Montag der 10. Woche im Jahreskreis

1 Kön 17,1-6; Ps 121,1-2.3-4.5-6.7-8; Mt 5,1-12

1 Kön 17
1 Elija aus Tischbe in Gilead sprach zu Ahab: So wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, in dessen Dienst ich stehe: in diesen Jahren sollen weder Tau noch Regen fallen, es sei denn auf mein Wort hin.
2 Danach erging das Wort des HERRN an Elija:
3 Geh weg von hier, wende dich nach Osten und verbirg dich am Bach Kerit östlich des Jordan!
4 Aus dem Bach sollst du trinken und den Raben habe ich befohlen, dass sie dich dort ernähren.
5 Elija ging weg und tat, was der HERR befohlen hatte; er begab sich zum Bach Kerit östlich des Jordan und ließ sich dort nieder.
6 Die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und ebenso Brot und Fleisch am Abend und er trank aus dem Bach.

Heute hören wir in der Lesung aus dem ersten Buch der Könige. Elija wird eingeführt als ein Prophet aus Tischbe in Gilead. Das liegt im nördlichen Ostjordanland. Sein Wirkungsgebiet ist das Nordreich und betrifft die Regierungszeiten der Könige Ahab und Ahasja.
Im Auftrag des HERRN, des Gottes Israels tritt er nun also vor den König Ahab und übergibt ihm eine Unheilsbotschaft: Es wird mehrere Jahre keinen Regen geben. Warum lässt Gott diese Dürre zu? Was ist passiert? Dafür müssen wir in das vorausgehende Kapitel 1 Kön 16 schauen: Ahab hat sich schwer gegen Gott versündigt. Es heißt, dass er noch schlimmer gesündigt hat als seiner Vorgänger. Ein großer Einfluss ist dabei die Ehe mit Isebel, der Tochter des sidonischen Königs Etbaal. Durch diese Verbindung kommt er zu einem besonders intensiven Baalskult, für den er in Samaria einen Baalstempel baut sowie Kultpfähle errichten lässt. Durch diesen König wird also für die Stämme des Nordreichs ein neuer Höhepunkt des Götzendienstes erreicht. Gott lässt das aber nicht zu. Er möchte nicht, dass seine geliebte Braut sich von ihm entfernt und ehebrecherisch wird. Gott ist treu und tut alles, damit seine Braut es auch ist. Und so lässt er durch den Propheten Elija zu, dass durch diese schwere Lektion die Menschen, allen voran der König, zur Besinnung kommen.
Das ist keine gute Botschaft, die Elija hier überbringen muss. Und weil er aus diesem Grund um sein Leben fürchten muss, warnt ihn Gott vor, in den Osten zu gehen, um sich am Kerit niederzulassen. Man wird den Propheten bestimmt nachstellen wollen, da die angekündigte Dürre eintreffen wird. Gott möchte den Propheten zudem an einen Ort führen, wo er versorgt wird. Wir müssen uns bis hierhin mit der Dürreperiode und dem ausbleibenden Regen näher beschäftigen. Gott wird weder Tau noch Regen herabkommen lassen. Das ist ein höchst messianisches Wort. Die ganze Menschheit hat durch den Sündenfall der ersten Menschen die Gnade verloren, ganz innig mit Gott in Liebesgemeinschaft zu leben. Auch innerlich ist seither im Menschen die Zerbrochenheit der Natur erkennbar. Sie zeigt sich konkret in der Neigung zur Sünde. Umso dringlicher erwarteten die Menschen das Kommen des Messias, was mit verschiedenen Bildern ausgedrückt worden ist. Eines davon ist das Begriffspaar Regen-Tau. Es ist uns über den Propheten Jesaja überliefert (Jes 45,8). Das Exil außerhalb des Paradieses ist wie eine Dürreperiode, fernab vom lebendigen Wasser, dem Hl. Geist, von der Fülle der Gnade, die Gott uns schenkt. Jesus ist gekommen, um uns lebendiges Wasser zu geben und die gefallene Natur wieder zum Leben zu erwecken. Wir haben wieder die Chance auf das Himmelreich! Dies betrifft den Menschen auch auf moralischer Ebene, ganz wie bei König Ahab: Wie sehr zieht unsere Sünde eine Dürreperiode nach sich! Wir entbehren der Gnade Gottes, von der wir uns selbst abgeschnitten haben. Und auch da ruft uns Jesus vom Jakobsbrunnen zu, dass er uns lebendiges Wasser geben möchte – im Sakrament der Beichte! Dann werden wir gleichsam mit der Samariterin – ebenfalls aus dem Nordreich wie Ahab und ebenfalls eine Ehebrecherin! – unsere Sünden bekennen („Ich habe keinen Mann“) und so den Weg zurück ins Herz Jesu finden, aus dem wir ewig die Gnade schöpfen.
Wie sehr dürstet auch die ganze Welt in der heutigen Bedrängnis! Wir alle sehnen uns nach dem endzeitlichen Heil Gottes. Doch bis dieser heilsame Regen kommt, der Messias bei seinem zweiten Kommen als Menschensohn, muss die Welt noch viel mehr Dürre erleiden. Die Zustände werden immer schlimmer werden, aber dann wird das ewige Heil das alles gutmachen.
Elija soll vor dem Schlag Gottes gegen das Nordreich verschont bleiben. Wenn Gott einzelne Menschen beruft, dann lässt er sie bei der Umsetzung nie allein. So sorgt er für die Seinen. Auch der Aufenthalt des Elija am Bach Kerit ist sehr tiefsinnig. Der Name kommt vom hebräischen Verb כרת krt, was „schneiden“ oder „bohren“ bedeutet. Es bezeichnet ein tief eingeschnittenes Bachtal. Und das führt uns zum Jakobsbrunnen, an dem Jesus das lebendige Wasser spenden möchte. Auch dieser ist eine tief gegrabene Wasserstelle. Gott versorgt Elija mit Wasser – nicht nur mit dem Wasser für den Leib, sondern auch für die Seele. Er befolgt gehorsam den Willen Gottes und hat sich somit selbst den Platz inmitten des Wassers gegeben – in den Stand der Gnade hinein. Auch sorgt Gott dafür, dass Elija zu essen bekommt – Brot und Fleisch. Diese beiden sind das Pendant zum lebendigen Wasser auch im Johannesevangelium. Jesus spricht auch im Anschluss an die Begegnung am Jakobsbrunnen mit seinen Jüngern über die Speise, die er geben möchte – die verborgene Speise, die bedeutet, den Willen des Vaters zu tun. Dieselbe Speise ist es, die Elija heute genießt: Den Willen Gottes in der Situation des Nordreiches im 9. Jh. v.Chr. zu tun! Wir sehen: Es verbirgt sich noch so viel mehr hinter dem wörtlichen Sinn der Heiligen Schrift. Elija und Jesus stehen so in einer typologischen Beziehung zueinander, bei der Jesus als der Antitypos über das Vor-Bild Elijas weit hinausreicht. Er isst nicht nur die verborgene Speise des Vaters durch das Vollbringen seines Willens bis zum letzten Atemzug am Kreuz („Es ist vollbracht“), sondern er wird selbst zur Speise jenen, die ihn in der Eucharistie empfangen! Und während Elija durch den Geist Gottes am Leben erhalten wird, der das lebendige Wasser ist, sendet Jesus selbst diesen Geist vom Vater aus!
Auch für uns sorgt Gott mit Wasser und Speise, die wir in einer sehr dürren Zeit leben und irgendwie überleben müssen. Gott lässt uns nicht verhungern, sondern nährt uns durch die Sakramente und tränkt uns durch den Hl. Geist. Die Kirche versorgt uns mit allen Heilsmitteln, sodass auch wir uns in ihr gleichsam wie am Bach Kerit niederlassen können. So möchte der Herr mit seinen Gnaden in unserer Seele bleiben und uns auch in Dürrezeiten unserer eigenen Biographie ein inneres Kerit spenden, aus dem wir immer wieder trinken können. Es ist wie eine unerschöpfliche Quelle, die nie versiegt – solange wir sie nicht trockenlegen.

Ps 121
1 Ein Lied für die Wallfahrt. Ich erhebe meine Augen zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe?
2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde erschaffen hat.
3 Er lässt deinen Fuß nicht wanken; dein Hüter schlummert nicht ein.
4 Siehe, er schlummert nicht ein und schläft nicht, der Hüter Israels.
5 Der HERR ist dein Hüter, der HERR gibt dir Schatten zu deiner Rechten.
6 Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden noch der Mond in der Nacht.
7 Der HERR behütet dich vor allem Bösen, er behütet dein Leben.
8 Der HERR behütet dein Gehen und dein Kommen von nun an bis in Ewigkeit.

Auf die Lesung hin beten wir einen Wallfahrtspsalm. Er gehört zum großen Hallel, einer Psalmengruppe von Wallfahrtsliedern, die bei den Pilgerfesten nach Jerusalem gesungen worden sind. Das Thema ist die Geborgenheit bei Gott. Es passt perfekt zu der soeben gehörten Situation des Elija.
„Ich erhebe meine Augen zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe?“ Diese Frage ist wie eine rhetorische Einleitung zu der langen Antwort der restlichen Verse: Gott ist es. Er ist der beste Helfer, denn er weiß, was wir brauchen. Er ist schließlich der, der alles geschaffen hat, auch mich. Er weiß um jedes Leben. Er beschützt jedes seiner Geschöpfe und sorgt dafür, dass es keinen Schaden nimmt. Er hütet ohne Pause. Das ist die wahre Bedeutung von „Gott sieht alles.“ Es darf uns Menschen ein absolutes Geborgenheitsgefühl spenden, dass er unentwegt bei uns ist. Sind wir uns seiner ständigen Gegenwart bewusst? Das sollte in unserer täglichen Gewissenserforschung die allererste Frage sein: Habe ich den heutigen Tag in dem Bewusstsein der Gegenwart Gottes gelebt?
Gott hat Elija beschützt, weil dieser sich in die Hände Gottes begeben hat. Gott kann auch uns dann beschützen, wenn wir uns ganz in seine Obhut begeben. Konkret: Leben wir im Stand der Gnade, dann hören wir die Warnrufe wie Elija, dann sendet uns Gott zwar immer wieder ins Schlachtfeld, entzieht uns aber auch dem großen Schaden. Wenn die äußeren Stürme auch wüten, er wird unser Herz behüten. Diese absolute Geborgenheit und den Schutz Gottes wird im Psalm sehr poetisch ausgedrückt mit Bildern wie der Sonne am Tag und dem Mond bei Nacht. Gott behütet unser Leben. Und das meint nicht nur unser physisches Dasein. Vielmehr meint es das ewige Leben. Und jetzt kommt es: Weil er auch das Leben des Königs Ahab und das der Israeliten im Nordreich um jeden Preis retten will, lässt er die Dürreperiode zu. Er möchte, dass die Menschen umkehren und so der ewigen Verderbnis entkommen. Das ist das Besondere an der heutigen Lesung: Gott möchte wirklich jeden retten auf die Art und Weise, wie es notwendig ist.

Mt 5
1 Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm.
2 Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach:
3 Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
4 Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
5 Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.
6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
7 Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
8 Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.
9 Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
10 Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen.
12 Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt.

Im Evangelium wird heute die Bergpredigt verlesen. Jesus steigt auf einen Berg – ein prophetisches Zeichen, das er bewusst vornimmt. Die Juden wissen, dass vom Zion her die Weisung (hebräisch Torah!) erwartet wird (Jes 2,1-5). Mit Jesus erfüllt sich dies nun, der die Torah in Person ist. Darin erfüllt er sie ganz und gar! Was er in der Bergpredigt erklärt, ist das neue und doch uralte Verständnis der Gebote Gottes. Im heutigen ersten Abschnitt betet Jesus die sogenannten Seligpreisungen. Ihre Botschaft ist: Jetzt schon sind jene selig zu preisen und können sich freuen, die Gottes Willen tun. Wer diesen aus Liebe befolgt (und das wird er im Laufe der Predigt ausfalten), der hat jetzt schon den Himmel auf Erden, umso viel mehr in der Ewigkeit. Um es mit den Worten der Lesung zu sagen: Wer die Weisung Gottes, die fleischgewordene Torah Christus, gehorsam und aus Liebe befolgt, der wird an den ewigen Kerit geführt, dessen Ausläufer bis in das gegenwärtige Leben hineinsprudeln.
Konkret ist dies der Fall für jene, die arm sind vor Gott. Damit ist nicht einfach nur der äußere finanzielle bzw. materielle Zustand des Menschen gemeint, sondern „vor Gott“ signalisiert eine innere Haltung von Armut, mit der man vor Gott dasteht: Wer also nicht an dem hängt, was er oder sie besitzt, erreicht hat, auch Anhänglichkeit an Menschen, auch das Rühmen eigener Werke, der steht mit leeren Händen vor Gott wie ein Kind, das nichts weiter tun kann, als empfangen. Wie soll uns Gott auch beschenken, wenn wir meinen, schon alles zu haben? Das heißt nicht, dass wir keine Menschen lieben sollen, kein Geld haben dürfen oder keine Karriere anstreben sollen – aber wir sollen nicht daran hängen. All das soll uns dazu dienen, dem Reich Gottes näher zu kommen – und wenn nicht, sollen wir es von uns abschneiden. Und wenn man viel besitzt, ist die Aufgabe, nicht daran zu hängen, gewiss schwerer. So können wir schauen, wo wir in unserem Leben Abstriche machen können. Zur christlichen Askese (nicht nur für Geistliche!) gehört immer die Frage: „Brauche ich das wirklich?“ So viel zu haben, wie notwendig, aber nicht darüber hinaus – das ist der richtige Rahmen, diese innere Losgelöstheit von irdischen Gütern zu gewährleisten. Und dennoch ganz politisch inkorrekt: Ein reicher Mensch kann arm vor Gott sein und ein armer Mensch kann noch mehr an seinen Gütern hängen und somit ein Reicher vor Gott sein als jener, der viel besitzt.
Wer in diesem Leben trauert – und das meint nicht nur die Trauer um einen lieben Menschen, sondern auch die Trauer um die Gottlosigkeit der Gesellschaft, den Tod des Glaubens in der Welt, wird getröstet werden mit dem lebendigen Glauben in den Oasen unserer heutigen geistigen Wüste, umso vollkommener im Himmelreich. Und wer um einen Verstorbenen trauert, wird getröstet werden durch die Botschaft von Ostern. Der Tod ist nur vorübergehend und die Hoffnung ist lebendig, dass es in der Ewigkeit ein Wiedersehen gibt.
Wer sanftmütig ist, wird das Land erben – und zwar das „Land“ des Himmelreichs. Jesus sagt zu Pilatus: „Wenn mein Königtum von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde.“ (Joh 18,36). Das Reich Gottes hat ganz andere Regeln. Es geht nicht um Gewalt, sondern um Liebe, die alles andere vernichtet. Die Sanftmut ist verdichtet im Zeichen des Kreuzes, an dem sich Gott selbst für uns ans Kreuz hat schlagen lassen. Er hätte eingreifen und die Menschen mit einem Schlag vernichten können, doch er hat alles mit sich machen lassen. Das ist der verdichtetste Ort der Sanftmut. Und wir? Können wir uns nicht einmal zurückhalten und auf den bissigen Kommentar wegen der an uns ergangenen Beleidigung verzichten? Es auf uns sitzen lassen aus Liebe zum Herrn? Und mehr noch: Darauf mit Liebe antworten? Das wird unser Gegenüber verwirren und zum Nachdenken bringen.
Der Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit spannt einen Bogen zurück zu Elija, der sich als Instrument der Gerechtigkeit Gottes gebrauchen lässt. Genährt und getränkt wird auch er nicht nur mit Bachwasser und Rabenspeise, sondern vor allem mit der Gerechtigkeit, die den Götzendienst im Nordreich beendet. Wie sehr wünschen auch wir uns die Gerechtigkeit Gottes – sie ist etwas Erlösendes, nicht etwas Bedrohliches. In diesem Sinne sättigt sie uns und in diesem Sinne wird das Gericht Gottes am Ende der Zeit verbunden mit dem endzeitlichen Festmahl kommen, bei dem wir „fette Speisen“ genießen werden (Jes 25,6).
Jesus erklärt in vielen Gleichnissen und hier in der Bergpredigt auch mit dem Vaterunser, dass wir dann die Barmherzigkeit Gottes erwarten können, wenn wir selbst barmherzig sind. Das ist nicht oft genug zu wiederholen! Wie schwer fällt es uns Menschen doch, barmherzig gegenüber anderen Menschen zu sein! Wie sehr fordern wir Gerechtigkeit für die anderen und erwarten zugleich die Barmherzigkeit für uns selbst. Barmherzigkeit heißt nicht, dass wir am anderen plötzlich gut finden, was er Böses getan hat, vor allem an uns. Es bedeutet, dass wir ihm verzeihen und auf Rache verzichten. Wenn wir selbst so eine Haltung einnehmen, wird Gott auch uns durch das Tor der Barmherzigkeit gehen lassen und nicht wie ein Karma-Automat unsere Sünden berechnen.
Die Herzensreinen werden Gott schauen – das bezieht sich vor allem auf die Schau Gottes in der Ewigkeit. An der Reinheit des Herzens hängt alles. Es bedeutet, dass der Mensch innen und außen kongruent ist, ehrlich zu sich selbst, Gott und den Menschen. Wer das Herz vor jeglicher Sünde bewahrt und den Tempel heiligt, konkret: wer in der Gegenwart Gottes lebt, ungeteilt Gott den Raum der Seele gibt.
Wer Frieden stiftet, wird Kind Gottes heißen. Frieden und der Heilige Geist gehören zusammen. Es ist eine übernatürliche Gabe, die die Welt nicht geben kann. Und der Geist Gottes ist es, der die Vergebung der Sünden erwirkt, in erster Linie im Sakrament der Taufe, dann auch im Sakrament der Beichte. Als Geistbegabte durch die Sakramente können wir Menschen dann wirkliche Friedensstifter sein – die sich also nicht nur für den politischen Frieden einsetzen, sondern ganz konkret in die eigene Lebenswelt – in die Familie, Nachbarschaft, in den Beruf oder Freundeskreis – die Liebe Gottes hineintragen. Dort wirkt der Geist Gottes, der wirklich Frieden schenkt. Wir sind Friedensstifter, wenn wir die Berufung unserer Taufe ernst nehmen. Wir sind durch sie schon Kinder der Familie Gottes und werden es vollkommen sein in der Ewigkeit.
Und wenn wir verfolgt werden im Namen Gottes, dann seien wir gewiss: Das Himmelreich ist uns sicher. Nicht umsonst glauben wir, dass die Märtyrer sofort zum Herrn kommen. Johannes sieht sie als Siegesschar in der Offenbarung und in der Ikonographie werden die Märtyrer mit Siegessymbolen wie dem Palmzweig dargestellt. Den Verfolgten, die ihr Leben für Gott hingeben, ist das Himmelreich wirklich sicher.
Es muss aber nicht so weit kommen, dass wir für unseren Glauben an Jesus Christus umgebracht werden: Schon die Nachstellungen, Beschimpfungen, blöden Kommentare, gesellschaftlichen Nachteile – all dies sieht Gott und wird entsprechend belohnen, viel besser noch: entschädigen. Schon die Propheten haben das erlebt, umso wie viel mehr trifft es die Christen! Elija hat einiges durchgemacht so wie die anderen Propheten, die man sogar umgebracht hat. Und Jesus hat das Leiden der Jüngerschaft ganz klar angekündigt. Und doch dürfen wir uns geborgen wissen: Wenn uns auch die äußeren Stürme zerreißen wollen: Unseren Glauben kann uns niemand nehmen, ebenso wenig unser ewiges Leben!

Ihre Magstrauss

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