Heute möchte ich mich einem Heiligen und Märtyrer widmen, der wohl weniger bekannt sein dürfte – ein chinesischer Katechumene aus dem 20. Jh. namens Zhang Huailu. Er wurde 1843 in einem Dorf namens Zhugedian im Kreis Hengshui in der Provinz Hebei geboren. In dem Dorf gab es eine Missionsstation und sechs oder sieben katholische Familien. Die Familie von Zhang Huailu war gegen seinen Wunsch, Christ zu werden. Sie taten alles, um ihn davon abzuhalten. Trotzdem begann er im Jahr 1900, mit 57 Jahren, den Katechismusunterricht zu besuchen. Da er jedoch ein schlechtes Gedächtnis hatte, hatte er Schwierigkeiten, die Gebete zu lernen. Er konnte auch weder lesen noch schreiben. Während des Boxeraufstands, einem bewaffneten Konflikt zwischen den chinesisch-nationalistischen Yihetuan und westlichen Großmächten, kam es in China zu einer Verfolgung von Christen. Im Juni desselben Jahres beschlossen lokale Kriminelle, von dem Aufstand zu profitieren, und erpressten Katholiken, indem sie Tribut forderten. Auch Zhang Huailu zahlte seinen Anteil als Katechumene. Der erkaufte Frieden währte nicht lange. Am 9. Juli 1900 kam eine Gruppe von Aufständischen in das Dorf und suchte nach Katholiken, um sie zu töten. Nachdem sie gewarnt worden waren, verließen die Christen das Dorf. Da Zhang Huailu alt und langsam war, wurde er gefasst und zurückgebracht. Ihm wurde angeboten, ein Lösegeld für seine Freiheit zu zahlen. Die Verbrecher, die das Geld bereits eingesammelt hatten, erklärten den Aufständischen, dass Zhang Huailu nicht einmal katholische Gebete sprechen könne und daher kein Christ sei, weshalb er freigelassen werden sollte. Doch Zhang Huailu fragte: Wenn ich kein Katholik bin, warum haben Sie dann Geld von mir genommen, um meine Freiheit zu gewährleisten? Dies überzeugte den Kommandanten der Aufständischen, dass er es mit einem Christen zu tun hatte. Er schlug ihn zu Boden und hieb ihm den Kopf ab. Zhang Huailu wurde am 17. April 1955 von Papst Pius XII. selig- und am 1. Oktober 2000 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen, zusammen mit einer Gruppe von 120 chinesischen Märtyrern.
Diese Geschichte ist eine von vielen derselben Art. Wie viele Menschen haben sich auf den Weg gemacht, sich taufen zu lassen, und erlitten schon zuvor das Martyrium! Wie oft kamen sie brutal zu Tode und wie tapfer standen sie für Christus ein, den sich in der Taufe anzunehmen bereit waren! Möge das Blut, das sie alle vergossen haben, zum Nährboden für einen Aufbruch im Glauben und für die Erneuerung der Kirche sein! Auch heutzutage werden in China viele Christen verfolgt. Beten wir für unsere bedrängten Glaubensgeschwister!
Hier kommen Sie zu den Tageslesungen: https://magstrauss.com/2021/06/26/samstag-der-12-woche-im-jahreskreis-2/
Ihre Magstrauss
