Mittwoch der 16. Woche im Jahreskreis

Ex 16,1-5.9-15; Ps 78,18-19.23-24.25-26.27-28; Mt 13,1-9

Ex 16
1 Die ganze Gemeinde der Israeliten brach von Elim auf und kam in die Wüste Sin, die zwischen Elim und dem Sinai liegt. Es war der fünfzehnte Tag des zweiten Monats nach ihrem Auszug aus Ägypten.
2 Die ganze Gemeinde der Israeliten murrte in der Wüste gegen Mose und Aaron.
3 Die Israeliten sagten zu ihnen: Wären wir doch im Land Ägypten durch die Hand des HERRN gestorben, als wir an den Fleischtöpfen saßen und Brot genug zu essen hatten. Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt, um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu lassen.
4 Da sprach der HERR zu Mose: Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. Das Volk soll hinausgehen, um seinen täglichen Bedarf zu sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht.
5 Wenn sie am sechsten Tag feststellen, was sie zusammengebracht haben, wird es doppelt so viel sein, wie sie sonst täglich gesammelt haben.
9 Dann sagte Mose zu Aaron: Sag der ganzen Gemeinde der Israeliten: Tretet hin vor den HERRN; denn er hat euer Murren gehört!
10 Während Aaron zur ganzen Gemeinde der Israeliten sprach, wandten sie sich zur Wüste hin. Da erschien plötzlich in der Wolke die Herrlichkeit des HERRN.
11 Der HERR sprach zu Mose:

12 Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag ihnen: In der Abenddämmerung werdet ihr Fleisch zu essen haben, am Morgen werdet ihr satt werden von Brot und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR, euer Gott, bin.
13 Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager.
14 Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde.
15 Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der HERR euch zu essen gibt.

Gestern hörten wir davon, wie Gott das Volk Israel trockenen Fußes durch das Rote Meer geführt hat und die Ägypter in die Flucht schlug, die ihnen hinterhergejagt waren. Diese Rettung geschah am fünfzehnten Tag des zweiten Monats seit ihrem Auszug.
Die Rettung ist geschehen, doch die Israeliten sind alles andere als dankbar. Schon wieder murren sie gegen Mose und seinen Bruder, weil sie nun in der Wüste lagern und hungern. Wieder sehnen sie sich nach Ägypten zurück, wo sie vielleicht als Sklaven leben mussten, aber genug zu essen hatten dank der Fleischtöpfe der Ägypter. Das ist eine Versuchung, der wir alle immer wieder ausgesetzt sind: Wir sehen das Leiden und die Opfer, die ein Leben in der Nachfolge Christi mit sich bringen. Zugleich realisieren wir, dass viele, die nicht nach Gottes Geboten leben, ein gutes Leben haben. Dann sehnen wir uns danach, ebenfalls diesen Weg mit dem Strom zu gehen, um die gegenwärtigen Leiden nicht zu erfahren. Oft bevorzugen wir das leibliche Wohl, das kurzfristige Luststreben und die Unlustvermeidung, weil wir vergessen, dass es auf die lange Sicht ankommt und darauf, das ewige Leben zu gewinnen. All dies müssen auch die Israeliten lernen. Sie reagieren in Leidsituationen immer wieder prompt mit einem Hadern gegen Gott und seine Propheten. Sie stellen seine Güte infrage und vergessen all das Gute, was Gott bereits gewirkt hat. Sie haben zehn Plagen gegen die Ägypter gesehen, sie haben die Spaltung des Roten Meeres gesehen, und doch zweifeln sie an seinem Heilsplan. Ja, sie unterstellen ihm sogar, dass er Böses im Schilde führt, nämlich das Volk in der Wüste verhungern zu lassen. Wie geduldig ist aber unser Gott! Er reagiert nicht damit, das Volk auszulöschen, was ihm ja möglich wäre. Vielmehr nimmt er ihr Murren geduldig auf sich und sättigt das Volk in der Wüste mit dem Manna, das er vom Himmel regnen lässt.
Doch Gott verbindet diese Gabe mit einer Prüfung bzw. Lektion: Er lässt stets den täglichen Bedarf herabregnen, nicht mehr. Anders gesagt sollen die Israeliten sich den täglichen Bedarf von dem Manna sammeln, nicht mehr. Nur am sechsten Tag werden die Israeliten die doppelte Menge an Manna sammeln, denn am Sabbat sollen sie ja ruhen. So wird ihnen am Tag zuvor die Ration des Sabbats mitgegeben. Die Prüfung besteht darin, zu sehen, ob die Israeliten sich darum bemühen, mehr als eine Tagesportion zu sammeln. Das würde ihm nämlich beweisen, dass sie ihm nicht vertrauen. Die Lektion besteht ja darin, auf Gottes gute Vorsehung zu vertrauen, der ihnen Tag für Tag aufs Neue das Lebensnotwendige gibt. Wer sich mehr sammelt, misstraut seiner Güte und Großzügigkeit. Wir lernen ebenfalls sehr viel aus dieser Erzählung, denn nicht umsonst beten wir im Vaterunser: Unser tägliches Brot gib uns heute. In dem Gebet ist eine deutliche Manna-Typologie zu erkennen.
Es ist eine Gabe für den heutigen Tag. Jesus sagt an anderer Stelle, dass wir uns nur um den heutigen Tag sorgen sollen, denn der nächste Tag werde für sich selbst sorgen. Gott gibt jeden Tag alles, was wir brauchen und wir sollen lernen, uns alles von ihm schenken zu lassen. Die übertriebene Sorge und auch das Misstrauen gegenüber Gott zerstört uns und reibt uns auf. Umso mehr ist das auf die Kirche und ihre Heilsmittel zu beziehen. Wir können nicht anders, als uns diese vom Herrn schenken zu lassen. Wir können die Eucharistie nicht selber machen. Es ist ein Geschenk Gottes, dass er zu uns kommt durch die Wandlungsworte des Priesters, dass er seine Gnade wirkt in allen Sakramenten und Sakramentalien. Der Versuch, sich Gnade irgendwie selbst zusammenzubasteln, wird scheitern.
Aaron überbringt den Israeliten die Gottesworte und das Volk wendet sich gen Wüste. Da erscheint erneut die Wolke als Manifestation Gottes, dessen Herrlichkeit beim Gottesvolk ist. In dieser Theophanie offenbart Gott dem Mose, dass abends die Wachteln das Lager aufsuchen werden, sodass die Israeliten Fleisch zu essen haben, und am Morgen mit dem Tau das Manna kommt.
Es kommt so, wie Gott es angekündigt hat, sodass die Israeliten Brot und Fleisch in Fülle geschenkt bekommen. Wenn Gott gibt, dann immer in Fülle. Wir werden am meisten beschenkt, wenn wir nicht begehren, sondern dankbar auf Gott vertrauen. Das betrifft auch unser Leben heute: Wenn wir alles tun, um noch mehr zu haben, und noch mehr raffen, noch mehr anstreben, noch mehr begehren, dann wird uns all das genommen. Wenn wir all das gar nicht anstreben, sondern auf Gott vertrauen, mit einer gesunden Haltung unser Geld verdienen, Altersvorsorge etc. vornehmen und vor allem zuerst das Reich Gottes suchen, dann wird uns alles in Fülle gegeben. Denn Gott vertraut uns Reichtum an, wenn wir arm im Geiste sind. Er weiß nämlich, dass wir all diese Gaben nicht missbrauchen werden, sondern verantwortungsvoll verwalten werden. Wenn wir aber reich im Geiste sind (was ich mit dem Habenwollen und Begehren beschrieben habe), dann weiß der Herr, dass er uns diese Reichtümer nicht anvertrauen kann. Er möchte ja, dass alle das Reich Gottes erlangen können. Und ein Reicher kann nicht in das Reich Gottes – kein Reicher im Geiste. Wenn wir also zuerst Gottes Willen suchen wie Mose und Aaron, dann wird er uns reich beschenken wie die Israeliten in der Wüste.
Zugleich dürfen wir auf seine Barmherzigkeit und Geduld vertrauen. Die Israeliten benehmen sich undankbar und murren sofort, wenn etwas nicht passt. Doch Gott reagiert mit sehr viel Geduld und Erbarmen. Wenn es uns nicht immer gelingt, das volle Gottvertrauen zu leben, dürfen wir ihn um Verzeihung bitten und von Neuem beginnen.

Ps 78
18 In ihrem Herzen versuchten sie Gott: Sie forderten Nahrung für ihr Verlangen.
19 Sie redeten gegen Gott; sie fragten: Kann uns denn Gott den Tisch decken in der Wüste?
23 Da gebot er den Wolken droben und öffnete die Tore des Himmels.
24 Er ließ Manna auf sie regnen als Speise, er gab ihnen Korn vom Himmel.
25 Jeder aß vom Brot der Starken; er sandte Nahrung, sie zu sättigen.
26 Er ließ den Ostwind losbrechen am Himmel, führte in seiner Macht den Südwind herbei.
27 Er ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub, gefiederte Vögel wie Sand am Meer.
28 Er ließ sie mitten ins Lager fallen, rings um ihre Zelte.

Als Antwort beten wir Psalm 78, einen Asafspsalm, der die Geschichte Israels betrachtet. Er dient vor allem der Unterweisung und in den heutigen Versen wird die Episode der Lesung reflektiert:
Das, was die Israeliten getan haben mit ihrem Murren und der Infragestellung der Güte Gottes ist eine Versuchung Gottes. Sie haben Gott auf die Probe gestellt, was eine Sünde gegen das zweite Gebot des Dekalogs darstellt. Dies wird auf der Satan mit Jesus tun, wenn er von ihm verlangt, dass er sich in die Tiefe stürzen soll. Das Gottesvolk hat die Gebote noch nicht erhalten, aber Mose und Aaron erklären im Laufe der Wüstenwanderung immer wieder, dass es ein böses Verhalten ist. Gott selbst wird ihnen immer wieder einen Spiegel vorhalten.
Der springende Punkt ist ihr Verlangen. Sie sind davon getrieben und werden deshalb blind für die bereits ergangenen Heilstaten Gottes am Gottesvolk. Sie fragen an, ob Gott überhaupt den Tisch in der Wüste decken kann. Dabei haben sie ja vor gar nicht langer Zeit gesehen, dass Gott sogar ein Meer gespalten hat.
Gott hat darauf reagiert und das Himmelsbrot auf sie herabregnen lassen. Er hat ihnen Vögel „wie Sand am Meer“ geschenkt. Gottes Gaben ergehen an den Menschen immer in Überfülle. Er hat für das leibliche Wohl gesorgt, um die Menschen darauf vorzubereiten, dass er vor allem seine Gnade in Überfülle geben möchte, ja das ewige Leben, das kein Ende hat. All diese Ereignisse sind Vorbereitung auf noch größere Heilstaten. Er wird sich selbst auf die Erde herabregnen, das wahre Manna, das Himmelsbrot, von dem wir ewig leben werden, wenn wir es empfangen. Es wird sein eigenes Fleisch sein, nicht mehr das Fleisch von Vögeln. Er wird mitten ins Lager kommen, tatsächlich mitten ins Lager Israels, aus dem Stamm Juda. Doch seine Gabe wird nicht mehr nur für das Volk Israel sein, sondern er wird sich hingeben für die ganze Menschheit. Er wird mitten in der Wüste des Lebens – für seine Generation vor allem eine politische Wüste, aber auch im heilsgeschichtlichen Sinne – wie eine Oase sein, zu der alle Menschen hinströmen werden. So dürfen bis heute alle Menschen zu ihm kommen, die in der Wüste der Erbsünde verdursten, um in das Wasser des Lebens einzutauchen, das sie in der Taufe erwartet. Und wenn wir von der Wüste unseres Lebens zur Oase Christi kommen, um aus seiner Quelle zu schöpfen in den Sakramenten und Sakramentalien, dann werden wir neu belebt für unseren Alltag, damit wir durchhalten bis zum Lebensende, nur um dann in die ewige Oase Gottes einzugehen.

Mt 13
1 An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees.

2 Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich. Und alle Menschen standen am Ufer.
3 Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen. Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen.
4 Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es.
5 Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war;
6 als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
7 Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
8 Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
9 Wer Ohren hat, der höre!

Das Evangelium greift das Bildfeld der Landwirtschaft auf, um das bisher Gehörte, vor allem die Rede vom Manna, zu umschreiben. Dies geschieht durch ein komplexes Gleichnis, das Jesus später seinen Jüngern deutet.
Jesus muss in ein Boot steigen, um von dort aus die Menschenmassen zu lehren. Es ist einerseits voll an jenem Ort, andererseits lehrt Jesus dadurch seine Jünger eine entscheidende Lektion. Eigentlich hätte Jesus ja auch auf einen Felsen oder ein Podest steigen können, aber er möchte seinen berufenen Menschenfischern demonstrieren, wie das Menschenfischen konkret funktionier. Der Köder, durch den die Fische anbeißen sollen, ist das Wort Gottes. Jesus wirft vor ihren Augen die Netze aus. Er beginnt zu lehren. Er erklärt dabei das Reich Gottes. Seine Worte sind der köstlichste Köder, denn die Menschenmassen nehmen dafür lange Reisen auf sich. Was Jesus heute erklärt, ist ein anderes Bild für das Menschenfischen – das Säen von Samen. Und hier schließt sich der Kreis der heutigen Lesungen.
Kommen wir gleich zur Deutung des gehörten Gleichnisses: Der Sämann ist Christus, der Same das Wort Gottes. Jesus hat mit dem Gleichnis das umschrieben, was er in dem Moment auch tut: vom Boot aus den Menschenmassen, die die unterschiedlichen Böden darstellen, das Wort Gottes predigen, also aussäen. Es geht um die verschiedenen Beschaffenheiten des Bodens, auf den das Wort Gottes fällt. Es sind die unterschiedlichen Herzenshaltungen der Menschen, mit denen sie Jesu Predigt in sich aufnehmen: Der Same auf dem Weg wird vom Satan direkt geraubt, bevor es Wurzeln schlagen kann. Warum ausgerechnet auf dem Weg? Es sind die Menschen, die im Prozess der Umkehr sind, die noch auf dem Weg zu Gott sind. Der Satan gerät in Panik und tut alles, damit die Seele nicht für Christus gewonnen wird. Er will die Seele für sich behalten. Deshalb müssen wir sehr viel für jene beten, die Gott suchen und vielleicht sogar schon auf dem Weg zur Taufe sind. Sie erleiden starke Anfechtungen und Versuchungen, denn Satan will unsere Königskindschaft mit allen Mitteln verhindern. Wir denken hier an Paulus, der die Geburtswehen sowohl bei der Schöpfung als auch im Herzen des Einzelnen beschreibt. Das sind jetzt solche Geburtswehen vor der Taufe.
Der felsige Boden ist die Haltung der Menschen, die einen oberflächlichen Glauben haben, ohne Wurzeln und unbeständig. Beim ersten Widerstand geben sie auf, weil es zu unangenehm wird und es ihnen aufgrund der fehlenden Wurzeln den Boden unter den Füßen wegzieht. Solche „christlichen Sanguiniker“ sind diejenigen, die sich das Angenehme gern herauspicken und das Unangenehme ausblenden. Sie sind felsig, das heißt, sie wollen sich nicht ganz formen lassen von Gott, der auch mal züchtigen muss, der für uns nicht immer nur Feierlaune, sondern auch mal den grauen Alltag bereithält. Die Felsen der eigenen Voreingenommenheit, die Patchwork-Mentalität zerstöret aber die Samen des Wortes Gottes. So wächst es nicht in jenen Menschen, so werden jene Menschen also nicht zum Leib Christi, dem fleischgewordenen Wort Gottes.
Die Herzenshaltung des dornigen Gestrüpps ist besonders tödlich. Gottes ewiges Wort, seine Weisheit, die nicht von dieser Welt ist, gerade auch vom Denken her, ist ganz anders als die Sichtweise der Welt mit ihren Verlockungen und ihrer Sünde. Doch in Menschen, die so weltlich eingestellt sind, auch gerade Menschen, die sich übertriebene Sorgen machen, also zu wenig Gottvertrauen besitzen, kann das Wort Gottes nicht keimen, Wurzeln schlagen, wachsen, Früchte tragen. Es stirbt sofort ab, weil das Herz voll von anderem ist. Jesus, das Wort Gottes, findet keinen Platz im Herzen solcher Menschen. Und er ist ein Gentleman. Wer ihn nicht hineinlässt, den lässt er auch in Ruhe. Dieses Dornengestrüpp breitet sich in unserer Kirche heutzutage rasant aus. Immer weniger Geistliche sind noch geistlich eingestellt. Wie viele unserer deutschen Bischöfe bestimmen ihr gesamtes Wirken noch von Christus her, dessen Reich nicht von dieser Welt ist? Es dominiert immer mehr die menschliche und weltliche Denkweise. Das Humanistische erfüllt die ganzen kirchlichen Grundvollzüge – so stark, dass für den Hl. Geist kein Platz mehr übrig bleibt. Wir denken auch an die Haltung der Israeliten, die so auf ihr leibliches Wohl fixiert sind, dass sie mit Hadern und Murren ihre Beziehung zu Gott gefährden und damit ihr ewiges Heil.
Schließlich beschreibt Jesus die Fruchtbaren – die, die hören, aufnehmen und Frucht tragen. „Hören“ meint mehr als nur das physische Hören. Es meint den Ge-hor-sam, das Hören mit dem Glauben, das „auf ihn Hören“. In sich aufnehmen tun jene das Wort Gottes, die es an sich heranlassen. Die es akzeptieren und be-herzigen im wortwörtlichen Sinn: die es in sich verarbeiten, es betrachten, darüber nachdenken, es immer tiefer zu verstehen versuchen, die es nicht nur oberflächlich und rein informativ registrieren. Maria ist ein perfektes Beispiel für das „in sich Aufnehmen“. Sie bewahrt alle Geschehnisse in ihrem Herzen und denkt darüber nach. Das macht sie zur perfekten Jüngerin und dem fruchtbarsten Boden – auf dem das Wort Gottes deshalb auch Fleisch geworden ist! Früchte trägt das Wort Gottes dann, wenn die Menschen es in ihr eigenes Denken aufgenommen haben, wenn es von da an ihre eigenen Gedanken, Worte und Taten bestimmt, wenn es konkrete Auswirkungen hat im Verhalten.
Am Ende wird Jesus noch einen drauflegen. Er wird nicht nur das Wort Gottes säen in Form von gesprochenem Wort und Heilsdienst. Er wird sich selbst hingeben für die vielen Menschen am Kreuz. Er wird sein Fleisch und Blut austeilen und auch dann wird es auf unterschiedlichen Boden fallen. Der neue Bund wird allen Menschen angeboten, doch annehmen werden ihn nicht alle. Viele wird es kalt lassen, was Jesus für sie getan hat. Viele werden es zunächst annehmen und dann beim ersten Problem von ihm weglaufen. Nicht alle werden fruchtbar. Einige werden nicht glauben, dass Jesu Tat sie wirklich gerettet hat. Sie werden an ihrem fehlenden Vertrauen an Gott ersticken.
Jesus sät seinen „Samen“, d.h. sein Fleisch und Blut, in jeder Hl. Messe in das Herz der Kirche. Er sät sein Fleisch in unsere Herzen, die wir ihn in der Kommunion empfangen! Wird sein Same dort auf fruchtbaren Boden fallen? „Du bist, was du isst.“ Das ist nicht nur der Slogan von Wasa, das ist zuerst das Motto der Eucharistie. Wir werden immer mehr zum Leib Christi, indem wir ihn empfangen. Dies wird sich in unseren Gedanken, Worten und Werken immer mehr zeigen. Auch gerade im Alltag, da wo uns keiner sieht, da wo wir dann umsetzen sollen, was wir gelernt haben.

Ihre Magstrauss

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