Samstag der 3. Woche der Fastenzeit

Hos 6,1-6; Ps 51,3-4.18-19.20-21; Lk 18,9-14

Hos 6
1 Auf, lasst uns zum HERRN zurückkehren! Denn er hat gerissen, er wird uns auch heilen; er hat verwundet, er wird uns auch verbinden.
2 Nach zwei Tagen gibt er uns das Leben zurück, am dritten Tag richtet er uns wieder auf und wir leben vor seinem Angesicht.
3 Lasst uns ihn erkennen, ja lasst uns nach der Erkenntnis des HERRN jagen! Er kommt so sicher wie das Morgenrot; er kommt zu uns wie der Regen, wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.
4 Was soll ich mit dir tun, Efraim? Was soll ich mit dir tun, Juda? Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der bald vergeht.
5 Darum habe ich durch die Propheten zugeschlagen, habe sie durch die Worte meines Mundes umgebracht. Dann wird mein Recht hervorbrechen wie das Licht.
6 Denn an Liebe habe ich Gefallen, nicht an Schlachtopfern, an Gotteserkenntnis mehr als an Brandopfern.

Heute hören wir noch einmal aus dem Buch Hosea. Auch das heutige Kapitel stellt im Kern einen Aufruf zur Umkehr dar. So ist auch die erste Aussage ein Appell (Auf, lasst uns zum HERRN zurückkehren!“).
Wenn es dann heißt „Denn er hat gerissen“, dann meint das hebräische Wort טָרָ֖ף taraf mit „reißen“ das Reißen von Beute durch Raubtiere (alternative Übersetzung „verschlingen“). Anhand des Parallelismus erkennen wir die Aussage: Sinngemäß heißt es, dass Gott das Leiden zugelassen hat, den Menschen dann aber auch entschädigen wird. Hoseas Gottesbild ist ganz typisch für seine Zeit. Er drückt es so aus, dass Gott selbst dieses Leiden verursacht habe. Das heißt aber nicht, dass wir als Leser einer solchen alten Schrift hier einen tatsächlichen Beleg für Gottes Wirken haben. Gott ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Er ist der Gute, der nichts Böses tut.
Der nächste Vers ist total österlich! „Nach zwei Tagen gibt er uns das Leben zurück, am dritten Tag richtet er uns wieder auf und wir leben vor seinem Angesicht.“ Die beiden Zeitangaben sind identisch, denn „am dritten Tag“ heißt „übermorgen“. So ist es auch im griechischen Kontext, wenn z.B. von der Hochzeit zu Kana berichtet wird. Da heißt „am dritten Tag“ auch „übermorgen“. Auf wörtlich-historischer Ebene möchte Hosea damit sagen, dass Gott nach und nach alles wieder in Ordnung bringen wird und sein Volk mit Segen beschenken wird. Das ist das dieses neue Leben, das den Menschen geschenkt wird. Wir lesen es aber schon weiter, nämlich allegorisch und auf Christus bezogen. Dieser hat Leiden und Auferstehung durchgemacht stellvertretend für uns. Das ist dann aber im wahrsten Sinne des Wortes geschehen und nicht sinnbildlich gemeint wie bei Hosea. Jesus ist der Erstgeborene der Toten, von uns, die wir das Angesicht Gottes schauen werden. Er ist uns zum Vater vorausgegangen. Wir, die wir auf seinen Namen getauft sind, werden auch so wie er nach dem Tod auferstehen. Zunächst wird nur unsere Seele weiterleben, aber am Ende der Zeiten wird sie sich mit ihrem Leib wieder vereinen.
Hosea ruft dazu auf, den HERRN zu erkennen, der Gotteserkenntnis gleichsam nachzujagen. Auch wir sollen ihn von ganzem Herzen suchen, dann wird er sich finden lassen. Jesus sagt es uns zu, wenn er formuliert: „Wer suchet, der findet. Wer anklopft, dem wird aufgetan.“ Und auch das Hohelied ist voll der Sehnsucht nach Gott, wenn es heißt „Ich suchte, den meine Seele liebt.“
„Er kommt so sicher wie das Morgenrot“ ist ein verbreitetes messianisches Motiv. Man erwartete, dass der Messias aus dem Osten komme, die Sonne der Gerechtigkeit mit dem Sonnenaufgang komme (Mal 4,2). Es ist also nicht nur ein Bild für das ganz sichere Kommen Gottes. Auch das Kommen als Regen ist messianische Motivik. In Ps 72,6 heißt es über ihn: „Er ströme wie Regen herab auf die Felder, wie Regenschauer, die die Erde benetzen.“
Gott spricht die Stämme Juda und Efraim an, deren Bundestreue vergänglich sind wie eine Wolke oder Morgentau (das hebräische Wort חֶסֶד chesed heißt „Treue“). Warum eigentlich werden diese beiden Stichworte genannt? Sie fassen das Nord- und Südreich zusammen, denn Israel ist zu jener Zeit ja zweigeteilt.
Weil Gott die Untreue sieht, hat er durch die Propheten immer wieder zugeschlagen. Dieses Zuschlagen geschieht dabei hauptsächlich durch das Wort Gottes, das wie ein zweischneidiges Schwert die Herzen der Menschen „seziert“. Es ist also in erster Linie eine spirituelle Waffe, mit der Gott durch die Propheten dreinschlägt. Wo sie nicht hörten, mussten sie auch am Leib die Konsequenzen zu spüren bekommen – durch die Fremdherrschaften, Kriege, manchmal auch durch Seuchen.
Das Recht Gottes wird „hervorbrechen wie das Licht“, weil es in der Finsternis aufleuchten wird. Dann werden sich die Menschen danach sehnen, dass endlich Gerechtigkeit kommt. So ist jede Gerichtsankündigung Gottes eine Erlösung für die ungerecht Behandelten damals und in unserer heutigen Zeit. Dieses Recht ist hervorgebrochen wie das Licht, als Gott Mensch geworden ist und sein Recht Person wurde. Jesus hat das wirklich das Recht gebracht, weil er den Menschen die Torah richtig erklärt und vor allem selbst vollkommen vorgelebt hat. Jesus hat dann auch den Beziehungsaspekt als den Kern hinter allen göttlichen Geboten herausgestellt – das Doppelgebot der Liebe. Und diese Liebe ist es, die Gott von uns verlangt, ebenso damals von seinen auserwählten Kindern Israels. Das ist es, was er will, die Rückkehr der Herzen zu ihm, eine persönliche Umkehr statt eine Besänftigung durch Schlachtopfer. Das ist auch für uns heute, die wir in der Fastenzeit stehen, absolut notwendig und heilsam. Das ist umso mehr für die heutige Welt vonnöten, die durch die Pandemie ganz und gar in Not gerät. Jetzt ist es höchste Zeit, zu Gott umzukehren und ihn um Vergebung zu bitten!

Ps 51
3 Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
4 Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde!
18 Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie geben, an Brandopfern hast du kein Gefallen.
19 Schlachtopfer für Gott ist ein zerbrochener Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.
20 Nach deinem Wohlgefallen tu Gutes an Zion, erbaue wieder die Mauern Jerusalems!
21 An Schlachtopfern der Gerechtigkeit, an Brandopfern und an Ganzopfern hast du Gefallen, dann wird man auf deinem Altar Stiere opfern.

Im heutigen Psalm bittet König David um Gottes Barmherzigkeit. Er nimmt genau die Haltung hier ein, die Hosea von den Israeliten des Nord- und Südreiches verlangt. Sie ist auch perfekt für jeden Einzelnen von uns, die wir uns vornehmen, in diesen Tagen in Vorbereitung auf Ostern ebenfalls diesen Bußmodus einzunehmen.
„Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde“, ist ein Vers, den die Priester bei der Gabenbereitung zum Schluss beten, während der Messdiener ihnen Wasser über die Hände gießt. Diese Worte sind ganz wichtig für jeden Büßer und wir stellen uns vor, wie die Israeliten angesichts der assyrischen Bedrohung die Hinwendung zum assyrischen Götzendienst vor Gott bereuen. Auch wir beten dies jedesmal, wenn wir uns in der Hl. Messe befinden, denn das kostbare Blut wäscht uns mehrfach rein. Wir beten es auch jedesmal, wenn wir Weihwasser verwenden und uns damit bekreuzigen.
„Erschaffe mir Gott ein reines Herz“ ist die Erkenntnis, dass der Mensch sich selbst nicht gut machen kann. Vor allem wenn man sich schuldig gemacht hat, kann man nicht selbstständig wieder den Zustand der Schuldlosigkeit zurückerlangen. Gott ist es, der uns wieder in den Stand der Gnade zurückversetzen kann, indem er uns die Schuld vergibt, uns reinigt, uns erneuert durch den Hl. Geist. Er kann unser Herz wieder rein machen und uns einen „neuen beständigen Geist“ schenken. Dies sollten auch die Israeliten lernen, die sich von Gott und ihrer Bundestreue entfernt haben.
David bittet Gott darum, die Freundschaft mit ihm nicht zu kündigen („verwirf mich nicht von deinem Angesicht“). Er bittet ihn darum, die Salbung nicht zurückzunehmen, seinen gesamten Heilsplan mit David („nimm deinen Hl. Geist nicht von mir“, denn Salbung bedeutet Geistgabe). Er bittet Gott insgesamt darum, den Bund mit ihm nicht zu kündigen wegen dem, was er ihm angetan hat. Gott hat ihm aber zugesagt, dass er treu ist und einen Bund nicht zurücknimmt. Er braucht keine Schlachtopfer und Brandopfer, wenn man sie tut, um Gott zu besänftigen, gleichzeitig aber ganz viele Leichen im Keller hat. Gerade König David hat schwere Sünden begangen und versteht, dass er die Beziehung zu Gott zerstört hat. Er konzentriert sich darauf, diese Beziehung wieder zu kitten, nicht einfach nur paar Opfer darzubringen und dann passt das schon. Das heißt nicht, dass wir das jetzt wortwörtlich nehmen müssen und David keine Opfer mehr darbringen soll. Wir sind hier in einem Psalm, einer poetischen Textgattung, die mit solchen rhetorischen Stilmitteln bestückt ist. Wir sehen an Davids Verhalten und an dem seines Sohnes Salomo, dass er diese Verse rhetorisch meint. Er hat den Festkalender mit all den Opfern ja noch ausgebaut und Salomo hat den Tempel gebaut, in dem weiterhin viele Opfer dargebracht wurden!
Es heißt vielmehr, dass Gott keine solchen Opfer braucht, wenn die Menschen ihr Leben nicht ändern wollen, wenn ihr Herz nicht umkehrbereit und reuevoll ist. Das ist sehr aktuell, denn auch heute locken viele Angebote aus der Esoterik damit, dass man Heil, Glück, Erfolg etc. haben kann ohne Umkehr: ob es Meditationen und körperliche Übungen sind (Yoga, Qigong etc), die Umstellung der Möbel im Haus für Glück im Leben (Fengshui) oder sogar Diäten für besseres Karma…
Vielmehr wünscht sich Gott einen zerbrochenen Geist und ein zerschlagenes Herz, das heißt eine innere Bußhaltung und Bereitschaft zur Umkehr. Das ist ihm viel wertvoller. David hat das wirklich vorgelebt und ist deshalb bis heute ein Vorbild im Prozess der Umkehr sowie im Gebet, auch wenn er schlimme Sünden begangen hat.
Für uns heißt das heute nicht, dass wir keine Messen besuchen sollen, dem einzigen Opfer, das wir als Christen noch haben, das alle anderen Opfer der Juden abgelöst hat. Das heißt vielmehr, dass hinter dem knienden Menschen in der Kirchenbank (oder momentan dem Knienden vor dem Livestream), dem Gläubigen, der sich ein Aschekreuz abholt und gesenkten Kopfes die Messe mitmacht, auch ein reuiges Herz stecken muss, ein zerschlagener Geist, der bereit zur Umkehr ist und dies auch durch Taten im Alltag zeigt. Wir alle sollen uns nicht einfach nur zurücknehmen – und schon gar nicht für eitle Gründe wie im säkularen Kontext für die Fastenzeit angepriesen wird! -, sondern dieses Minus auch durch ein Plus barmherziger Taten kompensieren! In der Fastenzeit muss man uns anmerken, dass wir uns darum bemühen, den anderen Menschen gegenüber netter zu sein, ihnen zu helfen, besonders das zu verschenken, das heutzutage zu den Wertvollsten Gütern zählt – unsere Zeit. Das tun wir momentan zum Beispiel dadurch, dass wir den Älteren, Angeschlagenen, Bedürftigen bei den Einkäufen helfen, selber auf Hamsterkäufe verzichten und Kleinunternehmen unterstützen. Tun wir alles aus Liebe zu Gott, weil wir ihm zuliebe ein besserer Mensch werden möchten, dann wird er uns segnen und verwandeln.

Lk 18
9 Einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, erzählte Jesus dieses Gleichnis:
10 Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
11 Der Pharisäer stellte sich hin und sprach bei sich dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort.
12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
13 Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause hinab, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Heute hören wir im Evangelium von zwei Menschen mit ganz unterschiedlichen Haltungen. Jesus führt sie in einem Gleichnis an, um die Rechtfertigung vor Gott zu erklären. Er beobachtet nämlich die Selbstgerechtigkeit einiger Juden, die die anderen verachten.
Es handelt sich im Gleichnis um zwei Männer, die zum Gebet in den Tempel gehen. Er eine ist Pharisäer und betet: „Gott ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort.“ Er verweist damit auf den zweiten Mann, der ganz hinten stehen bleibt. Doch zunächst zum Pharisäer. Was er hier zu Anfang betet, ist noch nicht das Falsche. Auch wir dürfen Gott danken, dass wir noch nicht gefallen sind. Aber der entscheidende Unterschied ist dabei, worauf wir diese Gerechtigkeit zurückführen – auf Gott, der uns die Gnade und Kraft geschenkt hat, der Versuchung zu widerstehen, oder auf uns selbst, die wir durch unsere eigenen Taten diese Gerechtigkeit erreicht haben. Und das ist der springende Punkt, weshalb Jesus den Pharisäer als Negativbeispiel anführt: Er zählt nämlich auf: „Ich faste zweimal in der Woche und gebe den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.“ Der Pharisäer zählt vor Gott auf, was er Gutes getan hat, und setzt dabei voraus, dass dies ihn vor Gott gerecht macht. Er gibt mit den guten Seiten an und blendet komplett aus, was er noch nicht gut gemacht hat. Vor allem aber zählt er Dinge auf, die nichts mit der Beziehung zu Gott zu tun haben. In Psalm und Lesung haben wir heute ja bereits gelernt, dass es Gott auf diese Beziehung ankommt. Also noch einmal: Wir dürfen beten: „Gott, ich danke dir, dass ich nicht in schwere Sünde gefallen bin.“ Aber dann müssen wir anerkennen, dass es nicht allein unser Verdienst ist, sondern eine Kooperation mit der Gnade Gottes. Dabei können wir auch nicht stehenbleiben, sondern wir müssen uns ganz sehen, auch mit unserem Scheitern. Das vermissen wir beim Pharisäer. Er setzt nicht nach und bittet Gott um Verzeihung, wo er nicht nach dessen Willen gehandelt hat, so als ob er perfekt wäre und keiner Umkehr bedürfe.
Und da sehen wir nun den anderen Mann, der von Beruf Zöllner ist. Er kommt mit einer ganz anderen Haltung zu Gott. Er weiß genau, dass er Unrechtes getan hat. Er kommt mit einem absolut reumütigen Herzen. Er schämt sich seiner Sünde so wie Adam und Eva nach dem ersten Sündenfall, als sie sich vor Gott verstecken. Dieser Mann kommt mutig zu Gott, traut sich aber nicht, den Blick zu erheben. Er schlägt sich an die Brust und betet: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ Dies ist eine Haltung, mit der Gott „arbeiten“ kann. Hier kommt jemand zu ihm, weil er sich von Gott verwandeln lassen will. Er kehrt aktiv um, er möchte sein Leben ändern und da kann Gott seine helfende Gnade fließen lassen. Er kann zu einem besseren Menschen werden, weil er sich von Gott helfen lässt.
Der Pharisäer dagegen meint, dass er keine Umkehr nötig hat, deshalb kann Gott ihm keine Gnade erweisen. Er öffnet sich gar nicht dafür und lässt sich nicht helfen, obwohl er ein Mensch ist wie der Zöllner auch. Kein Mensch ist ohne Sünde, nur dass die Sünden unterschiedlich verteilt sind. Der Pharisäer sündigt auch, nur anders als der Zöllner. Er erkennt seine Erlösungsbedürftigkeit nur nicht. Er ist blind und somit verweist das heutige Evangelium auf die Lesungen des morgigen Laetare-Fastensonntags. Dort wird es ebenfalls um biologische und innere Blindheit gehen…
Jesus schließt das Gleichnis damit, dass der Zöllner gerechtfertigt nach Hause geht, der Pharisäer aber nicht. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn einige Kapitel zuvor hat Jesus bereits erklärt, dass dem, der von Herzen bereut und umkehrt, Gott alles vergeben will. Er kann aber nur vergeben, wer um Vergebung bittet.
Und so sagt Jesus zum Schluss: „Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ Erniedrigung heißt aber nicht, dass der Mensch das „Aschenputtel-Syndrom“ bekommen soll, sondern dass der Mensch sich realistisch sieht, mit dem Guten UND vor allem dem Bösen. Erst wenn wir uns so sehen, wie wir wirklich sind – das nennen wir Demut: wissen, was man kann und was man nicht kann; erkennen, wo die Tugenden und die Laster sind – dann können wir Gott das hinhalten und ihn bitten, uns dabei zu helfen, die Schwächen, die Laster, das Schlechte an uns zu überwinden. Nur so können wir ihm immer ähnlicher werden. Wenn wir aber in der Selbstillusion eines unfehlbaren Menschen verharren, wird der Dreck unserer Seele nie zutage kommen, um gereinigt zu werden. Dann gibt es spätestens am Ende unseres Lebens eine böse Überraschung, denn im Angesicht Gottes wird der gesamte angesammelte Dreck auf einmal zutage treten. Dann werden wir selbst uns so sehr schämen und so einen überwältigenden Schmerz verspüren, dann werden wir die ultimative Erniedrigung verspüren. Ändern wir uns jetzt, solange es noch geht! Demütigen wir uns und bitten wir den Herrn um Verzeihung, dann werden wir am Ende unseres Lebens Ehrengäste im himmlischen Hochzeitsmahl sein!

Ihre Magstrauss

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