Montag der 3. Osterwoche

Apg 6,8-15; Ps 119,23-24.26-27.29-30; Joh 6,22-29

Apg 6
8 Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.
9 Doch einige von der sogenannten Synagoge der Libertiner und Kyrenäer und Alexandriner und Leute aus Kilikien und der Provinz Asien erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten;
10 aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach, nicht widerstehen.
11 Da stifteten sie Männer zu der Aussage an: Wir haben gehört, wie er gegen Mose und Gott lästerte.
12 Sie hetzten das Volk, die Ältesten und die Schriftgelehrten auf, drangen auf ihn ein, packten ihn und schleppten ihn vor den Hohen Rat.
13 Und sie brachten falsche Zeugen bei, die sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, gegen diesen heiligen Ort und das Gesetz zu reden.
14 Wir haben ihn nämlich sagen hören: Dieser Jesus, der Nazoräer, wird diesen Ort zerstören und die Bräuche ändern, die uns Mose überliefert hat.
15 Und als alle, die im Hohen Rat saßen, gespannt auf ihn blickten, erschien ihnen sein Gesicht wie das Gesicht eines Engels.

Heute hören wir von Stephanus, dem ersten Märtyrer. Ich habe schon vor einigen Tagen vorgewarnt, dass das Leiden der Christen nicht lange auf sich warten lasse.
Mit Stephanus beginnt nun diese Leidensgeschichte von Verfolgungen, die bis heute nicht aufgehört hat.
Er ist „voll Gnade und Kraft“, was sein Erfülltsein mit dem Heiligen Geist umschreibt. Er ist mit denselben Früchten, Gaben und Charismen ausgestattet, die wir bei der brennenden Pfingstrede des Petrus bemerkt haben. Wer ist dieser Stephanus eigentlich? Er gehörte der Jerusalemer Urgemeinde an, war ursprünglich hellenistischer Jude und deshalb auch als einer der sieben Diakone ausgewählt worden, die caritative Aufgaben bei den Bedürftigen und vor allem bei den griechischsprachigen Witwen übernehmen sollten.
Er ist also nun Judenchrist, ein ehemaliger Jude, der zum Glauben an Christus gekommen ist. Es gibt in Jerusalem unterschiedliche jüdische Gruppen. Eine davon besteht aus Menschen, die so wie Stephanus sind, bevor er Christ wurde. Sie nennen sich Hellenisten. Die Aufzählung, die wir hier lesen (Libertiner, Kyrenäer, Alexandriner etc.) beweist, dass es eben solche hellenistischen Juden sind. Sie haben ein Problem mit Stephanus und erheben sich, um mit ihm zu streiten. Das Verb ἀνέστησαν anestesan meint an dieser Stelle weniger die physische Bewegung des Aufstehens, als vielmehr den Aufstand, das Rebellieren, sich beschweren. Das Verb συζητοῦντες syzetuntes meint einen Streit als Debatte oder Prüfung. Sie wollen die Rechtgläubigkeit des Stephanus prüfen.
Womöglich regen sie sich auf, weil er solch kraftvolle Zeichen vollbringt und sie nicht. Es spielt vielleicht Neid und Eifersucht eine Rolle so wie bei den Hohepriestern Jesus und seinen Aposteln gegenüber.
Die Gegner des Stephanus versuchen, gegen ihn anzukommen, aber seine Weisheit übertrifft die seiner Feinde. Sie wollen mit ihrer menschlichen Vernunft gegen den Geist Gottes kämpfen. Der Ausgang ist offensichtlich. An diesem Vers erkennen wir, dass der Streit tatsächlich im Debattieren besteht.
Als die Feinde merken, dass sie gegen Stephanus keine Chance haben (vielmehr gegen den Geist Gottes, aber das verstehen sie nicht), greifen sie zu unfairen Mitteln. Sie stiften Männer zu Falschaussagen an. Das ist nicht das erste Mal. Schon bei dem Prozess Jesu hat man Falschaussagen getätigt, die sich aber widersprochen haben. Ihr Plan ist es, Stephanus zu unterstellen, dass er Mose und die Torah lästere und die Lehre verändern wolle.
Mithilfe der religiösen Vertreter Jerusalems hetzen sie die Öffentlichkeit gegen Stephanus auf und schaffen es, ihn vor den Hohen Rat zu bringen. Es ist schon wieder ein ungerechter Prozess, so wie bei Jesus und auch bei den Aposteln nach dem Pfingstereignis.
Und so werden falsche Zeugnisse gegen ihn gebracht, die ihm Feindseligkeit gegenüber der jüdischen Lehre und des Tempels unterstellen.
Sie behaupten sogar: „Dieser Jesus, der Nazoräer, wird diesen Ort zerstören und die Bräuche ändern, die uns Mose überliefert hat.“ Jesus hat so etwas natürlich nie behauptet. Er hat vielmehr gesagt, dass nicht ein einziges Iota vom Gesetz geändert werden dürfe. Er hat das Gesetz mit seiner ganzen Person aber erfüllt. Jesus hat wirklich gesagt: „Reißt den Tempel nieder und ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen“, was aber den Tempel seines Leibes meint. Es war ein prophetischer Zeichenakt, der auf seinen Tod und seine Auferstehung hinweisen sollte. Nun wird dies zum Anlass genommen, Stephanus zu verurteilen. Es wird mit absoluten Lügen vermischt und so entsteht eine falsche Anklage.
Stephanus aber hat keine Angst. Er bleibt ganz ruhig und ist viel mehr wie verklärt. Sein Gesicht leutet, das muss wohl heißen, seine Augen strahlen. Es wird verglichen mit einem Engelsgesicht. Das, was hier so leuchtet, ist die Gnade Gottes auf seinem Gesicht. Der Heilige Geist durchdringt ihn ganz und so wird er auch mit der Frucht des Mutes und der Ruhe beschenkt.
Wir wissen, dass es tödlich endet. Sie steinigen ihn und dieser unschuldige Mensch vergibt im Tod seinen Henkern. Er bittet Gott darum, deren Sünde nicht anzuerkennen. Er hat heroischen Mut und außerordentlich große Liebe bewiesen. Damit ist er wahrlich zum Zeugen für Christus geworden, der ebenfalls sterbend am Kreuz für seine Henker gebetet hat. Ganz wie Christus befiehlt Stephanus sein Leben dem, der ihm alles bedeutet – Gott. Er stirbt im tiefsten Vertrauen und so lebt er in Ewigkeit beim Herrn.

Ps 119
23 Sitzen auch Fürsten zusammen und verhandeln gegen mich, dein Knecht sinnt nach über deine Gesetze.
24 Deine Zeugnisse sind mein Ergötzen, sie sind meine Berater.
26 Meine Wege hab ich dir erzählt und du gabst mir Antwort. Lehre mich deine Gesetze!
27 Den Weg deiner Befehle lass mich begreifen, ich will nachsinnen über deine Wunder!
29 Halte mich fern vom Weg der Lüge, begnade mich mit deiner Weisung!
30 Ich wähle den Weg der Treue, deine Entscheide stelle ich mir vor Augen.

Heute beten wir aus dem längsten Psalm des gesamten Psalters und betrachten darin den lebenslangen Wandel nach dem Wort Gottes. Er greift auf, was Stephanus durchgemacht hat.
„Sitzen auch Fürsten zusammen und verhandeln gegen mich, dein Knecht sinnt nach über deine Gesetze.“ Und wenn auch die Mächtigen der Welt einen anklagen, ändert das nichts daran, dass „dein Knecht“, sprich jeder Gläubige (wörtlich gemeint Jude, im geistlichen Sinne Jesus Christus und jeder getaufte Christ) an dem Wort Gotte festhält. Petrus hat zu den Hohepriestern gesagt: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Das ist es. Wer Gott von ganzem Herzen liebt, wird seine Gebote immer halten und als oberste Priorität erachten. Er ist die höchste Autorität, höher noch als Könige, heute vielleicht gesagt höher noch als die Politiker, Bänker, Stars und Sternchen.
Der nächste Vers ist etwas ungünstig übersetzt worden: Die Zeugnisse, von denen in Vers 24 die Rede ist, können vielmehr mit „Gebote“ übersetzt werden und statt „Ergötzen“ könnte man auch Freude oder Wonne formulieren. Das ist eine weniger anstößige Übersetzungsmöglichkeit. Was dadurch ausgesagt werden soll: Die Gebote sind keine Bürde, sondern vielmehr eine Erleichterung. Sie verhelfen dem Menschen zu einem gelungenen und glücklichen Leben. Sie sind also erstrebenswert und nicht eine Pflicht.
Der Gläubige hat eine Beziehung zu Gott. Er spricht mit ihm und teilt mit ihm seine Befindlichkeiten. Das können wir auf die Juden beziehen, insbesondere auf David. Das können wir vielmehr noch auf Jesus beziehen, der zum Vater eine derart intime Beziehung führt, dass wir daraus die Liebe Gottes förmlich ergreifen können. Das ist auch mit jedem Christen so, der Jesus nachfolgt auf dem Weg in die Herrlichkeit Gottes.
Gott ignoriert den Menschen nicht, der zu ihm kommt und ihm alles erzählt. Er erhört die Bitten seiner geliebten Kinder. Dies hat er an König David erwiesen, der immer wieder in Gefahr geraten ist. Er hat es ganz besonders an seinem eigenen Sohn gezeigt, den er von den Toten auferweckt hat. Er erhört auch unsere Bitten, die wir vertrauensvoll zu ihm kommen mit unseren Anliegen. Bei ihm gibt es kein Nein. Er hat höchstens ein Später oder ein Anders für uns vorgesehen und dies wiederum, um uns das Heil zu schenken.
„Lehre mich deine Gesetze“ ist der Ausdruck von Eifer. Der Gläubige möchte eine gute Beziehung zu Gott und ihn deshalb immer besser verstehen. Wenn wir einen Menschen lieben, wollen wir alles für ihn tun. So ist es auch bei Gott. Wenn wir ihn lieben, wollen wir alles für ihn tun. Er wiederum verlangt nur das von uns, was uns zum Heil führt.
So ist auch Vers 27 zu verstehen, der von Gottes Befehlen spricht. Die Juden damals wie auch die Christen heute wollen nachsinnen über die Wunder Gottes. Das heißt, dass wir solche Zeichen des Heils schauen möchten. Sie sind Bestätigung dafür, dass Gott auch heute gegenwärtig ist in dieser Welt. Und wenn wir hinschauen, werden wir viele dieser Wunder sehen. Das größte geschieht in jeder Heiligen Messe, wenn ein einfaches Stückchen Brot zum Leib Christi wird.
Gott soll den Menschen vom Weg der Lüge fernhalten. Dies gilt für die Juden damals als auch für uns heute: Ein Leben nach dem Willen Gottes ist ein Leben in Wahrhaftigkeit. Wenn wir uns selbst belügen, leben wir in einer Illusion, die uns nicht zum Vater führt. Erst wenn wir die Welt sehen, wie sie ist, vor allem uns selbst real sehen, dann erst können wir ins Reich Gottes eingehen. Denn diese reale Selbstsicht heißt Demut. Diese bedeutet zugleich, die eigene Armut zu erkennen und alles vom Vater zu erbitten. Das ist die Haltung eines Kindes, die uns in das Reich Gottes bringt.
Gott möge den Menschen mit seiner Weisung begnadigen. „Weisung“ heißt jüdisch gesehen zunächst die Torah. Die Weisung ist für uns heute aber noch viel mehr, denn in Christus ist sie Fleisch geworden. Die Begnadigung wird uns also vielmehr durch Jesus Christus geschenkt, der durch seinen Kreuzestod die Menschen erlöst und vor Gott gerecht gemacht hat.
„Ich wähle den Weg der Treue“ ist das Jawort gegenüber Gott, das wir jeden Tag erneuern müssen. Es ist die Entscheidung, Gott zu lieben und aus diesem Grund, seinen Willen zu tun. Es ist ein Jawort analog zum Ehebund. Liebe ist eine Entscheidung, eine Bejahung des zu Liebenden.
Dieser hier betende Knecht kann im Kontext der heutigen Lesung sehr gut mit Stephanus identifiziert werden. Er ist wirklich ein treuer Knecht Gottes, der erfüllt ist mit den Gaben des Heiligen Geistes. Sein Ja für Gott lässt ihn erstrahlen wie einen Engel. Seine innige Beziehung zu Gott stößt jenen eifersüchtigen Juden auf, die Jesus nicht als den Messias anerkennen und Stephanus die Früchte seiner Verkündigung nicht gönnen. Und doch erhält Stephanus bis zum letzten Atemzug dieses Jawort aufrecht. Er hat sich wirklich ganz für die Treue gegenüber Gott entschieden und die Mächtigen Jerusalems nicht gefürchtet.

Joh 6
22 Am nächsten Tag stand die Menge am anderen Ufer des Sees; sie hatten gesehen, dass nur ein Boot dort gewesen war und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass seine Jünger allein abgefahren waren.
23 Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten.
24 Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus.
25 Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen?
26 Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
27 Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird! Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.
28 Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?
29 Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Im Evangelium hören wir heute einen Ausschnitt aus der Himmelsbrotrede Christi. Sie ist ein Zeugnis für die Eucharistie.
Letzte Woche haben wir von der wunderbaren Brotvermehrung gehört. Jesus hat die Menschen dort schon für die Eucharistie sensibilisiert, die er im Abendmahlssaal und auf dem Golgota etablieren würde.
Dann fahren die Aposteln mit dem Boot ans andere Ufer des Sees auf Kafarnaum zu, als ihnen der bis dahin auf einem Berg verbliebene Jesus ihnen auf dem See zugelaufen kommt. Das hören wir heute alles nicht, sondern erst die Nachgeschichte einen Tag später. Die Menschenmassen verfolgen die Apostel und Jesus, kommen sogar mit Booten angereist, nur um Jesus wiederzusehen.
Sie suchen regelrecht nach ihm und finden ihn schließlich am anderen Ufer des Sees in Kafarnaum. Zunächst waren sie an den Ort der Brotvermehrung zurückgekehrt. In Kafarnaum fragen sie ihn, wann er dort hingekommen sei (sie haben nicht mitbekommen, dass Jesus plötzlich über den See gewandelt ist).
Jesus antwortet sehr entlarvend: Sie haben sich nicht die ganze Mühe gemacht, ihn zu finden, weil er Zeichen getan hat, sondern wegen der Brote, die sie gesättigt haben. Er spricht hier eine allzu menschliche Haltung an: Wo es etwas zu essen und vor allem etwas umsonst gibt, kommen die Menschen in Scharen. Gerade Nahrung ist etwas Lebensnotwendiges, das man Tag für Tag neu verdienen muss. Gerade jene, die in nicht so guten Verhältnissen leben, müssen umso mehr Mühe aufwenden, das tägliche Brot zu erhalten und so für sich und ihre Familie zu sorgen. Das ist an sich ja nichts Schlechtes und Jesus sagt es nicht, um die Menschen zu entwürdigen, die etwas ganz Natürliches getan haben. Wir müssen bedenken, dass sie einmal weniger hart arbeiten mussten, um sich zu sättigen. Sie durften wenigstens an jenem Tag den Folgen der Erbsünde entgehen, über die es heißt: „Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen (Gen 3,19).“ Einmal ernten, was man nicht gesät hat! Das gönnt Jesus den Menschen durchaus, aber worauf er hinaus möchte, ist etwas ganz anderes: Er möchte die Menschen auf die übernatürliche Speise vorbereiten. Das war der Zweck seiner wunderbaren Brotvermehrung. Stattdessen haben die Menschen nur das Brot an sich gesehen, nicht die Zeichenhaftigkeit, die auf etwas Größeres hinweist.
Ihre mangelnde Erkenntnis, nicht das Essen von geschenktem Brot, kritisiert Jesus.
Die Speise, die für das ewige Leben bleibt, ist die Eucharistie. Sie ist es, die auch uns nährt auf dem Weg in die Herrlichkeit Gottes. Sie zu erhalten, sollte das höhere Gut sein, denn sie dient dem ewigen Leben. Dieses ist viel erstrebenswerter als das vorübergehende irdische Leben und deshalb jede Mühe wert.
Jesus ist der Menschensohn, der den Menschen diese Speise geben wird. Es ist zukünftig formuliert, weil es noch aussteht. Einerseits verweist er mit dieser Aussage auf die Einsetzung der Eucharistie im Abendmahlssaal, auf die Besiegelung des Neuen Bundes am Kreuz von Golgota einen Tag später, auf die Eucharistie, die die Christen damals und wir bis heute feiern. Er ist es bis heute, der dieses größte Heilsmittel aller Zeiten spendet. Der Priester tut es „in persona Christi“. Seine Hände, seine Stimme, seine Person sind Werkzeug Christi, durch die er selbst die Eucharistie schenkt.
Das Bild des Siegels, das Jesus hier verwendet, ist im antiken Verständnis wichtig im Kontext von Herrschaft (jeder König hat ein Siegel, mit dem er offizielle Dokumente besiegelt). Es ist auch wichtig im Kontext von Gericht und Testamenten (so werden Aussagen und Testamente von Zeugen beglaubigt, wofür auch Siegel eingesetzt werden). Schließlich sind Siegel in der Antike entscheidend bei der Markierung von Eigentum. Was ein bestimmtes Siegel besitzt, gehört dem Siegelträger. Jesus ist beglaubigt vom Vater mit seinem ganzen Sein, mit seinem Tun, mit seinem Auftreten. Das Siegel des Allmächtigen selbst ist ihm aufgedrückt – er hat die höchste Autorität und auch die größte Glaubwürdigkeit. Er gehört ganz dem Vater, denn sie sind ganz eins. Und auch wir, die wir durch die Taufe das Siegel des allmächtigen Gottes in unsere Seele eingeprägt bekommen, gehören ganz ihm als seine geliebten Kinder und Erben im Reich Gottes.
Die Menschen haben aufmerksam seinen Worten gelauscht. Nun fragen sie, was sie tun müssen, um die Werke Gottes zu vollbringen. Sie möchten Gott gefallen und seinen Willen tun. Sie sind nicht beleidigt und ziehen ab, weil Jesus ihr Essen des Brotes irgendwie kritisiert hat. Sie möchten aus Jesu Worten Konsequenzen für ihr Leben ziehen. Und so antwortet Jesus ihnen, dass sie an ihn glauben sollen. Er ist es, den der Vater gesandt hat. Wer an Jesus Christus glaubt, lässt sich auf seinen Namen hin taufen. Das wird das äußere Zeichen für den Glauben an ihn darstellen. All dies wird erst geschehen, nachdem Jesus den Neuen Bund besiegelt hat am Kreuz und nachdem er von den Toten auferstanden, in den Himmel aufgefahren und den Heiligen Geist gesandt hat. Der Glaube an Jesus Christus ist den Anwesenden aber schon jetzt möglich.

So fragen wir heute mit den Anwesenden: Herr, was sollen wir tun? Und auch uns sagt Jesus heute: Glaube an mich, den Menschensohn, der dir die Nahrung für das ewige Leben spenden möchte. Tue alles dir Mögliche, um sie zu erhalten.
Das ist in unserer heutigen Situation nicht so einfach, denn wir dürfen die Speise nicht empfangen, höchstens in geistiger Form. Und doch möchte der Herr uns auch heute besondere Gnaden erweisen. Fragen wir jeden Tag und in jeder Situation neu nach dem Willen Gottes. Halten wir fest an ihm, der uns ein neues ewiges Leben geschenkt hat, egal was kommt. Dann werden wir so wie Stephanus direkt in die Arme Gottes aufgenommen. Halten wir ganz an ihn, den Gott durch sein eigenes Siegel beglaubigt hat. Ihm können wir wirklich ganz vertrauen, weil er wahres Zeugnis ablegt im Gegensatz zu Menschen, die von Neid und Eifersucht getrieben sogar Falschaussagen tätigen wie in der Apostelgeschichte heute.
Er ist der wahre und treue Zeuge und seine Speise ist wirklich die Nahrung für das ewige Leben.

Ihre Magstrauss

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