Freitag der 8. Woche im Jahreskreis

Sir 44,1.9-13; Ps 149,1-2.3-4.5-6au. 9b; Mk 11,11-25

Sir 44
1 Der Väter Lobgesang Preisen wir nun die berühmten Männer, unsere Väter der Abstammung nach.
9 An manche aber gibt es keine Erinnerung, sie sind ausgelöscht, als ob sie nie existiert hätten. Sie waren, als wären sie nicht gewesen, so auch ihre Kinder nach ihnen.
10 Aber diese waren Männer des Erbarmens, deren gerechte Taten nicht vergessen worden sind.
11 Bei ihren Nachkommen hat es Bestand und ein gutes Erbe sind ihre Nachfahren.
12 Ihre Nachkommen hielten an den Bundesschlüssen fest und ihre Kinder um ihretwegen.
13 Bis in Ewigkeit haben ihre Nachkommen Bestand und ihr Ruhm wird nicht ausgelöscht.

In der heutigen Lesung aus dem Buch Jesus Sirach geht es um Gottes Herrlichkeit und Weisheit in der Geschichte. Wenn man auf diese zurückblickt, erkennt man Gottes Spuren. Er wirkt in ihr, ja er er ist der Herr der Geschichte. Immer wieder geschieht ein geschichtlicher Rückblick in den Texten des Alten Testaments und auch wir pflegen regelmäßig die Betrachtung der Geschichte in der Hl. Messe, wenn wir nämlich alttestamentliche Lesungen hören und auch die liturgischen Gebete, vor allem das Hochgebet, betrachten.
In der Geschichte Israels taten sich bestimmte Figuren hervor, die Patriarchen, die heilsgeschichtlich relevanten Männer und Frauen, ja selbst jene, die zu ihrer Zeit für Katastrophen sorgten oder sündigten, zeigen sich im großen Bild als wichtige Teilchen im Getriebe der Heilsgeschichte. Manche aber, so sagt es Vers 9, sind in Vergessenheit geraten, ebenso ihre Kinder. Das Gedenken der Verstorbenen ist absolut entscheidend für die Israeliten. Wer vergessen wird, ist verflucht bzw. von Gott nicht gesegnet. Dagegen ist die Erinnerung an die „Männer des Erbarmens, deren gerechte Taten nicht vergessen worden sind“, Zeichen des Segens Gottes. Dies geht auch auf die Nachkommen über. Das ist ein wichtiger Grundsatz – Fluch und Segen werden weitergegeben. Im Alten Testament wird zudem Generationensolidarität großgeschrieben. Die Bindung der Nachfahren an die Vorfahren ist sehr stark, sodass die gute Lebensführung der einen sich positiv auf die nächste Generation auswirkt. Die Treue zu Gott im Festhalten an seinem Bundesschluss wird von den Nachkommen und auch von deren Nachkommen weitergetragen. Diese Haltung zieht Bestand nach sich. Verfall ist dagegen die Folge der Untreue.
Diese Worte sind wichtig, weil sie auch ganz auf uns heutzutage zutreffen: Wenn wir Gottes Gebote halten und uns ganz um eine gute Beziehung zu ihm bemühen, dann werden wir Segen haben. Dieser wird sich ausdrücken im Bestand dessen, was wir uns aufbauen, in Erfolg, Gesundheit, Ressourcen etc. Und dieser Segen wird auf unsere Nachkommen übergehen. Wenn sie zudem unsere Haltung im Leben sehen, die ganz authentisch und überzeugt ist, werden sie dies übernehmen und ebenfalls so leben. Was Menschen berührt, ist eine echte Liebe zu Gott, keine Heuchelei. Die Worte des Bestandes führen uns zudem zur Kirche als Familie Gottes: Die Kirche hat Bestand, wenn sie die Wege Gottes nicht verlässt und treu zum Bund steht. Verlässt sie die Wege Gottes und macht ihre eigenen Gebote, passt sich an den Zeitgeist an und glaubt nicht mehr an das Geoffenbarte, steht schon der Zerfall bevor. Wir sehen es an den vielen abgespalteten Kirchen. Sie haben keinen Bestand, weil sie den ursprünglich von Gott selbst vorgegebenen Weg verlassen haben. Sie werden sich wieder spalten und wieder und wieder. Überleben wird aber jene Kirche, die auf dem Felsen Petri aufgebaut ist. Die Mächte der Finsternis werden jene nicht überwältigen.

Ps 149
1 Halleluja! Singt dem HERRN ein neues Lied, sein Lob in der Versammlung der Frommen!

2 Israel soll sich freuen über seinen Schöpfer, die Kinder Zions sollen jubeln über ihren König.
3 Seinen Namen sollen sie loben mit Reigentanz, mit Trommel und Leier ihm spielen.
4 Denn der HERR hat an seinem Volk Gefallen, er krönt die Gebeugten mit Rettung.
5 In Herrlichkeit sollen die Frommen frohlocken, sie sollen jauchzen auf ihren Lagern,
6 Hochgesänge auf Gott in ihrer Kehle, ein zweischneidiges Schwert in ihren Händen,
9 Lichtglanz ist das all seinen Frommen. Halleluja!

Als Antwort auf die Lesung beten wir Psalm 149, einen Lobpreispsalm, der zum Schluss-Hallel gehört. Der Lobpreis ist in Hallelujarufe gerahmt.
Der Lobpreispsalm ist mit dem Titel überschrieben „Das neue Lied von der Königsherrschaft Gottes durch Israel“.
Halleluja ist ein Ausruf, der mit „Preist Jahwe“ übersetzt wird. Es handelt sich zu Anfang also wieder um eine typische Lobaufforderung.
Weil wieder eine Gruppe zum Lob aufgefordert wird und nicht eine Einzelperson, wirkt der Psalm sehr liturgisch. Dies wird uns auch durch die „Versammlung der Frommen“ deutlich. Diese sind uns in der Lesung ja bereits begegnet, als die Rede von den treu an den Bundesschlüssen festhaltenden Männern Israels war. Auf unseren Neuen Bund bezogen dürfen wir aber auch jene einbeziehen, die sich zur Hl. Eucharistie versammeln. Auch diese singen ein neues Lied, messianisches Stichwort.
„Israel soll sich freuen über seinen Schöpfer, die Kinder Zions sollen jubeln über ihren König.“ Diese Kinder sind nun nicht mehr nur aus den Stämmen Israels, sondern sind nun ein Volk Gottes, das das geistige Israel bildet – aus allen Völkern, Sprachen, Stämmen und Nationen! Sie alle sollen Gott loben mit „Reigentanz und instrumentaler Begleitung.“ Der heilige Augustinus sagte, dass Singen doppeltes Gebet ist. Wenn wir den Tanz noch hinzunehmen, haben wir gleichsam dreifaches Gebet! Jesus Christus begründet den Neuen Bund, der nun nicht mehr auf biologischer Abstammung basiert, sondern auf der neuen Schöpfung. Der Lobpreis Gottes vollzieht sich deshalb nicht nur im Alten Israel, sondern nun in der Zusammensetzung aller Menschen guten Willens, die zum Glauben an Christus gekommen sind. Sie alle loben Gott vor allem in der Liturgie, zu der sie sich versammeln.
Und wenn wir eine schwere Zeit erleben, vom Leben oder auch von unseren Sünden gebeugt sind, dann krönt uns der Herr mit Rettung. Er ist der Heiland und Erlöser. Er rettet uns vom ewigen Tod in der Taufe, in der uns die Schuld ganz vergeben ist. Selbst wenn wir danach noch fallen, möchte der Herr uns immer wieder im Beichtsakrament vergeben. Gerettet werden alle Menschen am Ende aus der Misere des irdischen Daseins, indem sie als Standhafte mit dem Siegeskranz gekrönt werden. In Herrlichkeit, das heißt in diesem Fall bei Gott, werden sie dann im himmlischen Lobpreis verharren.
„Jauchzen auf ihren Lagern“ zeigt uns, dass die Juden sich nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht freuen und Gott für diese große Barmherzigkeit zu jeder Zeit danken sollen. Immer sei ein Lobgesang in ihrer Kehle. Diese ist mehr als nur ein Teil des Körpers. Mit „Kehle“ ist viel mehr gemeint, denn ursprünglich ist auch die Nephesch als Kehle gedacht worden, durch die der Atem ein- und ausgeht. Deshalb lechzt auch die Seele im Psalmenkontext oft nach Wasser, als ob sie im Mund oder in der Kehle sitzen würde. Den Lobgesang in der Kehle zu haben, heißt also nicht nur die ständige Bereitschaft zum Singen, sondern auch den Lobpreis im „Herzen“, das heißt in der Seele. Dieser Lobpreis ist den Frommen „Lichtglanz“, das heißt Pracht und Schönheit, die sie schmückt. Der immerwährende Lobpreis im Herzen ist für den irdisch Lebenden eine Generalprobe für den ewigen Lobpreis des Himmels. Dort gibt es gar keine Zeit mehr, dort gibt es nur das ewige Jetzt und das ewige Heute. Das zweischneidige Schwert in ihren Händen ist geistig zu verstehen. Durch Christus und auch durch die Johannesoffenbarung wird uns bewusst, dass damit das Wort Gottes gemeint ist. Es ist die größte Waffe gegen den Bösen.
Der Psalm endet mit dem wiederholten Halleluja, für den er bekannt ist.

Mk 11
11 Und er zog nach Jerusalem hinein, in den Tempel; nachdem er sich alles angesehen hatte, ging er spät am Abend mit den Zwölf nach Betanien hinaus.
12 Als sie am nächsten Tag Betanien verließen, hatte er Hunger.
13 Da sah er von Weitem einen Feigenbaum mit Blättern und ging hin, um nach Früchten zu suchen. Aber er fand nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigenernte.
14 Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen. Und seine Jünger hörten es.
15 Dann kamen sie nach Jerusalem. Jesus ging in den Tempel und begann, die Händler und Käufer aus dem Tempel hinauszutreiben; er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um
16 und ließ nicht zu, dass jemand irgendetwas durch den Tempelbezirk trug.
17 Er belehrte sie und sagte: Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker genannt werden? Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht.
18 Die Hohepriester und die Schriftgelehrten hörten davon und suchten nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen. Denn sie fürchteten ihn, weil das Volk außer sich war vor Staunen über seine Lehre.
19 Als es Abend wurde, verließ Jesus mit seinen Jüngern die Stadt.
20 Als sie am nächsten Morgen an dem Feigenbaum vorbeikamen, sahen sie, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war.
21 Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus: Rabbi, sieh doch, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt.
22 Jesus sagte zu ihnen: Habt Glauben an Gott!
23 Amen, ich sage euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer! und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen.
24 Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.
25 Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.

Im Evangelium hören wir heute verschiedene Episoden, die zusammengefasst werden. Zunächst hören wir von der Verfluchung des Feigenbaums. Diese Episode ist komplementär zu den Worten Jesus Sirachs zu betrachten, denn dort wird uns ebenfalls von den weitreichenden Konsequenzen von Bundestreue und Bundesbruch berichtet. Fluch und Segen sind die Folgen der Entscheidung des Menschen. Jesus verflucht hier den Feigenbaum, weil er keine Früchte trägt. Warum tut Jesus das? Er weiß doch bestimmt, dass die Zeit der Ernte noch gar nicht gekommen ist. Nichts, was Jesus tut, ist willkürlich. Es handelt sich bei dieser Handlung um eine prophetische Zeichenhandlung. Jesus bereitet die Jünger darauf vor, was er in vielen endzeitlichen Reden wiederholen wird: Bäume werden in der weisheitlichen Tradition sehr oft für den Lebenswandel des Menschen als Metapher verwendet. Deshalb ist bei Johannes dem Täufer die Axt bereits an den Baum gelegt. Es geht darum, dass Bäume Früchte tragen müssen, ein Bild für das Verhalten des Menschen. Die Ernte ist ein verbreitetes Bild für die Endzeit. Wenn am Ende Gott also auf den Menschen schaut und keine guten Früchte vorfindet, wird der Baum abgehauen, eine Metapher für den Ausschluss des Menschen aus dem Himmel. Gott richtet die Menschen nach ihren Früchten, das heißt nach ihren Taten. Gerade der Feigenbaum wird zu einem bevorzugten Bild der Endzeit, weil die Pflanze Blätter verliert – in Israel damals gibt es viele immergrüne Bäume. Die Zeit des Knospentriebs ist relativ kurz und anhand der Knospen kann man schon abschätzen, wann der Sommer beginnt. So lässt sich anhand des Feigenbaums gut die unmittelbar bevorstehende Endzeit sehr gut verbildlichen. Jesus verflucht den Feigenbaum also in Gegenwart seiner Jünger, damit sie begreifen, wie das Gericht Gottes sein wird. Noch verstehen sie das nicht und es geschieht zunächst etwas ganz anderes. Denn sie kommen nach Jerusalem und Jesus tut wieder etwas Rätselhaftes, das wir als prophetischen Zeichenakt deuten müssen: Jesus reinigt den Tempel. Sehr oft wird diese Episode missverstanden und Jesus eine Form von Jähzorn unterstellt. Jesus hat seine Gefühle immer unter Kontrolle gehabt. Gefühlsausbrüche sind Folge der Erbsünde. Der Mensch jenseits des inneren Bruchs ist ein in sich geordnetes Wesen, dessen unterschiedliche Bereiche wie Emotion, Impulse, Vernunft etc. optimal ausgeglichen sind. Jesus war ohne Makel der Erbsünde. Er hatte keinen Wutausbruch, als er die Händler hinausgejagt hat. Aber was ist hier passiert?
Jesus hat sich ganz bewusst so benommen, damit die frommen Juden, die anwesend sind, sich an ein Schriftwort erinnern. Es geht um Ps 69 Vers 10, wo es heißt: „Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt, die Verhöhnungen derer, die dich verhöhnen, sind auf mich gefallen.“ Die Jünger Jesu verstehen diese Anspielung. Jesus möchte noch ein weiteres Signal geben, das mit dem „Tag des Herrn“ erwartet wird, mit dem Ende der Zeiten – es hängt also mit seinem Verhalten gegenüber dem Feigenbaum zusammen! In Sacharja lesen wir zum Ende des Buches, dass wenn der Tag kommt, keine Händler mehr im Tempel sein werden. Wenn Jesus also die Händler aus dem Tempel jagt, somit das Haus seines Vaters reinigt, möchte er das Signal geben: Ich bin der Messias. Mit mir ist das Reich Gottes und das Ende der Zeiten angebrochen. Kehrt also um und glaubt an das Evangelium, denn lange Zeit bleibt euch dafür nicht mehr! Die Händler verschwinden schon aus dem Tempel, das heißt kurz vor zwölf!
Es ist zugleich über diesen Wortsinn hinaus zu verstehen:
Der Herr reinigt den Tempel seines Leibes – das ist mystisch zu verstehen als sein Leib, der die Kirche ist. Schon bevor sie geboren wird am Pfingsttag, reinigt er ihre zukünftigen Glieder, prüft sie wie im Feuer, allen voran Petrus, den Felsen, damit die Apostel wirklich rein und bereit sind. Und seit die Kirche besteht, reinigt der Herr sie immer wieder, sendet Heilige wie Franziskus oder Caterina von Siena, die den Päpsten so richtig die Leviten lesen, mit ihrer liebenden Kritik aufräumen und eine aus dem Hl. Geist ergehende Erneuerung der Kirche antreiben. So muss die Kirche zu allen Zeiten innerlich gereinigt werden von den Händlern der jeweiligen Zeit, damit ihr sichtbarer Teil wieder zur alten Reinheit zurückkehrt. Unser Hl. Vater emeritus Benedikt XVI hat in der großartigen Freiburger Rede die Notwendigkeit einer Entweltlichung der Kirche herausgestellt. Das wäre so ein Reinigungsvorgang. Was aber momentan in der Kirche geschieht, ist ein zunehmendes Hereinholen von Händlern und Geldwechslern. Es wird immer politischer und weltlicher. Und das ist nicht der Wille des Herrn. Angesichts des nahenden Weltendes muss es eine Bekehrung geben!
Christus muss auch manchmal einen Geiselstrick nehmen und im Tempel unseres Herzens die Händler vertreiben. Wie viel Anhänglichkeit an die Welt ist noch in uns vorhanden! Wie viel Gerümpel ist noch in unserer Seele, das uns daran hindert, Gott mit ungeteiltem Herzen zu dienen und ihm den ganzen Raum unseres Lebens zur Verfügung zu stellen!
Und am Ende der Zeiten wird der Menschensohn mit seinem himmlischen Heer kommen und mit dem Bösen mit seinem dämonischen Heer abrechnen. Dann wird sein Geiselstrick das zweischneidige Schwert sein, das Wort Gottes, wie es Johannes in der Johannesoffenbarung am Ende des Buches sieht. Dann wird der Böse für immer besiegt und verbannt werden aus der Schöpfung Gottes.
Christus möchte einziehen in den Tempel unseres Herzens, in die Kirche, in die Welt. Doch wenn er kommt und erst einmal anfängt, so richtig zu wirken, wird es manchmal wehtun, wo das Herz, die Kirche und die Welt noch nicht pures Gold sind. Es muss sein, dass wir Bitteres schmecken, nicht nur im Sinne des Leidens als Jünger Jesu Christi. Es muss auch sein zur Reinigung unserer unvollkommenen Natur und ist bereits ein Prozess der Heiligung.
Was Jesus getan hat, bleibt nicht ohne Folgen. Die religiöse Elite plant den Tod des Messias, denn sie wollen ihn mundtot machen. Voller Neid sehen sie den Zulauf der Volksmenge.
Als sie am nächsten Tag an dem Feigenbaum vorbeikommen, den Jesus verflucht hat, sehen die Jünger mit Erstaunen, dass dieser ganz verdorrt ist. Christi Worte haben ihre Wirkung! Aber nicht nur das. Jesus hat noch eine weitere Lektion für seine Jünger: Alles, worum sie voller Glauben bitten, wird ihnen gewährt. Der Glaube kann Berge versetzen. Seine Jünger sollen keine Zweifel in ihrem Herzen haben, sondern Glauben. Damit Gott die Bitten erhören kann, muss noch eine Sache gewährleistet sein: Die Bittsteller müssen einander ganz vergeben. Sie sollen nicht in einem unversöhnten Zustand sein, sonst können sie die Vergebung Gottes auch nicht empfangen. Das ist ein wichtiger Zusammenhang. Auch im Vaterunser bitten wir den Vater vertrauensvoll um Alles, was wir brauchen, zugleich bitten wir ihn aber um Vergebung, so wie wir einander vergeben. Wenn diese Dinge ausgeräumt sind, steht der Gnade und dem Segen Gottes nichts mehr im Weg. Auch das Ausräumen von Unversöhntheit ist ein Reinigungsvorgang, schließlich ist unser Herz der Tempel des Hl. Geistes! Wie soll die Herrlichkeit Gottes in diesem Einzug halten, wenn er voll des Grolls und der Rachegefühle gegenüber anderen ist? Um den Bogen zur Lesung zu ziehen: Dieser Zustand der Unversöhntheit, die Bitterkeit, die daraus erwächst, die negativen Gefühle und Bindungen betreffen nie nur uns selbst. Die negativen Auswirkungen werden auf unsere Nachfahren übergehen und sie werden sich fragen, warum sie keinen Segen Gottes haben. Wie wichtig ist es also, Versöhnung im eigenen Leben anzustreben! Und wenn unsere Vorfahren es nicht geschafft haben, dürfen wir stellvertretend für sie um Vergebung bitten. Gott ist so barmherzig, dass wir das tun dürfen! Wir gehen ja alle zusammen in riesigen Schritten auf das Ende der Zeiten zu.

Ihre Magstrauss

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