Donnerstag der dritten Adventswoche (A)

Ri 13,2-7.24-25a; Ps 71,3-6.16-17; Lk 1,5-25

Ri 13
2 Es war ein Mann aus Zora, aus der Sippe der Daniter, namens Manoach; seine Frau war unfruchtbar und hatte nicht geboren. 
3 Der Engel des HERRN erschien der Frau und sagte zu ihr: Siehe, du bist unfruchtbar und hast nicht geboren; aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. 
4 Und jetzt nimm dich in Acht und trink weder Wein noch Bier und iss nichts Unreines! 
5 Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Es darf kein Schermesser an seinen Kopf kommen; denn der Knabe wird vom Mutterleib an ein Gott geweihter Nasiräer sein. Er wird damit beginnen, Israel aus der Hand der Philister zu retten. 
6 Die Frau ging und sagte zu ihrem Mann: Der Gottesmann ist zu mir gekommen; er sah aus, wie der Engel Gottes aussieht, überaus Furcht erregend. Ich habe ihn nicht gefragt, woher er kam, und er hat mir auch seinen Namen nicht genannt. 
7 Er sagte zu mir: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Und von jetzt an trink keinen Wein und kein Bier und iss nichts Unreines; denn der Knabe wird vom Mutterleib an ein Gott geweihter Nasiräer sein, bis zum Tag seines Todes.
24 Die Frau gebar einen Sohn und nannte ihn Simson; der Knabe wuchs heran und der HERR segnete ihn.
25 Dann aber begann der Geist des HERRN, ihn umherzutreiben im Lager Dans zwischen Zora und Eschtaol.

In der heutigen Lesung hören wir von einem Ehepaar, das keine Kinder geboren hat. Dies passiert oft bei auserwählten Familien, an denen Gott seine Heilstaten zeigen will. Kinderreichtum bedeutete im Alten Israel Segen, weshalb die Kinderlosigkeit zum Indikator der Gottverlassenheit und des Fluchs wurde. Um Manoach und seine Frau vom Gegenteil zu überzeugen, sendet Gott seinen Engel zu ihnen, um seinen Heilsplan bekannt zu machen: Wozu die beiden biologisch nicht imstande waren, wollte Gott auf übernatürliche Weise realisieren – ein Kind. Es ist auserwählt, weshalb es auf übernatürliche Weise entsteht. So ist es bei vielen auserwählten Menschen im AT und umso mehr im NT, wie wir noch sehen werden. Es soll im Nasiräat leben. Dabei handelt es sich um ein lebenslanges Gelübde. In späterer Zeit wird man ein Nasiräergelübde auch zeitweise ablegen können, hier ist es ein dauerhaftes. Die genauen Bestimmungen sind in Num 6 grundgelegt und werden auch hier zur Sprache gebracht: In diesem Gelübde soll man sich weder die Haare noch den Bart abschneiden, sich des Alkohols sowie Traubenprodukten enthalten und jeglichen Toten fernbleiben, selbst bei angehörigen Verstorbenen.
Gott hat einen besonderen Plan mit diesem verheißenen Kind. Es soll Israel von den Philistern befreien.
Das dann tatsächlich geborene Kind wird Simson genannt (hebr. שִׁמְשׁוֹן, im Griechischen jedoch Σαμψων Samson). Die Übersetzung des Namens ist die Verniedlichung des Wortes für Sonne שֶׁמֶשׁׁ schemesch. Er ist ein Sönnchen für die Eltern, die nach langer Zeit der Kinderlosigkeit einen Sohn bekommen. Ein Sönnchen ist dieser Simson aber auch für den HERRN, der ihn segnet und ihm seinen Geist verleiht. Dieser treibt ihn umher und wird ihm auch im weiteren Verlauf der Geschichte eingeben, was er tun und sagen soll.
Wir erkennen viele Aspekte an dieser Erzählung bei anderen auserwählten Personen des AT wie Samuel, Isaak und den Söhnen Jakobs. Gott möchte durch sie dem Volk Israel Heil gewähren. In diesem Fall geht es um die Befreiung aus der Hand der Philister.
Im NT wird sich dies fortsetzen. Von außerbiblischen Schriften wissen wir, dass die Eltern Mariens zunächst auch keine Kinder bekommen können und dann mit Maria beschenkt werden. Dies ist heilsgeschichtlich entscheidend, da sie auf übernatürliche Weise empfangen werden musste als Verschonte vom Fluch der Erbsünde. Durch sie sollte Gott selbst in die Welt eingehen. Auch Johannes der Täufer, der Jesus direkt vorausgeht, ist überraschend gekommen, da seine Eltern keine Kinder haben konnten. Er soll den Messias ankündigen und der größte aller Propheten werden. Die übernatürliche Zeugung eines Kindes erreicht mit Jesus dann seinen Höhepunkt. Gott greift nicht nur in die Biologie unterstützend ein, wo zwei Menschen sich verbinden, sondern Gott wird selbst zum Zeugenden! Hier wird eine neue übernatürliche Dimension erreicht und zeigt, dass Jesus kategorisch anders ist als Isaak, Samuel, Simson oder Johannes der Täufer. Er ist selbst Gott.

Ps 71
3 Sei mir ein schützender Fels, zu dem ich allzeit kommen darf! Du hast geboten, mich zu retten, denn du bist mein Fels und meine Festung. 
4 Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers, aus der Faust des Bedrückers und Schurken! 
5 Denn du bist meine Hoffnung, Herr und GOTT, meine Zuversicht von Jugend auf. 
6 Vom Mutterleib an habe ich mich auf dich gestützt, aus dem Schoß meiner Mutter hast du mich entbunden, dir gilt mein Lobpreis allezeit.
16 Ich komme wegen der Machttaten GOTTES, des Herrn, an deine Gerechtigkeit allein will ich erinnern. 
17 Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf und bis heute verkünde ich deine Wunder.

Der heutige Psalm ist ein Bittpsalm, bei dem Gott um Schutz und Rettung gebeten wird. Das Wortfeld „retten“ wird auch hier wiederum mit der hebräischen Wurzel ישׁע ausgedrückt wie der Name Jesu. Dieser Psalm umfasst die Bitte um die Befreiung des Volkes aus der Hand des Feindes. Das Volk schreit um Erlösung und Gott ist so barmherzig, dass er sein Schreien hört. Obwohl die Propheten erklären, dass die Zeiten der Fremdherrschaft Konsequenz ihrer eigenen Sünden, vor allem ihres Götzendienstes sind. Und doch lässt Gott seine untreue Braut nicht im Stich, sondern sendet ihr Menschen wie Simson, die die Feinde besiegen. Letztendlich sind solch heilsgeschichtliche Gestalten Gottes Antwort auf die Bitten des Volkes. Gott selbst vollbringt hier seine göttlichen Heilstaten.
Für Bittpsalmen ist bezeichnend, dass der Beter die Gründe aufzählt, weshalb Gott helfen soll, besonders auch die vergangenen Heilstaten. „Vom Mutterleib an habe ich mich auf dich gestützt“ zeigt, dass der Beter um Gottes Beistand ruft, weil er seine Gebote befolgt. Wir denken auch hier wieder an Simson, der von Geburt an ein gottgeweihter Mensch war und somit einen besonderen Bezug zu ihm hatte. Wir denken auch an König David, dem wir diesen Psalm zuschreiben und der von Anfang an in der Gunst Gottes stand. Dass wir im Stand der Gnade alles von Gott erbitten dürfen, wird uns später auch Jesus erklären (als Rebe am Weinstock, dem Bild für diesen Stand der Gnade): Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten (Joh 15,7).
Unser Auftrag ist es, Gottes große Taten zu verkünden, wie es der Psalm auch sagt. Er ist es, der uns alles lehrt und dem wir unser Leben lang zurückgeben sollen, nicht aus Zwang, sondern aus Liebe.

Lk 1
5 Es gab in den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, einen Priester namens Zacharias, der zur Abteilung des Abija gehörte. Seine Frau stammte aus dem Geschlecht Aarons; ihr Name war Elisabet. 
6 Beide lebten gerecht vor Gott und wandelten untadelig nach allen Geboten und Vorschriften des Herrn. 
7 Sie hatten keine Kinder, denn Elisabet war unfruchtbar und beide waren schon in vorgerücktem Alter. 
8 Es geschah aber, als seine Abteilung wieder an der Reihe war und er den priesterlichen Dienst vor Gott verrichtete, 
9 da traf ihn, wie nach der Priesterordnung üblich, das Los, in den Tempel des Herrn hineinzugehen und das Rauchopfer darzubringen.
10 Während er nun zur festgelegten Zeit das Rauchopfer darbrachte, stand das ganze Volk draußen und betete. 
11 Da erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars. 
12 Als Zacharias ihn sah, erschrak er und es befiel ihn Furcht. 
13 Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben. 
14 Du wirst dich freuen und jubeln und viele werden sich über seine Geburt freuen. 
15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und berauschende Getränke wird er nicht trinken und schon vom Mutterleib an wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein. 
16 Viele Kinder Israels wird er zum Herrn, ihrem Gott, hinwenden. 
17 Er wird ihm mit dem Geist und mit der Kraft des Elija vorangehen, um die Herzen der Väter den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zu gerechter Gesinnung zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen. 
18 Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin ein alter Mann und auch meine Frau ist in vorgerücktem Alter. 
19 Der Engel erwiderte ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. 
20 Und siehe, du sollst stumm sein und nicht mehr reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschieht, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen, wenn die Zeit dafür da ist. 
21 Inzwischen wartete das Volk auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. 
22 Als er dann herauskam, konnte er nicht mit ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen nur Zeichen und blieb stumm. 
23 Als die Tage seines Dienstes zu Ende waren, kehrte er nach Hause zurück. 
24 Bald darauf wurde seine Frau Elisabet schwanger und lebte fünf Monate lang zurückgezogen. Sie sagte: 
25 Der Herr hat mir geholfen; er hat in diesen Tagen gnädig auf mich geschaut und mich von der Schmach befreit, mit der ich unter den Menschen beladen war.

Wie beim Psalm bereits gesagt: Gott erhört sein auserwähltes Volk. Das Schreien um die Befreiung aus der Hand des Feindes nimmt eine neue Wendung. Wir sind im Begriff, uns liturgisch auf die größte Befreiungsaktion aller Zeiten vorzubereiten – auf die Erlösung Jesu Christi. Im Moment des heutigen Evangeliums steht dies noch aus. Gott erwählt sich wiederum ein Ehepaar und lässt dessen Kinderlosigkeit zu. In diesem Fall ist es so, wie später Jesus immer wieder sagen wird: Menschen leiden nicht nur als Konsequenz ihrer Sünde, sondern manchmal auch, weil sie zu Werkzeugen der Offenbarung Gottes werden. Die heutige Perikope beschreibt, dass sowohl der Priester Zacharias als auch seine Frau Elisabet gerechte Menschen sind, die die Gebote Gottes befolgen.
Als Zacharias seinen priesterlichen Dienst im Tempel ausführt, hat er eine Engelserscheinung, in der ihm die Geburt eines Sohnes offenbart wird. Dieser Sohn ist eine Gebetserhörung Gottes und er soll ihn Johannes nennen. Interessant ist in dem Kontext, dass Zacharias Angst bekommt, als er den Engel sieht. Das ist ein Gegenbeispiel zur Muttergottes, die nicht vor dem Engel erschrickt, sondern vor dessen Anrede. Hier merken wir, dass Zacharias ein gewöhnlicher Mensch ist, wenn auch ein auserwählter.
Johannes‘ Leben und Berufung ist analog bzw. typologisch zu der des Simson zu betrachten. Auch er wird sich des Alkohols enthalten und vom Hl. Geist erfüllt sein. Ob auch er im Nasiräat leben wird, wird hier offen gelassen. Es ist eher von der asketischen Lebensweise der Essener auszugehen, denen er nahestehen wird. Der Alkoholverzicht ist wichtig für sein prophetisches Wirken. Er wird das Kommen des Messias ankündigen und dabei zur Buße und zur Wachsamkeit aufrufen. Alkoholrausch ist das Gegenteil von dem Kern seiner späteren Verkündigung. Wie Gott von seinen Propheten auch schon im AT verlangt er eine Lebensweise von seinen Berufenen, die zu deren Verkündigung kongruent ist und deren Botschaft noch unterstreicht. Wenn Johannes‘ Botschaft die nüchterne Erwartung des Messias ist, muss er selbst nüchtern leben. Und gerade durch diesen Lebensstil wird er die „Kinder Israels“ zu Gott bringen. Aus seiner Verkündigung tritt eine regelrechte Volksbewegung los, die sogar die religiöse Elite kommen lässt.
Schon der Erzengel Gabriel erklärt dem schriftkundigen Priester Zacharias, dass sein Sohn der wiederkommende Elija sein wird, den die Juden erwarteten.
Johannes wird viele Menschen bekehren und so für den Messias bereit machen.
Dann geschieht etwas Verheerendes. Zacharias glaubt dem Engel nicht ganz bzw. will einen Beweis für dessen Worte. Da schickt Gott schon einen seiner größten Engel, die in Gottes Angesicht wohnen, zu diesem einfachen Mann, um ihm diese wunderbare Freudenbotschaft zu überbringen und er braucht noch einen Beweis. Aus dem Grund wird er mit einer Stummheit belegt, bis Johannes geboren wird.
Die Verheißung erfüllt sich bald und seine Frau erwartet ein Kind. Sie preist Gott für diese Schwangerschaft, weil sie von der „Schmach befreit“ wurde, die sie durch die Gesellschaft erlitt. Kinderlosigkeit wurde wie gesagt als Konsequenz der eigenen Sünde, als Fluch und Gottverlassenheit bewertet. Dies war ja keineswegs der Fall, sondern das Ehepaar war gerecht. Umso schmerzvoller muss die Verurteilung durch die Mitmenschen gewesen sein. Damit machen sie nur einen Bruchteil von dem durch, was Jesus in seinem Leiden und Tod erfahren musste: Er war wirklich derjenige, der ganz ohne Schuld war und doch behandelt wurde wie der schlimmste Verbrecher.
Die vermeintliche Krise der beiden hat sich als Vorbereitung auf eine große Gnade erwiesen. So ist es auch mit uns. In unserem Leben erleben auch wir Krisen, bei denen wir uns fragen: „Was habe ich falsch gemacht, dass du das zulässt, oh Herr?“ Und dabei ist das die falsche Frage. Gott lässt manchmal auch schmerzhafte Dinge zu, weil wir entweder die Konsequenzen unserer schlechten Entscheidungen tragen müssen oder weil er uns prüfen will. Und manchmal ist es wie auch in den Lesungen des heutigen Tages die Vorbereitung auf eine ganz große Gnade. So wie eine Frau bei der Geburt die heftigsten Schmerzen aushalten muss, die es gibt und die Freude über das neue Leben umso größer ist, so leidet der Mensch manchmal im Vorfeld eines großen Segens von Gott.
Entscheidend ist dabei, wie wir damit umgehen. Stellen wir Gott infrage wie Zacharias? Oder können wir Gott ganz vertrauen wie die Muttergottes, auch wenn die Umstände aussichtslos erscheinen?

Gott lässt die Kinderlosigkeit und die dann unerwartete Zeugung eines Kindes meistens da zu, wo Menschen ihm geweiht werden sollen. Interessant ist, dass die erlittene Unfruchtbarkeit der Eltern sich in eine überdimensionale Fruchtbarkeit geistiger Art wandelt. Johannes führt so viele Menschen zur Umkehr, dass sie Christus erwarten können und in ihm neugeboren werden können. Er lässt die geistige Familie so unglaublich groß werden. Maria, die in einem lebenslangen Jungfräulichkeitsgelübde lebt und somit biologisch eigentlich nie fruchtbar werden wird, wird zur Mutter aller Menschen. Ihre geistige Mutterschaft übertrifft die Fruchtbarkeit biologischer Mütter um ein unendlich Vielfaches. Das Leiden ihrer Eltern über die Kinderlosigkeit ist zur eschatologischen Freude des Himmels geworden.

Beten wir heute darum, dass auch wir Frucht bringen – nicht nur biologisch, sondern gerade auch geistlich. Schauen wir uns etwas von Johannes dem Täufer ab, der so viele Menschen durch sein beispielhaftes Leben und durch seine brennende Verkündigung zu Jesus geführt hat. Helfen wir mit an der geistigen Fruchtbarkeit der Kirche als eine einzige geistige Familie!

Ihre Magstrauss

Dritter Adventssonntag (A)

Jes 35,1-6.10; Ps 146,6-10; Jak 5,7-10; Mt 11,2-11

Liebe Freunde, wir feiern an diesem Sonntag Gaudete, „Freuet euch!“ Am dritten Adventssonntag sind wir voller Vorfreude auf Weihnachten und das vermitteln auch die Lesungen. Gleichzeitig freuen wir uns über die Barmherzigkeit, die der Herr uns schon erwiesen hat, und auf das zweite Kommen unseres Herrn als erhöhter Menschensohn.

Jes 35
1 Jubeln werden die Wüste und das trockene Land, jauchzen wird die Steppe und blühen wie die Lilie. 
2 Sie wird prächtig blühen und sie wird jauchzen, ja jauchzen und frohlocken. Die Herrlichkeit des Libanon wurde ihr gegeben, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon. Sie werden die Herrlichkeit des HERRN sehen, die Pracht unseres Gottes. 
3 Stärkt die schlaffen Hände und festigt die wankenden Knie! 
4 Sagt den Verzagten: Seid stark, fürchtet euch nicht! Seht, euer Gott! Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes! Er selbst kommt und wird euch retten. 
5 Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben werden geöffnet. 
6 Dann springt der Lahme wie ein Hirsch und die Zunge des Stummen frohlockt, denn in der Wüste sind Wasser hervorgebrochen und Flüsse in der Steppe. 
10 Die vom HERRN Befreiten kehren zurück und kommen zum Zion mit Frohlocken. Ewige Freude ist auf ihren Häuptern, Jubel und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen.

Jesajas Worte sind heute wieder sehr tröstlich und lassen das Herz höher schlagen. Es sind auch wieder markante messianische Verheißungen, deren Aussagekraft sich vor allem im Evangelium erfüllen wird. „Jubeln werden die Wüste und das trockene Land, jauchzen wird die Steppe und blühen wie die Lilie.“ Was hier umschrieben wird, ist das Hineinkommen von Leben inmitten des Todes. Das ist bereits sehr messianisch und der Inbegriff der Erlösung: aus dem Tod ins Leben kommen. Es ist dabei bemerkenswert, wie immer wieder die Wüste zum Ort der Gottesbegegnung wird. Gottes Methodik, den Menschen seinen Plan zu offenbaren, umfasst selbst die Orte, an denen er sich offenbart. So ist Gottes Schule. Es ist also keinesfalls zufällig, dass dann auch Johannes der Täufer in der Wüste das Kommen des Gottesreiches ankündigt.
Wenn die Rede davon ist, dass es mitten in der Wüste zum Blühen kommt, liegt es daran, dass dort die Begegnung mit Gott stattfindet: weil die Israeliten „die Herrlichkeit des HERRN sehen“ werden.
„Er selbst kommt“ muss man wirklich wörtlich nehmen. Gott ist schon unterwegs. Er wird nicht einfach irgendwann sein – deshalb heißt es auch in der Offb in der Dreizeitenformel auch nicht „er, der war, der ist und der sein wird“, sondern „er war, er ist und er kommt“. Gott ist schon auf dem Weg zu uns! Dieses Kommen verbinden wir mit dem Messias Jesus, der in die Welt gekommen ist und unter uns gelebt hat. Gott kommt auch heute zu uns, wenn wir die Sakramente feiern, v.a. in der Eucharistie. Jesus kommt physisch zu uns, wie er auch damals leibhaftig unter uns war. Wir sehen ihn nur nicht mehr in der Gestalt des Menschen, sondern von Brot und Wein. Solange es die Kirche gibt, kommt Gott physisch zu uns. Deshalb brauchen wir die Priester. Ohne sie kann es keine Eucharistie geben. Gott kommt in unser Herz, wenn wir ihn in der Kommunion empfangen. Er vereinigt sich mit unserer Seele. Gott ist immer bei uns, wie er es Mose im Dornbusch versprochen hat, als er sich selbst als Jahwe „ich bin der ich bin/ich bin der ich werde sein“ vorgestellt hat (das hebräische Wort ist sowohl als Gegenwarts- als auch als Zukunftsform übersetzbar). Es macht deshalb auch absolut Sinn, dass der Messias mit dem Namen „Immanuel“ angekündigt wurde, „Gott mit uns“. Vater und Sohn sind eins. Gott wird auch zu uns kommen am Ende der Zeiten. Der verherrlichte Menschensohn wird so kommen, dass alle es sehen werden. Das wird ein endgültiges Kommen sein, bei dem Gott ewig in unserer Mitte sein wird im himmlischen Jerusalem.
Weil Gott wiederkommen wird – wir nennen das Parusie -, sind wir in einem nachösterlichen Zustand der Erwartung, in einem zweiten Advent. Dies bedenken wir immer mit, wenn wir liturgisch Advent feiern. Wir gehen nicht nur auf das liturgische Weihnachtsfest zu, sondern darüber hinaus auf die endzeitliche Wiederkunft Christi.
Weiter heißt es bei Jesaja, dass Gott uns retten wird. Auch hier haben wir im Hebräischen wieder dieselbe Wurzel wie im Namen Jesu. Umso mehr handelt es sich um einen messianischen Code, wenn Gott selbst kommt, um uns zu retten. Jesus ist Gott selbst und das verstehen wir durch Jesaja!
Diese Rettung wird sich anhand von den markanten messianischen Heilstaten zeigen: Blinde sehen, Taube hören, Stumme reden, Lahme gehen. Diese vier Taten werden uns nachher noch einmal beschäftigen.
Wenn in der Wüste dann Wasser hervorgebrochen sind und Flüsse in der Steppe, dann ist das nicht nur ein Zeichen der Gegenwart Gottes, sondern vor allem des Hl. Geistes. Wir interpretieren dieses Wasser dann nämlich als das lebendige Wasser. Die Wasser in der Wüste sind schon hervorgebrochen. Das hebräische Verb נִבְקְע֤וּ  nivke’u ist als Vergangenheitsform zu übersetzen. Gott hat seinen Hl. Geist auch schon vor dem Kommen des Messias und vor dem Pfingstfest in die Welt gesandt. Vereinzelte Personen wie die Propheten sind mit dem Hl. Geist begabt worden. Mit dem Pfingstereignis kam der Hl. Geist aber noch einmal auf eine viel umfassendere Weise, und dies für jeden, der ihn annimmt.
Wo hier die Einheitsübersetzung „die Befreiten“ übersetzt, muss es eigentlich wörtlich heißen „die Freigekauften“. Dies ist klassische Erlösungsterminologie! Sie erscheint dort, wo es um die Erlösung der Menschheit geht, insbesondere im NT (1 Kor 6; 7; 2 Petr 2; Offb 5). Hier ist der Freikauf zunächst historisch auf das Volk Israel zu beziehen, das nach dem Exil endlich zurückkehren darf und gerade Jerusalem mit dem Tempel wieder aufbauen darf, um dem Herrn zu opfern. Über dieses einmalige historische Ereignis hinaus bezieht es sich auf die Losgekauften durch Jesus Christus. Er hat uns vom Fluch der Erbsünde befreit, indem er für uns gestorben und auferstanden ist. „Zion“ ist dann das Reich Gottes, dass Jesus verkündet hat und dessen Mitte er selbst ist. In seiner Nachfolge ist Zion seine Braut, die Kirche, in der er lebt und wirkt. Die Menschen, die durch die kirchliche Verkündigung zum Glauben an Christus kommen und sich taufen lassen, sind die Losgekauften, die zum Zion zurückkehren. Das betrifft auch jeden einzelnen Menschen, der aus der Knechtschaft der Sünde v.a. durch die Beichte befreit wird und zum Zion, dem Stand der Gnade, zurückkehren darf. Schließlich meint es die Losgekauften von den Leiden der Welt, die das ewige Leben bei Gott haben dürfen. Zion meint in diesem Sinne den Himmel, das offenbar gewordene Reich Gottes.
„Ewige Freude ist auf ihren Häuptern“. Durch den Begriff der Ewigkeit handelt es sich hier um eine v.a. anagogische Aussage. Bleibende Freude ist immer nur bei Gott, irdische Freude ist vorübergehend. Wir dürfen auf Erden jedoch auch schon eine dauerhafte Freude genießen, wo sie vom Hl. Geist als Frucht gegeben wird. Diese wird sich am Ende der Zeiten aber noch vollenden. Historisch gesehen handelt es sich um ein Stilmittel, die Freude der Israeliten über die Rückkehr zum verheißenen Land und in die Hl. Stadt Jerusalem zu verdeutlichen. Für Jesus war es eine große Freude, zu Menschen sagen zu können: „Deine Sünden sind dir vergeben. Geh und sündige nicht mehr!“ Es ist eine große Freude für Gott, wenn jemand zu ihm findet. Jesus hat dies durch unzählige Gleichnisse immer wieder gesagt, vor allem im Gleichnis vom verlorenen Sohn. Der Vater veranstaltet ein großes Fest, weil sein Sohn wieder lebt. Auch die Kirche freut sich über jeden Bekehrten. Sie ist eine einzige Familie, die unter jeder Sünde leidet. Sie leidet, wenn es einem einzigen Mitglied nicht gut geht. Umso mehr ist es ein Grund zur Freude, wenn es zu einer Versöhnung mit Gott in der Beichte kommt – und mit der Gemeinschaft der Heiligen! Das geschieht nämlich beides gleichermaßen durch das Beichtsakrament. Im Anschluss an diese Versöhnung feiert auch sie ein großes Fest, die Eucharistie! Nicht umsonst wird sie mit einem Hochzeitsmahl verglichen. Erstens hat Gott im AT und Jesus Christus im NT immer wieder um seine Braut geworben und sich selbst als Bräutigam bezeichnet. Zweitens ist die Hochzeit der Anlass zur Freude schlechthin! Nicht umsonst steht die Hochzeit zu Kana am Anfang des öffentlichen Wirkens Jesu (Joh 2). Und diese Freude wird sich vollenden und erreicht eine unvergleichlich höhere Qualität am Ende der Zeiten, wenn die Hochzeit des Lammes kommen wird (Offb 19).

Ps 146
6 Er ist es, der Himmel und Erde erschafft, das Meer und alles, was in ihm ist. Er hält die Treue auf ewig. 
7 Recht schafft er den Unterdrückten, Brot gibt er den Hungernden, der HERR befreit die Gefangenen. 
8 Der HERR öffnet die Augen der Blinden, der HERR richtet auf die Gebeugten, der HERR liebt die Gerechten. 
9 Der HERR beschützt die Fremden, er hilft auf den Waisen und Witwen, doch den Weg der Frevler krümmt er. 
10 Der HERR ist König auf ewig, dein Gott, Zion, durch alle Geschlechter. Halleluja!

Der Psalm führt die Gedanken aus Jesaja weiter und reflektiert die Heilstaten noch ausführlicher. Er gibt an, dass all die Heilstaten auf ein und denselben Gott zurückzuführen sind, der auch die Welt geschaffen hat.
Zu diesen Heilstaten gehören unter anderem dieselben Taten, die Jesaja aufzählt: Blinde sehen wieder (Vers 8). Was hier neu ist und mindestens genauso wichtig wie körperliche Heilstaten ist, ist die soziale Heilung: Gott hilft Witwen und Waisen auf, die im Alten Israel nämlich rechtlos waren. Er beschützt die Fremden, die keinen Schutz genossen. Auch wenn nicht eins zu eins dieselben Heilstaten dann im NT aufgegriffen werden, wird den schriftkundigen Juden, die mit den Psalmen ganz vertraut waren, dieser entscheidende Punkt aufgegangen sein: All diese Dinge gehen auf Gott zurück! Jesus ist nicht einfach nur ein Mensch, sondern er ist Gott!
Auch hier ist die Rede von Befreiung. Die befreiten Gefangenen sind wiederum vierfach zu verstehen: Historisch-wörtlich ist es zunächst auf die Israeliten zu beziehen, die aus der babylonischen Gefangenschaft befreit werden. Es ist aber auch allegorisch weiterzudenken. Dann ist es die Befreiung aus dem Exil Adams und Evas außerhalb des Paradieses, also die Befreiung von dem Fluch der Erbsünde dank Jesu Erlösungstat. Es meint auch die Befreiung aus dem Zustand der Sünde zurück in den Stand der Gnade durch das Beichtsakrament und es meint nach dem Tod das Eingehen in das himmlische Jerusalem und die Befreiung von den Leiden des irdischen Daseins. Am Ende der Zeiten sogar die Befreiung vom Tod, wenn Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird.
Wenn es dann heißt: „Der HERR ist König auf ewig“, dann ist das absolut tröstlich. Wir können uns freuen, dass Gottes Gerechtigkeit über alles siegen wird. Gott herrscht schon längst, aber seine Herrschaft wird noch offenbar werden.

Jak 5
7 Darum, Brüder und Schwestern, haltet geduldig aus bis zur Ankunft des Herrn! Siehe, auch der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde, er wartet geduldig auf sie, bis Frühregen oder Spätregen fällt. 
8 Ebenso geduldig sollt auch ihr sein; macht eure Herzen stark, denn die Ankunft des Herrn steht nahe bevor. 
9 Klagt nicht übereinander, Brüder und Schwestern, damit ihr nicht gerichtet werdet! Seht, der Richter steht schon vor der Tür.
10 Brüder und Schwestern, im Leiden und in der Geduld nehmt euch die Propheten zum Vorbild, die im Namen des Herrn gesprochen haben!

Im Jakobusbrief wird diese Herrschaft Gottes als unmittelbar bevorstehend erwartet. Es ist ein anagogischer Duktus zu lesen und zugleich die moralische Konsequenz dieser absoluten Naherwartung der Wiederkunft Christi: Wir sollen unsere Herzen stark machen. Das ist analog zu Jesaja zu lesen, wo es heißt: Stärkt die schlaffen Hände und festigt die wankenden Knie. Bei beiden geht es um eine vorbereitende Haltung für das Kommen des Messias. Während Jesaja aber auf das erste Kommen anspielt, bezieht sich die Vorbereitung in Jak auf das zweite Kommen.
Die vorbereitende Haltung kann in beiden Fällen wiederum vierfach betrachtet werden: Die Kirche als Testament und Sakrament Christi muss sich bereithalten für die Wiederkunft Christi, wie das Volk Israel sich auf die Menschwerdung Gottes bereithalten musste. Für die Kirche ergibt sich jedoch der Unterschied, dass Jesus bereits in den Sakramenten immer kommt. Gerade in der Eucharistie kommt er physisch zu uns, genauso wie er als Mensch unter uns gewandelt ist – nur jetzt in der Gestalt von Brot und Wein! Auf dieses sakramentale Kommen muss sich die Kirche immer wieder vorbereiten. Wenn Menschen Sakramente empfangen, müssen sie zuvor einen Katechumenat hinter sich bringen. Sie werden auf das Sakrament vorbereitet, eben weil Jesus zu ihnen kommt! Jeder einzelne Christ bereitet sich auf das Kommen Christi in seine Seele vor, wenn er ihn in der Kommunion empfängt. Deshalb muss man zuvor auch beichten und sich prüfen, ob man wirklich im Stand der Gnade ist. Dazu gehören auch das persönliche Gebet, die Bibellesung, alle anderen Sakramentalien, die einen auf diesem Weg stärken. Und anagogisch gesehen – das wird hier ja besonders betont – müssen wir den Tag immer so leben, als wäre es unser letzter. Wir müssen wachsam sein und immer bereit sein, die Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Wir wissen ja weder, wann das Ende der Welt kommt noch, wann unser Todeszeitpunkt gekommen ist. Das muss uns keine Angst machen, sondern zu einem bewussten Leben in ständiger Bemühung um die Beziehung zu Gott motivieren. Deshalb schreibt Jakobus, dass wir geduldig sein sollen und über unseren Mitmenschen nicht klagen sollen. Er gibt konkrete Anweisungen, wie wir miteinander leben sollen, damit wir als Braut des Lammes vorbereitet sind.
Er nennt zum Ende hin die Propheten, die diese vorbereitende, gleichsam eschatologische Haltung auf vorbildliche Weise gelebt haben. Dazu gehört auch die Enthaltsamkeit als Vorwegnahme unserer Ehelosigkeit im Himmel (Mt 22,30).

Mt 11
2 Johannes hörte im Gefängnis von den Taten des Christus. Da schickte er seine Jünger zu ihm 
3 und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten? 
4 Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: 
5 Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet. 
6 Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.
7 Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? 
8 Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Siehe, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige. 
9 Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: sogar mehr als einen Propheten. 
10 Dieser ist es, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bahnen wird. 
11 Amen, ich sage euch: Unter den von einer Frau Geborenen ist kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.

Das Evangelium verdichtet all die Gedanken der bisherigen Lesungen und wendet sie auf den gekommenen Messias an. Wir lesen hier nun von dem größten aller Propheten, die diese vorbereitende Haltung mit seinem ganzen Sein gelebt hat: Johannes der Täufer.
Er hat in seiner gesamten Verkündigung kein Blatt vor den Mund genommen, so auch vor Herodes, den Jesus mit dem schwankenden Schilfrohr angedeutet hat. Weil Johannes sein ehebrecherisches Verhalten angeprangert hatte, ließ dieser den Täufer ins Gefängnis werfen.
Wir lesen im heutigen Abschnitt nun, wie Johannes vom Gefängnis aus von Jesus hört und deshalb seine Jünger ihn nach dessen messianischer Identität fragen lässt. Jesus antwortet aber nicht einfach mit „ja, ich bin es“, sondern mit einem Code – genau dem Code, den wir von Jesaja her kennen! Die Juden kannten die messianischen Heilstaten, die angekündigt wurden: Blinde sehen, Lahme gehen, Taube hören, Lahme gehen. Warum codiert Jesus seine Antwort, anstatt eine direkte Antwort zu geben? Jesus tut dies für die Menschen – für die Johannesjünger und diejenigen, die das Gespräch mitbekommen. Gottes Pädagogik ist immer so feinfühlig, dass er es uns begreifen lässt: Die Juden kannten die Schriften, sie wussten von dem Messias und konnten sich zudem von Jesu Worten und Taten selbst überzeugen (berichtet, was ihr hört und seht!). Sie sollten von selbst einen Aha-Effekt bekommen, indem sie eins und eins zusammenzählten. Hätte Jesus darüber hinaus „ja, ich bin es“ geantwortet, wäre er sofort zum Zellengenossen des Johannes geworden und hätte nicht noch drei Jahre wirken können. Das war aber nicht der Hauptgrund für Jesu Antwort. Jesu Aufzählung von messianischen Heilstaten beinhaltet über Jesaja hinaus noch weitere neue Taten wie die Totenerweckung. Dies kann nur Gott, wodurch er selbst sich als göttlich kennzeichnet. Jesus erweckt seinen Freund Lazarus zum Leben, wodurch seine Aufzählung wahrlich durch Taten erfüllt wird.
Im zweiten Teil des Evangeliums spricht Jesus über Johannes. Dabei stellt er unter anderem die rhetorische Frage: „Was habt ihr denn sehen wollen? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt?“ Auch an dieser Stelle hat Jesus codiert gesprochen und doch haben es alle Umstehenden verstanden: Das Schilfrohr in der Wüste macht nämlich keinen Sinn, da es ja keinen See in der Trockenheit gibt. Es handelte sich vielmehr um das Symbol des Herodes, das er auch auf seinen Münzen hat prägen lassen. Und dass gerade Herodes unbeständig war, kein eigenes Rückgrat besaß und sein Fähnchen nach dem Wind richtete, erfahren wir ja in den Erzählungen über Johannes‘ Enthauptung: Herodes traut sich nicht einmal, ein Versprechen zurückzunehmen, durch das er den Täufer umbringen sollte. Eigentlich mochte er Johannes nämlich. Johannes dagegen war das Gegenteil eines wankenden Schilfrohrs. Er hat gesagt, was er sagen musste. Er traute sich, zu seinem Glauben zu stehen, obwohl er total political incorrect verkündete.
Dann sagt Jesus etwas, über das sich bis heute viele Exegeten den Kopf zerbrechen: Johannes ist der Größte der Geborenen, die jemals aufgetreten sind, doch ist der Kleinste im Himmel größer als er. Der erste Teil bezieht sich auf die Aussage Jesu, dass Johannes mehr als ein Prophet sei. Kein anderer Prophet der gesamten Heilsgeschichte hatte das Privileg, den von ihm Angekündigten persönlich zu erleben. Kein anderer Prophet durfte Gott taufen, kein anderer Prophet war mit ihm verwandt! Und kein Prophet durfte ihm schon begegnen, bevor er überhaupt geboren worden ist! Johannes gehört als Prophet noch zum alten Bund, wenn wir ihn in die Reihe aller anderen Propheten einordnen. Er ist zugleich der Anfang des neuen Bundes, weil er dem Messias unmittelbar vorausgeht. Er ist somit ein Scharnier zwischen den Bünden. Und doch hat er nicht das Privileg, erlöst zu werden durch das Kreuzesopfer Christi. Jesus besiegelt den neuen Bund Gottes mit der ganzen Menschheit erst nach dem Tod des Täufers. Gewiss ist Jesus für alle Menschen gestorben, auch für jene, die vor ihm gelebt haben. Aber diese sind noch nicht Teil der neuen Schöpfung, deren Anfang Jesus und Maria sind! In diese neue Schöpfung werden wir durch die Taufe hineingeboren, die Johannes nicht mehr erhalten hat. Er selbst hat mit Wasser getauft, aber die von ihm selbst angekündigte Taufe mit Feuer und Geist wird er nicht mehr miterleben. Insofern ist auch der Kleinste dieser neuen Schöpfung, des Himmelreiches, größer als er.

Wir dürfen uns heute besonders freuen über Gottes große Heilstaten. Zugleich werden wir heute dazu aufgefordert, dieselbe vorbereitende Haltung einzunehmen wie Jesaja, Jakobus und Johannes. Die Haltung ist weniger ein ängstliches Warten auf den Tod, vielmehr eine hoffnungsvolle und FREUDIGE Erwartung auf die wunderbare Hochzeit! Freuen wir uns heute ganz besonders wie eine Braut sich auf ihren Bräutigam freut. Gaudete, meine Lieben!

Ihre Magstrauss

Samstag der zweiten Adventswoche (A)

Sir 48,1-4.9-11; Ps 80,2-3.15-16.18-19; Mt 17,9.10-13

Sir 48
1 Da stand Elija auf, ein Prophet wie Feuer, sein Wort brannte wie eine Fackel.
2 Er ließ über sie eine Hungersnot hereinbrechen und verringerte sie mit seinem Eifer; 
3 durch das Wort des Herrn verschloss er den Himmel, ebenso ließ er dreimal Feuer herabfallen.
4 Wie wurdest du verherrlicht, Elija, durch deine Wunder! Wer wird sich gleich dir rühmen können?
9 der mit einem Wirbelsturm aus Feuer hinweggenommen wurde in einem Wagen mit feurigen Pferden; 
10 der aufgeschrieben ist für Zurechtweisungen für künftige Zeiten, um den Zorn vor dem Ausbruch zu besänftigen, um das Herz des Vaters dem Sohn zuzuwenden und um die Stämme Jakobs aufzurichten. 
11 Selig, die dich gesehen haben und die in Liebe entschlafen sind; denn auch wir werden gewiss leben
.

Heute hören wir einmal nicht aus dem Buch Jesaja, sondern aus einer weisheitlichen Schrift, dem Buch Jesus Sirach. Sie reflektiert die heilsgeschichtliche Bedeutung Elijas. Knüpfen wir dies an die gestrigen Lesungen an, denken wir sofort an Johannes den Täufer, der als wiedergekommener Elija bezeichnet worden ist. Auch in den heutigen Lesungen geht es weiterhin um diese Verknüpfung, aber warum? Johannes ist der unmittelbare Vorläufer Jesu und bereitet uns auf das Kommen des Messias vor.
In dieser Lesung erfahren wir Eigenschaften des Elija, die auch für Johannes gelten: Sein Wort brannte wie Feuer, weil er für Gott brannte. Feuer hat die Eigenschaft, alles zu verbrennen, das ihm nicht standhält. Nur echtes Gold bleibt bestehen. Wo wir uns an seiner Verkündigung stören, ist noch etwas an uns, das in diesem Feuer geläutert werden muss. Das betraf auch seine Zeitgenossen. Und so war es auch mit Johannes. Seine Verkündigung war ohne Beschönigung und er nannte die Sünde beim Namen. Die Sadduzäer und Pharisäer störten sich an seinen Worten, weil er den Nagel auf den Kopf traf. Besonders störte es auch Herodes, dessen ehebrecherisches Verhalten Johannes ihm wie einen Spiegel vorhielt. Er wollte es sich nicht eingestehen und ließ Johannes ins Gefängnis werfen. Herodias nahm es ihm sogar so übel, dass sie durch eine geschickte Intrige Johannes einen Kopf kürzer machen ließ. Was Johannes tat, ist nicht von Jesus abzugrenzen, was die heutige Forschung gerne vornimmt. Jesus sprach im selben Geist wie sein Vorgänger und nahm auch kein Blatt vor den Mund. Er provozierte mit seiner Verkündigung seine Zeitgenossen auch, bis auch er schließlich hingerichtet worden ist. Es handelte sich um dasselbe Feuer, das der Hl. Geist ist! Die kirchliche Verkündigung soll in der Nachfolge Christi stehen und brennen. Leider geschieht das nicht immer. Wie sollen die Menschen von allem gereinigt werden, was sie vom Reich Gottes abhält, wenn das Feuer nicht mehr lodert? Das Reinigungsmittel schlechthin sind das Wort Gottes und die Heilsmittel der Kirche. Wo das Wort Gottes aber nicht mehr verkündigt wird und v.a. die Beichte nicht mehr zum kirchlichen Leben gehört, gerät dieser heilsame Prozess immer mehr ins Stocken. Beten wir um den Hl. Geist, der die Kirche wieder neu entzünden kann! Gottes Feuer verbrennt Tag für Tag auch in unserer Seele, was dort nicht hineingehört. Er schenkt uns Mitmenschen, deren Worte wie bei Johannes oder Elija brennen. Es tut manchmal richtig weh, sie zu hören, aber wir müssen es zu hören bekommen. Auf diese Weise wird unser Hochmut immer mehr abgebaut und wir werden immer heiliger. Manchmal sind auch wir so ein Johannes oder Elija und werden zu Werkzeugen der Heiligung unserer Mitmenschen. So wie die beiden Heilsgestalten müssen auch wir davon ausgehen, dass Konflikte vorprogrammiert sind und wir unter Umständen einen Kopf kürzer gemacht werden könnten. Sind wir bereit, unseren Kopf um des Himmelreiches willen hinzuhalten?
Elija hat viele Wunder vollbracht, um Gottes Herrlichkeit den Menschen zu vermitteln. Die Vollmacht, die er von Gott erhalten hat, vollbrachte die Hungersnöte, Dürren und Feuer. Dies alles ließ Gott nicht zu, weil er sadistisch ist, sondern weil er die Menschen von sich überzeugen wollte.
Elija erhielt noch ein weiteres, seltenes Privileg. Er starb nicht, sondern wurde entrückt. Wir lesen in 2 Kön 2 von der Entrückungsepisode und erinnern uns an eine weitere Person, die so aus dem Leben schied: Henoch in Gen 4 und 5. Anhand dieser Einzelfälle wurde die Menschheit schon darauf vorbereitet, dass es eine leibliche Auferstehung aller Menschen geben wird.
Jesus Sirach erklärt mithilfe dieser Andeutungen, wofür es aufgeschrieben worden ist: als Zurechtweisung und um den Zorn Gottes zu besänftigen. Wir sollen aus der Lebensgeschichte des Elija lernen, so auch zuvor das Volk Israel. Es sollte zudem aufgerichtet werden. Elijas Geschichte ist eine Hoffnungsgeschichte!
Weil Elija nicht gestorben, sondern entrückt worden ist, glaubten die Juden auch, dass er wiederkommen würde. Deshalb konnte Jesus auch den Elija-Code auf Johannes den Täufer anwenden, um zu erklären, dass dieser mit derselben Kraft und Vollmacht aufgetreten ist.

Ps 80
2 Du Hirte Israels, höre! Der du auf den Kerubim thronst, erscheine!
3 Wecke deine gewaltige Kraft und komm zu unserer Rettung!
15 Gott der Heerscharen, kehre doch zurück,/ blicke vom Himmel herab und sieh, sorge für diesen Weinstock! 
16 Beschütze, was deine Rechte gepflanzt hat, und den Sohn, den du dir stark gemacht!
18 Deine Hand sei über dem Mann zu deiner Rechten, über dem Menschensohn, den du dir stark gemacht. 
19 Wir werden nicht von dir weichen. Belebe uns und wir rufen deinen Namen an.

Psalm 80 ist durch und durch von der Messiassehnsucht durchtränkt. Es ist ein einziger Ruf nach Gottes Kommen. Man sieht es sprachlich anhand der vielen Imperative wie „höre“, „erscheine“, „wecke“, „kehre doch zurück“, „blicke herab“, „sieh“, „sorge“ etc. Die Menschen schreien zu Gott und dieser erhört sie. Er wird seinen Sohn schicken. Er hört, er blickt herab und sieht. Er erscheint als kleines Kind in einem Stall, er sorgt wie ein Hirte für seine Herde und sagt über sich „ich bin der gute Hirte“ und „ich bin der Weinstock“. Wir beten diesen Psalm aus der Perspektive der Gebetserhörung und zugleich mit Blick auf sein zweites Kommen. So beten auch wir „kehre doch zurück“ und „komm zu unserer Rettung“.
Es ist bemerkenswert, wie hier bestimmte Metaphern verwendet werden, die später Jesus aufgreift. Dies zeigt erneut die pädagogische Sensibilität Gottes, denn Jesus greift das auf, was Tradition ist, was bekannt ist. Es verschafft den frommen Juden einen Aha-Effekt nach dem anderen. Wir erkennen diese überwältigenden Querverweise nicht so intensiv wie diejenigen, die ganz mit den Psalmen und dem AT lebten, die die Schriften durch und durch auswendig kannten, die ihnen dachten. Der Weinstock ist ein absolut traditionelles Bild. Ebenso verhält es sich mit dem Bild des Hirten für Gott. Wenn Jesus von sich aus sagt, dass er der gute Hirte sei, deutet er für die Juden verständlich an, dass er Gott ist! Wir lesen Vers 18 mit besonderer Aufmerksamkeit: Dies ist ja zunächst auf keine bestimmte Person zu beziehen, sondern die Hand auf dem Mann zur Rechten bezieht sich auf den Schutz und Beistand Gottes für all jene, die der Weisung folgen. Diese sind „zur Rechten“ Gottes. So ist jeder Mensch dann als Menschensohn zu bezeichnen. Dies ist der Literalsinn, den auch die Zeitgenossen so zunächst verstanden haben. Wir lesen so eine Aussage, aber vor allem christologisch: Die Hand Gottes liegt auf dem, von dem wir glauben, dass er nun zur Rechten Gottes sitzt, Jesus Christus! Er ist der Menschensohn, wie er sich selbst zu Lebzeiten immer bezeichnet hat. Er ist der Sohn des Menschen – der Nachkomme Adams. Wenn Jesus sich so nannte, dann aus der Perspektive seines vollen Menschseins. Auch wir sind Nachkommen Adams und erbitten den Beistand Gottes, seine Hand auf uns, die wir uns darum bemühen, an seiner Rechten zu sein, also seine Gebote zu halten. Am Ende der Zeiten erhoffen wir uns, zur Rechten Gottes auf ewig bestehen zu dürfen – nicht so wie Christus, aber doch in deren Gemeinschaft.
Auch wir versprechen dem Herrn, nicht von ihm zu weichen. Dies ist nicht nur ein Versprechen, das die Israeliten JHWH gemacht haben. Gewiss brechen wir dieses Versprechen mit jeder Sünde, aber doch bemühen wir uns. Gott ist so barmherzig mit uns, dass er uns die Schuld vergibt, wenn wir ihn aufrichtig um Vergebung bitten.
Bemerkenswert ist auch der letzte Satz: Wir bitten um Belebung. Dies lesen wir sehr ekklesiologisch: Wir bitten als Christen um den Hl. Geist, der uns belebt, sodass wir seinen Namen anrufen können. Dies wird in der Apg wieder aufgegriffen, als die Aufforderung an Paulus ergeht: „Was wartest du? Lass dich taufen und deine Sünden abwaschen und rufe seinen Namen an!“ (Apg 22,16). Die Belebung verstehen wir sakramental als die Wiedergeburt im Hl. Geist, die Taufe! Zugleich lässt es uns an die Firmung denken, das ein persönliches Pfingsten in der Seele des Menschen ist. Diese beiden Sakramente waren ursprünglich eines. So verwundert das nicht. Wir bitten auch um Belebung der Kirche. Wir beten um Erneuerung durch den Geist Gottes, der das Feuer neu aufflammen lässt. Diese Erneuerung wird den angemessenen Lobpreis Gottes mit sich bringen. Dieser Satz ist auch auf die persönliche Umkehr jedes Menschen zu beziehen: Durch die (sakramentale) Umkehr erlangt der Mensch den Stand der Gnade, was eine Belebung der Seele ist. Der Zustand der Todsünde wird nicht umsonst in der Bibel Tod der Seele bezeichnet. Und am Ende der Zeiten werden wir belebt zum ewigen Leben, eines Tages sogar mit Leib und Seele! Dann werden wir auf ewig den Namen Gottes anrufen, in dessen Gegenwart wir leben werden.

Mt 17
9 Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist!
10 Da fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen? 
11 Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt und er wird alles wiederherstellen. 
12 Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. 
13 Da verstanden die Jünger, dass er zu ihnen von Johannes dem Täufer sprach.

Auch das Evangelium greift die Elija-Johannes-Typologie auf. Der heutige Abschnitt ist einzuordnen im Anschluss an die Verklärung auf dem Berg Tabor. Dort haben die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes schon den verherrlichten Menschensohn gesehen, wie wir ihn erst am Ende der Zeiten schauen werden. Mit ihm sahen die drei auch Mose und Elija, ausgerechnet die beiden Menschen, von denen wir eine Entrückung annehmen (bei Mose ist es nochmal besonders, weil nicht klar ist, ob er zuerst tot war und dann lebendig wurde). Das war für die drei frommen Juden von besonderer Aussagekraft, denn Elija sollte ja nach jüdischer Vorstellung wiederkommen.
Auch wenn es den dreien bekannt war, wussten sie nicht um das Warum. Jesus erklärte ihnen, was es mit der Wiederkunft des Elija auf sich hat: Dieser soll alles wiederherstellen. Damit ist gemeint, dass er alles wieder in den richtigen Zustand versetzen soll. Schauen wir auf Johannes als wiedergekommenen Elija, verstehen wir, um welchen Zustand es sich handelt. Die Menschen sollen umkehren und ihren Seelenzustand auf das Kommen Gottes ordnen. In diesem Sinne trat Johannes als Bußprediger auf und predigte das unmittelbar bevorstehende Kommen des Messias.
Jesus erklärte den Jüngern, das Elija wiedergekommen ist. Dabei wird deutlich, dass er nicht von der Verklärungsszene sprach, sondern von Johannes dem Täufer. Dieser ist nicht gehört, sondern mundtot gemacht worden.
Es ist bemerkenswert, dass Jesus den Lebensweg des Johannes zum Anlass nimmt, sich selbst anzuschließen. So wird auch der Menschensohn leiden – das bezieht sich zunächst auf ihn selbst. Das ist ein Gegenbeweis für all jene, die zwischen Jesus und Johannes eine Rivalität erkennen wollen. Dies betrifft im weiteren Sinne all jene, die Menschensohn sind, also die Nachkommen des Adam – jeden Menschen, der im Namen Gottes spricht. Dies betrifft auch die Nachkommen des NEUEN Adam, Jesus Christus. Das ist die Kirche, die im Namen Jesu das Reich Gottes verkündigt. Wir sehen es besonders akut in unserer heutigen Zeit. Noch nie gab es so schlimme Christenverfolgung wie heutzutage. Es wird noch schlimmer kommen und der Satan wird noch sehr heftig wüten. Doch dann wird Gott am Ende siegen. Die Verfolgten werden ein ewiges Siegeslied singen und in ewiger Seligkeit bei Gott sein.

Was wir in den heutigen Lesungen hören, betrifft auch uns in der momentanen Adventszeit: Wir werden vor die Entscheidung gestellt, ob wir zur Rechten Gottes sein wollen und dafür unseren Kopf hinhalten wollen oder nicht. Wir können nicht beten: „Belebe uns!“, wenn wir nicht zugleich das absolute Risiko für ihn eingehen wollen. Vor allem aber kann er uns erst dann beleben, wenn wir uns bereit machen. Zuvor muss es auch mal wehtun, wenn Gott unser Ego Stück für Stück abbaut. Die Früchte werden dies aber alles wettmachen. Die kurzzeitigen Schmerzen sind nichts im Gegensatz zur ewigen Freude des Himmels.

Ihre Magstrauss