, vernimm die Worte meines Mundes!

5 Denn fremde Menschen standen auf gegen mich, / Gewalttätige trachteten mir nach dem Leben, sie stellten sich Gott nicht vor Augen.
6 Siehe, Gott ist mir Helfer, der Herr ist unter denen, die mein Leben stützen.
8 Bereitwillig will ich dir opfern, will deinem Namen danken, HERR, denn er ist gut.

9 Denn er hat mich herausgerissen aus all meiner Not, mein Auge schaut herab auf meine Feinde.

Als Antwort beten wir Ps 54, der betitelt ist mit „Hilferuf eines Bedrängten“. Es handelt sich dabei um ein „Klagelied des Einzelnen“. Wie so oft beinhaltet er Klagerufe, Bittrufe an Gott und einen Stimmungsumschwung nach ergangener Gebetserhörung. Dieses Lied ist von König David, der immer wieder in eine Bedrängnissituation gekommen ist. Doch dieses Lied könnte genauso aus dem Mund Christi kommen, der am Kreuz hängt. Genauso können wir das Lied singen, die wir immer wieder Bedrängnis erfahren.
Vers 3 ist ein Bittruf, den König David in seiner Notsituation an Gott richtet: Gott soll Recht verschaffen. Gott ist der absolut gerechte Richter und reagiert bereits jetzt in diesem Leben auf das Unrecht, das uns trifft. David hat sehr großes Gottvertrauen und begreift, dass wenn er in Gottes Namen etwas erbittet, es auch erhalten wird. Dazu ermutigt uns auch Christus, wenn er sagt: Bittet und es wird euch gegeben. Er möchte, dass wir vertrauensvoll im Vaterunser um alles Notwendige bitten.
Gott soll Davids Bittgebet erhören. Das tut er auch immer wieder, weil David so innig mit ihm verbunden ist. Christus selbst muss formuliert manchmal gar keine Bittgebete, sondern sagt sofort: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Wir denken besonders an die Situation im Johannesevangelium, als Jesus seinen Freunde Lazarus zum Leben erweckt. So innig ist die Beziehung zwischen Vater und Sohn!
Vers 5 formuliert die Begründung für das Bittgebet: Fremde Menschen wollen sich am Beter vergreifen, ihm das Leben nehmen. Dabei haben diese Menschen keine Gottesfurcht. Diesen stellen sie nicht vor Augen. Sie denken also nicht an ihn und seine Gebote (vor allem nicht an „du sollst nicht töten“). Wir wissen von König David, dass er öfter in diese Situation kam, dass Menschen ihn töten wollten, teilweise bekannte Menschen, aber auch jene, die ihm fremd waren. So ist es auch mit Christus. Ausgeführt haben seine Hinrichtung die Römer, aber ausgeliefert hat ihn die jüdische Elite. Weder die einen noch die anderen haben Gott oder dessen Tötungsverbot vor Augen. Selbst seine Glaubensbrüder sind ihm fremd, weil sie nicht nach Gottes Willen handeln. Jesus sagt, dass für ihn Vater, Mutter, Geschwister, Familie ist, der den Willen des Vaters erfüllt. In dem Moment müssen ihm die eigenen Glaubensbrüder so fremd vorgekommen sein wie noch nie.
Ab Vers 6 ändert sich der Duktus des Psalms schlagartig, denn David dankt Gott bereits für dessen ergangene Hilfe. Gott stützt sein Leben, denn es ist ein Gott des Lebens. Gott stützt auch unser Leben, aber nicht einfach in der Hinsicht, dass er uns ein bequemes Diesseits beschert. Vielmehr geht es um ein Leben in Fülle, das er uns schenken möchte.
David ist erhört worden und möchte als Dank dem Herrn ein Opfer darbringen. Er möchte Gottes Namen danken, auf den er ja die Bitte um Hilfe formuliert hat. Gott hat ihn aus seiner Not herausgerissen und deshalb triumphiert David über seine Feinde. Dies kommt dadurch zum Ausdruck, dass er auf sie herabschauen kann. Sie sind gefallen und liegen deshalb unten. Gott hat David dagegen auf die Beine aufgeholfen, als er durch die Not niedergedrückt worden war. Christus schaut herab auf seine Feinde, weil er am Kreuz erhöht wurde. Er ist nun beim Vater, verherrlicht und sitzend zur Rechten. Er schaut nun herab auf seine Feinde. Und letztendlich sagt Paulus in seinem Philipperhymnus, dass alle Geschöpfe, auch die Dämonen, ihre Knie vor ihm beugen müssen und bekennen, dass er der Herr ist. Sie werden nie wieder über ihm stehen.
Auch wir haben Grund zum Dank, denn wir sind erlöst worden. So wie die Feinde Davids waren wir durch unseren gottlosen Lebenswandel vielleicht fremd und feindlich gegenüber Christus, doch er hat mit seinem Leben unser ewiges Leben bezahlt. Wir alle waren fremd in dem Sinne, dass wir durch die Erbsünde verzerrte Menschen waren, nicht mehr ganz liebesfähig und deshalb von der Liebesgemeinschaft mit Gott entfernt. Doch durch die Taufe gehören wir nun seiner Familie an. Tagtäglich werden wir mit allem Segen Gottes gesegnet, überschüttet mit seinem reichen Gnadenschatz. Das ist stets Lobpreis und Anbetung wert. Unseren Dank drücken wir nun nicht mehr mit der Opferung eines Tiers aus, sondern durch die Darbringung des Messopfers. Nicht umsonst heißt es Eucharistie, Danksagung.
Gott ist gut. Alles, was er tut und was er von uns verlangt, dient uns zum Besten. Wir dürfen das nie vergessen, besonders dann nicht, wenn wir eine schwierige Lebensphase durchlaufen. Gott ist nicht heimtückisch. Er will uns nie eins auswischen. Sein Plan für jeden Menschen hat stets das himmlische Heil und die ewige Gemeinschaft mit ihm zum Ziel.

Jak 3-4
16 Wo nämlich Eifersucht und Streit herrschen, da gibt es Unordnung und böse Taten jeder Art.
17 Doch die Weisheit von oben ist erstens heilig, sodann friedfertig, freundlich, gehorsam, reich an Erbarmen und guten Früchten, sie ist unparteiisch, sie heuchelt nicht.
18 Die Frucht der Gerechtigkeit wird in Frieden für die gesät, die Frieden schaffen.
1 Woher kommen Kriege bei euch, woher Streitigkeiten? Etwa nicht von den Leidenschaften, die in euren Gliedern streiten? 
2 Ihr begehrt und erhaltet doch nichts. Ihr mordet und seid eifersüchtig und könnt dennoch nichts erreichen. Ihr streitet und führt Krieg. Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet. 
3 Ihr bittet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in euren Leidenschaften zu verschwenden. 

Als zweite Lesung hören wir heute wieder aus dem Jakobusbrief. In dem dritten Kapitel geht es um die Macht der Zunge und speziell im heutigen Abschnitt um die Weisheit, die von Gott kommt.
Ein verbreitetes Problem ist die Eifersucht. Gerade in den christlichen Gemeinden haben wir damit zu kämpfen, weil alle nach der Gnade und Heiligkeit streben. Wo man anfängt, sich dabei zu vergleichen, kommt die Eifersucht auf. Aus Eifersucht entfachen Streits und das Chaos bricht aus. Die Hl. Schrift gibt so viele Anweisungen zur Ordnung in der Gemeinde, insbesondere die Briefe beschreiben immer wieder hierarchische Strukturen. Doch durch Eifersucht und Streit wird das alles durcheinandergebracht.
Wenn das geschieht, realisieren wir, dass da nicht Gottes Geist am Werk ist. Der Geist Gottes und die Weisheit, die Gott schenkt, sind pure Ordnung. Wo Gottes Geist wirkt, da ist Frieden, Freundlichkeit, Gehorsam. Dort gibt es keine Parteibildung und Heuchelei. Dort herrschen gerechte und friedliche Zustände. Das sind die Früchte der göttlichen Weisheit.
Im vierten Kapitel werden Missstände bei den Menschen thematisiert, die dieser göttlichen Weisheit nicht gerade entsprechen.
Das Kapitel beginnt mit zwei rhetorischen Fragen. Jakobus fragt nach dem Ursprung der Streitigkeiten und gibt mit der zweiten Frage die Antwort vor: Der Mensch streitet mit anderen Menschen, weil er in sich selbst zerrissen ist (Streit zwischen Leidenschaften und eigenen Gliedern). Es ist letztendlich die Begierde, die den Menschen treibt und doch nichts erreicht („Ihr begehrt und erhaltet doch nichts“). Dieses Habenwollen führt ins Leere, denn nicht dies verleiht uns Gottes Segen. Wenn wir von Gott beschenkt werden wollen, können wir es nicht an uns reißen und damit über Leichen gehen/sündigen („Ihr mordet und seid eifersüchtig“). Wir müssen darum bitten.
Und die Art und Weise des Bittens, die richtige Absicht muss auch gegeben sein, weil Gott uns sonst nicht gibt. Wer mit böser Absicht von Gott etwas erbittet, um damit wiederum sündigen zu können, bekommt es nicht. Und weil Gott das Herz des Menschen durch und durch kennt, lässt er sich darin auch nicht täuschen.
Wir merken an der zweiten Lesung, dass der Grund für Christi Tod, die Eifersucht und Streitsucht, auch in der Gemeinschaft der Kirche weitergeht. Das ist eine anhaltende Versuchung auch bei den Getauften. Der Böse hat auch jetzt noch seinen Spielraum. Deshalb müssen die Menschen wachsam sein und auch in ihren eigenen Reihen die Versuchung des Bösen erkennen, wenn solche Dinge geschehen.

Mk 9
30 Sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; 
31 denn er belehrte seine Jünger und sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird in die Hände von Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. 
32 Aber sie verstanden das Wort nicht, fürchteten sich jedoch, ihn zu fragen.
33 Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr auf dem Weg gesprochen? 
34 Sie schwiegen, denn sie hatten auf dem Weg miteinander darüber gesprochen, wer der Größte sei. 
35 Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. 
36 Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: 
37 Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

Heute hören wir von einer Leidensankündigung Jesu. Im Kapitel zuvor hat Jesus im Anschluss an das Messiasbekenntnis des Petrus sein Leiden erstmals angekündigt und von Petrus Vorwürfe zu hören bekommen. Daraufhin wies Jesus ihn mit harschen Worten zurecht bzw. sprach er den eigentlichen Feind in dieser Episode an – den Satan, der durch den frisch berufenen Felsen (das lesen wir dann ausführlich in Mt 16) Jesus versucht.
In der heutigen Episode sind sie unterwegs durch Galiläa und Jesus belehrt sie beim Wandern.
Jesus ist Gott. Er weiß, dass die Jünger ihn nicht verstehen, als er von der Auferstehung etc. spricht. Und doch sagt er es ihnen, damit sie im Nachhinein verstehen, was er gemeint hat. Die Jünger trauen sich nicht, Jesus zu fragen. Sie werden gemerkt haben, dass er ihnen etwas zum wiederholten Mal erklärt. Ihnen wird es peinlich sein, dass sie es zum wiederholten Mal nicht verstehen. Es gehört alles zum Lernprozess und so lässt Jesus es stehen.
Sie kommen nach Kafarnaum, wo sie bereits früher waren. Es wirkt so, als ob Kafarnaum eine Art Basis bei der galiläischen Mission Jesu darstellt.
Jesus ist Gott. Er weiß genau, worüber seine Jünger unterwegs gesprochen haben und fragt sie dennoch, als sie im Haus sind, worüber sie geredet haben. Es ist wie mit Gott im Garten Eden, als er „Adam wo bist du?“ fragt. Er weiß genau, wo dieser sich versteckt hält. Gott fragt den Menschen und rührt so an seinem Gewissen. Er möchte dem Menschen Chance geben, für sich selbst zu sprechen – nicht um sich herauszureden, sondern um zu bekennen.
Jesus fängt nicht an, mit ihnen zu schimpfen, obwohl sie darüber diskutiert haben, wer unter ihnen der Größte sei. Er setzt sich, was immer eine Geste des Lehrens ist. Er erklärt ihnen, wie es stattdessen sein soll. Er erklärt den Aposteln, dass der Erste der Letzte sein soll, der Diener aller. Jesus teilt mit ihnen göttliche Weisheit, bei der ein Anführer kein despotischer Herrscher sein soll, sondern ein Versorger und Bediener. Dann lenkt er die Aufmerksamkeit auf ein Kind, denn dieses ist rechtlich gesehen ganz gering angesehen. Wer Kinder annimmt (das griechische Wort δέχομαι heißt nicht nur empfangen im Sinne von Kinder bekommen, sondern auch jemandem Gehör schenken und achten), nimmt Christus auf. Denn das Annehmen der Kinder ist ein Ausdruck von Demut. Die Apostel sind also die Größten, wenn sie Gott fürchten durch den Dienst an den Geringsten. Wer also demütig eingestellt ist – mit einem Blick und Ohr für die Geringsten, der ist von allen der Größte. Das gilt auch uns. Ist unser Denken von Schlichtheit geprägt? Streben wir nach Macht oder fragen wir uns, wie wir uns in den Dienst stellen können? Begreifen wir, dass wir bei allem, was wir in der Kirche tun, von Gott angesehen werden? Haben wir Gottesfurcht? Können wir vor ihm auf die Knie fallen?

Ihre Magstrauss

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