11. Dezember: Damasus I.

Heute ist eigentlich Sonntag, aber sonst feiern wir am 11. Dezember den Gedenktag des hl. Papstes Damasus I., der von 305 bis 384 in Rom gelebt und gewirkt hat. Sein Vater war spanischstämmiger Diakon oder Bischof. Damasus selbst wurde Diakon unter dem römischen Bischof Liberius, der den Arianismus ablehnte und dafür durch Kaiser Kontantius II. ins Exil geschickt wurde. Damasus begleitete ihn zurück und wurde nach dessen Tod sein Nachfolger. Er gerät in schlimme Unruhen aufgrund der Auseinandersetzungen mit dem Arianismus, eine sehr verbreiteten und hartnäckigen Irrlehre. Er musste schwer leiden und wurde 377 zum Beispiel des Mordes beschuldigt. 378 hat ihn die Synode von Rom gottseidank freigesprochen. Mutig beteiligte er sich an kirchenpolitischen Aktivitäten, den Arianismus zu bekämpfen, und bewies immer mehr sein diplomatisches Talent. Der Kaiser unterstützte Damasus bei der Durchführung kirchlicher Prozesse und seiner Gerichtshoheit über die Kirche des Westens. Damasus‘ Briefe an gallische Bischöfe haben bereits dir Form eines Dekrets. Als das 1. Konzil von Konstantinopel 381 dem Bischof von Konstantinopel einen Ehrenprimat zusprach, erklärte Damasus 382 auf einer Synode in Rom die Beauftragung des Petrus in Mt 16,18; so entstand ein wichtiger Beleg für den Primat des Petrus. Seitdem und bis heute trägt der Bischofssitz von Rom den offiziellen Titel Sedes apostolicaapostolischer Stuhl. Damasus verdanken wir eine allein gültige lateinische Übersetzung der Bibel, die Vulgata, wofür er den hl. Hieronymus beauftragte. Damasus erließ auch ein Dekret zum frühchristlichen Zölibat als Enthaltsamkeitspflicht in allen Lebensständen, weshalb er verheiratete Priester zur Enthaltsamkeit aufrief. Damasus verdanken wir viele kirchliche Bauten in Rom, darunter wohl auch um 380 in seinem Haus die von ihm Laurentius geweihte und heute auch dessen und Damasus‘ Namen tragende Basilika San Lorenzo in Damaso, und besonders ließ er die Gedenkstätten der Märtyrer ausbauen, so die Katakomben des Sebastian mit dem Bau der Platonia. 59 Inschriften an kirchlichen Stätten wurden von ihm selbst verfasst. Damasus wurde in den Katakomben von Marcus und Marcellinus bestattet. Er ist Patron gegen Fieber.

Papst Damasus war ein richtiger Hirte, der die Herde sicher durch das Tal des Todes führte. In Zeiten geistiger Verwirrung sorgte er dafür, dass die Kirche nicht überwältigt wurde von den Pforten der Unterwelt. Er hat mitgeholfen dass das Gift des Arianismus ausgemerzt wurde. Er bemühte sich in allem, Irrlehren und ungesunde Entwicklungen zu beenden und die Kirche stets in eine geistliche Erneuerung zu bringen. Für seinen Gedenktag ist folgendes Evangelium vorgesehen:

Joh 15
9 Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! 

10 Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. 
11 Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. 
12 Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. 
13 Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. 
14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. 
15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. 
16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. 
17 Dies trage ich euch auf, dass ihr einander liebt. 

Den heutigen Abschnitt aus dem Johannesevangelium entnehmen wir der langen Abschiedsrede Jesu. Jesus gab seinen Jüngern wichtige Gedanken als Testament mit, bevor er sich ins Leiden und in den Tod begab. Insofern passt es perfekt zum heutigen Heiligen, der Nachfolger des Apostels Petrus war.
„Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt.“ Es geht immer zuerst um das Geliebtsein. Jesus ist zuerst vom Vater geliebt und liebt aus dieser Liebe heraus seine Apostel. Diese sollen aus dem zuerst Geliebtsein durch Christus wiederum lieben – einander und die Menschen, zu denen sie dann später gesandt werden. Jesus hat ihnen gezeigt, wie Liebe funktioniert – wie das maßlose Maß an Hingabe konkret aussieht. Jesus weiß, dass er bald von ihnen gehen muss. Deshalb ruft er sie dazu auf, in seiner Liebe zu bleiben.
Dann erklärt er, was das konkret heißt: Es geht darum, den Willen Gottes zu tun. So wie Jesus den Aposteln seinen Gehorsam gegenüber den Vater vorgelebt hat, so sollen die Apostel im Gehorsam gegenüber Jesus Christus leben. Die Gebote Gottes zu halten ist dabei der Ausdruck ihrer Liebe. Und wenn man die Gebote Gottes hält, bleibt man in seiner Liebe. Wir denken an die moralische Bedeutung dieser Worte: In Gottes Liebe bleiben, ist dann das Bleiben im Stand der Gnade.
Das Bleiben in Gottes Liebe/im Stand der Gnade ist es, was den Menschen mit Freude erfüllt. Freude wiederum ist eine Frucht des Hl. Geistes. Wer also in seinem Leben froh sein möchte, muss alles tun, um in der Liebe Gottes zu bleiben. Sie ist wie Licht und Wasser für die Pflanze. Ohne beides geht sie ein.
Jesus gebietet seinen Jüngern, einander zu lieben. So bleiben sie in Gottes Liebe. Das Doppelgebot der Liebe ist der rote Faden aller Gebote Gottes, die sie zu halten haben.
Jesus erklärt auch genauer, wie die gegenseitige Liebe konkret aussieht: Es geht um die gegenseitige Hingabe bis hin zum eigenen Leben. Wir sollen füreinander sterben, so wie die Jünger damals. Wenn wir den anderen retten können durch unseren eigenen Tod, sterben wir füreinander, aber auch wenn wir immer mehr ein Stück selbst absterben, das heißt unser Ego, unsere Lebenszeit, unsere Kraft und unser eigener Wille. Wenn wir all diese Güter für den anderen hingeben, dann ist das unser Ausdruck von Liebe. Es geht um das Verschenken des eigenen Lebens.
Auch dies hat Jesus absolut vorgelebt, indem er für uns alle Menschen, die er zu seinen Freunden machen möchte, am Kreuz gestorben ist. Er hat unser aller Leben gerettet, denn durch seine Erlösung haben wir wieder eine Chance auf den Himmel.
Freunde Gottes werden wir dadurch, dass wir Gottes Gebote halten. Mit der Taufe sind wir zu seiner Familie geworden, aber dies zieht auch ein Leben nach den Geboten Gottes nach sich.
Freunde haben es an sich, dass sie keine Geheimnisse voreinander haben. Jesus hat seine Jünger nicht im Dunkeln gelassen, sondern alles offenbart, auch wenn sie noch nicht alles verstanden haben. Für den Rest kündigte Jesus ihnen den Hl. Geist an, der sie in alle Wahrheit einführen würde – nichts Neues, sondern das bessere Verständnis seiner vollständigen Offenbarung.
Gott hat uns dazu berufen, fruchtbar zu sein. So wie er bei der ersten Schöpfung einen Bund mit Adam und Eva geschlossen und sie zur Fruchtbarkeit berufen hat, so werden auch wir, die wir Teil der neuen Schöpfung sind und mit Gott den neuen Bund schließen, zur Fruchtbarkeit berufen. Diese ist nun nicht mehr nur biologisch zu verstehen, sondern vom neuen Bund her geistig. Die Apostel haben sich biologisch freiwillig zur Unfruchtbarkeit entschieden, als sie Jesus nachgefolgt sind. Sie haben ihre Familien zurückgelassen und keine Kinder mehr gezeugt, weil sie ihre Fruchtbarkeit auf die geistige Ebene verlagert haben. Dies meint Jesus hier. Die Fruchtbarkeit ist mit der Mission zu verbinden, die die Apostel weltweit vorgenommen haben.
Jesus schließt das heutige Evangelium mit der wiederholten Aufforderung zur Nächstenliebe. Diese werden sie nicht nur untereinander ausüben, sondern auch an all den Menschen, denen sie ihre Lebenszeit, Kraft und jegliche andere Ressourcen schenken werden bei all den Missionsreisen. Sie haben sich wahrhaft verschenkt – außer Johannes der Evangelist haben alle den Märtyrertod erlitten und so ihr Leben ganz hingegeben.

Der heutige Heilige hat wirklich alles getan, um in der Liebe zu bleiben. Er hat die ihm Anvertrauten geführt und alles daran gesetzt, dass sie die Liebe nicht verlieren. In den Abschiedsreden heißt es ja, dass Liebe und Erkenntnis zusammengehören. Ein großer Teil seiner Zeitgenossen hat Christus nicht erkannt, indem sie als Arianer dessen Gottheit geleugnet haben. Damasus hielt auch jene dazu an, ganz in dieser geistigen Fruchtbarkeit zu leben, die Jesus vorgegeben hat, die Geistlichen seiner Zeit, auf dass sie den Zölibat nicht verraten. Damasus ist fruchtbar gewesen in vielerlei Hinsicht. Gebe uns Gott auf seine Fürsprache ebenfalls die Gnade, so fruchtbar in dieser Welt zu wirken und unsere Spuren zu hinterlassen!

Hl. Damasus, bitte für uns!

Ihre Magstrauss

Ein Kommentar zu „11. Dezember: Damasus I.

  1. Liebe Margarete,

    vielen und herzlichen Dank für Deine ausführliche Beschreibung des heiligen Damasus. Mit seiner, trotz erheblicher Widerstände standhaften Glaubenstreue ist er ein leuchtendes Vorbild für uns Rom nahestehende Katholiken, vor dem Hintergrund der vom „synodalen Weg“ verbreiteten Irrlehren auch und gerade für uns in 》Maria 1.0《.

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