Donnerstag der 24. Woche im Jahreskreis

1 Kor 15,1-11; Ps 118,2 u. 4.16-17.28-29; Lk 7,36-50

1 Kor 15
1 Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht.
2 Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet werden, wenn ihr festhaltet an dem Wort, das ich euch verkündet habe, es sei denn, ihr hättet den Glauben unüberlegt angenommen.
3 Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift,
4 und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift,
5 und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.
6 Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen.
7 Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln.
8 Zuletzt erschien er auch mir, gleichsam der Missgeburt.
9 Denn ich bin der Geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe.
10 Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht – nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir.
11 Ob nun ich verkünde oder die anderen: Das ist unsere Botschaft und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.

In der heutigen Lesung hören wir einen Ausschnitt, in dem Paulus viele Aspekte zum Thema Auferstehung erklärt.
Dabei betont er am Anfang, dass das Fundament des Glaubens, den auch die Korinther angenommen haben, die Osterbotschaft ist. Sie nämlich ist der Kern des gesamten Evangeliums.
Wer an diesem Evangelium festhält, wird gerettet werden. Die Bejahung des Evangeliums wiederum geschieht durch die Taufe als äußeres Zeichen des inneren Glaubens. Und deshalb wiederholt er es noch einmal, falls der ein oder andere diese Botschaft unüberlegt angenommen hat.
Dann hören wir aus der ältesten Osterüberlieferung, die das Neue Testament tradiert. Paulus selbst hat sie schon von woanders empfangen, also ist sie sehr alt, das heißt sehr nah an dem Osterereignis selbst dran.
„Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift“ – ja, das ist der Grund – entgegen aller theologischen Bemühungen heutzutage, den Sühnetod wegzuargumentieren. Jesus ist für unsere Sünden gestorben, für jeden einzelnen Menschen!
Die Wendung „gemäß der Schrift“ verdeutlicht uns, dass es schon das Alte Testament angekündigt hat. Das ist wichtig, weil es den frommen Juden zeigt, dass Jesu Tod und Auferstehung heilsgeschichtlich entscheidend ist und sogar den Höhepunkt der Liebesgeschichte Gottes mit den Menschen darstellt.
„Jesus ist begraben worden.“ Das heißt, er war wirklich komplett tot, nicht scheintot, nicht ohnmächtig oder gar nicht erst gestorben. Er ist wirklich gestorben, was für unsere Erlösung absolut notwendig war. Er konnte nicht erlösen, was er nicht selbst durchgemacht hat. Deshalb musste er ganz sterben.
Er ist dann aber am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift.“ Petrus hat diese Schriftstellen teilweise zitiert, als er am Pfingsttag vor die Menschen getreten ist. Jesus selbst hat dies angekündigt, indem er immer wieder Leidensankündigungen vorgenommen hat. Die Apostel haben es damals nicht verstanden, doch nun ist ihnen alles klar.
Er erscheint dem Kephas (also Petrus), dann den Zwölf, sogar 500 Brüdern gleichzeitig. Das kann also keine Einbildung sein, keine Fata Morgana oder Halluzination. Viele der Augenzeugen leben noch zur Zeit des Paulus.
Mit Jakobus ist der „Herrenbruder“ Jakobus gemeint, der die Jerusalemer Gemeinde nach der Abreise des Petrus geleitet hat. Er ist Verwandter Jesu, deshalb heißt er auch „Herrenbruder“. Wir wissen von dem biblischen Zeugnis, dass es sich dabei um den Sohn einer anderen Maria und des Kleopas handelt, der übrigens einer der Emmausjünger ist. Diese andere Maria kann kaum die Schwester der Mutter Jesu sein (diese war laut Protevangelium des Jakobus ohnehin Einzelkind). Es wird sich vielleicht um die Cousine der Mutter Jesu gehandelt haben, also ist Jakobus Jesu Cousin zweiten Grades. Und doch ist es im orientalischen Kontext normal, Bruder zu sagen (Es gibt damals auch nur ein Wort für Bruder, Cousin etc.). Mit „Familie“ ist mehr gemeint als die gerade Linie, wie wir es aus unserem Kontext kennen. Damit ist vielmehr die Großfamilie gemeint.
„Zuletzt erschien er auch mir, gleichsam der Missgeburt.“ Das bezieht sich auf Pauli Begegnung mit Christus vor den Toren von Damaskus. Paulus nennt sich einerseits Missgeburt, weil er sich selbst als den geringsten Apostel erachtet. Er hat schließlich die Christen zunächst verfolgt und somit Christus selbst verfolgt. Dies gibt er als Begründung im darauffolgenden Vers zu verstehen. Er nennt sich andererseits so, weil das griechische Wort ἔκτρωμα ektroma „unzeitige Geburt“ heißt. Es bezieht sich aber in seinem Fall nicht auf die biologische Geburt, sondern auf die Wiedergeburt im Hl. Geist. Seine Bekehrung kommt spät, ist also unzeitig im Gegensatz zu den anderen Aposteln.
Paulus ist viel Gnade zuteilgeworden, obwohl er so ein böser Mensch war. Er hat sich mehr als die anderen abgemüht bzw. die Gnade zusammen mit ihm. Hier haben wir den Beweis, dass die Vereinnahmung des Paulus durch die sola-gratia-Reformatoren unsinnig war. Denn hier sagt er das „Katholischste“, was man zu dem Thema sagen kann: Im Menschen wirken hundert Prozent Gnade und hundert Prozent menschliches Bemühen eine wunderbare Synthese. Paulus hat verstanden, dass er es aufgrund seiner Vergangenheit eigentlich nicht verdient hat, Apostel genannt zu werden. Aber die Gnade Gottes ist größer als der menschliche Gerechtigkeitssinn.
Zum Schluss sagt Paulus noch ein wichtiges Wort: Es spielt keine Rolle, ob er selbst die Osterbotschaft verkündet oder ein anderer. Es ist und bleibt dieselbe Botschaft vom Sieg des Lebens über den Tod. Diese Wendung formuliert er deshalb, weil es in Korinth ja die Rivalitäten und Parteien gibt (die einen halten zu Paulus, die anderen zu Apollos, die anderen zu Kephas…).
Dank Paulus haben wir diese uralte Überlieferung erhalten. Sie bestätigt, was wir glauben – dass Jesu Auferstehung eine historische Tatsache ist, die nachträglich nicht symbolisiert werden kann. Jesus ist leibhaftig auferstanden und so werden auch wir es!

Ps 118
2 So soll Israel sagen: Denn seine Huld währt ewig.
4 So sollen sagen, die den HERRN fürchten: Denn seine Huld währt ewig.
16 die Rechte des HERRN, sie erhöht, die Rechte des HERRN, Taten der Macht vollbringt sie.
17 Ich werde nicht sterben, sondern leben, um die Taten des HERRN zu verkünden.
28 Mein Gott bist du, dir will ich danken. Mein Gott bist du, dich will ich erheben.
29 Dankt dem HERRN, denn er ist gut, denn seine Huld währt ewig!

Heute beten wir den so wunderbaren Psalm 118, der durch die Auferstehung Jesu Christi zu unserem Lebensprogramm geworden ist. Er ist wahrscheinlich als Wechselgesang konzipiert worden und wurde als Dankbekenntnis beim Einzug in den Jerusalemer Tempel gebetet.
Ja, Gottes Huld währt ewig, denn er ist gut. Kein anderer Gott hat sich jemals von seinen geliebten Kindern umbringen lassen, um ebenjene von allen Sünden zu erlösen!
„Israel“ ist nun nicht mehr nur das irdische Volk der zwölf Stämme, sondern meint nun alle, die an Christus glauben. Wir alle sollen nun sagen: „Seine Huld währt ewig.“ Wir sind es, die Gott fürchten.
Die Rechte des Herrn hat wirklich große Taten vollbracht. Damals schon beim Auszug aus Ägypten hat er heftige Wunder getan, sogar das Meer gespalten! Doch was er nun an Christus getan hat, ist unvergleichlich höher! Er hat nämlich seinen einzigen Sohn hingegeben. Dieser ist gestorben und von den Toten auferstanden, um das ewige Leben aller Menschen gestern, heute und morgen zu erwirken!
Gott hat durch die Auferstehung seines Sohnes wirklich seine Macht bewiesen. Das war die größte Heilstat aller Zeiten, die die Menschen gestern, heute und morgen erlöst hat!
Und deshalb darf der Mensch voller Freude sagen: „Ich werde nicht sterben, sondern leben, um die Taten des HERRN zu verkünden.“ Ja, das ist die einzig angemessene Antwort auf die Erlösung, die uns zuteilgeworden ist – ihn zu verkünden und immerfort Zeugnis für ihn abzulegen.
„Mein Gott bist du“ ist nicht einfach eine Floskel, sondern Bundessprache. Dass die Israeliten beim Einzug in das Heiligtum Gottes „mein Gott“ sagen dürfen, liegt an dem Bundesschluss mit ihm. Er gehört ganz ihnen und sie gehören ganz ihm. Das ist eine besonders innige Gottesbeziehung, die zu jener Zeit alles andere als selbstverständlich ist. Vers 28 zeugt also von einem besonders innigen Lobpreis.
Gottes Huld währt ewig und somit sollen die Israeliten Gott ewig danken. Er ist wirklich ein treuer Gott, der seine Versprechen hält. Diese Erfahrung konnten nicht nur die Israeliten machen, sondern auch wir, die wir im Neuen Bund mit ihm so innig verbunden sind. Er hält an dem Versprechen fest, uns das ewige Leben zu schenken. Nach so vielen Jahrhunderten messianischer Sehnsucht hat er der Menschheit die Erlösung geschenkt, indem er seinen einzigen Sohn für alle hingegeben hat. Wenn das nicht der größte Erweis seiner Huld ist, was dann!

Lk 7
36 Einer der Pharisäer hatte ihn zum Essen eingeladen. Und er ging in das Haus des Pharisäers und begab sich zu Tisch.
37 Und siehe, eine Frau, die in der Stadt lebte, eine Sünderin, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers zu Tisch war; da kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl
38 und trat von hinten an ihn heran zu seinen Füßen. Dabei weinte sie und begann mit ihren Tränen seine Füße zu benetzen. Sie trocknete seine Füße mit den Haaren ihres Hauptes, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.
39 Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, sagte er zu sich selbst: Wenn dieser wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, die ihn berührt: dass sie eine Sünderin ist.
40 Da antwortete ihm Jesus und sagte: Simon, ich möchte dir etwas sagen. Er erwiderte: Sprich, Meister!
41 Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig.
42 Als sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, schenkte er sie beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben?
43 Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er mehr geschenkt hat. Jesus sagte zu ihm: Du hast recht geurteilt.
44 Dann wandte er sich der Frau zu und sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser für die Füße gegeben; sie aber hat meine Füße mit ihren Tränen benetzt und sie mit ihren Haaren abgetrocknet.
45 Du hast mir keinen Kuss gegeben; sie aber hat, seit ich hier bin, unaufhörlich meine Füße geküsst.
46 Du hast mir nicht das Haupt mit Öl gesalbt; sie aber hat mit Balsam meine Füße gesalbt.
47 Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie viel geliebt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der liebt wenig.
48 Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben.
49 Da begannen die anderen Gäste bei sich selbst zu sagen: Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt?
50 Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden!

Im heutigen Evangelium hören wir von einer Sünderin, die Jesus sehr viel Liebe zeigt und die Vergebung ihrer Sünden empfängt. Sie ist heute als Pendant zu Paulus zu betrachten, dem ebenfalls die Vergebung seiner Sünden zuteilgeworden ist.
Jesus ist bei einem Pharisäer zum Essen eingeladen. Als sie am Tisch sind, kommt eine Sünderin mit einem Alabastergefäß voll Öl zu ihnen. Wir müssen uns die Szene so vorstellen: Im alten Orient lag man zu Tisch. So lagen die Füße am anderen Ende der Liege.
Und in diese Tischgemeinschaft hinein tritt also nun die Frau „von hinten an ihn heran zu seinen Füßen“. Wie sie hineingekommen ist, wird nicht erklärt. Es scheint aber so, dass sie in der Stadt als Sünderin bekannt ist.
Sie weint, was uns ihre Reue und Scham beweist. Sie weint also über ihre Sünden im Angesicht Gottes. Können auch wir so auf uns schauen und bereuen? Das ist eine Gnade, denn die Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Die Frau kommt nun also zu Jesus und benetzt seine Füße mit ihren Tränen. Was sie tut, ist der Sklavendienst der Fußwaschung. Jesus selbst wird es an seinen Aposteln tun, um ihnen zu zeigen, wie ihr „Herrschen“ aussehen soll. Sie demütigt sich vor ihm also auf maximale Weise und trocknet seine Füße sogar mit ihren Haaren ab. So weit geht nicht einmal ein Sklave. Sie macht sich also ganz klein vor ihm und zeigt ihm sehr viel Liebe. Dies wird vor allem durch das Küssen der Füße deutlich. Dann salbt sie seine Füße mit dem kostbaren Öl. Diese Frau, die als Sünderin bekannt ist, hat mehr Verständnis als der Pharisäer, bei dem Jesus zu Gast ist. Ihr Salbungsvorgang ist ein einziges Messiasbekenntnis. Messias heißt „Gesalbter“. Sie hat verstanden, dass Jesus nicht einfach gewöhnlicher Mensch ist, sondern der ersehnte Messias. Die Salbung zeigt, dass er für sie Priester, König und Prophet ist. Und womöglich salbt sie ihn schon für sein Begräbnis wie später Maria von Betanien. Diese Frau ist eine Mystikerin, doch nur Jesus hat es verstanden. Warum hat sie Jesus erkannt, die anderen aber nicht? Weil „Erkennen“ etwas mit Liebe zu tun hat. Ihr Liebesdienst hat ihr einen klaren Blick auf das Herz Jesu ermöglicht, einen Blick ins Innere, der den anderen verwehrt bleibt.
Jesus versucht, es dem Pharisäer zu erklären, dessen Gedanken er längst durchschaut hat. Dieser denkt nämlich bei sich: „Wenn dieser wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, die ihn berührt: dass sie eine Sünderin ist.“ Hier haben wir den Unterschied. Während die Frau Jesus als Propheten salbt, denkt dieser Mann bei sich „Wenn dieser wirklich ein Prophet wäre“. Sie hat Glauben, doch der hochangesehene Pharisäer nicht.
Jesus erzählt ihm folgendes Gleichnis, um ihm die Situation begreiflich zu machen: Zwei Schuldner sind einem Geldverleiher etwas schuldig. Beide können ihre Schuld nicht bezahlen, der eine fünfhundert, der andere fünzig Euro. Welcher der beiden freut sich mehr, als dann der Geldverleiher beiden die Schuld erlässt? Der Pharisäer schlussfolgert korrekt, dass derjenige mit dem größeren Schuldenerlass ihn mehr lieben wird. Und dies greift Jesus nun auf, es auf die Sünderin zu beziehen. Die Frau hat Jesus so viel Liebe gezeigt im Gegensatz zum Pharisäer, der Jesus nicht mal die Füße hat waschen lassen. Die Frau hat Jesu Füße geküsst im Gegensatz zum Pharisäer. Sie hat Jesus gesalbt im Gegensatz zum Pharisäer. Sie hat Jesus viel mehr Liebe gezeigt als der Gastgeber. Wegen ihrer großen Liebe zu Christus sind ihr die Sünden vergeben. Jesus erlässt sie ihr. Das ist für die Juden absolut provokativ, denn Sünden kann nur Gott vergeben. So fragen sich die ganzen anderen Gäste, von denen wir an dieser Stelle zum ersten Mal hören, wer Jesus ist. Viele werden daran Anstoß nehmen und Jesu Gottheit nicht anerkennen. Sie werden ihn vielmehr als Blasphemiker verurteilen. Zu der Frau sagt Jesus: „Dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden!“ Der Glaube rettet uns. Das größte Zeichen des Glaubens ist die Taufe. Deshalb lehrt die Kirche von Anfang an, dass sie heilsnotwendig ist. Der Frau wird Frieden geschenkt, ein Frieden, den die Welt nicht geben kann. Es geht hier um den inneren Frieden im Herzen. Endlich kommt ihre Seele zur Ruhe, denn sie ist bei Gott angekommen. Es handelt sich um eine Gabe Gottes, die jedem zuteilwird, der zu Gott umkehrt. Diese Begegnung wird ihr Leben ganz verändert haben. Die Frau ist gleichzusetzen mit jenem Schuldner in Jesu Gleichnis, dem besonders viel erlassen wird. Und wenn wir zurück auf die Lesung schauen, erkennen wir eine Analogie zwischen der Sünderin und Paulus. Beide sind besonders weit weg von Gott, indem sie schwere Sünden begehen. Doch beide erfahren eine tiefe Umkehr und lieben Gott ganz besonders, denn ihnen sind viele Sünden vergeben worden.
Wir müssen uns einer wichtigen Sache bewusst werden: Jesus lobt die Sünderin im heutigen Evangelium nicht wegen ihrer Sünden. Diese kann er nicht ausstehen. Aber er lobt ihre Reue und Umkehrbereitschaft. Jesus liebt den Sünder, nicht die Sünde. Diese Stelle dürfen wir also nicht dazu missbrauchen, Sünden zu relativieren aufgrund eines falschen Barmherzigkeitsverständnisses. Das geschieht heutzutage leider allzu oft, insbesondere bei der Frage nach dem sechsten Gebot. Die Menschen erfahren Gottes Vergebung durch ihre Bereitschaft, ihr Leben zu verändern. Sie bleiben nicht im Zustand der Sünde. Möge Gott auch uns heute die Gnade schenken, unser sündhaftes Leben zu beenden und neu anzufangen, damit auch uns die Gnade der Vergebung geschenkt werde!

Ihre Magstrauss

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